Was macht eigentlich Wolfgang Clement?

Aus unserer beliebten Rubrik „Fragen und Menschen, die uns eigentlich nicht interessieren“ will der beliebte Politik- und Serviceblog „Aisthesis“ ein kleines Schlaglicht auf die werfen, welche im Schatten stehen und dort ihre Arbeit, in diesem Falle muß man schreiben: ihre Lobbytätigkeit verrichten. Damit tut Wolfgang Clement [seit 1970 Inoffizielles Mitglied bei der FDP, (IM)] das, was er bereits als Ministerpräsident in NRW und dann als Wirtschaftsminister machte, er wirkt mithin in einer gewissen Kontinuität. Den Anfang einer Politikerkarriere muß man von ihrem Ende her denken. Aber was arbeitet Clement heute? Lassen wir Klaus Staeck in der „Berliner Zeitung“ vom 27. September  zu Wort kommen:

„Eigenartig, dass jüngst eine Persnalie der ISNM (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft Hinweis Bersarin), der neue Kuratoriumsvorsitz, so wenig beachtet wurde. Natürlich hat ein Lobbyist reinsten Wassers den Zuschlag erhalten, ein Mann, der in den Bei- und Aufsichtsräten zahlreicher Unternehmen sitzt, der nichts ausließ, um Hartz-IV-Empfänger zu diffamieren und Arbeitslose als die eigentlich Schuldigen an ihrer Lage zu verhöhnen. Die Neue soziale Marktwirtschaft wird nunmehr durch Wolfgang Clement repäsentiert“

Ein Mann, der auf diesen Posten paßt, wie Arsch auf Eimer.

Weiterhin schreibt Staeck über die ISNM:

„Die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie gründeten vor 12 Jahren diese PR-Maschine, wobei man PR auch mit Propaganda übersetzen kann. Ablehnung von verbindlichen Mindestlöhnen, hemmungslose Privatisierung, Abbau des Kündigungsschutzes, Einschränkung der Arbeitnehmerrechte – all das gehört zur ISNM-Litanei. Deren Mitglieder als Kuratoren und Botschafter (mit dabei der CDU-Wirtschaftsrat) werden nicht müde, in Großanzeigen, Talkshows und auf anderen Bühnen der Öffentlichkeit ihr Lobbyistengeschäft im Dienste der Vervollkommnung einer marktkonformen Demokratie zu betreiben.“

14 Gedanken zu „Was macht eigentlich Wolfgang Clement?

  1. Wer ihn noch nicht kennt, dem empfehle ich folgenden plusminus Beitrag:

    Die Bemerkung in diesem Beitrag, eigentlich müsste es „Initiative Weniger Soziale Marktwirtschaft“ heissen, finde ich sehr passend!

  2. Also, immer diese Kritik: Sozial ist, was Arbeitsplätze schafft. Und national-sozial, was in Deutschland Arbeitsplätze bringt.

  3. Denn Armut schändet nicht, und ein Glanz, der von innen scheint, ist wichtiger als aller Tand (Ostasiatische Weisheit eines reichen Japaners)

  4. Willst Deiner Lobby du was bieten, nenn´ Arbeitslose „Parasiten“! (Westdeutsche Weisheit eines sozialdemokratischen FDP-Wahlempfehlers)

  5. Die Zeitarbeit heilt alle Wunden! (…Mir ist entfallen, von wem das noch gleich war)

  6. Baring, Metzger, Scholz & Friends und wie diese ganze Drecksbande heißen mag, die da mittut: Das beste ist es, man wendet zunächst deren Grundsätze vom Verzicht und vom Gürtel-enger-Schnallen auf diese Charaktermasken selber an. Und das ist noch die harmlose Variante.

    Es ist, wenn man diesen Betrag von plusminus sieht, erbärmlich. Und zugleich wage ich es zu bezweifeln, daß sich da irgend etwas entgegen wird setzten lassen. Denn die Menschen lieben ihre Unterdrücker und fressen ihnen noch aus der Hand, die sie nicht einmal füttert. Identifikation mit dem Aggressor oder auch – freilich ein wenig abgewandelt, aber doch sehr gut passend: Stockholm-Syndrom kann man diese psychischen Mechanismen nennen. Die Menschen lassen sich ins Gesicht schlagen und lächeln dazu. Nein, mir fällt dazu nichts mehr ein.

  7. Können Sie nicht innerhalb Ihres Blogs eine verbale Gegenoffensive ins Leben rufen, lieber Bersarin? (Es fehlten vermutlich die 100 Mio Investitionsmasse hierfür, aber dafür tummeln sich doch bei Ihnen jede Menge 1a wortgewanter Sprachtalente!)
    Es kann doch nicht so schwer sein, ein paar Lobbywerbern Paroli zu bieten!

  8. Die Sprache allein macht es nicht, es läßt sich mit derselben lediglich Kritik üben – sie ist die Waffe der Kritik und die Kritik der Waffen in einem.

    Zudem gibt es dafür geeignetere Blogs als den meinen, die sich sehr viel mehr mit Politik und Ökonomie befassen. Hätte ich einen 8-Stunden-Blogschreibtag wäre es sicherlich möglich neben Ästhetik und Philosophie Texte zur schreiben, die die Sprache und den Wortmüll dieser Charaktermasken sichten.

  9. Der Beitrag über die INSM hat mir wieder in Erinnerung gerufen, dass WENIGSTENS der ganz bittere Friedrich Merz Kelch noch einmal an uns vorübergegangen ist. Genau wie Roland – würg – Koch. Auch dafür: danke, Angela.

  10. Was macht eigentlich Gustl Mollath?

    Aus aktuellem Anlass würde ich gerne Video zur Kategorie „Was macht eigentlich“ posten.

    Es handelt sich hierbei um den Fall „Gustl Mollath“, der unlautere Bankgeschäfte angezeigt hatte, und sich im Anschluss daran seit bereits 6 Jahren und 9 Monaten in der geschlossenen Psychatrie befindet.

    Das Video zeigt ein Interview mit der zuständigen bayrischen Justizministerin Beate Merk, welches innerhalb von Report Mainz gesendet wurde. Mich hat es sprachlos gemacht, aber sehen Sie selbst:

    LG Partystein

  11. Aber es ist doch auch verrückt, Banken und Finanzdienstleistern Machenschaften zu unterstellen. Es sind diese institutionen, ganz im Sinne des ehrbaren Kaufmanns, Unternehmen, die nur auf Ihr wohl aus sind. Oder hätte ich „Ihr“ besser klein geschrieben?

    Und eine Justizministerin ist doch von Amts wegen gehalten, der Wahrheit und dem Recht zu dienen.

    Eine Freundin wies mich ansonsten auf diesen Fall bereits hin. Die Süddeutsche Zeitung berichtete ebenfalls darüber:

    http://www.sueddeutsche.de/bayern/nach-unterbringung-in-psychiatrie-schoeffe-kritisiert-mollath-verfahren-1.1523589

    Und jetzt auch andere Medien:

    http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-11/gustl-mollath-psychiatrie-wahn-hypovereinsbank

    Wie lapidar im Grunde die Berichterstattung: Als ob es alle wüßten und die Angelegenheit nichts Besonderes sei. Und morgen ist all das wieder vergessen. Und Beate Merk macht irgendwo in einem Aufsichtsrat oder in einer Anwaltskanzlei, auf deren Messingtürschild fünfundvierzig Namen stehen, weiter.

    Man braucht aber diese Typen und Charaktermasken nicht mit Moral und dem ganzen Schmonzes zu kommen, sondern man muß, sie dort treffen, wo es ihnen weh tut: bei ihrem Geld.

    Ja, diese Dinge machen sprachlos: Aber:

    Und dann das noch:

    Und dies war leider damals:

    Das beste übrigens: Wenn jemand Frau Merk öffentlich eine Drecksau nennt, so besitzt sie juristisch alle Möglichkeiten, um gegen diese Schmähkritik vorzugehen, denn sie kann und darf ja auf ihre Ehre pochen und diese Ehre samt Würde für sich beanspruchen. Zumindest der Form nach.

  12. Wieso, vielleicht sagt sie sogar: „Nenn mich Drecksau, Du Hurenbock, ja, nenn mich Drecksau!“ Aber man sollte das nicht so laut sagen. Auch nicht das mit den Machenschaften, denn sonst – zack – §11 PsychKG, das geht ganz fix, wer noch nie fixiert und sediert einer Verhandlung des Amtsgericht über die eigene Person beiwohnen durfte, der macht sich davon kein Bild.

    Als Irrer muss ich allerdings sagen: Irre sind natürlich tatsächlich gefährlich. Auch dieser Gustl ist in dieser Beziehung kein Heimkind, darüber berichtet aber „Monitor Mainz“ nicht. Die vorgeführten Interviews sind ja auch ziemlich kurz, wer weiß, was der Gustl in den Schnittpausen so angestellt hat. Ich bin selber nur aus der Anstalt entkommen, weil ich der Richterin bei der zweiten Anhörung gesagt habe, dass ich ja nur meinte „dass ich schon wüsste, was die in der Anstalt so über mich denken“ als ich beim Gespräch mit der Psychiaterin sagte „ich kann Gedanken lesen“. Haha, das war natürlich glatt gelogen, denn ich kann ja tatsächlich Gedanken lesen.

    Wer nicht so ein pfiffig Kerlchen ist wie ich und deshalb länger als eine Woche in der Irrenanstalt bleiben muss, der hat tendenziell schon verloren. Wenn Ihnen beim Frühstück jemand sagt, er hätte sie gestern im Fernsehen gesehen und Sie dann eine Viertelstunde lang völlig entgeistert anstarrt, dann werden Sie alle Anstalten machen sich der Anstalt anzupassen. Deswegen meine ich, der Gustl soll mal lieber im Irrenhaus bleiben, und man sollte ihn ankaufen statt einer Steuer-CD, dann hat er es gut da und er ist vor uns und wir vor ihm sicher.

  13. Stimmt, ich nehme die Drecksau zurück. In einem Bundesland, wo Franz-Josef Strauß regierte, da scheinen mir solche Begriffe aus unserer Welt der Tiere nicht mehr tragbar.

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