In den Digitalgewittern: Post Privacy. Oder: die NSA-Überwachung ist keine Schande mehr, sondern nur E-Commerce (Teil 1)

It’s not real, it’s a Sony

Werbewelten, Zwischenwelten, Lebenswelten. Das Wesen der Moderne sei die Technik? Nein. Technik ist etwas, das Menschen in den Bann zieht und das für sie zugleich notwendig ist. Unabhängig von der Epochenbeschreibung. Der Mensch als Prothesenwesen strebt von Natur aus nach Technik. Ich schätze freilich anthropologische Konstanten wenig.

Post-Privacy, das ist in ihrer simpelsten Variante Nudeln für die Berliner Bohème im Internet kochen und die eigene subjektive Lebensform oder Stillosigkeit als Medium im Medium zu inszenieren. Sich nackig, machen, sich zum Affen machen, sich zeigen: unter Klarnamen oder im Tarnnamen, je nachdem. Das Netz vergißt nichts, so heißt es: und das ist auch gut so. Im Netz sind wir Zwischenwesen: Ganz und gar real und physisch vor dem Bildschirm, wenn wir die Finger in die Scheide oder die Hand an den Schwanz packen, um uns solche gewissen, mittlerweile nicht mehr verbotenen Filmchen anzusehen, wenn wir Nudelkochshows sehen  und darin die Banalität des Banalen abgefeiert wird. Und zugleich transformieren wir uns im Netz, sobald wir die Buchstaben  in die Tastatur hauen oder die Bilder, Photographien und Töne hochladen, zu einer Art Klon, eine Kunstfigur, wenn wir uns in diesem virtuellen Raum in irgend einer Form präsentieren – sei es als Bersarin, als Schriftsteller, als Malerin als eine Figur der Literatur, die zugleich ein Autor ist.

Beispiele für diesen Fluß und das Schwinden der Grenzen zwischen dem Realen (nicht im psychoanalytischen Sinne von Lacan) und der Fiktion sind der Schriftsteller Alban Nikolai Herbst und die Schriftstellerin Aléa Torik. Diese Zustände aber haben weniger mit Post Privacy zu tun als vielmehr mit einem Leben in den Digitalgewittern: wenn die literarische Figur, die Instanz der Autorin, des Autors neu ausgeschrieben und in ein Konzept von Dekonstruktion und Fiktionalisierung eingebettet wird. Sogar Frau-Sein und Mann-Sein bilden im Text und innerhalb der Person des Autors am Ende ein (literarisches) Konstrukt, das sich in der Schrift eines Textes entfaltet und manifestiert. Post Privacy kann ebenso eine Weise der Literarisierung von Welt, eine Form von Literatur sein. Allerdings verwischen in ihr diese Grenzen zwischen Fiktion und Realem. Eine Grenze zu setzen, heißt bereits, sie zu überschreiten, das wußten sowohl Hegel als auch der real existierende Sozialismus der DDR, welcher Hegel aufs Niveau des Arbeitermarxismus hinunterbugsierte.

Diese Grenzen sind fließend. „Post Privacy“, so schalt‘s und tönt’s als ein neuer Slogan durch den Raum des Netzes. „Schall und Wahn, ich bin euch untertan!“ Ein Zustand, den die Zuckerbergs der Welt sich wünschen. Durchsichtig sein: Da sein und präsent sein im Strom der Daten. Kunde sein. Nein, das ist falsch: unbezahlter Lieferant von Daten sein.

Aber so ganz stimmt das nicht. Post Privacy, das ist auch: sich in der Öffentlichkeit als private Person öffentlich zu machen. Natürlich: das Private ist Politisch und auch das Banale ist politisch. Alles ist politisch, sogar das Politische ist politisch. Der Begriff des Politischen diente im Gefüge der Nationalstaaten einstmals dazu, Freund und Feind zu scheiden, so der antisemitische Jurist Carl Schmitt. Darin hat er zu einem Teil sogar recht. Das Politische des Internet lagert sich anders. Post Privacy bedeutet die „Tyrannei der Intimität“ und der Überwachung; einer Intimität von subjektiven Sichtungen und Entäußerungen, die wir häufig niemals so und in dieser Weise sehen wollten: Dinge und Aspekte, die Internetbenutzer vorher so genau gar nicht wissen wollten, werden erfahrbar, lesbar, sichtbar für jeden, der es mag.

The medium is the message: Selbstreferenz bleibt der letzte Ort, er koppelt sich an einen ungeheuren Narzißmus: ich bin, ich bin sichtbar, ich bin, ich inszeniere mich. Das Medium ist die Massage – das Denken wird konditioniert, geprägt, eingespielt, einmassiert in die Struktur und verschwindet darin. Konformitätsdruck als Individuierungsdruck so lautet die Zauberformel der Mediumsmassage, die in den Kopf, ins Hirn dringt. Ich bin sichtbar und präsent. Homo Ludens wirkt auch in der Technik – gerade dort. Ich spiele mich. Als Figur, als Klon, als Ich-Selbst. „Wie führst Du Dich wieder auf?“, so sagte früher die Mutter in strengem Ton zu ihrem Sohn oder zur Tochter. Was die NSA ansonsten nur unter erschwerten Bedingungen herausbekommt, das legen und leben die Benutzter des Internet gerne und gutwillig und freiwillig auf den Tisch. Sich über die NSA zu echauffieren, ist für die, die sowieso alle ihre Daten und ihr Leben freiwillig preisgeben ganz und gar sinnfrei. Wir sind eine transparente Gesellschaft, wenn wir uns in den sozialen Netzwerken, in Twitter, auf Facebook, bei Instagram, bei Word-Press oder anderswo bewegen. Im Internet kann ich meine Bedürfnisse nach benutzten Höschen, langen Schwänzen, Hegellektürediskussionsforen, nach blonden Frauen oder ganzkörperrasierten Männern, nach Blogs mit niedlichen Tierchen ausleben. Es ist für jeden und jede gesorgt, und wer es ausgefallen oder besonders anonym mag, der lebt sich im Tor-Net aus. In der Geschwindigkeit langsam geht es dort zwar zu, aber für ein abenteuerliches Herz mag es allemal ein Ort sein, an dem sich Wohlgefallen einstellt. Sogar einen Killer kann man dort mieten oder Waffen kaufen. So sagen manche.

Die NSA-Überwachung ist keine Schande, denn es ist mein Recht, überall sichtbar zu sein und jeden über meine Lebensregungen zu informieren. Und wer reinen Gewissens und mit sich selbst als Subjekt im Einklang ist, der hat weder etwas zu befürchten, noch wird ihm oder ihr ein Ungemach drohen. Post Privacy war immer der Traum der Menschheit. Egal ob nun Orwell oder jenes „Sag mir wo du stehst!“ im Vorzeigesozialismus. (Allerdings haben daran auch die Lidl- oder Aldi-Filialen ein Interesse, um zu sehen, was die Mitarbeiter gerade treiben und ob sie auch arbeiten. Da hilft dann die heimlich installierte Kamera.) Im Zeitalter des Internet wird aus diesem Ostgut-Liedslogan vor dem Bildschirm ein Zeichen: „Zeig mir ob er steht“. Sex sells. Mit oder ohne Kunden- oder Kreditkarte. Von den Ausgängen aus Platons Höhle bis hin zur der Tätigkeit, der Fliege den Ausweg aus dem Fliegenglas zu zeigen (Wittgenstein) strömte einiges an Zeit hin. Die Bewußtseinsindustrie (H.M. Enzensberger) trug das ihrige bei, die Fliegenglasproduktion im Taylorismus in die Höhe zu treiben.

Der Ausweg aus der Sichtbarkeit: die Ausflucht aus der Sichtbarkeit: „Der Mensch ist das sichtbare Wesen in einem emphatischen Sinne. Er ist betroffen von seiner Sichtbarkeit durch die Auffälligkeit des aufrechten Ganges und durch die Wehrlosigkeit seiner unspezifischen organischen Ausstattung. Das macht ihn anfällig für die Rückkehr in die Lockungen der Höhle. Sie ist die einzige Erfüllung seines tief in dieser Gattungslage verwurzelten Wunsches nach Unsichtbarkeit.“ So raunt es Hans Blumenberg in einer Art Onto-Anthropologie. Ist das Gegenteil der „Transparenzgesellschaft“ die Höhlengesellschaft? Das Internet ist ein Ort der sichtbaren Unsichtbarkeit. Es markieren sich in ihm immer wieder die Leerstellen, die zugleich den Umriß und die Kontur von Internetsubjekten, mithin von virtueller Existenz, erzeugen. Das Internet ist wie eine Burka: es könnte Dein eigener Onkel sein, der in Deinem Blog kommentiert. Dieses Spiel macht den Reiz aus, und es ist zugleich ein solches, das jegliches Vertrauen erschüttert. Denn Ich ist im Internet, nach Rimbaud, nicht nur ein anderer, sondern möglicherweise auch ein Poser und Betrüger.

Das Wesen des Internet ist die Fiktionalisierung und zugleich das Spiel mit ihr. Der erste Held des Internet ist der Don Quichote. Der erste moderne, angeblich von dem Autor Cervantes geschriebene Roman ist „Der sinnreiche Junker Don Quijote von der Mancha“.

(Teil 1 Ende)

Über Bersarin

Wir erzeugen die Texte und die Strukturen innerhalb derer wir unsere Diskurse gruppieren. Wir sind das Fleisch von Eurem Fleische und Euch doch gänzlich unähnlich. Wir sind die Engel der Vernichtung und wir schreiten durch Eure Schlafzimmer, wenn Ihr nicht mit uns rechnet. Wir entfachen das Feuer und die Glut. Aber wir löschen Euch nicht, wenn Ihr verbrennt. Wir sind der kalte Blick, der die Welt als eine Struktur sieht.
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29 Antworten zu In den Digitalgewittern: Post Privacy. Oder: die NSA-Überwachung ist keine Schande mehr, sondern nur E-Commerce (Teil 1)

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  2. FrauWunder schreibt:

    Willkommen auf dem Spielplatz., da wo B. der J. den Sand in die Fresse haut. Und G. mit der Schaufel auf B. losgeht. Hin und wieder fällt auch mal einer vom Klettergerüst und rennt flennend nach Haus. Hier tobt und probiert sich alles aus, hier wird das Große im Kleinen zelebriert, hier wird geübt….Ich spiele, also bin ich, der Mensch als homo ludens, das Spiel als Element der Sinn- Findung und Ausgangspunkt einer Entdeckungsreis ins Ich.

    Und brauchen Menschen nicht immer einen Vorwand, um sich miteinander zu beschäftigen, oder an einander zu reiben? Der Spieltrieb scheint mir da nicht der schlechteste zu sein.

  3. FrauWunder schreibt:

    Ach ja, der Sachbezug, den gibt es auch, scheinbar. Es sollte ihn zumindest geben.Allerdings scheint er keine so große Rolle zu spielen im Netz, sonst würde nicht jeder zweite Diskurs in einem Gemetzel enden. Mir scheint der Sachbezug ist nur ein Vorwand, für das Eigentliche; die Beziehungsarbeit.

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  5. Julia Seeliger schreibt:

    Das ist doch ein einziges Antippen von Referenzen – und die These ist nicht neu, Frank Rieger zB bezeichnet die Post Privacy regelmäßig als „neoliberal“. Im Übrigen sind sind Post Privacy und „Big Data“ Kritiker ähnlicher, als sie glauben wollen. Gut, manche kluge Vertreter beider Richtungen sagen das auch (zB plomlompom). Aber an sich ist eben die Vorstellung, der Mensch sei nicht mehr als die Summe seiner Daten, m.E. noch nicht bewiesen.

  6. Julia Seeliger schreibt:

    FrauWunder wo wird wer in die Fresse geschlagen? Wenn mit J. ich gemeint bin, dann kann ich mitteilen, dass Bersarin mich per Mail beschimpft und ich inzwischen Angst vor ihm habe. Sollte ich verschwinden, wäre auch bei ihm ein Ermittlungsansatz.

  7. Bersarin schreibt:

    @ Seeliger
    Zum ersten Post: Ja, es werden die Referenzen angespielt. So ist das in der Theorie. Solltest Du Fragen haben, beantworte ich Sie Dir gerne.

    „Im Übrigen sind sind Post Privacy und “Big Data” Kritiker ähnlicher, als sie glauben wollen.“ Kannst Du diese These kurz oder auch lang begründen?

    Zum zweiten Post:
    Es wird bald so sein, daß Leserinnen und Leser denken, wir veranstalteten eine Show, um die Zugriffszahlen zu erhöhen. Doch das ist nicht so. Handelt es sich nun um Post Privacy oder Trollen, wenn Du mir drei Mails hintereinander schreibst? Ich habe Dir, Julia, eine Mail geschrieben, nachdem Du mich per Mail auffordertest, bei Dir im Blog nicht mehr zu posten.

    Ich kommentierte bei Dir über Hartz IV. Siehe hier:

    https://bersarin.wordpress.com/2013/11/13/hartz-iv/#comment-6409

    Dieser kluge, witzige und den Geist bereichernde Beitrag wurde herausgenommen. Das ist schade.

    Den Inhalt von E-Mails können wir im Zweifelsfalle gerne dort klären, wo man so eine Sache klärt. Ich schrieb dort, was ich von Deinen Internettheoriekenntnissen halte, ich riet Dir Schriftstellerin zu werden, ich fand Dich putzig.

    Ich finde – irgendwie, irgendwo, irgendwann – unsere Art von Post Privacy sehr schön. Ich hoffe, daß meine Lebensbeziehung das auch goutiert. Ansonsten muß ich dies leider abstellen.

    Angesichts eines möglichen Verschwindens von Julia Seeliger in Berlin gibt es mannigfaltige Ursachen. Viel Feind, viel Verschwinden. Da die Berliner Polizei meines Insiderwissens gute Leute besitzt, wird sie, da bin ich sicher, Dein Verschwinden aufklären. Angst entführt zu werden mußt Du nicht haben.

    Übrigens zu meiner E-Mail-Adresse, wo Du in Deinem schnicken Post Privacy Dairy bei mir ein Geburtsjahr unterstelltest: Schneepart71 = Paul Celan = Buch = erschienen 1971 = Twittersprache = extra für Dich. Hätte man recherchieren können.

    Julia, Du bist der Elefant im Paul-Celan-Laden.

  8. Julia Seeliger schreibt:

    Dass sich die Zugriffszahlen erhöhen, nur weil hier zwei einsame Menschen so tun, als würden sie sich unterhalten, halte ich für eine eher vermessene Einschätzung. Aber gut, vielleicht fehlen mir deine SEO-Kenntnisse.

  9. Bersarin schreibt:

    Ich denke zuweilen spekulativ. (Hegel)

    Ich bin nicht einsam: ich liebe es mit mir selbst und mit einer Flasche Rotwein am Schreibtisch zu sitzen.

    Daß die Unterhaltungen Simulation sind: das stimmt.

  10. Julia Seeliger schreibt:

    Horst Mahler ist mit Hegel und Heidegger zum Nazi geworden.

    Jemand, der sich Kleinigkeiten rauspickt und gezielt abwertet, sowie dem, der in seinem Blog einen Mob hegt, erkläre ich keine Thesen. Wird ja eh wieder gesagt, dass ich unanalytisch und dumm bin.

    Scheiß Adorno!

  11. Bersarin schreibt:

    Ich hege hier keinen Mob. Was bereits daran liegt, daß ich Gefolgschaft nicht mag und daß ich niemanden will, der nach meinem Mund redet. Und ich habe hier im Blog klar gesagt, was ich davon gehalten habe, was die Kommentatoren bei Don Alphonso mit Dir machten. Dies fand ich despektierlich.

    Wieso ist Adorno scheiße? Adorno liebt Dich!

  12. Bersarin schreibt:

    Zu Hegel hin gibt es zwei Lektürewege: den dummen (Mahler); und den, der Hegel spekulativ-dialektisch liest. Hegel hätte für Typen wie Mahler die schlimmsten Verdikte übrig: Geistlosigkeit der Zeit.

  13. Julia Seeliger schreibt:

    Hab ich geschrieben, dass Adorno scheiße ist? Oh, ich habe ein Komma vergessen.

  14. Bersarin schreibt:

    Wenn Du schreibst: „Scheiß Adorno“ lese ich das als eine Zuschreibung, daß Adorno scheiße sei. Wie wäre Deiner Meinung nach der Satz sonst noch zu verstehen?

  15. Bersarin schreibt:

    @ Frau Wunder
    Der Mensch hat schon immer gerne gespielt, er experimentiert gerne, versucht sich in manchem, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt, das wissen wir seit Schiller. Allerdings gibt es ebenso Spieltriebe – manche davon schön, aufregend, anregend, andere zerfleischend, und manchmal scheint es für einige sogar schön und angenehm, wenn es weh tut.

    Leider ist das Internet auch der Ort, wo im Rahmen von ungehemmter Intimität und im Rahmen des protestantischen (als auch katholischen) Geständniszwanges ein teils unproduktiver Narzißsmus ausgeübt wird. Einzig dort, wo dieser durch die Literarisierung und Ästhetisierung abgemildert wird, ist er erträglich. In anderen Fällen nicht. Dieser Blog widmet sich wesentlich diesem ästhetischen Aspekt.

    Der beste Fall ist es, wenn eine Diskussion in einem guten Fahrwasser läuft, wenn es um die Sache geht. Mit manchen im Netz läuft das besser, mit anderen nicht so gut. Allerdings. Polemik ist immer eine feine Angelegenheit, insbesondere die Leserinnen und Leser von dem herrlichen Karl Kraus wissen, wie wunderbar die Waffe Sprache wirken und wehtun kann. Wenn solche Polemik mit einem gewissen Witz und mit Esprit geführt wird, dann kann in Diskussionen durchaus ein spannender Austausch entstehen.

    Häufig gehe es aber wie in einem Kindergarten zu – da gebe ich Ihnen recht. Ich selber betreibe keine Beziehungsarbeit. Ich bin bemüht um den Sachbezug. Allerdings setzt dies ein auf die Sache bezogenes Gegenüber voraus.

  16. FrauWunder schreibt:

    @bersarin; und sie glauben wirklich, sich hinter der aisthesis verstecken zu können? was für eine fehlannahme. auch wenn sich ihr geständniszwang, halbherzig zwischen die zeilen der minama moralia kauert; sie bleiben sichtbar im narzissenfeld, vermutlich nicht nur für mich.
    auch ein hund gilt nicht als gut, weil er gut bellt. und ein mann nicht als weise, weil er gewandt redet.

  17. JimKnopf13 schreibt:

    Das eigentliche ist die Beziehungsarbeit – schöne These, FrauWunder! In Anlehnung an Luhmann könnte man noch nüchterner formulieren. Der Zweck der Kommunikation ist ihre Fortsetzung. Und wenn man hier zuletzt mitgelesen hat, möchte man sagen „q.e.d.“! Ich glaube, es ist trotzdem falsch bzw. verkennt, dass der Sachbezug im großem Rauschen des Internets durchaus möglich ist. Vielleicht ein Wunder, wenns tatsächlich zur Sache kommt, aber alles andere tritt dann für einen Moment zurück und ja, tatsächlich, da ist eine Sache, die verhandelt wurde, und ja, das Gespräch hat neben all der Beziehungsarbeit sogar eine neue Persoektive eröffnet. So wie im richtigen Leben halt.

  18. Bersarin schreibt:

    @Frau Wunder (und teils auch an Jim Knopf13)
    Das Internet, die Präsenz in Blogs ist eine besondere Art von Konstruktion: Real und Fiktion in einem, insbesondere bei solchen Blogs, die einer literarischen Struktur folgen. Solche Blogs, ich nannte einige in meinem Artikel, laufen anders z.B. als die Privatheit, die Julia nach außen stellt (dies meine ich nicht abwertend, sondern als Differenzbeschreibung!). Aber auch diese Privatheit bleibt immer ein Stück Simulation. Denn wer kann beglaubigen, ob alles nun stimmt?

    Ich bin sichtbar und unsichtbar zugleich. Allerdings bringt in bestimmten Theorie- und Politikdebatten die Reduktion aus bloß Subjektive nicht viel. Es gibt Aspekte, die sind nicht deshalb schlecht, weil ich das subjektiv so empfinde, sondern aus objektiven Gründen.

    Am Ende bleibt bei all diesem Geständniszwang und den belanglosen 140-Zeichen-Twitter-Lauten nur die Banalität des Blöden übrig. Die zumindest ist mein Verdacht. Das emanzipatorische Potential dieser Medien, und zwar in einem umfassenden Sinne und nicht bloß als technisches Kommunikationsmedium wie beim arabischen Frühling, das müßte man denn schon einmal mir beweisen. Solange dies niemand machte, glaube ich nicht ein Stück weit an die segensreiche Wirkung von Twitter. Twitter ist das Instrument, um kostbare Lebenszeit auf eine nicht-produktive Weise zu verschwenden.

    Tja, der Geständniszwang: dazu schreibe ich sicherlich noch etwas, es steht zudem noch ein zweiter Teil meines Textes aus, der am Sonntag – oder so – folgen wird.

    Ob und wie etwas zum Sachbezug kommt, hängt teils von denen ab, die an einer Debatte teilnehmen. Problematisch wird es immer dann, wenn generalisiert wird, und zwar ohne eine Begründung.

    Der Verweis auf Luhmann und seine Sicht von Kommunikation ist interessant. Aber ich denke, daß sich die Systemtheorie nicht ganz so einfach wird auf das Internet abbilden lassen. Ich müßte mir noch einmal Luhmanns Buch „Die Realität der Massenmedien“ vornehmen und sehen, wie er diese mediale Kommunikation bestimmt. Für Luhmann stand ja seinerzeit, in den 80er, 90er Jahren, der Begriff einer enfesselten Angstkommunikation im Vordergrund: Angst vor Atomkrieg, Angst vor Umweltzerstörung, Angst vor der Volkszählung und anderes. Teils berechtigte Ängste, teils in eine absurde Reaktion gesteigert.

    Wie kommunizieren wir im Internet: Teilweise entfesselt, teilweise narzißtisch-besessen, teils auf der Sachebene. Das Internet ist eine Bahn ohne Regeln, weil es kein Gegenüber gibt, das als Subjekt ansprechbar ist. Es ist ein Name, eine Position. Aber ich will das gar nicht kulturkonservative verdammen. Darin steckt eben auch ein großes Potential, und zwar im Rahmen der Ästhetisierung und als Poetisierung (im Sinne der literarischen Romantik). Deshalb mein Hinweis auf die Blogs von ANH und Alèa Torik. Internet als Literaturprojekt. Oder wie ANH es schreibt: Kybernetischer Realismus. Hier gälte es weiterzudenken.

    Der Aspekt des Politischen, der des universalen Quasselns aller mit allen, so daß am Ende nur noch ein weißes Rauschen als Grundgeräusch bleibt, muß von diesem ästhetischen Aspekt wohl gesondert in den Blick genommen werden.

  19. Absurdistan II schreibt:

    „Technik ist etwas, das Menschen in den Bann zieht und das für sie zugleich notwendig ist. […].
    Der Mensch als Prothesenwesen strebt von Natur aus nach Technik.“

    Ja, „notwendig“, wenn es auch keine naturalistische, anthropologische Konstante sein mag, aber irgendwie eine unbegründete Notwendigkeit die es dann bleiben muss, wenn es nicht zu dogmatisch werden soll. Das „notwendig“ müsste man vielleicht dazu mehr untersuchen…

    Das nächste erinnert mich doch schon sehr an die These von dem „Mängelwesen“ Mensch von Arnold Gehlen. Ich schätze natürlich auch diese Konstanten nicht so.
    (Apropos Technik: selbst Tieren sagt man die Technikbeherrschung ja nach, sogar Kultur. Ob die Tiere dann damit sich auch in irgendeinen Bann ziehen lassen, wäre aber nun nun eine sehr Fachfremde Frage von mir).

  20. Absurdistan II schreibt:

    Jetzt was sehr Subjektives: Schon mindestens zwanzig Leute sagten mir ähnliches wie dies „Twitter ist das Instrument, um kostbare Lebenszeit auf eine nicht-produktive Weise zu verschwenden.“, wollten das auch nie so wirklich nurtzen, mehr oder minder haben sich doch alle dem sog. „twittern“ bzw. Twitter positiv zugewandt.
    Ich glaube, man könnte ansehnlich auch statt „Twitter“ austauschbar „Internet“ dem Satz anlegen, vlt. einige Jahre früher betrachtet: Internet ist das Instrument, um kostbare Lebenszeit auf eine nicht-produktive Weise zu verschwenden.

  21. Bersarin schreibt:

    Ja, wir brauchen Technik, da es schwieriger ist, das Tier mit den Zähnen zu reißen als mit Pfeil und Speer. Wir benutzen, insofern Prothesen. Wie diese Art von Technik und ihr Umgang ausgeprägt sind, entscheiden eben auch gesellschaftliche Umstände.

    Das Internet ist wie Twitter, wie Fernsehen, wie Telefon, wie Drogen: oder frei nach Aristoteles entscheidet das Maß bzw. der richtige Gebrauch darüber, wie es läuft. Das Internet kann, wenn man sich verfranst, eine ungeheure Zeitverschwendung sein. Da mal SpOn, da mal FAZ, da ma dieser oder jener Blog und hin und her und ohne Sinn und die Zeit vergeht. Ob mit oder ohne 140 Zeichen. Oh, den neuen Gedichtband von Thomas Brasch immer noch nicht geschafft, oh, der Foucault-Band zur Gouvernementalität ist immer noch liegengeblieben. Huch da kommen ja dreißig neue Mails. Insofern ist das Internet ein Zeitdieb. Die Kunst ist es, sich selber zu beschränken ohne sich dabei einzuschränken.

  22. Noergler schreibt:

    Ich war schon im Internet, als es noch nicht so hieß. Doch selbst aus den wildesten Usenet- und DotComTod-Zeiten ist mir kein Fall bekannt, wo jemand einen Kommentator sperrte, ihn öffentlich zur unerwünschten Person erklärte, um gleichwohl bei ihm hochengagiert und in fröhlicher Fahrt weiterzukommentieren.
    Da hat wohl jemand den Scheißadorno schräg gelesen, um daraus eine negative Dialektik des Ranwanzens zu entwickeln.

    „Horst Mahler ist mit Hegel und Heidegger zum Nazi geworden.“ Wer angesichts dieser luziden Tiefenanalyse Frau Seeliger unanalytisch und dumm nennt, wird sich zu verantworten haben!

    Der Primärzweck Ihrer emsigen Teilnahme am Blog des Ausgeschlossenen scheint indes die redundierende Elegie über Mails und Ihr Fürchten zu sein.
    Wenn Sie noch weitere gefühlte 50mal vom Beschimpftwerden und Ihrer „Angst vor ihm“ schreiben, dann wird es Ihnen noch gelingen, mich ins Wachkoma zu labern.

  23. Absurdistan II schreibt:

    Na ja, ich frage mich beispielsweise halt, ob diese Kunst oder der richtige Gebrauch überhaupt mit der Technik „Internet“, so wie sie jetzt in Wirklichkeit ist, mit all enthaltenen Möglichkeiten verschiedener Benutzeroptionen (die von schlichter Cybersex Befriedigung bis ästhetischer Fotobeäugung über intellektuellen Textdekonstruktionen handeln können), nicht notwendig auch dieses Falsche (im Adornischen-Sinn), nicht nur in, sondern auch an sich schon haben muss, und ausdrückt – trotz kritisch-negativ dialektischem Handeln, welches sich dort, wenn man sich darin bewegt, eigendynamisch spalten muss (was man sich allerdings bewusst halten kann): eine Seite davon bleibt bei der Affirmation dieser bestehenden Technik.
    (Die Wege die man darin bestreiten kann [na ja irgendwie muss man es auch heute], die besseren oder schlechteren, aber umgreifender nicht die richtigen sein können).

    Falls das absoluter Unsinn sein sollte, muss ich halt noch mal mich besser informieren, aber das Internet wie wir aus Teil 1 des Digitalgewittern erfahren können, ist ja auch irgendwie ein laufendes Experiment. Wenns es aber zu unverständlich sein sollte, war es womöglich auch zu abstrakt.. oder hypertrophischem Weinschlucken geschuldet.

  24. Bersarin schreibt:

    @ Nörgler
    Na ja, Hitler war auch Vegetarier, deshalb der Vegie-Day bei den Gründen.

    Das Tolle an solchen Argumentationsmustern „Horst Mahler ist mit Hegel und Heidegger zum Nazi geworden.“ ist, daß damit jede Ableitung möglich ist: Hartz IV wurde von zwei linken Parteien gemacht, also ist Hartz IV ein links-emanzipatorisches Projekt.

    Vielleicht sollte ich mich in Zukunft doch mehr dem Quasselsprech der Berliner Internet-Bohème widmen.

    @Aburdistan
    Das Internet kann man nur mit dem Internet gegen das Internet kritisieren. Wenn ein Blogger wie Seemann schreibt, daß die NSA-Überwachung im Grunde ein Luxusproblem sei, dann sind wir auf einem üblen Niveau angekommen. Insofern: sich der Berliner Nudel-Bohème mit ihren Luxusproblemen wie Hartz IV, Nudelkochen, NSA, Pseudo-Post-Privacy-Inszenierungen zuzuwenden, kann so falsch nicht sein. Das zieht auch mehr Leser als Texte über Adorno. (Aber keine Angst – diese wird es hier auch weiterhin geben, und ich gedenke nicht das gepflegte Grandhotel Abgrund zu verlassen.

  25. Absurdistan II schreibt:

    Ja, das stimmt schon (und bringt sicher auch angemessene Kritik, die ich wirklich schätze).. nur Internet mit Internet, Technik gegen Technik, Feuer mit Feuer bekämpfen, Zahn um Zahn.. geht in die Richtung eventuell. (Gut: Twitter mit Twitter, wir wollen nicht übertreiben ;-) ).

    Was aber auch heißt (und jenes wohl zeitgemäß mit WLAN-Repeater aus allen Zimmern des Grandhotel Abgrund in die Welt vermittelt wird oder werden sollte): Der steigenden, technischen Ausstattung buchstäblich aller unserer Handlungsfelder mit immer mehr und neuen Sachen entspricht unsere Gewohnheit, soziale Beziehungen, kritisieren der Sache immer stärker abhängig zu machen vom Vorhandensein dieser Sachen.
    Ivan Illich hat das Problem in den Slogan gefaßt: „Wie können wir mehr tun mit weniger Dingen?“

    Diese Dominanz der Dinge ist heute doch sehr gewaltig und das ist insofern verständlich, als uns allen die Herstellung und Verwendung dieser Dinge Arbeit, ein Maß an Sicherheit und Komfort und soziale Darstellungsmöglichkeiten verschaffen, die wir kaum missen möchten.
    Eine Phänomenologie dieser Sach- oder Dingerfahrung würde aber darüber hinaus noch etwas anderes zu Tage fördern, etwas, das durchaus an das Verhältnis früherer Gesellschaften zu einer unverstandenen und unkontrollierten natürlichen Umwelt erinnert: dass nämlich – auch schon in der Alltagserfahrung, nicht erst in literarischen Deutungen – unser Verhältnis zu den Sachen eben kein
    sachliches ist, sondern dass viele unserer Ängste und Hoffnungen, unserer Glücksvorstellungen und unserer Gefühle des Bedrohtseins an der dinglichen Umwelt festgemacht sind.
    Die von Menschen geschaffene, aber als eigenmächtig erlebte Umwelt ist für viele das eigentliche Faszinosum (entsprechend: „Dieses Spiel macht den Reiz aus, und es ist zugleich ein solches, das jegliches Vertrauen erschüttert.“ oder „Ich bin sichtbar und unsichtbar zugleich.“).
    Die Verherrlichung von Sachen wie die Gewalt gegen Sachen sind alltägliche Haltungen, die gerade in ihrer relativen Bewußtlosigkeit und Fraglosigkeit ähnlich fundamental für die Handlungsorientierung sind wie naturreligiöse Haltungen (Eine „Soziologie der Dinge“ war mir hier zu das Themenfeld. Was sich hier auf eine Weise mit dem Werk „Die Dialektik der Aufklärung“ berührt).

  26. Bersarin schreibt:

    @ Absurdistan II

    Dieses Verhältnis zu den Dingen nennt sich Fetischismus. Es kann dann verhängnisvoll bzw. unreflektiert geraten, wenn diese Beziehung und der Aspekt der Verdinglichung von sozialen Verhaltensweisen und von eigentlich gesellschaftlich Gemachtem nicht mehr in den Blick kommt und uns ein Etwas, ein Gegenüber, eine Technik, ein mittels Technik Gemachtes als naturwüchsiges Gegenüber sich uns darstellt – was es jedoch nicht ist. Anthropozentrischer Animismus: das ist ein großer Teil der Welt des Internet.

    Ich gehöre zu denen, die sich gerne mit einer Theorie des Fetischismus befassen, und zwar in den unterschiedlichen Ausprägungen: sei es im ethnologischen Sinne oder in einer Weise, wie es die an Marx‘ bekanntem Kapitel aus dem „Kapital“ ausgerichtete „Dialektik der Aufklärung“ betreibt. Wesentlich scheint mir die Reflexion aufs Gemachtsein. Oder mit Heidegger „Die Frage nach der Technik“. Diese Reflexion wird von all den Jüngerinnen und Jüngern der neuen Medien unzureichend geleistet. Aber wie sollte es auch gehen, wenn man den ganzen Tag über auf Twitter hängt, keinen 140 Zeichen überschreitenden Gedanken mehr ausformulieren kann, sich verzettelt in den Digitalgewittern. Texte von über 3 Seiten werden nicht nebenher gelesen, sondern benötigen Zeit und Konzentration. Gleiches gilt fürs Schreiben. Ich gehöre nicht zu denen, die das Internet oder Twitter pauschal verdammen. Das Internet erlaubt Dinge, die früher nicht möglich waren, so z.B. diesen Blog: ich hätte ansonsten eine Theorie-, Kunst- und Medienzeitschrift aufmachen müssen, um meine Texte zu publizieren. [Aber vielleicht hätte ich es sogar machen sollen: AISTHESIS. Theorie und Text. Marktführend umsatz- und auflagenstark. Mit guten Redakteurinnen und Redakteuren, hervorragende Essayistinnen und Essayisten. Magazine wie „Hoheluft“ und „Philosophie Magazin“ laufen relativ gut.]

    Dennoch: bei vielen dieser Internet-Hipster, bei jener selbsternannten sogenannten Digitalen Bohème fehlt mir (vielfach) jegliches Niveau einer kritischen und analysierenden Reflexion aufs Medium. Es wird affirmiert, was das Zeug hält. (Zumindest bis zum nächsten Stromausfall.)

  27. Absurdistan II schreibt:

    @bersarin, ja, dem meisten kann ich aus eigenem Blickfeld gut zustimmen.

    Aber was ich oben noch etwas herausstellen wollte, war: daß wir mit dieser modernen komplexen Technik und einer Vorstellung darüber, die ja alles besser kontrollierbar machen sollte (oder manche glauben, daß sie es auch macht), doch weit aus damit schief liegen, weil da wieder etwas Vertrauen tief erschütterndes, Sichtbar-Unsichtbares sich über uns herauspräperiert hat; was uns nun in einer nur bestimmten anderen Form, aber ähnlich zu den unverstandenen Naturgewalten sehr weit früher und primitiverer Kulturen zeigt. (In der Natur gibt es einfache und komplexe Abläufe für unser Verständnis, so aber auch in der Technik, der „zweiten Natur“ Beschaffenheiten. Durch den Fortschritt vor allem komplexe).

    Aber ich meine freilich befürwortend und ich meine es war Hauke Brunkhorst, der einmal als „Schlachtruf der Kritischen Theorie“ das „Nie zurück!“ formulierte. Und so ist es wohl.

    „Wesentlich scheint mir die Reflexion aufs Gemachtsein.“ das ist gut! Und beinhaltet gewiss auch die Erkenntnis oder Überlegung, das Technik nicht gleich Technik ist und es nicht nur auf das w i e ankommt damit umzugehen, nicht nur letzten Endes das nützliche Brotmesser oder Skalpell doch wie Atomtechnologie oder sogar wie das Internet ist –
    wie, so aber argumentierend, es mir manchmal undifferenziert vorkommt in der „Digitalen Bohème“. Sondern beinhaltet auch das w a s: das qualitative Sprünge reflektiert, jene auch nochmal andere (evtl. unsichtbarere und/oder stärkere) zu betonende Verdinglichungspotentiale birkt als bloß das Brotmesser, welches -bekanntlich- auch u. a. zum töten von Menschen verwendet werden kann. (Bspw. redet man von Eigendynamik in neuen Techniken die eine Qualität, anders als ein Messer trägt).

    Das soll mir aber nicht ausschließen, dass wir mit modern komplexer Technik, irgendwann auch gesellschaftlich angemessener und reflektierter umgehen können als heute (auch wenn es Brotmesser erstochene Opfer immernoch gibt).

    PS: Eine Erwiderung erwarte ich nun nicht zwingend hier drauf, also ich nehme es aber auch nicht übel, wenn mal die Zeit (oder auch die Lust) fehlt.
    Und..Ah, ich sehe jetzt auch den zweiten Teil von dem hier, muss mir das in Ruhe durchlesen, jedenfalls vorab, der Anfang mit dem Heidegger traf ja schon den Nerv wie ich ihn hier um 20:15 Uhr meinte, ohne jetzt Heiderggerianer sein zu wollen.

  28. Absurdistan II schreibt:

    Korrektur: Nicht 20:15, sondern 20:55 Uhr ist gemeint.

  29. Bersarin schreibt:

    Nie zurück. So ist es. Vorwärts immer, rückwärts nimmer. Aber es gibt zugleich eine Tradition, etwas wie Herkunft und auch Dinge, die bewährt sind. Aber dieses Bewährte läßt sich nicht raunend beschwören, sondern muß in die Kritik genommen werden. Oder wie Kant es schrieb: allein der kritische Weg ist noch offen. Alles zu prüfen und zu sichten, gegenzulesen, keine Sinn als ontologische oder anthropologische Konstanten gelten zu lassen, ist die Aufgabe von Philosophie.

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