Zurück von der f/stop Leipzig

Morgen gibt es eine erste Besprechung vom Fotofestival f/stop 2014. Zunächst aber zeige ich auf „Proteus Image“ – einmal wieder fotobuchmäßig von der Anzahl der Arbeiten und Bilder her – einige Aufnahmen, die ich in Leipzig machte, und zwar von der Stadt selber, am ersten Tag, in Plagwitz flanierend, und dann von der Ausstellungseröffnung des Fotofestivals f/stop Leipzig in der Baumwollspinnerei – einem wieder in Funktion gebrachten Industriekomplex: Fabrikräume, Interieur, abbröckelnder Putz, blinde Fenster, Gestein, neu betonierte Treppenhäuser, Backsteinwände mit Abnutzungsstrukturen, Kühle der Räume, Türen aus reinem Rost, abblätternde Farbe, Rostspuren mit Farbe gemengt. Abstrakt wie ein Kunstwerk. Ein feiner Ort für Kunst, ein guter Platz für Photographien. Verfall an den Stahltüren und die Brandschutzmaßnahmen, die vom Blogbetreiber für eine knappe Photographiesekunde festgehalten wurden.


Leipzig hat derart viele verfallene Industriebauten aus der Gründerzeit, daß es hier jeden Tag eine Veranstaltung zu Kunst und Photographie geben könnte, richtete man diese Gebäude wieder her – theoretisch-ästhetisch versteht sich, und sofern man (wer immer dieses Man sei: my, oh, my) all die verfallenen Fabrikhallen und Produktionsstätten nicht irgendwann abrisse. Ich mag diese Atmosphäre in Leipzig. Wie in Berlin, seinerzeit, nur freundlicher und angenehmer. Doch diese Orte der Arbeit, an denen die einen ihre Haut und die anderen den Profit zum Markte oder in ihre Gründerzeitvillen trugen, geraten als Arbeitsorte in die Vergessenheit – Kunst übertüncht.

Leipzig ist wie immer eine Reise wert. Leipzig ist jedoch ebenso die Stadt der langen Wege, wie jene eine seinerzeit in Leipzig flüsterte. Regennaß. Dezemberstraßen. Lay myself down.

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Ihnen einen schönen Pfingstmontag, mit Heiligem Geist, kriminellen Liebesverbrechen und anderen Kleinigkeiten. Nur einmal. Geschichten und Kunst sowie eine Tonspur zum freien Tag.

Über Bersarin

Wir erzeugen die Texte und die Strukturen innerhalb derer wir unsere Diskurse gruppieren. Wir sind das Fleisch von Eurem Fleische und Euch doch gänzlich unähnlich. Wir sind die Engel der Vernichtung und wir schreiten durch Eure Schlafzimmer, wenn Ihr nicht mit uns rechnet. Wir entfachen das Feuer und die Glut. Aber wir löschen Euch nicht, wenn Ihr verbrennt. Wir sind der kalte Blick, der die Welt als eine Struktur sieht.
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