David Lynch

Es gibt Menschen, die glauben, man könne Ungewöhnliches nur erleben, wenn man sehr weit fortreist oder in seinem von der Arbeit abgetrennten Freizeitalltag außergewöhnliche Dinge betreibt, die nur wenige tun. Kürzlich fragte mich eine Frau, mit der ich in einem In- und Schicki-Micki-Restaurant trank und eine Kleinigkeit speiste, was denn die weiteste Flugreise in meinem Leben gewesen sei. Ihre Augen schimmerten und ebenso ihre schönen blonden langen Haare. Vorher hatte sie ein Weinglas umgestoßen, was mir unangenehm war. Sie wieselte da am Boden herum und wischte auf den Knien, dann kam auch die Bedienung und half mit, während ich mir, ein wenig unschlüssig daneben stehend, das Treiben ansah und zudem – dies muß ich schandbarer Weise gestehen – auf ihren ausgesprochen gut geformten Arsch blickte und ihn mit dem der Bedienung verglich. Ich hätte gerne geholfen, doch ich konnte nicht. Dies ist ein schwerwiegender Nachteil, wenn jemand eine Existenz im Ästhetischen führt. Ich helfe dann nicht, sondern schaue auf Körperteile. Nicht korrekt, aber, wie Deichkind singt: „Leider geil!“ Jene blonde mittelgroße Frau besaß zwar keine besonders langen Beine – große Attraktoren haben kurze Beine, so pflege ich zu sagen –, zudem erschienen sie mir auch ein wenig dünn, so daß ich eher von Beinchen sprechen möchte, aber dafür diesen ganz wundervollen Arsch und einen von Zeit zu Zeit witzigen und spritzig-kreativen Geist. Was will man mehr: gesunder Körper, gesunder Geist. „Beten sollte man darum, dass in einem gesunden Körper ein gesunder Geist sei.“ So schreibt Juvenal. Diese Dinge sind allerdings wandelbar und zeigen sich ausgesprochen fragil.

Und als wir wieder in den eigenwilligen, unförmigen Sitzkissen, die eben dazu führen, daß auf dem Boden abgestellte Weingläser irgendwann zwangsläufig umkippen, hockten oder eher: preßten, und nachdem sie von ihrer Reise nach Japan erzählte, stellte sie mir diese Frage, die, so vermute ich, nicht auf Interesse abzielte, sondern auf das Exorbitante als solches aus ist. Ich hätte ihr als Ziele Anchorage (wie schön auch: Michelle Shocked), Neuseeland oder Feuerland nennen müssen. Ich erzählte ihr dann jedoch von einem Flug, wo der rechte Propeller brannte und der linke kurz vor dem Ausfallen war. Die Maschine landete irgendwo auf einem Militärflughafen in einem Ostblockland. Ich selber habe die Angelegenheit, das Gewitter, den Blitzeinschlag, den Brand, diese Notlandung eher unbeteiligt gesehen, während andere Menschen an Bord schrien und weinten. Allen voran meine Schwester.

Man kann Ungewöhnliches aber auch an einem Ort erleben, der liegt keine zwei Nanometer von einem selbst entfernt: dazu bedarf es keiner weiten Reise – was jene attraktive, weinumkippende Frau mit den schlanken Beinen jedoch ebenso weiß wie ich, wenn sie hingestreckt auf ihrem Sofa liegt –, sondern lediglich eines hyperaktiven mit viel Phantasie, Leidenschaft und Zerrissenheit ausgestatteten (Unter-)Bewußtseins. Und so geschehen zum Beispiel solche die Logik und den Verstand sprengenden Dinge zuweilen im eigenen Kopf, wenn sich die verschiedenen Stränge des Denkens, die Linien der Wahrnehmung sowie das im Bewußtsein Sedimentierte verquicken, durchdringen und überlagern und zu einem neuen Bild formen. Und wenn diese Szenen, welche sich in diesem Innenraum abspielen, von einem Menschen visualisiert und zudem kompositorisch geformt ins Bild gebracht werden, dann benötige ich keine weiten Flugreisen. Das Außerordentliche zeigt sich im Film. Die einzige Bewegung, die ich vornehmen muß, ist die ins Kino oder aber, was die deutlich schlechtere Option ist, hin zum Schrank mit den DVDs. Und in jenes Kino, in das ich mich bewege, da läuft ein Film von David Lynch. Wie zum Beispiel im Jahre 1986 „Blue Velvet“ oder im Juni 1997: „Lost Highway“. Am besten schaut man einen Lynch-Film in jenem halbbetäubten und zugleich hochempfindlichen Zustand, der sich einstellt, wenn dem Zuschauer von einem Arzt ein narkotisierendes, mithin schmerzbetäubendes Mittel per Spritze injiziert wurde und wenn diese Spritze, nachdem der operative Eingriff schon vorüber ist, ein wenig zwar noch nachwirkt, aber zugleich bereits der pochende Schmerz der Wunde einsetzt. Wenn Betäubung und Schmerz sich überlagern.

„Lost Highway“ zeigt eine Welt, in der eine Zeit herrscht, die zugleich nicht mit unserer Lebenszeit in Deckung gebracht werden kann: ein verschleiftes Bewußtsein, in welchem sich Anfang und Ende durchdringen, wo die Chronologie von Ereignissen und die Linearität der Zeit aufgebrochen wird. Kritiker verglichen diesen Film mit dem Möbiusband. Und es gibt im Hinblick auf die Ungewöhnlichkeiten des Lebens sicherlich nichts Angenehmeres und Amüsanteres als Videokassetten ins eigene Heim zugeschickt zu bekommen, auf denen das eigene Haus zu sehen ist, und wenn der Betrachter dieser Kassetten bemerken muß, daß die, welche filmten, zugleich in die eigene Wohnung eingedrungen sein müssen. Oder sich auf einer Party aufzuhalten, dort mit einem Mann ins Gespräch zu kommen, der einem erzählt, daß er sich gerade in deiner Wohnung aufhielte – auf deine Einladung hin versteht sich – und diese Anwesenheit auch durch einen Anruf von einem Mann beweist, der dir mitteilt, daß er sich momentan in der Wohnung des Angerufenen befinde.

Generell verschieben sich in sämtlichen Filmen Lynchs die Exteriorität und die Interiorität. Der Raum einer Welt stellt zugleich den Binnenraum jener kleinen, vertrackten Welt des Bewußtseins bzw. des zutage tretenden Unbewußten dar. Der amerikanische Traum ist immer und im selben Augenblick auch der amerikanische Alptraum. Das ist nicht neu, das ganze Horror-, Western-, Action- und Abenteuerfilmgenre Hollywoodsknüpft an diesen Aspekt an. Aber Lynchs Kino produziert und injiziert zugleich das paradoxe Bild, welches der herkömmliche Film der Hollywoodästhetik aufschiebt und verdrängt. Und mit „Lost Highway“ tritt das Lynch-Kino zudem in eine völlig neue (philosophische) Phase ein, wie der Filmkritiker Georg Seesslen feststellt.

Spielte sich in den früheren Filmen von Lynch – seien dies nun „Blue Velvet“ oder die wundervolle Serie „Twin Peaks“ – das Grauen und das Unheimliche innerhalb einer zwar überzeichneten, karikierten und sogar ein wenig verkitschten Welt ab, die jedoch mit der Lebenswelt relativ kompatibel erscheint und die sich noch mit den halbwegs realistischen Maßstäben jenes American Way of Life messen läßt, so sind jene in die Darstellung gebrachten Raum der späteren Filme Lynchs völlig andere. In rein realistischen Kategorien und in den Modellen einer Lebenswelt fassen sich diese Räume nicht mehr, und da knüpft Lynch dann wieder an seinen früheren Film Eraserhead an. Es eröffnet sich eine Welt der Spiegelungen und des Spiels mit dem Bewußtsein, welches zu Ausfallerscheinungen und Interferenzen neigt: so in „Mulholland Drive“: hier seziert sich Hollywood in einer psychoanalytisch-semiotischen Weise selber, freilich nicht mehr in jenem noch stringenten Rhythmus wie das noch Wilders „Sunset Boulevard“ macht. (Auf eine eigentümliche Weise fällt aus dieser Weise der Komposition jedoch der fast anrührende Film aus dem Jahre 1998 „Eine wahre Geschichte – The Straight Story“ heraus.)

In „Blue Velvet“ und in „Twin Peaks“ bricht das Grauen und das Unheimliche unvermittelt ins Alltäglich ein, und das Alltäglich ist auch als ein solches Alltägliches der gewöhnlichen (amerikanischen) Lebenswelt gekennzeichnet. Wenn im Auftakt zu „Blue Velvet“ diese idyllische, amerikanische Vorstadt gezeigt wird, wo der Wagen mit den winkenden Feuerwehrmännern entlangfährt und alle diese gepflegten, geputzten Vorgärten und die adretten Häuser wie am Spalier friedfertiger Kleinbürgerlichkeit sich aufreihen, wenn die Blumen in den Gärten sprießen und blühen, dann ist dies hübsch anzusehen, und der Betrachter ahnt zugleich, daß hier jeden Moment etwas anderes hervorbrechen wird, was als Schattenseite derselben Medaille sowie als Verdrängtes und Vergrabenes zutage tritt. Der plötzliche Tod durch einen Herzschlag, der den weißen Vorstadtmann beim Sprengen seines schönen Rasens befällt, mag noch dem Leben geschuldet sein; auch, daß der Gartenschlauch während dieses Todesaktes aus der Hand fällt und Wasser umherspritzt. Dann aber geht die Fahrt der Kamera ins Innere, ins Gebüsch hinein und an die Erde heran und da wimmeln die Insekten, bilden eine Welt, die zwar organisiert und strukturiert, doch uns zugleich fremd ist. Das abgeschnittene Ohr, welches der Collegestudenten Jeffrey Beaumont (gespielt von jenem großartigen Kyle MacLachlan, der in Twin Peaks den verschrobenen und zugleich coolen Special Agent Cooper vom FBI gibt) auf einer Wiese aufliest, scheint da bereits auf Seltsameres zu deuten. Ebenso die Leiche der Laura Palmer, die der Fluß ans Land gespült hat und die der kauzige Pete Martell inmitten der Wald-Idylle findet – eingepackt in einen Plastiksack. Aber all dies geschieht inmitten einer scheinbar heilen Welt. Twin Peaks ist, von außen betrachtet, eine amerikanische Kleinstadt in den Wäldern und Bergen, nahe der Grenze zu Kanada. Und doch wohnt in diesen Wäldern noch etwas anderes. Teils (und besonders ab der Folge 16) ragt das zwar an den Kitsch der Esoterik heran. Aber da Lynch mit diesen Momenten gekonnt spielt, stört das im Grunde nicht, sondern trägt zu dem Effekt bei, daß die Geschichte immer mehr in jene Innenräume gleitet. Schon die Auftaktmusik jeder Folge hat etwas seltsam anrührendes, weil diese Szenen im Grunde auf ein Urvertrauen und ein Grundbedürfnis im Menschen anspielen, was zugleich in die Erschütterung gerät. Die gezeigte Natur ist nicht die wahre, schöne und unberührte Natur. Nichts ist so wie es scheint. Der Ort Twin Peaks stellt zugleich einen Mythos dar.

Nein, anders als Twin Peaks oder Blue Velvet, sind Lost Highway und Mulholland Drive aufgrund ihrer Zeitstruktur und einer Logik, die der des psychischen Apparates oder eines Traumes gleicht, nicht unbedingt leicht nachzuerzählen, und wenn der Film zuende ist, dann wissen Betrachterin und Betrachter, sobald sie aus dem Kino schwanken, zunächst gar nicht mehr, was sie eigentlich gesehen haben. Fast meinte man, sie stehen unter dem Schock. Und der Mann blickt im Jahre 1997 jene Frau an, die schaut ihn an, und beide steigen auf ihre Fahrräder, rauchen, obwohl der Mann nicht rauchen darf. Sie fahren in die Nacht und halten noch an einer Kneipe, schließen die Räder ab, trinken, sprechen, trinken. Rauchen.

Ich reiße Lynch in diesem kleinen Beitrag nur grob an, und es scheint mir irgendwann hier im Blog eine Darstellung seiner Filme schon lange fällig zu sein – spätestens wenn ich meine Serie zu den 10 oder 20 Filmen schreibe, die ich für sehenswert halte: aber das bleibt eine willkürliche und verdinglichte Auswahl, weil ich – naturgemäß – reduzieren muß, denn ein solcher Blog gibt nicht den Raum für eine umfassende Sicht. Worauf ich mit diesem kurzen Überblick jedoch dringlich verweisen wollte, ist eine Veranstaltung in der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz: „David Lynch: The Art of the Real. An Interdisciplinary International Conference“, und zwar vom 28.6. bis zum 30.6. Das scheint mir eine gute Alternative zum Fußball zu sein, und womöglich treffen Sie, werte Leserin und werter Leser, dort auch den Blogbetreiber. Gucken sie doch einfach mal hinein. Und wenn Sie nicht aus Berlin sind, so können Sie trotzdem schauen, den die Vorträge werden als Internetstream übertragen.

Über Bersarin

Wir erzeugen die Texte und die Strukturen innerhalb derer wir unsere Diskurse gruppieren. Wir sind das Fleisch von Eurem Fleische und Euch doch gänzlich unähnlich. Wir sind die Engel der Vernichtung und wir schreiten durch Eure Schlafzimmer, wenn Ihr nicht mit uns rechnet. Wir entfachen das Feuer und die Glut. Aber wir löschen Euch nicht, wenn Ihr verbrennt. Wir sind der kalte Blick, der die Welt als eine Struktur sieht.
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25 Antworten zu David Lynch

  1. hanneswurst schreibt:

    Da am Donnerstag um 19 Uhr das Veranstaltungsprogramm mit einer Ausstellungseröffnung endet, kann man ohne Weiteres die Konferenz besuchen und dennoch um 20.45h Fußball gucken. Was mir von der Planung her eher Un-Lynchisch vorkommt.

    Sehr schöner Text außerdem, jedenfalls die erste Hälfte mit den Ärschen und so, dann wurde es schwierig und ich schläfrig.

  2. Bersarin schreibt:

    Ja, mir ging es beim Schreiben genauso. Ich hätte diesen ersten Absatz am liebsten noch sehr viel mehr im Detail formuliert und schweifte so gerne in die Unendlichkeit ab. Aber es ist heute mit dem Schreiben nicht mehr so einfach und schnell sind Anwälte mit Abmahnungen zur Hand. (Siehe M. Biller, A.N. Herbst)

    Ich werde am Donnerstag womöglich mit meinem Photoapparat unterwegs sein wollen aufgrund der Ausschreitungen nach der Niederlage.

    Wie tippen Sie das Spiel?

  3. hanneswurst schreibt:

    Meine Fußballtipps sind erwiesenermaßen (stoische Teilnahme trotz steter Erfolglosigkeit) schlechter als die Normalverteilung erwarten ließe, weshalb es sich lohnt, gegen mich zu wetten. Mein Tipp Deutschland : Italien ist 3 : 2. Treten Sie gegen mich an?

  4. Bersarin schreibt:

    Ich trete an! Nur: worum wetten wir? Hatten wir nicht schon einmal ein Problem wegen eines Preisgeldes für einen Heidegger-look-alike-contest?

    Das Wort „Normalverteilung“ erfreut mich, erinnert es mich doch an meine zwei Semester Statistik in der Soziologie.

    Ja, ich trete gegen Sie an:

    Das Spiel Deutschland : Italien fällt 1:2 aus.

  5. che2001 schreibt:

    Aus meiner Seele gesprochen, diese Lynch-Betrachtung. Man müsste auch noch über Godard, Gott und die Welt reden;-)

  6. Bersarin schreibt:

    Über Godard auf alle Fälle, Gott kommt in meiner Kritik aller Religion vor und die Welt – tja, die ist doch das beste Objekt für den kritischen Ästhetiker, an dem er sich delektieren kann. Zur Welt fällt mir immer wieder dieser Satz aus dem Spiegel-Interview mit Adorno nach den Schüssen auf Rudi Dutschke ein :
    Spiegel: Gestern schien die Welt noch in Ordnung
    Adorno: Mir nicht

    Sehr gut und sehr treffend beobachtet.

  7. Partystein schreibt:

    Ich verstehe den Lynch-Aspekt in der von Ihnen geschilderten Szenerie mit der Blondine ehrlich gesagt nicht richtig… Wenn sie jetzt seltsam abgehackt über einen schwarz-weiss gezacktes Parkett getänzelt wäre, ihr Haarfarbe von einem Moment zum Anderen von blond über grau auf grün gewechselt wäre, sie unvermittelt Peking Opern rückwärts gesungen zum Besten gegeben hätte und aus ihrer Handtasche Bersarins Übertrittszeugniss aus der 4. Klasse gezaubert hätte nur um es gleich darauf auch schon wieder genüsslich zu verspeisen und danach aus ihren Ohren seine von ihm gegossene Bleisense von der 1996´er Sylvesterparty zu zaubern… dann, ja dann!
    Wird auf der Volksbühne Konferenz eigentlich tatsächlich David Lynch zu sehen sein, oder wird da eher über ihn referiert?
    Ich tippe übrigens auf 3:2 für Italien. Als Siegprämie spendier ich ´nen Beutel Jogi-Tee.

  8. Bersarin schreibt:

    Der Übergang zu Lynch besteht im Ungewöhnlichen, das manche im Alltag beständig einfordern, um die Ödigkeit desselben zu übertünchen Die Reisen müssen weit sein, alles muß exorbitant und Ereignis sein, soooo toll und soooo ausgefallen. Der Kontrast dazu ist das Ungewöhnliche bei Lynch: der eigene Abgrund. Zudem war/ist natürlich der Arsch der Frau ungewöhnlich gut, und es war ein ungewöhnlicher Abend, fast so als speiste Special Agent Cooper mit Audrey Horne. Oder war es nur Leo Johnson, der mit Shelly Johnson sich abgab?

    Lynch ist nicht auf der Tagung. Aber das ist meistens auch besser so, denn was die Künstler über ihre eigenen Werke sagen, ist nicht immer hörens- und lesenswert.

  9. Bersarin schreibt:

    1 : 2. Gut so. Das Ergebnis gleicht meinem Tip. Sehr schön, heute nacht ruhig schlafen, keine Böller, kein Autokorso, keine Siiiiiieeegg, Siiiiieeeeg oder Deutschland-Rufe.

    Aber was gibt es als Prämie für mich, Herr Hanneswurst?

    @Partystein
    Statt des Beutels Tee nehme ich eine Flasche Wein oder vielleicht doch besser Lindablüttentee?

  10. Partystein schreibt:

    Gut getippt, Bersarin.
    …und wie wär´s mit einem Lindavia Fruchtsaft als Siegerprämie?

  11. Partystein schreibt:

    P.S. Kann der Abend nicht auch so gewesen sein, als debattierten Nadine und Ed Hurley über die geräuschlose Vorgangschiene?!?

  12. Bersarin schreibt:

    Ich lecke die Packung bis auf den Grund und tief mit meiner Zunge aus, um keinen der kostbaren Tropfen zu verpassen. Ich lasse mir aber ebenso gerne diese Sache als Live-Prämie kredenzen.

  13. Bersarin schreibt:

    Nadine: Von der Optik sicherlich nicht. Da bleibt eigentlich nur Shelly Johnson übrig. Nein, zu Ed besser passend: Norma Jennings. Im Grunde das schönste und ehrlichste Paar. Aber da, ach, da lassen wir die schönen drei Auslassungspunkte schweifen …

  14. Partystein schreibt:

    Och von Augenklappe mal abgesehen, war Nadine doch ein heisser Feger. …Und eine wirklich mal starke Frau!

  15. hanneswurst schreibt:

    @Bersarin: Die Siegprämie ist die bedingungslose Anerkennung Ihrer fußballerischen Prognosefähigkeit. Leider wird diese Ehrung durch die Stigmatisierung als Vaterlandsverräter geschmälert.

  16. Bersarin schreibt:

    Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten! Wer verrät uns nie? Die Entropie.

    _____________________

    Ich glaube ich nehme einfach nur eine Tüte Werther’s Echte. ;-)

  17. Partystein schreibt:

    Ich glaub´ da spendier ich Ihnen lieber einen Beutel Lachgummis:-)

    Wenn Sie übrigens mit einer Nadine Hurley statt mit einer Shelly Johnson oder Norma Jennings zu Abend gespeist hätten, dann hätte diese bestimmt das ganze Schicki-Micki Restaurarant für Sie zu Kleinholz gehauen, wenn Sie sich dort über die Sitzgelegenheiten geärgert hätten – So müssen Sie das auch mal sehen! …Und Sie hätten geräuschlose Vorhänge daheim!

  18. Bersarin schreibt:

    Heute morgen betrachtete ich mein Spiegelbild, und ich sah ein schmales Gesicht mit langen grauen Haaren. Das Lachen nach den Gummis verzog sich zu einer höhnischen Fratze. Aber nun fahre ich nach Hamburg und bringe den nächsten Buchstaben unter den Fingernagel.

    Fire walk with me!

    Nein, war ein Scherz, heute nachmittag transportiere ich bloß einen Kühlschrank vom Prenzlauer Berg nach Kreuzberg. Darin lagert ein Herz aus Eis. Es ist das meine. Birth of the cool! Danach geht es in die Larry Clark-Ausstellung.

  19. ziggev schreibt:

    Birth of the cool! !!!

  20. alterbolschewik schreibt:

    Die Straight Story (die, das muß ich gestehen, mein Lieblingsfilm von Lynch ist) fällt meines Erachtens nur oberflächlich aus dem Rahmen, nämlich insofern, als er hier viel subtiler vorgeht als in seinen anderen Filmen. Die scheinbar versöhnliche Oberfläche ist, wenn man genau hinsieht, durchgehend gespickt mit Todessymboliken; Straights Reise ist eine in den Tod (wenn er nicht überhaupt schon tot ist). Die anderen Filme leiden streckenweise darunter, daß er den Schrecken durch das Groteske oder Ironische bannt – das ist zwar cooler, erlaubt aber auch eher eine Distanzierung des Zuschauers.
    Ist leider zu lange her, daß ich den Film gesehen habe, ich muß mir den dringend mal auf DVD zulegen…

  21. Bersarin schreibt:

    Das ist einerseits richtig. Dieser Film fällt heraus, weil er sehr langsam, sehr subtil und wenig auf Effekte aus ist. Blue Velvet etwa orientiert sich sehr viel mehr auch am klassischen Kriminalfilm, und zugleich füllt sich der Film mit jener Schwärze der Seele und dem Abgründigen. Für eine genaue Darstellung müßte aber auch ich diese Filme einmal wieder sehen. Wohntest Du etwas dichter an Berlin oder ich an Deinem Ort, dann könnten wir mit ein paar Flaschen Weißwein uns einen wahrscheinlich streitbaren, aber doch anregenden David Lynch-Abend machen. Jene junge Frau, die Du von meinem Besuch her kennst, wäre sicherlich auch mit von der Partie.

  22. che2001 schreibt:

    Was haltet Ihr eigentlich von Shutter Island?

  23. alterbolschewik schreibt:

    Shutter Island hat mich nicht überzeugt. Was als Buch irgendwie funktioniert, daß man selbst im Wahn des Ich-Erzählers gefangen ist, weil man alles aus seiner Perspektive sieht, kann als Film nicht wirklich gelingen. Auch wenn der Film insgesamt besser ist als das Buch (Scorsese ist einfach ein guter Regisseur), ist der Twist am Ende einfach nicht stimmig. Der Film hätte von vornherein klarstellen müssen, daß man den Bildern nicht trauen kann – wie das bei Lynch der Fall ist.

  24. Bersarin schreibt:

    Schade, Shutter Island habe ich nicht gesehen. Insofern muß ich hier schweigen.

  25. che2001 schreibt:

    @alterbolschewik, ich stimme Dir da zu. Ziemlich lange glaubte ich, es gäbe da wirklich Menschenexperimente oder der Protagonist wäre jedenfalls kein Insasse, so eine komplexe Man-weiß-es-nicht sich demaskierende Verschwörungsstory wie bei Illuminatus – und war dann vom Ausgang des Plots bitter enttäuscht.

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