Highway to Hell – Zum Tode Margaret Thatchers

Zeit wird es, daß nun auch die Hölle der Privatisierung anheimfällt und dort nach knallharten Effizienz-Kriterien ausgewählt und die entsprechende Röst-, Brat- und Schmerzstelle der dafür geeigneten Person zugewiesen wird. Nein, es gibt keine Gesellschaft, sondern nur Individuen. Vor allem am letzten Tag. Deshalb wäre ein Staatsbegräbnis inkonsequent: soll doch für all den Pomp, der nun in London zelebriert wird, das Geld ihrer Angehörigen oder Thatchers eigenes Geld aufgewendet werden. Geld vom Staat kann es konsequenterweise nicht geben.

„Mit Margaret Thatcher ist jetzt auch die letzte Sozialdemokratin Europas gestorben.“ So las ich auf Twitter. Da ist viel Wahrheit dran.

Am grausigsten sind die Lobhudeleien, die wir nun seitenlang in den Medien über uns ergehen lassen müssen. Wer sagt eigentlich, daß man über Tote nichts Schlechtes sagen oder schreiben darf? Aber es ist die Wahrheit ja nichts Schlechtes: Totengräberin des Sozialstaates ist noch eine der harmloseren Titulierungen. Um einen Menschen, der andere in Tod, Not und Armut getrieben hat, vermag ich nicht zu trauern. Fahr zur Hölle, Margaret Thatcher!

Oder lassen wir es Billy Bragg sagen und ihn ein Totenlied anstimmten.

3 Gedanken zu „Highway to Hell – Zum Tode Margaret Thatchers

  1. Bemerkenswert ist, dass die Meldungen über den Tod Thatchers mit solchen über einen weiteren verschärften Sozialabbau durch die aktuelle Tory-Regierung zusammenfallen. Der Schoß ist fruchtbar. Sie hat das schon geschickt angestellt. In Form der zerstörten Gewerkschaften wurden die Möglichkeiten zum Widerstand gegen eine solche Politik zerstört. Rausgekommen dabei sind einerseits eine Popkulturelite, die sich um sowas einfach nicht mehr kümmert (abgesehen vom seligen Billy Bragg) und andererseits die Riots in London und anderswo vor einer Weile. Selbst Ken Loach hat sich in seinem jüngsten Film auf eine oberflächliche Sozialromantik zurückgestutzt.

  2. Thatcher hielt nach dem Falkland-Krieg eine Rede; Schlußsatz: „Proud to be british!“ (Quelle ist eine Doku auf Arte) – da hats dann doch gegruselt bei aller Anglophilie meinerseits.

  3. Genau diese Aspekte ihrer Politik, die aus ihrer Optik heraus im Grunde ja nur konsequent und folgerichtig ist, werden nicht erwähnt. Aber warum sollten sie in den Medien auch zur Sprache gebracht werden. Man schlägt schließlich nicht die Hand, die einen füttert.

    Die Haltung des Pop ist noch einmal ein Thema für sich.

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