Sibylle Lewitscharoff

Wir könnten uns im Reigen all der Erregungen gut und gerne mitaufregen .Gründe gibt es sicherlich. Viel einfacher aber wäre es, wenn Frau Lewitscharoff die nächsten Tage mit einem Nierenversagen in eine Notaufnahme eingeliefert wird. Dann steht ein weißkitteliger Assistenzarzt vor ihr, der Bereitschaftsdienst tun muß, und spricht zu Sibylle Lewitscharoff: „Die moderne Medizin ist die zutiefst widerliche Blähvorstellung des Egomanen.“ Er wendet sich ab und widmet sich wieder dem Leben. In seinem Ruheraum, still Benns Morgue-Gedichte lesend. Lachend über diesen gelungenen Streich. Wir wissen nicht, was aus Sibylle Lewitscharoff geworden ist. Dies eben sind die Tücken der Moderne.

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Nachtrag: All die unterkomplexen Analysen und den Seiersermon von Diez und Konsorten sowie den Textern in der Bloggerwelt: das ist mindestens genauso schlimm und verheerend wie die Rede  dieser Lewitscharoff. Das sind Schreiberimitatoren und Bloggerdarsteller, die von dem, worum es Lewitscharoff geht, in etwa soviel Ahnung haben, wie die Kuh von Metaphysik. Gefühligkeitsscheiße. Befindlichkeitswichsen. In diesem Sinne bin ich dann auch für ein Onanierverbot.

Über Bersarin

Wir erzeugen die Texte und die Strukturen innerhalb derer wir unsere Diskurse gruppieren. Wir sind das Fleisch von Eurem Fleische und Euch doch gänzlich unähnlich. Wir sind die Engel der Vernichtung und wir schreiten durch Eure Schlafzimmer, wenn Ihr nicht mit uns rechnet. Wir entfachen das Feuer und die Glut. Aber wir löschen Euch nicht, wenn Ihr verbrennt. Wir sind der kalte Blick, der die Welt als eine Struktur sieht.
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3 Antworten zu Sibylle Lewitscharoff

  1. El_Mocho schreibt:

    Tja, offenbar ist der Rotz der Aufklärung doch für was gut.

  2. summacumlaudeblog schreibt:

    Das ist die alte Phantasie des Diensthabenden; nachts an einen Politiker zu geraten, der gerade jüngst im Bundestag eine schneidige Rede über Kostendämpfung im Gesundheitswesen gehalten hat und dem zu sagen: „Möge die Kostendämpfung beginnen…!“ – und dann wird das hölzerne, unsterile Wundset ausgepackt, worauf die speichelnde Schwester zwischen den Vampirzähnen hindurch zischt: „Unsere Instrumente, Hehehe!“ Da ich eine kleine Schwäche für großmäulig Korrupte hege, v.a. dann, wenn ihre Situation sie kleinlaut werden lässt, werde ich dem korrupten Politiker einen Cognac anbieten, bevor die Vampirmaus loslegt.! Prost!
    Frau Lewitscharoff aber würde leer ausgehen. Sie hätte die Prozedur ohne gotteslästerliche Anästhesie zu bestehen, lediglich der Krankenhauspfarrer würde ihre „Die Offenbarung des Johannes“ geben können. Als Akt der Selbstfindung im größten Elend. Soviekl Christentum muß sein.

  3. Bersarin schreibt:

    @summacumlaude
    Genau diese Phantasie hege auch ich. Und ich würde hier rufen: Vier Fäuste für ein Halleluja.

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