Der Friedensnobelpreis für 2013 …

geht an: ja: And the winner is: CHEMIEWAFFENKONTROLLEURE

„Der Schöpfer des Wortes Chemiewaffenkontrolleure verdient auch irgendeinen Preis (Günter Grass, der mit Texten für die Milchwerbung anfing, würde sagen, ein Lyriker habe das Wort erfunden), ebenso die Hersteller von Chemiewaffen, denn ohne die Hersteller gebe es keine Organisation  für das Verbot von Chemiewaffen. Wer sind eigentlich unsere Chemiewaffenkontrolleure? Die Wissenschaftler, die in weißen Geländewagen mit UN-Aufschrift im Kugelhagel durch die Gegend brausen? Wirklich?“ So schrieb ein Kommentator mit dem Namen Polemik  Christoph Hillmick in Zeit-Online.

Eigentlich und wenn die Feiglinge des Komitees aus Schweden, das vom Norwegischen Parlament bestimmt wird, sich denn trauten und wenn dieser Friedensnobelpreis nicht durch ideologische Vorentscheidung bestimmt wäre, müßte dieser Preis an Bradley Manning und Edward Snowden gehen. Aber es ist leichter, einen chinesischen Dissidenten oder Technokraten zu ehren, die in irgend einem Drittland eine Untersuchung durchführen. Vielleicht kürt das ehrenwerte Komitee im nächsten Jahr Frontex, weil sie durch ihre freundlichen Abschottungsmaßen Ruhe und Frieden in Europa sichern? Wer Henry Kissinger ehrte, dürfte auch bei Frontex kein Problem sehen.

Gnadenlos gehen die USA mit Kritikern um, nicht einen Deut anders als China oder der homophobe Diktator Putin. Und die USA scheuen sich nicht, auch solche einzulochen, die die Kriegsverbrechen dieses Landes dokumentieren und der Öffentlichkeit zugänglich machen. Wenn, wie Anfang der 90er Jahren geschehen, von den Serben in einem Massaker 400 Menschen ermordet und verscharrt wurden, sprechen die USA von Völkermord. Wenn zur gleichen Zeit in Somalia die US-Army ein Dorf mit 500 oder 1000 Bewohnern ausradiert und die Menschen dort ermordete, so steht das nicht einmal in irgendeiner (bedeutenden) Zeitung.

Bradley Manning und Edward Snowden gehörte der Friedensnobelpreis zugesprochen. Niemand anderem sonst.

Aber es scheint mir zugleich eine gehörige Illusion, Hoffnung in eine Showveranstaltung zu setzen. Adornos Ausführungen zur Kulturindustrie sind aktuell. Nach wie vor.

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