„Ich sitze am Tag mit dem Skalpell und die Nacht mit den Büchern.“ – Zum 200. Geburtstag von Georg Büchner

Was will uns der Dichter heute noch sagen?, so geht manchmal eine der an Literatur vorbeizielenden Fragen, oder es schrieb die Katzentwittererin KatjaBerlin kürzlich, daß sich für Büchner lediglich die Studienräte interessierten, in „Dantons Tod“ sei nichts Radikales zu finden. Interessant wäre es insofern, der Frage nachzugehen, weshalb eigentlich das meiste in der Kunst, was nicht gerade als up to date sich gibt und mit dem Berlin-Mitte-Hipster-Kunstcharme auftritt, derart abgelebt auf manche wirkt. Als trüge es ein alter Deutschlehrer in brauner Cordhose vor. Es bewegen sich durch die Welt einer Konsumierkunst mittlerweile nur noch lauter kulturell Interessiert, die auf der Vernissage müde ihren Prosecco schlürfen. Nun verhält es bei Theaterstücken so, daß sie einem Prozeß unterliegen, weil sie auf einer Bühne vermittels einer gelungenen Inszenierung reaktualisiert werden. Das ist auch bei Büchners Stücken so. Aber zugleich stehen diese Texte für sich. Die Wahrheit eines Kunstwerkes ist an einen Zeitkern gebunden.

Nur vier literarische Werke schuf Georg Büchner: „Dantons Tod“, die Novelle „Lenz“, „Leonce und Lena“ sowie „Woyzeck“, der allerdings Fragment blieb. Andererseits ist es von vornherein vergeblich, die Relevanz von Literatur, die aus vergangenen Jahrhunderten herstammt, erläutern und rechtfertigen zu wollen, wenn der Stand des Bewußtseins über die Unmittelbarkeit des Heute, des Hier und Jetzt nicht hinauszuragen vermag. Was ist an Georg Büchner aktuell?

Die Welt war aus den Fugen – wie so häufig. Napoleons Heer drückte über den deutschen Fürstentümern die autoritären Despoten von Gottes Gnaden. Aber es erwiesen sich zugleich diese Hoffnungen aus Frankreich als Fluch. Der Code civil, den Napoleon brachte, Gleichheit aller vor dem Recht, reichten nicht aus. Es blieb der Haß gegen die Fremdherrschaft, tatkräftig besungen und antisemitisch eingefärbt von Ernst Moritz Arndt, nach dem noch heute die Universität Greifswald benannt ist. Freiheitsbaum und Carmagnole: Es hätte so schön sein können. Doch die Revolution war am Ende eine bürgerliche und brachte nicht die Freiheit der anderen Art, sondern die des Marktes, nämlich die Freiheit des Bourgeois ungehemmt von Adel und Fürsten Geschäfte machen zu dürfen.

Als am 17. Oktober 1813 Georg Büchner in Goddelau im Großherzogtum Hessen geboren wurde, krachten in Leipzig zur Völkerschlacht die Kanonen und die europäischen Heere schlugen aufeinander, die Kavallerie ritt. Stahl und Kugeln ritzten sich ins Menschenfleisch. Die Armee Napoleons rauschte ihrem Ende entgegen. Insofern läßt sich wohl mit recht schreiben, daß der Dichter Georg Büchner in eine Zeitenwende hinein geboren wurde. Gegen die Moderne aus Frankreich bäumte sich die Reaktion noch einmal auf, und es folgten auf den Wiener Kongreß 1815 schon bald – im Jahre 1819 – die Karlsbader Beschlüsse zur Zensur alles Umtriebigen sowie die sogenannte Demagogenverfolgung. Die bleierne Zeit lag über Europa.

Zuvor war mit dem Terror der Jakobiner, mit der Gewaltherrschaft einer kleinen revolutionären Clique sowie einer entfesselten Menge der Traum von einer Freiheit ohne Klassengrenzen schnell ausgeträumt. In jener Sattelzeit zwischen dem 18. und dem 19. Jahrhundert verabschiedete sich die alte Ordnung. Es blieben die Lücken sowie die Brüche zwischen einer alten, ausgedienten Zeit und einer neuen Welt, in der die ersten Töne einer industriellen Moderne angespielt wurden. Die Philosophie Kants und die der Romantik brachten ein ästhetisches Subjekt zum Vorschein, das sich weder ins Intelligible noch ins Empirische fügte. Es gor und brodelte in Europa. Durch eine sich entfaltende Technik änderte die Produktionsweise sich nachhaltig. Der Geist der Goethezeit – er kam an sein Ende. Das behagliche Weimar, Deutschland im kleinen Winkel, erwies sich schnell als abgelebt. Die Erschütterungen der Moderne, in die das Subjekt geworfen wurde, sowie diesen großen Riß, der durch die Welt sich zog, brachte zum Beginn des 19. Jahrhunderts in der Dichtung insbesondere Kleist auf den Punkt, aber auch Goethes zweiter Teil des „Faust“ zeigte die Moderne als Verwerfung, als „Dialektik der Aufklärung“.

Aber keiner analysierte in seiner Philosophie den Geist der Zeit so exakt wie Hegel und brachte ihn auf den Begriff. Das zerrissene, das unglückliche Bewußtsein taucht nicht nur in seiner „Phänomenologie“, sondern, wenngleich in abgewandelter Gestalt, ebenfalls in anderen seiner Werke auf und strukturierte die Sicht auf Welt, schuf damit einen völlig neuen Erfahrungsraum. Und es ist nicht bloß der Blick auf ein Vergangenes, der sich in Hegels Wendung vom unglücklichen Bewußtsein manifestiert, sondern in diesem Begriff zeigte sich die von ihm gestellte Diagnose auf die Gegenwart: Aufklärung sowie das bürgerliche Zeitalter als Hoffnung und Schrecken in einem. Da, wo sich Immenenz und Transzendenz nicht mehr zur Deckung bringen lassen, gerät die Spaltung zum Signum und muß zugleich bewältigt werden. Goethes Iphigenie, jene „verteufelte Humanität“, gehörte bereits einer Epoche an, die sich anschickte zur unwiederbringlichen Vergangenheit zu werden. Bekanntlich beginnt die Eule der Minerva ihren Flug in der Dämmerung. Im Jahre 1831 starb Hegel, ein Jahr später in Weimar Goethe. „Mehr Licht!“, so wird berichtet, seien seine letzten Worte gewesen. Kolportiert wird jenes berühmte letzte Wort zwischen Leben und Tod auch als „Mehr nicht!“

Inmitten dieser Wirrnisse und Brüche wuchs Georg Büchner in Darmstadt bei Frankfurt auf. Vater Rhein lag nicht weit entfernt und auch die Rufe des Gallischen Hahnes waren in hörbarer Reichweite. Es sind von Georg Büchners Leben nicht viele Zeugnisse überliefert. Soviel nur: daß er seit 1831 in Straßburg zunächst Medizin studierte, im Jahre 1836 veröffentlichte er seine Dissertation „Abhandlung über das Nervensystem der Barbe“. Es sollten die Nerven sein, die Büchner im Gebiet der Kunst vielfach reizten und interessierten, sei das nun im Charakter des Lenz, den er fiktionalisierte, oder aber beim „Fall“ Woyzeck. Jenem Mann, der angesichts der Welt und seiner eigenen Hilflosigkeit den Verstand zu verlieren scheint und das tötet, was er eigentlich liebt, während er doch im Grunde die hätte morden müssen, die ihm wehtaten. Paradoxe, zerrissene Welt: „Einander kennen? Wir müßten uns die Schädeldecken aufbrechen und die Gedanken einander aus den Hirnfasern zerren.“ So sagt es Danton in einer Mischung aus medizinischem Empirismus und metaphorischer Rede. Die Zeit der Menschenexperimente, wie ein Gehirn bei lebendigem Leibe zu zerlegen sei und wie man Impfstoffe und Gifte am lebendigen Material teste, sollte nicht fern mehr liegen.

Georg Büchner – das ist die Literatur des Vormärz, nach der Bürgerlichen Revolution 1830 in Frankreich und vor den Märzerhebungen 1848 in den deutschen Königreichen und Fürstentümern. Aber es sollte nicht vergessen werden, daß es sich bei Büchners Text ebenso um Exilliteratur handelt. Denn aufgrund seiner politischen Schriften mußte Büchner aus Hessen-Darmstadt fliehen. Am bekanntesten wohl jener eine Satz aus seiner Anklage- und Flugschrift „Der Hessische Landbote“ gegen die unhaltbaren Zustände von Fürstenwillkür und -prasserei in eben jener Region – und nicht nur dort: „Friede den Hütten! Krieg den Palästen!“ Die sozialgeschichtlichen Hintergründe sowie die Aspekte der revolutionären Bewegungen zu dieser Zeit vermag ich nicht gut auszuleuchten und darzustellen, weil mir dazu das Hintergrundwissen fehlt. Wer aber in bezug darauf etwas nachlesen möchte, die oder der seien auf Hans Meyers instruktives Buch „Georg Bücher und seine Zeit“ verwiesen. (Es ist leider vergriffen und nur noch antiquarisch zu haben.)

Dem Text Büchners ist die Skepsis eingeschrieben, sie werden getragen von der Wucht einer ungeheuren Negativität, und selbst die vermeintliche Heiterkeit, die in „Leonce und Lena“ herrscht, täuscht. Büchner stellt die Frage nach der Theodizee erneut und in einer durchaus materialistischen Absicht. Das eben macht ihn so ungeheuer modern – noch heute. Der „Danton“ bereits weiß es, wenn der Gefangene Payne deklamiert: „Das leiseste Zucken des Schmerzes, und rege es sich nur in einem Atom, macht eine Riß in der Schöpfung von oben bis unten.“ Entweder es gibt einen Gott und dann stellt sich die Frage, wie er es zuließe, daß da Leiden sei. Oder aber es gibt angesichts des Leidens nur das Nichts, Leben in der (selbstgezimmerten) Immanenz. Das wandelnde Menschenexperiment Woyzeck ahnte etwas von dieser Leere der Welt. Im Laufe der Ereignisse, welche die Geschichte der Welt uns lieferte, benannten man diese Leere mit verschiedenen Namen: von der transzendentalen oder auch metaphysischen Obdachlosigkeit über Gehlens These von Menschen als Mängelwesen bis hin zur Dezentrierung des Menschen. Bei Heidegger und im Pseudo-Pathos der auf ihn folgenden Existenzphilosophie ontologisierte sich dieser Umstand zur Geworfenheit, ohne daß da – wie auch bei Gehlen – noch groß nach den gesellschaftlichen und sozialen Bedingungen einer entfesselten Moderne gefragt würde. Angesichts eines im ganzen barbarischen 20 Jahrhunderts, dem es gelang, das Schlachten, Morden und Töten subtil zu verfeinern, scheinen mir Büchners Diagnosen aktueller denn je. Ob Bücher, lebte er heute noch, wie es Erich Fried bei der Verleihung des Büchnerpreises 1987 in provokanter Zuspitzung behauptete, in der RAF wäre, bleibt dahingestellt.

Es ist die säkularisierte Welt, die die eingreifende Tat erforderlich macht, und es ist vor allem eine Welt ohne Gerechtigkeit, die die Frage nach der Religion in ein neues Licht stellt:

JULIE: Du hast das Vaterland gerettet.

DANTON: Ja, das hab ich; das war Notwehr, wir mußten. Der Mann am Kreuze hat sich’s bequem gemacht: es muß ja Ärgernis kommen, doch wehe dem, durch welchen Ärgernis kommt! – Es muß; das war dies Muß. Wer will der Hand fluchen, auf die der Fluch des Muß gefallen? Wer hat das Muß gesprochen, wer? Was ist das, was in uns lügt, hurt, stiehlt und mordet?

Puppen sind wir, von unbekannten Gewalten am Draht gezogen; nichts, nichts wir selbst! die Schwerter, mit denen Geister kämpfen – man sieht nur die Hände nicht, wie im Märchen. – Jetzt bin ich ruhig.

Aber es ist andererseits, wie es Walter Benjamin formulierte, heute die Revolution nur noch denkbar als der Griff nach der Notbremse in einem mit Volldampf auf ein Irgendwas zurasenden Zug.

Am Schluß von „Leonce und Lena“ bleibt die „kommode Religion“ übrig, wie überhaupt die Texte Büchners mit einem eigenartigen Pessimismus endeten: etwa im „Lenz“: „So lebte er hin …“ Was für ein Satz, mit welch einer fatalen (und genialen) Wucht gesprochen, geschrieben, festgemeißelt mit Apodiktik. Das große Bild kommt meist in ganz einfachen Sätzen und mit den einfachsten Mitteln daher. Und immer wieder sind es bei Büchner jene Puppen, die leblosen, die in Starrheit dahingestreckt sind. Spielzeug einerseits und doch Totes und Unbelebtes. Wie Puppen bzw. Statuen zu leben gelangen können, zeigt uns Ovids Geschichte vom Bildhauer Pygmalion: das Verhältnis von Kunst, Künstlichkeit, dem Leben sowie dem Begehren illustrierend. Auch Büchners Text liefert solche Bilder, die von der Starre handeln:

LEONCE: Nun Lena, siehst du jetzt, wie wir die Taschen voll haben, voll Puppen und Spielzeug? Was wollen wir damit anfangen? Wollen wir ihnen Schnurrbärte machen und ihnen Säbel anhängen? Oder wollen wir ihnen Fräcke anziehen, und sie infusorische Politik und Diplomatie treiben lassen und uns mit dem Mikroskop daneben setzen? Oder hast du Verlangen nach einer Drehorgel auf der milchweiße ästhetische Spitzmäuse herumhuschen? Wollen wir ein Theater bauen? (Lena lehnt sich an ihn und schüttelt den Kopf.) Aber ich weiß besser was du willst, wir lassen alle Uhren zerschlagen, alle Kalender verbieten und zählen Stunden und Monden nur nach der Blumenuhr, nur nach Blüthe und Frucht. Und dann umstellen wir das Ländchen mit Brennspiegeln, daß es keinen Winter mehr gibt und wir uns im Sommer bis Ischia und Capri hinaufdestilliren, und wir das ganze Jahr zwischen Rosen und Veilchen, zwischen Orangen und Lorbeern stecken.

VALERIO: Und ich werde Staatsminister und es wird ein Dekret erlassen, daß wer sich Schwielen in die Hände schafft unter Kuratel gestellt wird, daß wer sich krank arbeitet kriminalistisch strafbar ist, daß jeder der sich rühmt sein Brod im Schweiße seines Angesichts zu essen, für verrückt und der menschlichen Gesellschaft gefährlich erklärt wird und dann legen wir uns in den Schatten und bitten Gott um Makkaroni, Melonen und Feigen, um musikalische Kehlen, klassische Leiber und eine kommode Religion!

Eine Lesart zur kommoden Religion und wie man das auch als eine kommende Religion umhören kann, lieferte Paul Celans Büchnerpreisrede „Der Meridian“. Allerdings: diese Utopie des Valerio hat etwas für sich, frönt sie doch dem Lustcharakter und ist frei von der protestantischen Entsagung. Acht Jahre später schrieb Heinrich Heine in seinem Versepos „Deutschland. Ein Wintermärchen“:

Ein neues Lied, ein besseres Lied,
O Freunde, will ich euch dichten!
Wir wollen hier auf Erden schon
Das Himmelreich errichten.

 Wir wollen auf Erden glücklich sein,
Und wollen nicht mehr darben;
Verschlemmen soll nicht der faule Bauch,
Was fleißige Hände erwarben.

 Es wächst hienieden Brot genug
Für alle Menschenkinder,
Auch Rosen und Myrten, Schönheit und Lust,
Und Zuckererbsen nicht minder.

Ja, Zuckererbsen für jedermann,
Sobald die Schoten platzen!
Den Himmel überlassen wir
Den Engeln und den Spatzen.

Solche Utopien sind heute nicht mehr zu dichten. Heine bereits wußte dies und aus diesem Wissen rührte seine sanfte Ironie. Büchners Text bleibt gerade deshalb modern und aktuell, weil er diese Skepsis explizit zum Thema hatte: Negative Theologie und Materialismus in einem. Büchner sezierte die aufziehende Moderne in der Gestalt des Dramas.

„Wir haben nicht die Revolution, sondern die Revolution hat uns gemacht.“

______________________

Weitere Texte zu Büchner finden sich in den Essays „Die Weisen der Wirklichkeitserzeugung: die Kunst als das Medusenhaupt? Kleiner Exkurs zu Georg Büchner“ sowie „Wunderbar, wüst, leer und wie ein Stück von Beckett oder Bernhard – Zur Moderne Georg Büchners

 

 

Über Bersarin

Wir erzeugen die Texte und die Strukturen innerhalb derer wir unsere Diskurse gruppieren. Wir sind das Fleisch von Eurem Fleische und Euch doch gänzlich unähnlich. Wir sind die Engel der Vernichtung und wir schreiten durch Eure Schlafzimmer, wenn Ihr nicht mit uns rechnet. Wir entfachen das Feuer und die Glut. Aber wir löschen Euch nicht, wenn Ihr verbrennt. Wir sind der kalte Blick, der die Welt als eine Struktur sieht.
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9 Antworten zu „Ich sitze am Tag mit dem Skalpell und die Nacht mit den Büchern.“ – Zum 200. Geburtstag von Georg Büchner

  1. JimKnopf13 schreibt:

    Herzlichen Dank! Eine treffende Würdigung, sofern ich das beurteilen kann. Und der Versuch, Aktualität zu bezeichnen, ist sicher richtig – und fast immer vergeblich, denn KatjaBerlin weiß nichts davon. Und will das auch nicht wissen. Die eingangs gestellte Frage, warum denn sogar ein Büchner offenbar so weit in die Vergangenheit gerückt ist, dass er kaum noch zu erschüttern vermag, kann ich stets nur bildungspessimistisch beantworten. Gerade der Deutschunterricht ist schlecht, gerade die Deutschlehrer mangelhaft ausgebildet. (Jaja, Ausnahmen gibts es viele, das ändert nichts, es stellt das Problem nur deutlicher heraus.)

    Jedenfalls vielen Dank für die elegante Vorstellung Büchners, den ich mir demnächst wohl wieder mal vornehmen sollte…

  2. Bersarin schreibt:

    Was den Deutschunterricht betrifft, so sprichst Du ein großes Problem an: die Literaturvernichtung durch Lehrer. Ich selber würde mich, wenn ich Kinder hätte, weigern diese bestimmten Deutschlehrerinnen und -lehrern auszusetzen. Es sind viele dieser Lehrer geradezu inkompetent. Wer je in den Germanistischen Seminaren die Lehramtsstudentinnen und -studenten sah, weiß, wovon ich schreibe. Aber ich will zugleich meine Schelte nicht pauschal halten – denn es gibt sicherlich auch solche Lehrerinnen oder Lehrer, die in der Schule nicht nur ihr Pensum abreißen, sondern die es vermögen, die Lust an einem Text zu wecken und den Text mit all seinen Bezügen zu entfalten, die Wirkung von Sprache transparent zu machen, zu zeigen, daß Sprache eine Waffe und ein Mittel ist, um Welt in Darstellung und Kritik zu bringen.

  3. summacumlaudeblog schreibt:

    Dank für die Worte. Ich kann zur Zeit nur den Dank äußern, nicht dafür die Begründung liefern, die ich sonst sehr gerne geschrieben hätte. Du weißt um meine Affinität zu Büchner.Aber die Anforderungen des Alltags…. er – der Alltag – hat einen gewaltigen Rachen….

  4. Bersarin schreibt:

    Ich dachte es mir, daß es dieser Alltag ist, denn sonst stünde sicherlich auf Deinem Blog auch der eine oder andere Text.

  5. neumondschein schreibt:

    Giuseppe Verdi wurde auch 200 Jahre alt. Komisch ist, daß niemand an ihn denkt.

  6. Bersarin schreibt:

    Ich denke nicht nur oft an Piroschka, sondern auch an Verdi. „Verdi ist der Mozart Wagners“ wie ein Opernführer von Eckard Henscheid heißt.

    Ich schriebe, wenn ich mich in der Musik hinreichend auskennte, sicherlich ebenso über Verdi. Allein: es geht nicht alles. Es hätte zu viel Vorabeit bedeutet, hierzu etwas Gescheites zu verfassen. Und subjektive Empfindungsergüsse sowie Hausfrauen-Ich-Sound zu allem und zu jedem zu produzieren, überlasse ich gerne anderen Blogs.

  7. Noergler schreibt:

    Das Jahr 1813 wurde 200 Jahre alt. Jenes Annum zweihundertjährt sich! Verdi, die Völkerabschlacht etc. umdräuen uns. Doch das äonische Substrat: das Jahr selbst bleibt ungewürdigt.
    Das gibt mir zu denken.

  8. Bersarin schreibt:

    1813: Ein klarer Fall für Florian Illies. [Wobei ich dieses Würdigen andererseits für ein gutes Projekt halte.] Nur wird es Illies durch sein feuilletonhaftes Geschnattere verhunzen.

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