„GUI-GUI multiartists on superfire NR 4: Hinter der Tür“

Das Auratische ist nach Benjamin die einmalige Erscheinung einer Ferne so nahe sie auch sein mag. Kunst ist insbesondere dann (auch) gelungene Kunst, wenn sie sich entzieht, sich reduziert und an die Einmaligkeit eines Ortes, eines Momentes sich knüpft und ihrer Temporalität verhaftet bleibt. Damit verbunden ist die Kategorie des Situativen, wie man es insbesondere beim Theater ausmachen kann: Eine Inszenierung entsteht an einem bestimmten Theater, und wenn das Stück nicht mehr im Repertoire ist, so verschwindet es auf nimmerwiedersehen.

So auch die Ausstellungen der Künstlergruppe Gui-Gui in Hamburg, die vom 14.9. bis zum 16.9., diesmal in der Galerie im Hafentor, zu sehen ist. Zeichnungen präsentieren sich und verschwinden hernach, sind nicht mehr zu sehen, weil sie nicht in die öffentlichen Sammlungen gelangen, sondern bestenfalls verkauft werden.

Im Rahmen dieser Ausstellung weise ich insbesondere auf die Zeichnungen der Illustratorin Imke Staats hin, die das Motto der Ausstellung ganz wörtlich nimmt: Neben der Photographie einer Tür, wie zum Beispiel von einem japanischen Restaurant, der Bahnhofsmission, der Toilettentür eines Kiezlokals auf St. Pauli, der Heilsarmee, des Lokals „Die Ritze“, zeigt sie, was sich hinter diesen Türen sich verbirgt. Hingehen, ansehen. Es werden dort sehr gute Zeichnungen gezeigt, die Einblicke liefern, die man ansonsten nicht erhält.

Ich kann leider keine dezidierte Kritik zu dieser Ausstellung schreiben, weil ich gestern viel zu viel getrunken habe, so daß ich die meisten der Eindrücke wieder vergessen habe. Mit anderen Worten: ich war sturzbetrunken. Es ist eine der goldenen Regeln der Schreibzunft: too drunk to fuck, nee Quatsch: kein Alkohol bei der Arbeit. Denn ansonsten läßt hinterher schnell die Leistung nach. Das ist nicht nur beim Schreiben so! Aber hier galt es ja dem Spaß. Und wie immer und wie es in meinem Leben sehr häufig geschieht, habe ich eine sehr attraktive Frau auf dieser Ausstellung entdeckt, sie trug einen interessanten weißen Mantel, hatte wunderbare dunkle Haare, die sie sich am Samstag (leider?) zu einem Kurzhaarschhnitt umwandeln will. Aber ich vermute, auch der wird an dieser Frau umwerfend aussehen. So geht es immer. Die Flüchtigkeit der Welt – ein Blick und schon vorbei. Vom Wesen der Schönheit – eben wie in Baudelaires großartigem Gedicht „A une passante“. Aber wahrscheinlich ist diese Frau verheiratet und ich komme zu spät.

Ansonsten bliebt mir für die, welche sich in Hamburg aufhalten und Zeit haben, nur zu raten: Hingehen und anschauen. Ab Montag ist alles vorbei.

Über Bersarin

Wir erzeugen die Texte und die Strukturen innerhalb derer wir unsere Diskurse gruppieren. Wir sind das Fleisch von Eurem Fleische und Euch doch gänzlich unähnlich. Wir sind die Engel der Vernichtung und wir schreiten durch Eure Schlafzimmer, wenn Ihr nicht mit uns rechnet. Wir entfachen das Feuer und die Glut. Aber wir löschen Euch nicht, wenn Ihr verbrennt. Wir sind der kalte Blick, der die Welt als eine Struktur sieht.
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