Daily Diary (108) – Leipzig, Südfriedhof

 
 
Südfriedhof
 

Über Bersarin

Wir erzeugen die Texte und die Strukturen innerhalb derer wir unsere Diskurse gruppieren. Wir sind das Fleisch von Eurem Fleische und Euch doch gänzlich unähnlich. Wir sind die Engel der Vernichtung und wir schreiten durch Eure Schlafzimmer, wenn Ihr nicht mit uns rechnet. Wir entfachen das Feuer und die Glut. Aber wir löschen Euch nicht, wenn Ihr verbrennt. Wir sind der kalte Blick, der die Welt als eine Struktur sieht.
Dieser Beitrag wurde unter Daily Diary abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Daily Diary (108) – Leipzig, Südfriedhof

  1. Uwe schreibt:

    Die schwarze Braut und das weiße Kind, das bewusst aufgesetzte und das vermeindlich unschuldige Lächeln – ein Posing, das den Kontrast allzu plakativ in Szene setzt.
    Welches theatralische Event muss ich mir hinzudenken, damit die Verkleidungen einen Sinn bekommen, zumal an diesem Ort?
    Gruß, Uwe

  2. Bersarin schreibt:

    Ja, es ist in der Inszenierung plakativ. Einerseits. Andererseits präsentierte jene Frau sich und das Kind in dieser Weise. Ich mag diese geposten Bilder; eine schöne Referenz zudem an die großartigen Jugendkulturphotographien von Wolfgang Tillmans aus den 80er und 90er Jahren.

    Bei diesem Event handet es sich um das jährlich zu Pfingsten stattfindende Gothic-Treffen. Um das aber angemessen einfangen zu können, hätte ich mir mehr Zeit nehmen und mich zu den Menschen gesellen müssen. Das geht nicht, wenn zudem noch ein Fotofestival läuft. Insofern geht es hier lediglich darum – gleichsam als Skizze, als Essay, als Fragment – Szenen anzuspielen.

    Es ist eine der interessantesten Erfahrungen, was geschieht, wenn man Menschen bittet, für die Kamera zu posieren oder wenn diese Menschen von allein mich fragen, ob ich sie photographieren könnte: Die Sucht nach dem (eigenen) Bild. Und zugleich die Weise, in der die Person sich selber in Szene setzen und sich durch die gewählte Pose abgebildet sehen möchte. Wichtig ist, die Menschen machen zu lassen.

  3. Uwe schreibt:

    Ach ja, das erklärt das viele Schwarz.
    Und hast Du der Porträtierten die Datei zukommen lassen?
    Interessant wäre auch zu erfahren, wie und ob sie selbst mit sich im Bild zufrieden ist.
    Die Frage bleibt, wie das Verhältnis zwischen Selbstverlust und -gewinn in der fotografischen Inszenierung zu verstehen ist.

    Gruß, Uwe

  4. Bersarin schreibt:

    Ich lasse den Abgelichteten die Datei zukommen, sofern sie danach fragen.

    Selbst- und Fremdwahrnehmung sind sicherlich interessante Aspekte; um jedoch herauszubekommen, wie es sich hierbei verhält, müßte ich über einen längeren Zeitraum mit diesen Menschen zusammenarbeiten. Das ist für einen nicht-professionellen Photographen, der von keiner Redaktion oder über Kunststipendien sein Auskommen findet, kaum möglich.

    Jede Photographie ist Selbstverlust. Jede Regung, jeder Satz, jede Geste in die Öffentlichkeit hin, weil ich das, was ich entlassen oder gesagt habe, nicht mehr in meiner Verfügung habe. (Was durchaus produktiv sein kann. Schwierige Frage bleibt es dennoch: Ich werde darauf im Hinblick auf Selfies und die Fuß-Bilder von Erik Kessels demnächst noch genauer eingehen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s