Lost in Fiction: „Aléas Ich“ im destruktiv-disseminatorischen Malstrom postdigitaler Kompressionsdiskurse: Oder auch: LIFE is LIVE

Verloren und verdorben und verschollen. Im Nirwana, in der Leere des weißen Zen-Zimmers, im unendlichen Raum, im schwarzen Loch des Internet, im Nichts der Datenströme, im Mikrokosmos des Glasfaser- oder Kupferkabels – nein, nicht einmal im Nichts verraucht oder mit dem Nichts konnotiert, sondern schlicht: Inexistent. Es ist mir ein kompletter Text entschwunden, an dem ich zwei Abende gearbeitet habe, und zwar schrieb ich zum dritten Teil von „Aléas Ich“. Andererseits aber paßt dieser Verlust von Daten gut zum Fiktionalen, zum Flüssigwerden der Fixierungen, zur Konstruktion eines Ich, das sich in Differenz und Wiederholung, in Vielfalt und Identität der Schrift verliert, ein Ich, das nur als Schrift und in der Schrift existiert: „Alle Menschen haben nur eine ihnen natürlich erscheinende Sichtweise, die Ich-Perspektive. Dieser Umstand war verantwortlich für meine Verzweiflung, denn er war zentral für meinen Roman. Ich hatte ein Problem, das größer war als alles, was ich mir sonst noch vorstellen konnte: mich selbst. Ich war das größte Problem, das ich hatte, und gleichzeitig die einzige Lösung. Denn dieser Roman war meine Welt. Ich existierte nur, wenn er es tat Ich existierte in ihm und mit ihm und durch ihn.“ Sicherlich, eine Schlüsselstelle in „Aléas Ich“.

Doch die Transfigurationen des Ich interessieren mich nicht. Wo mögen die Daten, die sich in Nullen und Einsen transformieren, hin sein? Das Nichts ist schwierig zu begreifen, zu befassen, zu erfassen. Der Verlust schwierig zu verschmerzen. Verbrennen Manuskriptseiten, so bleibt wenigstens die Asche. Ich bin träge, was die Sicherung von Daten betrifft. Anstatt nach jedem Schreibabend die Datei an einem zweiten Ort zu speichern, lasse ich sie auf dem USB-Stick. Gestern nun tröpfelte ein wenig Merlot über den Stick, ich tat ihn einen Tag später in einen der Rechner, ich sah die Dateien darauf zunächst im Explorer, dann brach ein Dunkel auf dem Bildschirm aus, grüne Zahlenkolonnen auf schwarzem Grund rasten hinunter ins Unten des Monitors, und plötzlich sah ich nichts mehr: der anti-illuminatorische Moment als die Philosophie realer Präsenz. Nach kurzer Zeit tauchten die Dateien wie von Geisterhand wieder auf: der Ordner zur Melancholie, mein schönes Linda-und-Fritzi-Projekt, dann meine Ordner zum „Ende der Kunst“, der Ordner zu Hölderlin, mein Essay zum Prenzlauer Berg. Nur Aléa: die blieb fern. Ich mag alles das, was ich schrieb und was ich heute in einer letzten Lektüre und nach letzter Korrektur dann in den Blog stellen wollte, nicht noch einmal mir konstruieren und ausformulieren. Das Projekt ist hiermit für mich abgeschlossen. Ich schreibe keine Seminararbeit, sondern mache Literaturbesprechungen aus Freunde, ich hasse die Wiederholungen und die Langeweile des Immergleichen. Etwas neu zu schreiben, das ich bereits einmal geschrieben habe, macht nicht wirklich Freude, wenngleich das erneute Ausformulieren eine wohl gelungene Illustration zu Gilles Deleuzes Buch  „Differenz und Wiederholung“ wäre.

Diese unten sogleich präsentierten, kleinen Textfetzen und Fragmente blieben mir und mit ihnen schließe ich die Lektüre von „Aléas Ich“ ab – zumal ich ab Samstag in Lissabon weile. Doch wer weiß, vielleicht habe ich mir dies alles, diese Geschichte eines Verlusts, den Datensalat, den Rotwein und den Roman und noch viel mehr bloß ausgedacht. Wer sagt, daß es Claus Heck gibt? In dieser Diktion zumindest sinnierte eine Bekannte von mir, der das Internet samt seinen Dis-Identitätsanmutungen nicht sehr gut bekam. Hinter eine Vielzahl an Personen, sah sie immerzu dieselbe Person. Sie hielt mich sogar für den Autor/die Autorin dieses Werkes. Tja, über manche Frauen kann man sich nur wundern. Doch nun zum Text im Fragment:

Die Strukturierung von männlich und weiblich, samt den darin sich anschließenden Fixierungen werden in diesem Text unterlaufen. Die Leserinnen und Leser müßten [Text bricht weg]

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Ein ganz besonderes Kapitel ist das von Olga am Schluß des Buches: dort wo der Blick eines Erzählers, einer Erzählerin auf das Wesen von Olga fällt, um jenen Begriff von Liebe samt ihrer Unmöglichkeit anhand einer Biographie, eines (eigentlich noch jungen) Lebens aufzufächern und in einen Text zu bringen. Und als der Mann erscheint, der Olga liebt, und den Olga hätte auch lieben können, ist es zu spät. „Olga war eine schöne glänzende Oberfläche.“ (S. 237)

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Was diesen Roman auszeichnet: er sucht jenen Ort, den es nicht gibt, der sich in der Literatur und zugleich im Akt des Lesens selbst konstituiert. Dies macht andere Literatur ebenso, den Literatur bedeutet die Welt zu poetisieren (auf welche Weise auch immer.) Hier aber gerät das Ich selbst in den Fokus der Poetik. Es ist „Aléas Ich“ ein Roman der Phantasien, er spielt, spiegelt und inszeniert den Möglichkeitssinn. Denn es könnte alles ja auch ganz anders sein: jener „außerordentlich wichtige Moment“, der zu dieser einen und nur zu der einen Situation oder Szene führt: sei das ein Abend auf einer Party im September in einer schwülwarmen Spätsommernacht, wo zwei Menschen in einer Unterhaltung beieinander stehen, sich für eine Spanne von Zeit, die sich nicht messen läßt, zwei Blicke treffen, sei es der Moment, als sich Aléas Eltern Matthias und Magdalena in Constanza kennenlernten. Wir stellen uns diesen einzigen, einzigartigen Moment, diesen Augenblick als Kairos in unserer Phantasie vor, passen ihn in unsere Imaginationsmöglichkeiten ein, und so schreibt Aléa Torik, „als lägen er nicht vollkommen in der Vergangenheit, sondern müsse immer wieder aufs Neue sein Wirklichkeit und Gegenwärtigkeit beweisen …“ So steht es im Roman auf einer Seite, die als Eintrag aus dem Blog „Aleatorik“ konzipiert ist.  Im Messianischen Licht sind alle Dinge an ihrem Platz und doch ganz anders.

Über Bersarin

Wir erzeugen die Texte und die Strukturen innerhalb derer wir unsere Diskurse gruppieren. Wir sind das Fleisch von Eurem Fleische und Euch doch gänzlich unähnlich. Wir sind die Engel der Vernichtung und wir schreiten durch Eure Schlafzimmer, wenn Ihr nicht mit uns rechnet. Wir entfachen das Feuer und die Glut. Aber wir löschen Euch nicht, wenn Ihr verbrennt. Wir sind der kalte Blick, der die Welt als eine Struktur sieht.
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12 Antworten zu Lost in Fiction: „Aléas Ich“ im destruktiv-disseminatorischen Malstrom postdigitaler Kompressionsdiskurse: Oder auch: LIFE is LIVE

  1. Aléa Torik schreibt:

    Lieber Bersarin,
    oh wie schade, Wie schade, wie schade. Ich hatte mich gefreut auf deine abschließenden Worte. Aber so ist es, die Daten, die Worte, die Bücher und die Menschen gehen eine Zeitlang mit uns und dann muss man sich verabschieden. Dann verabschieden wir uns jetzt eben auch von Olga. Meinst du vielleicht dieses Kapitel?

    „Olga steigt die Treppe hinauf, Stufe für Stufe. Sie hat es nicht eilig. Sie ist schön und das weiß sie. Dieses Wissen hat ihr immer geholfen. Das hilft ihr auch jetzt, da sie die 140 Stufen nach oben geht. Es wird ihr nicht mehr helfen, wenn sie oben angekommen ist. Dann wird sie endgültig alleine sein. Davor hat sie sich ihr ganzes Leben lang gefürchtet. Jetzt ist es beinahe eine Erlösung. Sie geht die sieben Etagen langsam nach oben. Die Treppe verläuft parallel zum großen Lesesaal des Grimm-Zentrums. Sie sieht die anderen nicht, die mit ihr nach oben steigen, und die nicht, die ihr entgegenkommen.
    Oben angekommen, scheint es einen Moment lang, als müsse sie das nicht tun. Als könne sie umkehren und die Treppe wieder hinuntergehen. Als wäre das einfach nur die umgekehrte Richtung zu der, die sie gerade genommen hat. Es sieht aus, als müsse sie das nicht tun. Als könne ein anderer es für sie tun. Doch dann weiß sie mit erschreckender Klarheit, dass all die Männer, die sie mit Aufmerksamkeiten bedacht haben, seit sie vierzehn war, seit sie zwölf war, dass diese Männer jetzt nicht da sind, in gewisser Weise nicht wirklich sind, nie wirklich gewesen sind und dass niemand kommen wird, um an ihrer statt das zu tun, was nur sie allein tun kann. Das ist eine sehr intensive Erkenntnis, die intensivste, die sie je hatte.
    »So ist das also«, sagt sie leise.
    Sie schaut in die Tiefe. Ihr Blick nimmt den Raum nicht wahr, die darunterliegende Halle. Er nimmt nicht einmal die Oberlichter wahr. Ihr Blick geht durch das Glas hindurch. Er geht durch alles hindurch. Sie denkt daran, wie ihr Vater ihr, als sie sechs oder sieben war, übers Haar gestrichen hatte, damals beim Eislaufen. Wie lange hat sie nicht an ihn gedacht? Sie weiß es nicht, aber es ist schade. Sie hatte ihn gern. Dennoch hat sie ihn vergessen.
    Wie fühlt sich das an, wenn alles zu Ende geht, die ganze Qual und das ganze Glück? Sie denkt an das Glück, an die schönsten Momente ihres an schönen Momenten reichen Lebens. Hatte sie ein gutes Leben? Das ist eine wichtige Frage, aber sie weiß die Antwort nicht. Auch das ist schade. Wenn sie sich noch eines wünschen dürfte, dann dass sie jetzt die Antwort auf diese Frage findet.
    »Hatte ich ein schönes Leben?«
    Olga spricht die Worte sehr vorsichtig aus, beinahe zärtlich. Und während sie sie spricht, beugt sie sich langsam nach vorne. Bis sie den Moment erreicht hat, da sie fällt. Mehr ist das nicht, ein winzig kleiner Moment, an dem es kein Zurück mehr gibt. Es ist nur der Unterschied zwischen zwei eng beieinanderliegenden Momenten, der eine, der sich innerhalb und der nächste, der sich bereits außerhalb des eigenen Handlungsspielraums befindet. Was man so Entscheidung nennt, was man freien Willen oder Verantwortung nennt. Es ist lediglich ein Moment, diesseits oder jenseits einer Grenze. Hat man die einmal überschritten, gibt es kein Zurück mehr. Man kann sich nicht mehr anders entscheiden und die Treppe wieder hinuntergehen. Man kann nicht einfach weiterleben, als wäre nichts gewesen. Als könne man die Treppe, die man gerade hinaufgegangen ist, ebenso gut wieder hinuntergehen. Diese Treppe, hat man sie einmal genommen, existiert dann nicht mehr. Man steht im siebten Stock und das einzig Wirkliche auf der Welt ist der Abgrund. Sie beugt sich, während sie diese Umstände bedenkt oder empfindet oder doch dunkel ahnt, ein klein wenig nach vorn in den leeren Raum hinein. Es sind etwa acht Meter bis zu der Glasfläche, die kaum spürbar federt, während sie nachgibt. Das splitternde Glas macht so gut wie kein Geräusch, als sie durchbricht, es bleibt oben hängen und sie fällt geräuschlos weiter, sie fällt und fällt und fällt in alle Ewigkeit.
    Romulus ist zum ersten Mal hier. Er steht im Erdgeschoss des großen Lesesaals. Er stellt sich mitten hinein, breitet die Arme aus, schaut aber nicht nach oben. Er sieht die Gesichter der Lesenden nicht, die zu Tode erschrocken an die Decke starren, er sieht die zum Schrei geformten Gesichter nicht, als mit einem unerträglich lauten, explosiven Knall eines der Oberlichter platzt und etwas von oben durch die Decke fällt, durch die zwanzig Meter hohe Halle in die Tiefe stürzt, er sieht die Gesichter nicht, die sich in ungläubigem Staunen weiten, als sie erkennen, was durch den unendlich leeren Raum fällt und unten aufschlägt, er hört das Platzen menschlicher Glieder, das Zerschmettern des Schädels nicht.
    Stille. Absolute Stille.
    Die vielen hundert Lesenden auf den staffelförmig angelegten Leseterrassen können die unterste Ebene des Lesesaals nicht erkennen. Da ist nur etwas durch den Raum gefallen, das dann weg ist, verschwunden im Schlund der Hölle. Sie bemerken nicht, wie das eigene Erkennen sich hartnäckig weigert zu verstehen, was da gerade geschehen ist. Oder noch immer geschieht, als fiele dieser Körper noch immer, als fiele er unendlich langsam und käme seinem immer schneller werdenden Fall zum Trotz weich unten an, als fiele der Körper seinem eigenen Fall hinterher, während das Begreifen dieses Fallens in der Luft hängt und noch tage- und wochenlang dort hängen wird, ein Entsetzen, das womöglich nie wieder weggeht, obwohl das, was es ausgelöst hat, spurlos verschwunden ist, als wäre es nie dagewesen, und die Lesenden sich fragen, ob sie nicht einer Illusion erlegen sind, als sie meinten, einen menschlichen Körper durch die Halle fallen zu sehen oder einen winzigen Ausschnitt aus diesem Fall, als sie erschrocken von ihren Papieren und ihren Laptops aufsahen, ob das nicht eine Sinnestäuschung war oder sein müsste, dieses Entsetzen, das sich wie ein Krampf um die eigene Brust legt, ein Gefühl, als sei man selbst gefallen, als fiele man noch immer und als könne nichts diesen lebenslangen Fall beenden, man fällt bis ans Ende aller Zeit.
    Romulus öffnet die Arme und fängt Olga auf, die langsam, nahezu gewichtslos in sie hineinsinkt. Während er sie für einen Moment bewegungslos hält, dringt der erste gellende Schrei durch den Raum, in den sich dann hunderte Schreie mischen. Er dreht sich um und mit Olga in den Armen verlässt er den Lesesaal, der sich bis an die Decke mit Entsetzen füllt, Entsetzen, das sich explosionsartig verbreitet, bis zum Bersten, bis zum Platzen, als ob das ganze Gebäude auseinanderflöge, mit einer gewaltigen Detonation, mit einem gigantischen Druck platzt das Gebäude auseinander, die Fensterscheiben bersten, die Bücher fliegen.“ (AI, 358-361)

    Danke für deine Arbeit!

    Aléa

  2. Der Buecherblogger schreibt:

    Die Frage ist doch bei dieser Textstelle, wessen Selbstmord eigentlich zelebriert wird und von der Erzählperspektive, die das Geschehen von außen beleuchtet, unten im Lesesaal schreibt ja noch Aléa ihren Roman, würde ich sagen, eigentlich berauscht sich die Autorin / der Autor hier an eigenen Selbstmordgedanken. Dieser stellvertretende Autorentod hat auch ziemlich viel Pathos. Das Bild des in die Arme fallenden, in die Arme sinkenden, ist das von Liebenden, die selbst der Tod nicht trennen kann. Es ist, als fielen dem Autor selbst all seine geliebten Figuren am Ende in den Arm. Wie immer ist das auf der einen Seite wehmütig und auf der anderen etwas überzogen Mitleid heischend.

    Es gibt viele Stellen in beiden Büchern, wo es dem Autor gelingt, zu berühren. Im absoluten Zentrum bei allem steht die Paarbildung, das gesuchte Glück zu zweit. Schon in „DGDW“ kamen viele Liebespaare vor, die sich suchten, durch Zufall aufeinandertrafen, um immer wieder diese Zweierzelle zu begründen. Ob man das nun dem Kitsch zuschlägt, ein eher hässliches Wort, es manieristisch nennt, was es auch nicht besser macht, dahinter steht für mich eine große Sehnsucht, die Leere des Getrenntseins zu überwinden, einen Gestus der Gemeinsamkeit zu finden, heraus aus der Einsamkeit, die zum Selbstmord führen könnte.

    In dem mittleren Kapitel aus „DGDW“ taucht auch ein Liebespaar, eingeschoben in die unendlichen Aufzählungen, auf. Auch dort enträtselte sich mir der Blick des Autors als jener, der dieses Paar mit Sehnsucht von außen betrachtet. Noch dazu war es nur eine simulierte Filmszene. Auch dort schon die Skepsis, der Abgrund zwischen der Liebessehnsucht als Wunsch und der bloß blassen Repräsentation davon in der Realität. Proust hatte immer Dreiecksbeziehungen. Er verliebte sich in den männlichen Teil eines Paares und versuchte diesen auf sich selbst aufmerksam zu machen, indem er mit der Frau eine platonische Innigkeit pflegte. Die Liebe könnte jenseits jeder Geschlechtszuschreibung liegen, bevor sie glaubt, sich im körperlichen Akt wiederfinden zu müssen.

    @Bersarin

    Die Nummer mit dem zerstörten Dateisystem auf dem USB-Stick passt ausgezeichnet zur virtuellen Gesamtsituation.

  3. david schreibt:

    Um einen weiteren Anhaltspunkt für eine zumindest literaturwissenschaftlich-methodologisch relevater Stilanalyse wären Hecks Texte der letzten 20? Jahre noch von Interesse, die vielen abgelehnten; denn der Stil, anders als die Scheibweibweise eines Autoren/In , reicht bis in die biologische Vergangenheit eines Schriftstellers/In. Das mindestens konnte man von Bartes doch lernen, oder?

  4. david schreibt:

    Ich meine, diese Texte koennten etwas her geben, wenn anders wir es mit einem Produzenten/In zu tun haben, der/die nicht nur vom Himmel gefallen ist.

  5. david schreibt:

    Man verzeihe mir das grammatikalische Geruempel aus der ersten Haelfte des ersten Kommentars. Habe es in Zugabteil zu schnell eingegeben.

  6. summacumlaude schreibt:

    Mit Bedauern nehmen wir die katermurrartige digitale Makulatur zur Kenntnis.

  7. Bersarin schreibt:

    @ Bücherblogger
    Ihre Analyse teile ich sogar. Wird das noch der Beginn einer wunderbaren Freundschaft?

    Ich habe beim ersten Lesen von DGDW zunächst gedacht: ui, ui, ui, arg am Kitsch, denn über Liebe zu schreiben ist nicht einfach. Diesem Roman gelingt es aber auf eine Weise, die durchaus der Sache gemäß ist. Das geschieht selten. Die Autorin/der Autor hat in der Komposition und über die Anordnung der Figuren einen ganz bestimmten Ton getroffen. Trotz der sehr verknappten Sätze, die ja auch in „Aléas Ich“ Stilmittel zu sein scheinen.

    Die Datei mit dem Text ist übrigens wirklich und wie es in der Jugendsprache heißt „in echt“ zerstört. Sie sehen: es gibt sie doch, die Faktizität.

    @ Aléa Torik
    Da ich von Anfang an von Deinem Projekt überzeugt war und auch nach dem Lesen von „Aléas Ich“ immer noch überzeugt bin, daß da etwas am gelingen ist, schrieb ich gerne eine in der Tendenz wohlwollende Besprechung. Und wie gesagt: ich mache keine Gefälligkeitskritiken. Denn viel zu gerne streite ich mich und zerreiße. Allerdings verreise ich am Morgen nach Lissabon und da bleibt mir leider nicht so viel Zeit, meine Kritik und meine Lektüre zu Deinem Roman zu forcieren.

    @david
    Nicht in einem Zug schreiben. Beim Bart(h)es des Propheten. Natürlich wird die Subjektfunktion von vielem, auch von der Vergangenheit konstituiert. Das Zusammenspiel von Struktur und radikaler Subjektivität kann man in der Tat gut bei Roland Barthes nachlesen.

  8. Bersarin schreibt:

    @ summa cum laude
    Der war gut. smile, smile: Katermurartige Makulatur. Ich sehe, Du schätzt einen weiteren Autor, der ebenfalls von mir sehr geschätzt wird.

  9. anne schreibt:

    Genau: das Zusammenspiel von Struktur und radikaler Subjektivität bei Barthes. Sehr gut bemerkt, sehr wichtig gerade in diesem Feld.
    Ich verspreche mir allerdings von den vor 10 oder 20 Jahren geschriebenen Arbeiten des hier in Rede stehenden Schriftstellers nichts.

  10. irisnebel schreibt:

    Lissabon… geil! steht auf meiner Reisezielliste momentan ganz oben… :)
    hast du Nachtzug nach Lissabon gelesen? natuerlich bleibt der film hinter dem buch zurueck.. wie so oft.
    ich wuensche dir schoene erlebnisse und geile schuesse (v.a. mit der kamera ;) )

  11. Bersarin schreibt:

    Vielen Dank, liebe Irisnebel, es ist herrlich hier, ich halte gerade Siesta. Es ist Mittag so derart heiß, daß man meint Pan erscheine einem zur höchsten Stunde. (Abends aber auf alle Fälle Dionysos). Die Stadt reizt zum Photographieren, vor allem liebe ich den unendlich breiten Tejo. Es gibt nichts Schöneres als breite Flüsse und das Meer in der Nähe zu erahnen. Und ich pflege als Solitär die Saudade, sofern bleibt es hier nur bei Photographien. Ich denke verflossenen Lieben nach. Demnächst schreibe ich hier ein wenig zu Lissabon und stelle auch ein paar Photographien in den Blog.

    „Nachtzug nach Lissabon“ liegt zu Hause. Hier lese ich Tabucchi: „Erklärt Pereire“ und „Lissaboner Requiem“.

    Ich kann Dir nur empfehlen, in diese traumhafte Stadt zu reisen. Beste Grüße aus Lissabon.

  12. Pingback: Positionen. Der Schrift-Zug von Aléa | Irisnebel

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