Daily Diary (92) – Leipzig/D.C.: City-Tunneltage

Nun besitzt Leipzig eine neue S-Bahn-Strecke und das sogar unterirdisch. Eingeweiht von Paul Tillich, quatsch, das ist, nein das sind diese Drogen: natürlich vom sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich, ich bekomme das alles immer durcheinander: sächsisches Bier, deutscher Wein aus der Region Saale/Unstrut. Ich torkele trunken von Geist, wie ein Pfingstler auf Drogen gesetzt, verlassen über den Bahnsteig. Lallen, lallen immerzu. Pallaksch. Und da lande ich dann bei den protestantischen Theologen. Immigriert natürlich. Aber das gehört nicht hierher. Theologisch- verdichtetes, wir graben und graben die Tunnelgänge in Maulwurfsarbeit. Boykotthetze und Wühlarbeit. Genauer gesagt wurde in Leipzig der City Tunnel eröffnet, geplante Eröffnung 2009, tatsächlich mit großem Bahnhof in den Betrieb genommen dann am 14.12.2013. Früher im Stadion von Chemie Leipzig riefen die Fans: „Wir bauen eine U-Bahn, wir bauen eine U-Bahn: Von Leipzig bis nach Auschwitz!“ Die brauchen wir nicht mehr. Die Verhältnisse sind anders.

Nun transportiert die DB, Nachfolgerin der Reichsbahn, die Fahrgäste ordentlich und sicher durch jenen City-Tunnel: Vom Leipziger Süden hin zum Hauptbahnhof und weiter in den Norden. Junge DB-Helferinnen in grünen Westen befragen beflissen die Kunden, wie es ihnen hier gefällt, ob wir die S-Bahn mögen und was wir vom Service halten. Meine Begleiterin gibt eine Antwort, auf die wiederum die S-Bahnservicekraft sehr diplomatisch antwortet. Ein rund vier Kilometer langer Tunnel wurde für etwa eine Milliarde Euro gebaut. Das tatsächlich verbrauchte Geldvolumen überstieg am Ende – aber für die Verhältnisse des irdischen Kapitals nur unwesentlich – das ursprünglich angesetzte Budget. So oder so und auch anders ist es nun einmal im real existierenden Kapitalismus – dafür sind nun die Fahrgäste gut in den mitteldeutschen Verkehrsverbund eingebettet.

Doch es gibt in Leipzig ebenso anderes als die Deutsche Bahn. Zum Beispiel eine kleine Ausstellung mit Photographien von Björn Siebert in der Galerie „Delikatessenhaus“ oder aber – frei nach Jean Cocteau – die nicht unumstrittene Ausstellung „Die Schöne und das Biest“ im Museum der bildenden Künste in Leipzig. Es sei despektierlich vorab geschrieben: sehr viele Titten, Möpse (ja auch Hunde) sowie Frauenkörper in dieser und in jener Pose gibt es dort zu sehen. Ob es sich dabei nun um feuchtsämigen Männerschwulst oder eine gelungenen Anordnung von Bildern handelt, wird der geneigten (oder weniger geneigten) Leserin der Betreiber dieses Blogs demnächst und höchstselbst mitteilen. Zunächst jedoch seien einige Photographien gegeben.

 
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Über Bersarin

Wir erzeugen die Texte und die Strukturen innerhalb derer wir unsere Diskurse gruppieren. Wir sind das Fleisch von Eurem Fleische und Euch doch gänzlich unähnlich. Wir sind die Engel der Vernichtung und wir schreiten durch Eure Schlafzimmer, wenn Ihr nicht mit uns rechnet. Wir entfachen das Feuer und die Glut. Aber wir löschen Euch nicht, wenn Ihr verbrennt. Wir sind der kalte Blick, der die Welt als eine Struktur sieht.
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