Daily Diary (83) – Deutsches Idyll sowie das gute Leben: Wir bauen eine U-Bahn, wir bauen eine U-Bahn von Berlin bis nach …

 
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Nein, nein, keine Sorge, es handelt sich um etwas Harmloses, sofern es Harmloses denn gibt: das 10 Berliner Eisenbahnfest der Freunde der Dampflokomotiven. Es ist alles gut gemacht, mit viel Liebe vorbereitet und die Kinder freuen sich, auch die großen Kinder: die Männer mit ihrem Faible beziehungsweise ihrem Spleen für Technik. Ich habe, wie auch der Theaterregisseur Christoph Marthaler, etwas übrig für Spezialisten und für die, welche einen Spleen pflegen [„Spleen et ideal“, Baudelaire]. Dennoch komme ich bei diesen Reichsbahnaufschriften immer ins Grübeln. Wahrscheinlich bin ich der einzige, der über die Wege sowie die Streckenführung der Loks und Waggons nachdenkt.

1. September, Sonntag: Eisenbahnfest, Stimmung mit Bockwurst und Bier. Ja, warum auch nicht? Es war auf dieser Veranstaltung alles liebevoll und mit viel Einsatz gemacht. Und es üben diese schweren mechanischen, von Dampf getriebenen Maschinen eine Faszination auf den Betrachter aus. Ruß. Und Wasserdampf liegt in der Luft. Die Düsen pfeifen, aus Kesseln zischt es, Dampf und Druck werden abgelassen. Tonnenweise Stahl. Maschinen, die die Welt erschlossen. Und und und. Morgens, bevor ich aufbrach, die weiße Hose anzuziehen statt der schwarzen 501, war jedoch keine sehr gute Idee von mir. Aber immerhin hatte ich meine robusten Wanderschuhe, nein heute heißt es die Trekkingschuhe an, von denen der Verkäufer bei Jack Wolfskin behauptete, es wären Poser-Schuhe.
 
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Wenn ich nicht wieder von anderen Außenausflugsereignissen und Photographiersituationen in Berlin abgelenkt werde und wenn ich ordnungsgemäß meinen Ankündigungstext für einen Vortrag über die Ästhetik Adorno geschrieben und abgeliefert habe, werde ich in meinem nächsten Beitrag, wie versprochen, auf Adornos „Minima Moralia“ zurückkommen: Es gibt kein richtiges Leben im falschen.

Was aber bleibt? Das Deutsche Idyll und das gute Leben: Mit Danone und Bausparvertrag kriegen wir sie alle.

 
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Über Bersarin

Wir erzeugen die Texte und die Strukturen innerhalb derer wir unsere Diskurse gruppieren. Wir sind das Fleisch von Eurem Fleische und Euch doch gänzlich unähnlich. Wir sind die Engel der Vernichtung und wir schreiten durch Eure Schlafzimmer, wenn Ihr nicht mit uns rechnet. Wir entfachen das Feuer und die Glut. Aber wir löschen Euch nicht, wenn Ihr verbrennt. Wir sind der kalte Blick, der die Welt als eine Struktur sieht.
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5 Antworten zu Daily Diary (83) – Deutsches Idyll sowie das gute Leben: Wir bauen eine U-Bahn, wir bauen eine U-Bahn von Berlin bis nach …

  1. ziggev schreibt:

    sorry, bersarin, noch nichts gelesen, manchmal scrolle ich einfach so runter … (diese Dreipunkte, die nichts weiter besagen als die schriftstellerische Unfähigkeit und Einfallslosigkeit des Schreibers, sie mussten aber sein, nochmal:) … aber das letzte Foto!

  2. ziggev schreibt:

    ooops jetzt aber nun wirklich entschuldigung, denn ich hatte bloß einfach nicht weit genug hinuntergescrollt, ich meinte das 7.te. Über den Rest, den ich dann sah, umso großartiger, will ich noch einmal nachdenken. Sowieso. Ganz großartige Sachen dabei!

  3. Bersarin schreibt:

    Danke für das Lob.

    Drei Punkte zu setzen, ist eine der höchsten Künste. Thomas Mann beherrschte sie zur Perfektion und erzeugte damit einen ganz eigenen, manchmal verwehten Ton, einen Hauch gar. Manchmal zeigen sie aber bloß eine Leerstelle, eine Auslassung an. Drei Punkte sind ein Satzzeichen. Wie auch der Doppelpunkt, das Ausrufezeichen. Diese Satzzeichen, richtig verwendet, lassen einen Text noch einmal in einem ganz anderen Licht erscheinen.

  4. ziggev schreibt:

    bei dem Werk, das ich übersetzen durfte, kam die Autorin pro Seite nicht unter dreimal Dreipunkte aus. Aber ich hatte keinen Erfolg, sie davon zu überzeugen, dass das Schrott ist; zufälligerweise (oder doch nicht so zufällig) las ich bei der Endredaktion (denn welcher Verlag leistet sich heute noch ein vernünftiges Lektorat?) Th. Mann. Und das tröstete mich, soweit ich mich erinnere, manchmal ist das Satzzeichen ‚Dreipunkte‘ doch berechtigt.

    Danke für den Hinweis!

  5. irisnebel schreibt:

    du hattest recht, mit dem, was du zum thema eisenbahnfreeks/-fotos drueben sagtest. :)

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