Hinweis in fremder Sache

Für alle Freunde oder Haßliebhaber und -liebhaberinnen New Yorks gibt es in der Sonntaz einen sehr schönen und stimmungsvollen Bericht zu New York, den die Grafikerin und Illustratorin Juliane Pieper geschrieben und illustriert hat. Zu lesen hier, und wenn man die taz unterstützen will, weil man sich nicht die ganze Zeitung kaufen wollte, dann kann man für den Artikel auch ein wenig Geld bezahlen, was ich im Rahmen dieser Zeitung für mehr als gut halte.

Es stehen in der taz auch noch andere lesenswerte Berichte, und eine Aktion in Andalusien wie diese, den Supermarkt zu plündern, sollte auch in der BRD ein probates Mittel sein. Es geht darum, den Leuten etwas wegzunehmen, die anderen etwas gestohlen haben. Zum Beispiel ist Niedriglohn Diebstahl sowie Körperverletzung dazu!

Über Bersarin

Wir erzeugen die Texte und die Strukturen innerhalb derer wir unsere Diskurse gruppieren. Wir sind das Fleisch von Eurem Fleische und Euch doch gänzlich unähnlich. Wir sind die Engel der Vernichtung und wir schreiten durch Eure Schlafzimmer, wenn Ihr nicht mit uns rechnet. Wir entfachen das Feuer und die Glut. Aber wir löschen Euch nicht, wenn Ihr verbrennt. Wir sind der kalte Blick, der die Welt als eine Struktur sieht.
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Eine Antwort zu Hinweis in fremder Sache

  1. Björn Eriksson schreibt:

    Niedriglohn, also der von der Mehrheit einer Gemeinschaft legalisierte bzw. hingenommene Diebstahl, vorgenommen in Tateinheit mit Körperverletzung, erfüllt – wie Sie meines Erachtens zutreffend feststellen – zweifelsfrei den strafbewehrten Tatbestand der räuberischen Erpressung. Ist im Gesetzbuch Ihres Landes doch zu lesen: „Wer einen Menschen rechtswidrig … durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, … nötigt und dadurch dem Vermögen des Genötigten … Nachteil zufügt, um sich oder einen Dritten zu Unrecht zu bereichern, …“.

    Nun, wenn jemand – selbst bei nachgewiesener Fähigkeiten und abgeforderter wie einbezahlter Beiträge in entsprechende „Versicherungen“ – dazu gezwungen wird, abseits seiner erworbenen und vorhandenen Fähigkeiten als lebendige Komponente innerhalb der auf Maschinen ausgerichteten Algorithmen zu funktionieren, ohne daraus jemals wenigstens sein Existenzminimum erwirtschaften zu können, er dies allein aus dem Grund tut, da er das ihm angedrohte empfindliche Übel vermeiden möchte, und dies zur Bereicherung eines Dritten führt, wie könnte dies anders gewertet werden, denn als jenes, welches durch die Paragraphen § 253 und § 255 Ihres Gesetzbuches beschrieben wird?

    Es sei denn, die Allgemeinheit betrachte solches nicht als verwerflich, denn Absatz 2 sagt aus: „Rechtswidrig ist die Tat, wenn die Anwendung der Gewalt oder die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist.“

    Sigurður Lindal, Professor für Rechtswissenschaften der Universität Reykjavik und Präsident der isländischen Literaturgesellschaft, schrieb 1989 in seinem Artikel „Die Entwicklung der Verfassung und des Strafrechtssystems im altisländischen Freistaat“:

    „… gewichtige Argumente sprechen für die Ansicht, dass neue Gesetze ohne einstimmige Entscheidung nicht als allgemein verbindlich angesehen wurden. Mit anderen Worten, es war die Regel, dass jeder nur an das gebunden war, was er selbst für richtig befand. …Wenn keine Einstimmigkeit erreicht würde, sagte man sich entweder los, dann drohte Unfriede, oder man handelte die Sache unter sich aus … Diese Gesetze konnte man deshalb befolgen, ohne seine Freiheit aufzugeben. Alle Bestrebungen, Veränderungen ohne Zustimmung derer durchzusetzen, die sich an die Gesetze hielten, wurden als Gewalttätigkeit oder Verachtung des Gesetzes angesehen … Die Vorstellung, dass Gesetze in diesem Sinne gemeinsames Eigentum sind, hat sich so ausgewirkt, dass man sich über neue Gesetze absprach, anstatt sie mit Gewalt durchzusetzen. Als man sich damit abzufinden begann, dass die Entscheidung einer Gruppe – der Mehrheit – oder eines Einzelnen bei der Gesetzgebung für die Gegner verbindlich war, fand eine durchgreifende Bewusstseinsänderung statt. Jetzt waren die Gesetze nicht mehr wie früher gemeinsames Eigentum der Landesbewohner, sondern eine Art Fremdkörper, ein Zeichen dafür, dass sie ihre Freiheit verloren hatten … Man hielt es für ein selbstverständliches Recht, dass keiner durch neue Gesetze gebunden wurde, es sei denn, er hatte ihnen selber zugestimmt …“

    Laut Professor Lindal hatte dies zur Folge, dass damit die Mächtigen in der Gesellschaft in Schranken verwiesen wurden, und die Gesetze demgemäß nicht als Instrument eines Machthabers angesehen wurden.

    Die Aktion in Andalusien dürfte Herrn Lindals Betrachtungen bestätigen.

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