Daily Diary (107) – Fünfundzwanzig Jahre keine DDR

Naturgemäß, so möchte ich sagen, leistet die traurige Seele die Trauerarbeit: Die endgültige Teilung Deutschlands – das ist unser Auftrag. (Clodwig Poth) Vor wie nach arbeitet dieser Blog daran. Ich werde dann übersiedeln und mir ein feines Häuschen bauen. So zwischen Leipzig, Döbeln, Chemnitz. Nein, bauen lassen, ich bin zu ungeschickt und zu faul, um das selber zu bewerkstelligen. Oder besser noch: eine Wohnung in Leipzig selbst. Zwischen Ruinen und Moderne. Sandmann, lieber Sandmann … Melancholie des Alltags. Petrolblau ist eine schöne Farbe und „gib mir endlich einen Abend, einen kriminellen Abend, von dem ich zehren kann …!“ so singen es die Lassie Singers in Langeweile – wenngleich die besondere Situation des Blogbetreibers nicht treffend, was ja auch gar nicht nötig ist, Langeweile gab es nie, aber vom Sound her immer noch einer der besten, coolsten, schönsten Songs der Lassie Singers: Unvergessen! Kreuzberg, Hamburg, 90er, Leipzig, scheißegel. Und wie in diesem Song die Gitarren klirren und jaulen und das Schlagzeug schlägt: „einen Abend wie Harald Juhnke“. Einmal noch abstürzen beim Spanier und ein als Doppelbett gebuchtes Hotelbett in einem sogenannten Künstlerhotel, das, weil unbefestigt nebeneinander aus zwei Einzelbetten bestand, die Nacht über immer wieder auseinanderrückte.)

Wobei mich, wenn ich mich denn schon von den Assoziationsketten tragen lasse, die Pop-Musik hervorruft, der Sandmann wiederum an E.T.A. Hoffmann und an Freuds Aufsatz zum Unheimlichen erinnert. Jenes Motiv der herausgerissenen Augen. Wobei ich Freuds Deutung in eine ästhetische Richtung transformieren möchte: hin zu jenen zur Blindheit überredeten Augen (Celan).

 
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Egal wie, „Stadt, Land, Verbrechen“ ist für meine durchaus subjektive Sicht auch heute noch eine der schönsten deutschsprachigen Platten der 90er, keiner weiß es genau:
 

Über Bersarin

Wir erzeugen die Texte und die Strukturen innerhalb derer wir unsere Diskurse gruppieren. Wir sind das Fleisch von Eurem Fleische und Euch doch gänzlich unähnlich. Wir sind die Engel der Vernichtung und wir schreiten durch Eure Schlafzimmer, wenn Ihr nicht mit uns rechnet. Wir entfachen das Feuer und die Glut. Aber wir löschen Euch nicht, wenn Ihr verbrennt. Wir sind der kalte Blick, der die Welt als eine Struktur sieht.
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