„Work Hard – Play Hard“ – Notizen aus der Arbeitswelt: die Leistungsdarsteller

Hey Ho, let‘s go
The Ramones

„Meine Stimme weht zurück/mit dem Herbstwind. Im tiefen Himmel/finde ich mich selbst.“ So oder ähnlich kann eine selbstproduzierte, an den Zen angelehnte asiatische Weisheit lauten, die als Leer-Slogan zur Selbstfindung auftritt und als Parole eines Zen-Seminars für gestreßte Manager oder Unternehmensmitarbeiter dient. (Zugleich sind solche Sätze die Parodie auf Zen.) Diese Losung wird in gemeinsamer Kommunikation als Mantra herausgerufen, damit die Fundierung im Ich und als geistiger „Mehrwert“ derart auch die Leistung für das Unternehmen, welche zu erbringen ist, wieder stimmt. Der Leersatz am Nullpunkt des Sinns wird mit Bedeutung aufgeladen und das Gemurmel suggeriert Tiefsinn: Das leere Om Om als Geschwätz der Innerlichkeit simuliert plötzlich Gewicht von Welt. Der Körper und das Bewußtsein werden konditioniert, um in den vielfältigen Funktionsrahmen zu stehen und dort paßgenau positioniert zu werden, auf das geleistet werden kann. Solche Seminare, Angebote und analytische Beratungen, sei es für‘s Private oder aber die beruflichen Belange gibt es zuhauf – zuweilen noch mit dem Substantiv „Philosophie“ versehen: Philosophie, Zen oder was auch immer als Lebenskunst. Schlimmster Ausfluß dessen: Wilhelm Schmid. Wer einen Einblick in die Details solchen Flachsinns werfen möchte, der schaue auf seine Homepage und dort dann in den Terminplan von Wilhelm Schmid, um zu sehen, wie die Vortragsthemen lauten.

Was zunächst als eine Form von Selbst-Praktik erscheint – mithin als zweckfreie Tätigkeit des Denkens und Handelns sich konzipierte –, wird in den meisten dieser Schulungen jedoch funktionalisiert: Nur um diese instrumentalisierte Leistung der Subjekte, die lange schon keine mehr sind, geht es in der spätkapitalistischen Gesellschaft. Diese Leistung wird in allen Varianten von den diversen Unternehmen zwecks Vermehrung des Kapitals zwanglos erzwungen und die Konditionierung sowie die Optimierung der Angestellten wird im schönen Schein des Events und der Motivationsmogelpackungen kaschiert. Dafür fand sich sodann der schöne Name Unternehmenskultur. Die Esoterik und jenes Asiatische, das zum reduzierten Preis eingekauft wird, bilden im Rahmen des privaten Bereichs, der den Gegenpol zur Arbeit bilden soll, bloß die andere Seite derselben Medaille einer universal verwalteten Welt und sind fusioniert. Dies zumindest ist der, im Film freilich unausgesprochene, Hintergrund jenes Dokumentarfilms „Work Hard – Play Hard“ von Carmen Losmann.

Der Untertitel für diese Filmkritik könnte ebenso lauten: Notizen aus der Unterwelt. Zum Beginn des Films blicken Zuschauerin und Zuschauer auf die Photographie eines Unternehmens, welches seinen Innenbereich zeigt, wie etwa das neue Unilevergebäude in der Hamburger Hafencity: die Betrachter sehen den Eingangsbereich: da wo es jeden Morgen zur Arbeit geht. Starr und statisch liegt diese ins Photo fixierte Welt des Entrée mit ihren gefrorenen Menschen vorm Zuschauer. Zum Beginn eine solche Photographie zu zeigen, ist eine gelungene filmische Eröffnung, wie der Film überhaupt von seinen Bildern her ästhetisch nicht schlecht gemacht ist. Zugleich beginnt ab dieser Stelle des Films, sobald der Ton einsetzt, die Geburt des sprachlichen und handlungsoptimierenden laufenden Schwachsinns aus dem Geist des Spätkapitalismus. Ständig diese Flows und das Change-Management, das Teamplay, die Kreativität wird beim Coffee an einem der Meeting Points angeregt, und derart soll auch das neuartige und nachhaltige Unilevergebäude am Strandkai konzipiert sein. Ungemein wichtig, so die befragten Architekten, sind die Meeting Points, weil gerade dort, in den Pausen, sich die meiste Kreativität freisetzt. Konstruktion von Wirklichkeit mittels Sprache, die zugleich die Realität vernebelt. „Wir sind Unilever. Go for it!“ Wir müssen, wie einer im Film sagt, „diesen kulturellen Wandel [in einem Unternehmen, Bersarin] nachhaltig in die DNA jedes einzelnen Mitarbeiters verpflanzen.“

Diese Welt des Kapitals, der Unternehmensberatungen, der Dienstleistungsindustrie, der Multikonzerne wie Unilever ist, obwohl sie sich krampfhaft mit dem schönen Schnickschnack maskiert, kalt wie die der Schneekönigin, nur eben nicht ausgestattet mit dem analytischen Verstand, sich über seine eigenen Verhältnisse klarzuwerden. Das Interieur dieser Betriebswelt, welches in den kühlen Bildern der Kamera eingefahren wurde – es mußte hierbei nicht einmal mehr die Kälte inszeniert werden, sie stellt sich, zum Glück, für jeden, der denkt, von selbst ein, auch über die Sprache und die Weise, wie Menschen sich selber erniedrigen –, widerspricht freilich dem Anliegen dieser Welt, nämlich ihrem eigenen Anspruch: den schönen Schein der schönen neuen Welt zu verfestigen, welcher die Arbeiter, die längst keine mehr sein wollen, einhüllt und dumpf macht. Kein Zwang soll mehr ausgeübt werden, so daß ich in meiner Tätigkeit nicht mehr daran erinnert werde, zu arbeiten, wie einer der Befragten in diesem Film sich äußert. Und es wird sich im betrieblichen Miteinander einer smarten Sprache bedient, die aufs Englische zurückgreift. Es soll geschmeidig herüberkommen. Die Subjekte oder besser gesagt: die Objekte dieser Welt sind im Grunde allesamt Schauspieler: Leistungsdarsteller.

Der Film kommentiert solche Vorgänge absurder Kommunikation und sinnfreier Statements nicht, sondern gibt den vom Standpunkt der Kamera aus neutralen Einblick in verschiedene Unternehmen und in die Weisen von Unternehmenskommunikation wieder: Unilever, Kienbaum, accenture, die Deutsche Post, zudem wird ein Trainingslager für Arbeitsteams gezeigt (Ellernhof Training). Der Film wertet all das nicht, sondern zeigt Bilder, Szenen, Dialoge: wie Menschen im Gespräch in einem Assessment-Center antworten, wenn sie gefragt werden, auf welche Weise Schulungen von Abteilungsleitern stattfinden. Er zeigt Manager, welche die Selbst- als auch die Fremdoptimierung versuchen, damit’s noch besser läuft und der Zwang nicht mehr registriert werde – die Anästhesie gerät total, die Subjekte sollen nichts merken, um dafür dann umso härter und strammer zu arbeiten – das dann aber mit Freunde.

Vermutlich gibt es sogar Menschen, die aus dem Kino kommen und nach diesem Film für sich ausmachen, wie sie noch effizienter arbeiten können, um ihrem Unternehmen zu dienen. Der Widerspruch zwischen Arbeit und Kapital kann in seiner solchen Sicht vorauseilender Affirmation freilich nicht mehr erkannt werden.

Die Angestellten verkaufen zwar immer noch ihre Arbeitskraft: Aber sie gehen nicht mehr, wie einst üblich, um 9 Uhr in den Betrieb und verschwinden von diesem abartigen Platz dann um 17 Uhr 30 wieder, in dem Wissen, daß sie nicht eine Minute länger bleiben wollen, weil sie die entsprechende Ware, wenngleich als disparitätisches Verhältnis, für den Lohn nun dargeboten haben, sondern bleiben, solange es erforderlich ist: fungible und allseits verfügbare Wesen. Kein Zwang soll entstehen: keine(r) soll daran erinnert werde, daß sie/er arbeitet.

In dieser schönen neuen Arbeitswelt schwinden die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit: am Kicker, an der Orangensaftmaschine als kommunikativem Meeting Point – und nach der Arbeit läßt man sich im Crossfit Bootcamp vom Crossfit gestählten Chef trainieren, weil man’s für im laufenden Jahr geleistete gute Arbeit zu Weihnachten als Prämienleistung geschenkt bekommen hat, und freuen sich hinterher über die exorbitante Anstrengung, daß einem jedes Körperteil weh tat, und schmunzeln, weil es in diesem Crossfit-Camp genau so und nicht anders zugeht, wie es ein Spiegel-Online-Redakteur auf SpOn beschrieben hat, beim Lesen dieses Spiegel-Textes. Und flugs sind die Trainierten fit und noch besser einsatzbereit für den nächsten Arbeitstag. Ihre eigene Demütigung, die sie erfahren, bemerken sie dabei nicht mehr. Die Selbstreferenzialität der Verstumpfung und des Selbstverfehlens hat genau da ihren Ort, wo die Reflexion auf solche Mechanismen aussetzt und alles in das fröhliche Mitmachen um des Spaßes und der Leichtigkeit willen umgelabelt wird. Und dies eben ist der Ausfluß einer (falschen) Postmoderne der allgegenwärtigen Ironisierung und Eventisierung aller Lebensbereiche, wie sie in den 80er des letzten Jhds ihren Ausgang nahm. „Warum leben, wenn man schon für 10 $ tot sein kann“!“, wie ein Begräbnisinstitut sehr passend und zynisch in den USA warb und ebenso Florian Illies‘ schwachsinnige „Generation Golf“ gehört mit dazu. Meldet man gegen diese Form der Gehirnwäsche Protest an, so heißt es, man solle nicht derart humorlos sein – es sei das doch alles spaßig gemeint.

Die Zeit der Stille, welche die Subjekte dennoch neben der Arbeitswelt benötigen, wird dann in den Quatsch und den höheren Blödsinn der Esoterik, ins asiatische Denken oder in sinnloser Freizeitaktivität verpackt. Das Ich gerät zur unerschöpflichen Ressource für die Welt der Arbeit. Daß diese Welt eine solche ist, die auf den Müllhaufen gehört: auf diese Idee kommen die wenigsten. Es findet in solchen Programmen, die sich bis in die Freizeit hineinverlagern, die umfassende Optimierung des Subjekts statt.

Diese Verquickung von Arbeit und Freizeit, welche sich angleichen, registrierte bereits Adorno Mitte der 40er Jahre in den „Minima Moralia“:

„Während der Struktur nach Arbeit und Vergnügen einander immer ähnlicher werden, trennt man sie zugleich durch unsichtbare Demarkationslinien immer strenger. Aus beiden wurden Lust und Geist gleichermaßen ausgetrieben. Hier wie dort waltet tierischer Ernst und Pseudoaktivität.“
(Theoder W. Adorno, Minima Moralia, GS 4, S. 148)

Diese Trennung freilich ist im Zeichen der IT- und Werbe-Welten, die ihre Mitglieder mit den Events ködern, aufgehoben. Der Film zeigt das zwar lange nicht so drastisch, aber schon die präsentieren Szenen hinterlassen den Zuschauer ratlos. Und zugleich: jeder kennt diese Arbeitswelt. Die Weisen des Widerstandes werden mit System abgegraben, die Reflexion auf die eigenen Bedingungen werden den Subjekten von jenem System der Leistungsoptimierung und der Verwertung mit Macht ausgetrieben.

Die wohl groteskeste Szene spielte sich im Ellernhof Trainingscamp (Sitz in der Lüneburger Heide) ab: Die dort dargebotenen Rituale und die den Mitarbeitern abgepreßten Bekenntnisse im Klettergarten gleichen fatal den Mechanismen einer Sekte wie Scientology. So sagte einer der Traktierten vor versammelter Mannschaft beim Klettertraining, vor dem Sprung aus der Höhe in die Tiefe: „Ich werde demnächst noch mehr kommunizieren – was dann heißt: Mehr Umsatz!“ Und es hat gute Gründe, weshalb diese Sekte gerade im Bereich der Wirtschaft so ungemein erfolgreich ist. Scientology ist der auf den Punkt gebrachte verdichtete Kapitalismus, der sich hier als das zeigt, was er an sich bereits ist: ein totalitäres System. Die Fabulierer von der offenen Gesellschaft (beim Popper-Freund Helmut Schmidt angefangen) sollten ihre Reflexionsleistung womöglich etwas mehr auf diese Bedingungen richten.

Systematisch auch die versteckte Demütigung der Ellernhof-Delinquenten: Da mußten im Trainingscamp die vier Mitarbeiter mit verbundenen Augen in eine Art unterirdisches Holzverlies steigen (ähnlich stelle ich mir die Entführung von Arbeitgeberpräsidenten durch die RAF vor) und sich in diesem beengten Raum des Hindernisparkours mit verbundenen Augen orientieren und einen Ausgang finden. Teamplay ist gefragt. Dabei wurden sie von einer Kamera beobachtet, und im Außenbereich analysierte der Trainer die Verhaltensweisen. Bevor einer zum anderen spricht, um gemeinsam die Aufgabe zu meistern, mußte er vor Sprechbeginn in ein kleines Pfeifchen tröten. Redete der nächste, wurde wieder getrötet.

Und dann erfolgte die Teambesprechung: Zum Schluß stellte der Schulungsleiter diese Frage: „Und was nehmt ihr von hier mit nach Zuhause in euren Betrieb?“ Nach Zuhause in euren Betrieb: Suggestiver kann man eine Koppelung von doch eigentlich eher getrennten Sphären nicht betreiben. Die Identifikation mit dem, was ist, muß total sein.

An „Work Hard – Play Hard“ ist jedoch zu kritisieren, daß dieser Film nicht an die Wurzel geht, was man aber bei einer Koproduktion von Arte und ZDF nicht wird erwarten können, denn schließlich kommt dieser Film irgendwann ins Fernsehen. Der Film reißt an, bringt die gezeigten Bilder jedoch nicht in eine neue Anordnung, die das, was sowieso schon der Fall ist, übersteigt. Dadurch wirken manche Szenen am Ende doch eher harmlos. Andererseits hätten es die Unternehmen kaum zugelassen, daß aus ihren Häusern heraus noch härtere und groteskere Szenen gezeigt würden. Sehenswert zumindest ist der Film, wenngleich sich das Groteske dieses Systems sicherlich noch sehr viel mehr auf die Spitze treiben ließe. Aber dazu müßte man dann ins Theater gehen und sich die Stücke von Christoph Marthaler ansehen, weil die Monotonie dieser Arbeitswelt samt ihrer Absurdität dort bestens in Bilder transformiert wird.

Ja, Sand im Getriebe sein – es ist Erich Honeckers bester Satz, als er sagte: „Aus unseren Betrieben ist noch viel mehr herauszuholen!“: Daran sollten wir ruhig öfter denken und uns daran halten und zum Abschluß dann das Video von Deichkind uns ansehen: „Bück dich hoch“. Es bringt „Work Hard – Play Hard“ zumindest in einer lustigen Variante auf den Punkt. Aber am Ende ist auch diese Welt des Pop – hier dargeboten von „Universal Music Group“  – bloße Kompensation und bereitet zum nächsten Mitmachen vor, weil es das kathartische Lachen heraufbeschwört.

In den 80er Jahren hieß einmal ein Werbeslogan von Danone: „Früher oder später kriegen wir euch alle!“

32 Gedanken zu „„Work Hard – Play Hard“ – Notizen aus der Arbeitswelt: die Leistungsdarsteller

  1. toller Text. Und richtig schön lang. (Eigentlich müsste es einen Radiosender geben, wo das immer so weiter geht.) Aber was tun? Vorm UNILEVER-Gebäude sich aufstellen, Minima Moralia und Dialektik der Aufklärung kostenfrei verteilen? (Ich bin dabei, nur könnte ich z.z. nur unzulänglich auf die Frage antworten: und was steht da drin?) Ich finde immer, solches kapitalaistisch- kulturkritisches rein diagnostisches Vorgehen, Verblendung, Selbsttäuschung als systemkonform und -funktional zu beschreiben, hat immer etwas Unbefriedigendes an sich. Eine Kausaltheorie, die solche Irrationalität erklärt, wäre viel knackiger. Alt klingt ja inzwischen die Rede vom Rationalisieren: Es muss nur jemand dazu gebracht werden, einmal eine irrationale Überzeugung anzunehmen oder sich irrational zu verhalten. Wer jetzt nicht aufpasst, sitzt in der Falle. Um diese Überzeugung, dieses Verhalten zu „rationalisieren“, muss schleunigst die nächste irrationale Überzeugung, die nächste irrationale Verhaltensweise hervorgebracht werden. Die Selbsttäuschung, dass ich mich selbst belügen könne, kann nur dadurch gestützt werden, dass ich das Kunststück vollbringe, mich selbst zu belügen. Undimmersoweiter. Rein theoretisch müsste es bei einem solchen Schneeball- oder Kettenbriefsystem einen Anfang gegeben haben, dann wäre es also möglich, dem von Dir beschriebenen Desaster durch schlichte Aufklärung abzuhelfen.

  2. Danke zunächst für Deinen Kommentar und das Lob.

    Sicherlich ist das Verhältnis von Theorie und Praxis ein Problem und ihr Verhältnis unausgewogen. Ich verweise da immer gerne auf den Anfang von Adornos „Negativer Dialektik“, um es mal ein wenig pauschal abzukürzen. Die Verteilung von Broschüren und Flugblättern vor den Betrieben, aber auch das Hineingehen in die dieselben haben vormals bereits andere versucht. Ich sehe da eher geringe Chancen, um eine Veränderung zu bewirken. Ad hoc eine Möglichkeit anzubieten, welche die Aporien auflösen könnte, sehe ich nicht. Das System ist sehr dicht gewebt, und dagegen anzugehen und Widerstand zu erzeugen, der nicht nur im Denken, mithin in der Theorie, sondern auch praktisch wirkt, funktioniert womöglich nur über die Methode der kleinen Nadelstiche. Weh tut es dort, wo es Geld kostet. Aber die, welche das Geld haben, holen es sich zumeist von denen wieder, die keines haben. Das ist ja bereits im Verhältnis von reichen Industrieländern und armen Ländern der Fall. Frag mal, warum es im Kongo seit über 30 Jahren einen auf Dauer gestellten Krieg gibt, von dem wir die meiste Zeit über kaum etwas hören, und che schrieb es hier kürzliche: die Situation im Mittelmeer, wo die Flüchtlinge einfach nur verrecken und von Frontex draußen gehalten werden, und zwar um jeden Preis. Und das sehe ich ebenso: Die DDR-Grenze ist dagegen ein Dreck und eine Lachnummer gewesen. (Wobei ich sie – keine Angst ihr einfachen Schematisierer – nicht relativieren und das eine gegen das andere ausspielen möchte. Bloß die Weisen des Denkens über Grenzen: die sollten mal in den Blick genommen werden. Die böse Grenze und die gute Grenze, über die man nicht spricht.)

    Aber ich habe es ganz vergessen: dies hier ist ja ein Blog zu Ästhetik und Kritik. Insofern:

    Ja, Aufklärung tut sicherlich gut, aber es wohnt ihr zugleich diese fatale Dialektik inne. Und es sind ja die meisten in das System eingebunden, haben ein Haus abzubezahlen, brauchen das Geld für die Klavierstunden des Kindes, wollen im IndoChine speisen oder müssen die Arbeit machen, einfach nur, um zu überleben.

    Eine simple Kausaltheorie, die solches Geschehen, insbesondere die sozialpsychologischen Mechanismen, erklärt, die gibt es nicht. Aber es gibt natürlich Theorien, welche die Funktionsweise von Kapitalismus, also seine Struktur, analysieren: angefangen bei Marx bis hin zur Kritischen Theorie oder aber die Untersuchungen Foucaults zur Macht.

    Stadtsoziologisch ist es natürlich interessant, was ein solcher Komplex wie die Hafencity mit einer Stadt macht und wie sie den Wandel herbeiführt. Da kann man lange drüber schreiben: eine Stadt, die nicht mehr für Menschen, sondern für die Events gemacht ist. Vom Hafengeburtstag über die Einfahrt diverser Kreuzer, die gefeiert werden: die Freßmeilen, Essen als Event für die, welche sich besonders düncken: vom Rive bis hin zum IndoChine: Essen als eine Weise, die feinen Unterschiede zu markieren und die eigene Besonderheit herauszustreichen, ohne dabei zu bemerken, wie läppisch diese Typen sich verhalten. Reflexartig kommt bei solchen Themen dann häufig die Wendung vom kleinen Glück im stillen, das doch jeder brauche, und es wird nicht bemerkt, daß genau diese Mechanismen von Betrug im Kapitalismus dieses eingeforderte Glück gerade hintertreiben. (Wobei ich hier kein Plädoyer gegen Luxus und für schlechtes Essen halten möchte, es ist bloß eine Frage, wie der Luxus und die Weise der Nahrungsaufnahme verteilt sind. Ich selber würde mich auch als Hedonistischer Internationalist verorten.) Und diese Liste läßt sich unendlich ergänzen. Und weiter elbabwärts, bei Neumühlen: Ich denke insbesondere an die dort gebaute Architektur, die den Elbblick vollständig zugebaut hat, so daß es nun vom Fischmarkt bis hin zum neuen Eltunnel an der Elbe entlang gruselig ausschaut.

    Auch diese Dinge hängen mit der schönen neuen Arbeitswelt zusammen. Es sind solche Veränderungen in diesem Ausmaß in Berlin nicht so massiv zu spüren(aber es gibt sie natürlich), weil Berlin nicht diese Filetstücke wie eben Hamburg besitzt. Doch ähnliches spielt sich auch an der Spree zwischen Jannowitzbrücke und Treptower Park ab.

  3. „Aber was tun?“ Die Mehrwertproduktion können nur die Mehrwertproduzenten stoppen. Ich bin kein Mehrwertproduzent.
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    „Eine Kausaltheorie, die solche Irrationalität erklärt, wäre viel knackiger.“ Diese Theorie erklärt das gesellschaftlich notwendig falsche Bewußtsein, und es gibt sie bereits. Der Konjunktiv „wäre“ trifft es insofern nicht ganz.

    Bersarins sehr schöner und erhellender Text steht durchaus mit beiden Beinen tief im Begrifflichen. Dass er „kulturkritisch-diagnostisch“ sei, also bloß an der Oberfläche feuilletonistisch-wehklagend herumwische, sehe ich nun garnicht.

  4. @ Nörgler: ich glaube in der Tat nicht, dass Bersarins Begriffe ihn sonntäglich anfliegen, Montag sind es wieder andere, wenn er die Muße hat, sich um „Kultur“ zu kümmern. Wenn es erlaubt ist, dass ich auf Deinem Blog, Bersarin, von Dir in der 3. Person spreche. „Kulturkritisch“ konnte das nahelegen, so war das aber nicht gemeint.

    Und selbstredend ist eine Theorie die große Leistung des Theoretikers, die Begrifflichkeiten zu Verfügung stellt, andhand derer konkrete Fälle von falschem Bewusstsein/Verblendung als Instantiierung jenes einen falschen Bewusstseins, das unter Bedingungen einer kapitalistischen Gesellschaft notwendig Folge jener Verhältnisse ist, ausgewiesen werden können. Hier geht es gewiss um mehr als nur feuilletonistisches Herumlamentieren, das mal so, mal anders ausfallen könnte.

    Wenn dem so ist, dann würde ich formulieren, es handele sich um eine bestimmte Form des Bewusstseins, das sich vermittels dieser bewunderungswürdigen Theorie und der Begriffe, die sie bereitstellt, anhand der Phänomene, die die Einzelbewusstseine hervorbringen, ausweisen lässt.

    Das Interessante an einer solchen Theorie scheint mir nun diese Theorie selbst zu sein.

    Um zu verstehen, warum notwendig falsches Bewusstsein, dessen Form an den Einzelfällen aufweisbar ist, die Folge einer — auf eine bestimmte Weise beschriebenen – Gesellschaft ist, muss ich diese Gesellschaft, jedenfalls in Rücksicht auf bestimmte Verhältnisse, in toto zu verstehen suchen. Hierzu liefert mir nun die Theorie die Mittel, deren begriffliche Zulänglichkeit, hier repräsentiert von Aisthesis, ich nicht bezweifele.

    Und handelte es sich hierbei tatsächlich um feuilletonistisches Geschwafel, ließen sich unterschiedliche Ausprägungen des falschen Bewusstseins nicht aufzeigen.

    Sie lassen sich aber, am Beispiel dieses Films, wie er in diesem Blog besprochen worden ist, besonders krass aufzeigen, und verweisen damit auf jenen (Verblendungs-)Zusammenhang, auf den, weil sie notwendige Folge desselben sind, wir mithin schließen dürfen.

    Der Hinweis, dass Verblendung, Selbsttäuschung, falsches Bewusstsein notwenig Folge im Kapitalistischen System sind, ist also nicht mehr und nicht weniger als zu behaupten, dahinter stehe eine Gesellschaftstheorie, die die Mittel bereitstellt, jedenfalls in mancher bestimmten Hinsicht, dieses kapitalistische System zu verstehen.

    Und es steht für mich außer Zweifel, dass hier außerordentliches geleistet worden ist, d. h., es werden die notwendigen Bedingungen für das Zustandekommen des falschen Bewusstseins formuliert und spezifiziert, – was nichts anderes besagt, als dass die Rede vom Verblendungszusammenhang, vom falschen Bewusstsein keineswegs leeres, feuilletonistisches Gefasel ist; nein, es gelingt, die einzelnen Fälle von Irrationalität als Fälle von „falschem Bewusstsein“, wie in der Theorie formuliert, zu diagnostizieren bzw. zu beschreiben.

    Ein Beispiel. Dass es in Oregon zur Katastrophe kam, dass die Bhagwan-Kommune im Konzentrationslager endete, und wo Arbeit als „worship“ bezeichnet worden war, lässt sich vermutlich als Folge jener Phänomene beschreiben, das wir falsches Bewusstsein nennen; obwohl sich das innerhalb des Kapitalistischen Systems abspielte, weil es da, so würde dann wohl argumentiert, kein “draußen“ geben kann, kam es zum großen Erwachen – innerhalb des kapitalistischen Systems. Mit anderen Worten, welche Bedingungen im Einzelfall hinreichend sind, um zum falschen Bewusstsein zu gelangen, steht auf einem anderen Blatt. Hier würden simplere, ich nenne sie „Kausaltheorien“ ansetzen.

    Wie ich mir zu erklären versuchte, wie es über den Verblendungszusammenhang hinaus zu solchen sich verselbstständigender Irrationalität kommen kann, habe ich im vorigen Post angedeutet. Eine „knackige“ Kausaltheorie würde es z.B. erlauben, dem UNILEVER-Mitarbeiter zusagen: „Werter Herr, werte Frau XY oder XYZ, Sie erliegen dem Irrtum, anzunehmen, dass …“

    Bei dem von Bersarin beschriebenen Phänomen scheint es sich um vorläufige Gipfelpunkte sich verselbstständigt habender und immer umfangreicherer und tiefer gehendener Verblendung zu handeln, der mit Mitteln einfacher, bloßer Vernunft begegnet werden können müsste, falsches Bewusstssein im Über-Soll gewissermaßen, das durch einfache Aufklärung, also der Wiedereinführung von rationalen Prinzipien, wieder abgetragen werden könnte. Dann hätten wir es mit simplem Konditionalen zu tun, als welche sich eine Kausaltheorie darstellt (und in welche sich die aristotelische Logik mit ihren Prämissen, die so begrifflich daherkommt, wunderbar auflösen lässt).

  5. Wie bereits geschrieben: der Film ist nicht schlecht gemacht, aber zugleich bleibt er an der Oberfläche, er fängt fragmentarisch die Ausprägungen ein. Es müßte sowieso eine ganze Serie von Filmen gedreht werden, die einen Blick in die qualitativ unterschiedlichen Weisen der Arbeitswelt werfen: Es gibt ja immerhin noch den Niedrig- bzw. Fast-gar-kein-Lohn-Sektor. In diesen Bereichen wird, so steht zu vermuten, eine sehr viel geringe Identifikation mit der Arbeit zu bestehen als auf der Managerebene oder in der IT- oder Werbebranche, wo bereits eine hohe Portion vorauseilender Gehorsams wirkt.

    Das System läßt sich womöglich nicht aufsprengen, weil kein einheitliches historisches Subjekt mehr existiert, welches im Besitz eines sogenannten besseren Bewußtssein ist, um die Lage zu erkennen und gleichfalls zu handeln. Sondern womöglich gibt es „nur“ noch eine Multitude, eine Vielheit von Kräften. Auch in der IT-, Werbe oder Medienbranche gibt es die vereinzelten Köpfe, welche auf die Bedingungen reflektieren, wie sich der Profit erwirtschaftet.

    Mit den Mitteln des Ästhetischen und der Philosophie gilt es, jene dialektischen Bilder dieser Warenwelt zu erzeugen. Und ich denke, daß in Bezug darauf Walter Benjamins Passagenwerk unabgeschlossen ist, daß in der Philosophie Benjamins immer noch eine verborgene und ungeheure Sprengkraft liegt.

  6. @ Wir müssen, wie einer im Film sagt, „diesen kulturellen Wandel [in einem Unternehmen, Bersarin] nachhaltig in die DNA jedes einzelnen Mitarbeiters verpflanzen.“

    Hm, gegen Mengele gabs auch keine rechtzeitige Notwehr.
    Anderes fällt mir zu solch bezeichnendem Dreck nicht ein.

  7. Das schlimmste an solchen Sätzen aus der Welt der Unternehmen: die, welche das sagen, glauben das selber und benutzen alles, um sich im Trainingscamp der körperlichen und geistigen Optimierung möglichst fit zu halten: von Zen, Yoga, Rennradfahren, Trendsportarten bis zur Philosophie wird nichts ausgelassen.

  8. Es gibt leider ja auch historische Herleitung dafür. Die Sauce, die diese Leute ja nicht nur mit ihrer „Unternehmenskultur“ anrühren, ist eben tendenziell eine braune, wie das Zen-Beispiel mindestens seit dem japanisch-deutschen Kriegsbündnis zeigt. Ich sage damit überhaupt nichts gegen Zen, im Gegenteil folge ich der Kritik von Leuten wie dem Zenisten Gary Snyder, der ja für meine Jugend wichtig war. (Seine Lyrik jetzt wieder.)
    Leider haben wir damals auch das berühmte Bogenschiessen-Buch des Früh-Naziphilosophen Herriegel gelesen, aber keiner hat uns 30 Jahre nach dem Krieg gesagt, dass wir schon eine notdürftig bereinigte spirituelle Nazi-Schrift lasen. Und in Japan funktionalisierten sich Zen-Mönche im Weltkrieg selbst völkisch, körperlich wegen abtrainierter Todesangst, und geistig als Antisemiten aus Erleuchtung.
    Letztlich ergeben sich daraus die nutzbaren Möglichkeiten für die „Unternehmenskultur“, die von Himmler und seiner Forscher-Bande erkundet wurden.
    Ich fürchte wegen einiger Erfahrungen, dass diese unternehmenseugenischen DNA-Umbauspezialisten demnächst selbst Musik wie die meines „Lehrers“ Cage sich einverleiben werden. Die für mich schmerzliche Cage_Kritik diesbezüglich steht noch aus, sieht man von dem klugen Anti-Zenismus-Kapitel in Ecos „Das offene Kunstwerk ab“, das mir beim ersten lesen gar nicht geschmeckt hat, wegen Cage.

    (Eigentlich möchte ich mich anders äussern bei solchen Komplexen: mit Worten wie „Schweine“, „Drecksäcke“, „Kulturnazis“, „Esoterik-Faschisten“ etc.)

    Herzlichen Dank für den aktualisierenden Hinweis aufs Passagenwerk.

  9. Ich habe zu danken für Deinen Beitrag. Den Bezug Zen – Faschismus (zumindest in Ansätzen und in der Pervertierung desselben) hatte ich so nicht auf der Rechnung und vom Herrigel mit seiner Kunst des Bogenschießens wußte ich gar nicht, daß der aus dieser Ecke kam.

    Skepsis hegte ich jedoch seit ich 15, 16 Jahre alt war gegen all das Pseudotiefsinnige und die Innerlichkeitssucher: Angefangen mit solch einem Schwachsinn wie der „Vermittlung“ von Naturwissenschaft und Asiatischem bei Fritjof Capra, der am Ende dann ja auch Bücher geschrieben hat, wie sich die Leistung von Unternehmen vermittels gaaaaaanz viel Kommunikation und mittels Vernetzung verbessern läßt: Macht den Subjekten ihre Arbeitsplätze gemütlicher, damit sie nichts mehr merken!

    Ich kann noch heute meinem damaligen Philosophielehrer nicht genug danken, daß er mit uns anfing, Hegel zu lesen: Das Kapitel Herrschaft – Knechtschaft aus der „Phänomenologie des Geistes“.

  10. So einfach zurück zur Rationalität, wie Ziggev es u.a. vorschlägt, trägt das wirklich? „Erreicht“ man damit die Selbstblender? Wie „tief“ geht die Verblendung, wie tief müßte man graben? Ist die Bennenung der Verblendung schon die Lösung im trivial-psychoanalytischen Sinn?

    Ganz wichtig: Liegt bei den Verblendeten Leidensdruck vor? Wenn nicht, und dafür spricht einiges, dann ist an eine vorschnelle Lösung nicht zu denken. Offenbar müssen erst einmal ein paar Grundfeste ins Wanken geraten, bevor ein Nachdenken über die schrecklichen Worthülsen und deren systemimmanente Sinnhaftigkeit – also Sinnlosigkeit – einsetzt. Wie kann man sich freiwillig selbst so demütigen? Sind diese Menschen nun Herr oder Knecht? Wie würden sie sich selbst beschreiben? Doch sicherlich nicht als manipuliert, sondern als selbstbestimmt. Dieses Empfinden der Freiwilligkeit ist der Angelpunkt der Gehirnwäsche. Möglicherweise ergeben sich hier Hebelmöglichkeiten!
    Letztlich führt Bersarins großartiger Text auch zum Reflektieren über gesellschaftlich sehr viel weiter unten sich Befindende, die freiwillig in Talkshows sich zum Affen casten lassen, und die ebenfalls glauben, sie hätten die Zügel in der Hand.
    Das wechselseitige Bezugssystem Herr-Knecht mit seinen jeweiligen Manipulationen und gefühlten Unabhängigkeiten, hat Hegel das so gemeint (ich kenne Hegel nicht, der war mir immer zu schwierig)? Ist es so, dann wäre Hegel wohl einem zentralen gesellschaftlichen Mechanismus auf die Spur gekommen.

    T.Alberts Hinweis zu Zen ist wesentlich, wäre noch zu ergänzen mit dem Hinweis auf Heinrich Himmlers Tibet-Ideologie (der Urarier aus dem Himalaya!); die heutige Daleilama-Verehrung des grün-funktionierenden Bürgertums mit dem tibetischen Ausgleich der Gegensätze Gewinnmaximierung und Umweltschutz hat auch diese Wurzeln. Tut mir Leid, Joschka.

    Letzte Frage: Gibt es „Aussteiger“, die dereinstmal auch in so einem Managercamp manipuliert worden sind und nun darüber berichten? Weiß da jemand etwas?

  11. @ summacumlaude
    Leidensdruck wird sich bei denen erst einstellen, wenn das Haus, die EIgentumswohnung, mithin der eigene Lebensstil perdu ist, weil’s die unvermeidlche Entlassung gab. Ob der aber in die richtige Bahn und in die richtige Reflexion gerät, bleibt wohl fragwürdig.

    Und da liegt das eigentliche Problem, was Adorno/Horkheimer in ihre „Dialektik der Aufklärung“ dargelegt haben: Die Mechanismen universeller Verblendung und der Kolonisierung von Bewußtsein mittels Schund aus der kulturindustriellen Resterampe greifen überall. Keiner wird draußen gehalten und alle werden versorgt mit dem jeweils auf die spezielle Gruppe zugeschnittenen Müll. Selbst die Ironiesierung dieser Phänomene im Kitsch bleibt dem Bestehenden verhaftet: „Kein Ort, nirgends“.

    Der Hinweis zum Dalai Lama ist wichtig. Gerade gestern hat Jutta Ditfurth diese Idiotie des Jenseits und dieser objektlosen Innerlichkeit (ich übersetzte sie mal in die Begrifflichkeiten Adornos), der Versenkung ins Selbst oder in transzendente Sphären auf ihrer Rede am 1. Mai auf dem Lausitzer Platz erwähnt.

    Ja, mit dem Kapitel zu Herrschaft und Knechtschaft setzte Hegel einen wesentlichen Akzent. Die „Phänomenologie“ ist aber gar nicht so schwierig zu lesen, wie man gemeinhin glaubt. Ich würde unbedingt die Vorrede „Vom wissenschaftlichen Erkennen“ und die Einleitung zum Verhältnis von Wissen und Wahrheit empfehlen. Damit gerüstet können Leserin und Leser gut zum Kapitel „Herrschaft und Knechtschaft“ überleiten.

  12. Als Leidensdruck sei gemeint das Leiden an sich selbst, am eigenen Ausdruck; Leidensdruck nach Verlust materieller Selbstvergewisserung kann nur zum Selbstmitleid führen. Das braucht keiner und Selbstmitleid setzt auch keinen kognitiven Konflikt frei. Da sind dann immer „die Anderen“ Schuld.

    Dein Hinweis auf die Ironisierung als Substrat der Systemstabilisierung ist eine Deiner Kernaussagen. Solche Sätze werden aber mit dem Mundwinkel nach oben geschrieben. Das da keiner auf die Idee kommt, der zerknirschte Bersarin sitzt in seiner Stube und meißelt gemartert aus seinem zerknittertem Hirn die Abrechnung mit dem Humor. Die zur Ironie erklärte Blödel-Orgie dürftest Du gemeint haben, die alles nur sich selbst nicht zum Inhalt hat.

  13. Ja, so ist es: die Frage bleibt nämlich, in welcher Weise und wie Humor gerichtet ist. Solcher, der sich mit dem, was sowieso der Fall ist, gemein macht, ist im Grunde kein Humor. Wir hatten das ja hier bereits: Bild-„Zeitung: das ist doch funny.

    Nein, zerknirscht sitze ich nicht da, denn ich bin, mit Foucault gesprochen, ein fröhlicher Positivist, der die Dinge, die sich abspielen, registriert und festhält.

  14. vor ein paar Tagen habe ich einen interessanten Beitrag in der Deutschen Zeitschrift für Philosophie gelesen (1/2012, zwei Probeexemplare umsont, weiß aber nicht, ob es schon eine neue Nummer gibt oder ob auch eine vorherige als Probeexemplar bestellt werden kann, ich glaube sonst 38 €). Tilo Wesche über ‚Adornos Negative Dialektik und ihre „Gestalt der Hoffnung'“.

    Welsch zufolge erkennt Adorno „ablosute Negativität“ an, also dass insbesondere Schlechtes, Schein eine eigenständige Realität sind. Was das Negative als selbstständige Kraft zu bezeichnen erlaube, sei die Freiheit aus der es hervorgeht. Täuschungen und Leiden seien hier weder fremd- noch einfach selbstverschuldet, sondern von den Betroffenen mitverschuldet. „Verdinglichung“ komme somit als eine „von ihnen [sc. den betroffenen Subjekten] mitverschuldete Form ihrer Beziehungen“ in Betracht. Jetzt müsste man wissen was unter Verdinglichung genauch zu verstehen ist. (ich sehe schon, da muss ich selber lesen, um herauszufinden, ob sich auch aus Horheimer/Adorno solche netten, handlichen Konditionale ableiten lassen.)

    Und das ist doch gerade das Empörende, dass es sich einfach nicht vorstellen lässt, dass diese Leute freiwillig so tun (als ob, den Kalauer konnte ich mir jetzt nicht verkneifen). Und die vielen Fragezeichen bei der Frage, warum offenbar Betroffene nicht darunter leiden, dass sie sich etwas vormachen! Aber dies käme, andererseits, wieder in die Nähe des Wahns, der, wie mir irgendwie einmal zu Ohren kam, dadurch charakterisiert ist, dass die Patienten unter ihrem Wahn leiden, weil sie wissen, dass es falsche Vorstellungen sind. Logisch betrachtet muss ich ja wissen, dass ich mir etwas vormache, wenn ich mich mit solchen Ambitionen herumtrage.

    Dieses „hurra, wir verblöden“, das inzwischen eine ganz neue Dimension angenommen hat, würde ich daher „Selbsttäuschung über Umwege“ bezeichnen. Das ist etwa so, wie wenn du, bevor du die Mathearbeit zurückbekommst, überall herumerzählst, dass du überhaupt kein gutes Gefühl hast, wenn du meinst, dass du ne Eins geschrieben hast, damit die Enttäuschung hinterher nicht so groß ist.

    Nochmal kurz zur Empörung. Ich fand diesen Artikel von Wesche auch deshalb so erleuchtend, weil ich hier erfahre, dass Adorno sich gegen Kant und Aristoteles abgrenzt – das Gute, dieser Satz steht fest, ist stehts das Gute, das man lässt (W.Busch) -, die, so Wesche, das Negative als einen Mangel oder Dyfunktion der Versnunftfähigkeit erklären. (und Schopenhauer?)

    Diese Verblendung hatte ich als einen Mangel an Vernunftfähigkeit, an Rationalität interpretiert. So gesehen ist es einfach zum Verzweifeln!

  15. ach, was ich vielleicht noch „teilen“ möchte – ein beliebter Anglizismus in Eso-Litratur -, denn ich war so empört, dass ich sogar Erforschungen der philosophischen Literatur unternahm, im Bereich der Analytischen Philosophie gibt es einen Artikel von David Rears, ‚Freud, Sartre and Self-Deception‘ in: Freud A Collection of Critcal Essays, Edited by Richard Wollheim, Anchor Press / Doubleday. Zum Problem der Selbsttäuschung hat Wolfgang Künne, das ist Analytische Philosophie, inzwischen viel veröfftentlicht.

    An Sartres „mauvaise foi“ wäre vielleicht noch zu erinnern.

  16. Danke für den Hinweis auf den Text von Wesche. Ich kann zu diesem Text allerdings wenig sagen, da ich ihn nicht gelesen habe. Ich bin aber gegenüber den meisten Adorno-Interpretationen doch sehr skeptisch, weil es sich zumeist darum handelt, die Negativität auf eine Weise zu eskamotieren, die der Sache doch äußerlich bleibt und am Ende in Positivität umschlägt – sozusagen um der Hoffnung willen. Denn immer wieder möchte ich mit Adorno darauf insistieren, der im Zusammenhang mit dem Begriff des Nichtidentischen schrieb: „Das Negierte ist negativ, bis es verging.“

    Daß die Subjekte nicht merken, was ihnen angetan wird, und daß sie sich damit zugleich identifizieren, kann man sozialpsychologisch u.a. als jene Identifikation mit dem Aggressor bezeichnen. Aber dieser Mechanismus der Überidentifikation ist zu komplex, um das hier in ein oder zwei Sätzen abzuhandeln.

    Von Sartres Begriff des „mauvaise fois“ halte ich nur bedingt etwas. Es schwingt darin sicherlich ein richtiger Reflex mit, aber die existentialphilosophische Aufladung mit der geballten Subjektivität geht am Gegenstand vorbei und unterschlägt die komplexen Machtverhältnisse sowie die Mechanismen der Internalisierung. Um Sartre gegen Sartre zu lesen, sollte man ihn wohl mit dem Moment des Objektiven koppeln.

    ______________

    Na, das ist aber eine Steilvorlage: Selbsttäuschung und Analytische Philosophie. Ich bin mir ziemlich sicher, daß da ein Zusammenhang besteht.

  17. Genaration ICH- AG
    oder von der Effizienz der Ausbeutung des Menschen durch sich selbst….

    über die entgrenzung von arbeit und privatssphäre ist in den letzten 10 jahren viel geschrieben wurden. die thematik ist somit bekannt in weiten teilen der lesenden sich bewussten bevölkerung.

    ich verweisen hier auf ein standardwerk der arbeistsoziologie von gerd- günther voß:
    Entgrenzung von Arbeit und Leben. Zum Wandel der Beziehung von Erwerbstätigkeit und Privatsphäre im Alltag. R. Hampp Verlag, Mering 2003, ISBN 3-87988-798-5 (zusammen mit Karin Gottschall).

    an stelle der ausbeutung des menschen durch den menschen ist im zeitalter des individualisierung, die ausbeutung des menschen durch sich selbst getreten. prekäre arbeitsverhältnisse, generation praktikum, scheinselbständigkeiten, alles immer weiter runtergebrochen von der klasse oder der schicht der arbeitnehmer, facharbeiter etc auf das individuum, den einzelkämpfer oder die ICH- AG. das neue oder erschreckende daran ist, dass es keine wir- idendität mehr gibt, oder kein klassenbewusstsein. da nützt es auch nichts, das wir hier scheinbar in einem gewerkschaftskernland diese immer noch drei mal jährlich für die rechte von….( wem eigentlich) streiken sehen. da dieses konstrukt „gewerkschaft“ nur noch die interessen einer minderheit glücklicher altarbeitsverträgler vertritt.

    so effizient, wie im moment war kapitalsimus noch nie, denn momentan ist sich jeder selbst der nächste. wo jeder allein steht, kämpft auch jeder allein oder eben nicht. ein großteil der selbstausbeuter ist noch gefangen im irrglaube der „hippen“ neuen arbeitskultur. eine zeitlang ist es sicherlich schick, diese immerwährende erreichbarkeit über die trendigen smartphones oder das ständige preisdumping. bedeutet es doch auch, he ich bin leistungsfähig und willig, ich dreh mich, ich bin agil, ich nehm mein leben in die hand ohne jammern und klagen, nicht so wie ihr faulen hartzis .

    wie lange das trägt ist unterschiedlich. wie lange kann mensch es denn aushalten als beispielsweise architektin in berlin mit nem 45h- arbeitsvertrag, tag und nacht erreichbar, überstunden zusätzlich und das alles für nen tausie im monat?

    ich denke es wird schwierig einer generation ich- ag mit ner pauschalen gruppenlösung zu kommen. das wird nicht funktionieren. hier formiert sich doch nichts. selbst so zusammenschlüsse wie die piraten oder die occupy – bewegung verstehen es ja nicht über den indi-befindlichkeits-schatten zu springen und gemeinsam an einem strang zu ziehen. der eigenen bauchnabel ist halt immer noch der nächste. an bewusstsein fehlt es nicht, aber an motivation oder alternativen es zu ändern, jedenfalls im größeren maßstab.

  18. ach ja; zu den weichgespülten arbeitnehmern in den auch noch vorhandenen firmen- jobs.
    das passt doch auch ganz gut ins bild; wir ( die firmenleitung) schmieren euch so lange scheinnettigkeiten um die ohren bis ihr gar nicht mehr anders könnt als leben mit arbeit geichzu setzen……

    allerdings, glaube ich auch hier das sich da ein bewusstsein entwickelt hat, bei klettergarten und zen- aktivisten das, das teamcoaching im wald vll doch nicht das schönste unter der sonne ist.

    allerdings, wer nichts anderes hat, ich meine jetzt, was den namen „leben“ wert wäre, der sucht sich dann ein quasi- leben.
    in einer individualisierten welt, voller gruppen und beziehungskrüppeln, scheint es ja doch so etwas wie eine sehnsucht nach „sozialkontakten“ zu geben und wer, wenn nicht die beziehung oder die familie fängt den einzelnen denn dann auf, genau; die „firma“…..

    mein fazit: im moment erleben wir eine neue form des kapitalismus. der ist hardcore, kommt aber im schafspelz daher, macht immer einen auf team und verschlingt hinterrücks die schwarzen schafe, die lämmer, die alten und lahmen. die meisten allerdings sind froh, wenn sie noch schaf unter schafen seien können, denn für den großen rest gibt es weder schäfer noch schäferhund sondern nur noch den wald. da ist das herdentier vereinzelt dann noch besser zu packen von den wölfen und die müssen sich da auch nicht mehr verstecken hinter masken des teamgeist.

  19. nachtrag zur bewusstheit des einzelnen; die gibt es, nur nützt es eventuell nicht viel nur um ein problem zu wissen, man sollte auch konsequenzen darsu ziehen. manchmal reicht es vielleicht schon einfach nur Nein zu sagen. nein zu überstunden, nein zu unbezahlter mehrarbeit, nein zu anrufen außerhalb der arbeitszeit, nein zu team- events im hochseilgarten…oder nein zur firma, nein zum prinzip vorauseilender gehorsam. das dies geht weiß ich aus meiner eigenen erwerbsbiographie und so allein steh ich damit auch nicht da. siehe hier: http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,830633,00.html

    „Sie wollten irgendwas mit Medien machen. Auf After-Show-Partys tanzen. Porsche fahren. Designerkleider tragen. Der Traum ging in Erfüllung – und wurde zum Alptraum. Drei Aussteiger erzählen von Aufstieg und Abschied aus der Welt von Film, Journalismus, PR und Werbung.“

    (spiegel- online)

  20. „die thematik ist somit bekannt in weiten teilen der lesenden sich bewussten bevölkerung.“

    Das Bekannte ist dadurch daß es bekannt ist, noch nicht das Erkannte.

    Richtig beobachtet von Dir ist der in Tat diese Zunahme der Individualisierung, die den Subjekten als Möglichkeit zur Selbstgestaltung und als Zunahme der Freiheit verkauft wird.

    Den Begriff des Klassenbewußtseins lasse ich mal unkommentiert stehen, nur soviel: ich halte von diesem Begriff nicht viel, weil es dazu eine Klasse mit Bewußtsein geben müßte.

    Richtig ist auch, daß die Gewerkschaften, so wichtig sie auch sein mögen, diese Veränderungen in der Arbeitswelt nicht hinreichend reflektieren und immer noch nach ihrer Klientel des Vollbeschäftigten, im Tarifverbund sich befindenden Arbeitnehmers schielen.

    Wieweit es möglich ist „nein“ zu sagen, das vermag ich nicht zu bestimmen, da ich einer Arbeit nachgehe, in der diese von Dir geschilderten Dinge auf diese Weise nicht zutreffen. Sicherlich gibt es jedoch den Punkt, wo einer sagen kann: Ab hier steige ich aus. Aber die meisten identifizieren sich eben mit dieser ihrer Tätigkeit und sehen da gar keinen Bedarf, weil sie die Differenz nicht ausmachen können: Es ist eben ein Event, in der Agentur oder der hippen Firma XY möglichst stramm zu arbeiten. Hier wird die Arbeit zum Fetisch erhoben und Angestellte/Angestellter erkaufen sich mit dem Firmennamen und der Tätigkeit eine Identität.

    Und als Ergänzung zu diesen Welten lese ich gerade von Leif Randt „Schimmernder Dunst über Coby County“.

  21. Wesche deutet Adornos Neubestimmung der Hoffnung als den Versuch, Kants Frage nach dem Grund für ein kontrafaktisches Hoffen unter religions- und metaphysikkritischen Bedingungen zu beantworten. Er zitiert Adorno: „Es liegt in der Bestimmung negativer Dialektik, daß sie sich nicht bei sich selber beruhigt, als wäre sie total; das ist ihre Gestalt von Hoffnung.“ Negative Dialektik, Gesammelte Schrifften, 6, Frankfurt/M. 1979, 398. Um nun diese „Gestalt von Hoffnung“ nachzeichnen zu können, müsse von einer Klärung dessen ausgegangern werden, was unter negativer Dialektik zuu verstehen sei. Im Folgenden beschränkt er sich darauf, auf sieben Seiten sieben Bedeutungskomponenten zu unterscheiden, „1. Widerspruch … (dort findet sich alles, worauf ich mich bezog). btw., ich möchte die Gelegenheit nicht verstreichen lassen, die Fehler zu korrigieren, von denen es bei mir zuletzt nur so wimmelte. Der Titel des Aufsatzen lautet: Moral und Glück – Hoffnung bei Kant und Adorno. Im dritten Teil wendet er sich Adorno zu. Es heißt natürlich bei Busch: „Das Böse, dieser Satz steht fest, …“ Der Autor des genannten Artikels in Wollheim heißt DAVID PEARS.

    Bei den Analytikern geht es bei diesem Thema manchmal zurück zu scholastischen (katholisch geprägten) Fragestellungen und Definitionen (Aquino). Oder rechnest Du die „technische“ sich Verfügbarmachung seines Gegenstandes, als welchen Vorgang, die Neigung, alles zu formalisieren, in Formeln zu übersetzen, möglw. angesehen werden könnte, als Verstrickung in den Verblendungszusammenhang?

    Wäre wohl nicht ganz unberechtigt, nach dem Motto, wie schlimm die Welt doch sei – ich brauch jetzt sofort ne Formel, haste zufällig eine dabei?

    Ich beruhige mich beim Gedanken an die alten Griechen, die sich doch tatsächlich fragten, wie um um alles in der Welt angeblich Irrationalität möglich sein soll (Akrasia Problem)?

  22. Meditation kann aber auch recht hilfreich sein, beim Umgang mit dem Apparat. Wenn ein Hartz-IV-Termin bevorsteht, so habe ich es eine ganze Zeit gehalten, abends vorher Jogging gehen, Morgends 1-2 Minuten Yoga (Sonnengruß, dabei werden alle Muskelgruppen aktiviert, stärkt das Selbstbewusstsein), während die Espresso-Maschine durchzischt eine bestimmte Merditation, die sich je nach Laune zeitlich gestalten lässt, in der Küche Füße hoch, Zigarette, den Espresso, Fenster auf, Vögeln lauschen, und lächeld der werten Dame entgegentreten. Entdecken, dass man ja eigentlich auch charmant sein kann, bei erster Gelegenheit sie zum Lachen bringen, sie teilhaben lassen, an der Seligkeit, mit der du da auftauchtest. Du kommst, um zu geben. Sie muss denken, wenn du gehst, der Tag wird schön. (Von einem Verwaltungsrechtler habe ich allerdings gehört, dass die in Hamburg verhältnismäßig lasch seien.)

    Mir war Jahre zuvor sogar geraten worden, ich müsse meditieren, wenn ich in dieser Gesellschaft überleben wolle (der Ausdruck ‚prekär‘ wäre für meine damalige Lage fast beschönigend). Im Rückblick kein schlechter Rat.

    es muss bloß immer der Apprarat mit dem gefüttert werden, was er braucht, um weiterzurattern, lass ihn rattern, den Apparat, begierig nimmt er jede Verzögerungstaktik auf, saugt sie förmlich in sich hinein, irgendwo werden Leute dafür bezahlt, sich damit zu befassen.

    Meditation kann also auch hilfreich sein, um sich abzugrenzen, nicht vollständig aufsaugen zu lassen.

    Und immer höflich sein, super-höflich. Ein bisschen auf die Klleidung achten, ruhig ein wenig unkonventionell, nicht (verräterisch) überteuert, ein klein wenig Stil, was immer das auch ist, ist erlaubt, aber alles frisch von der Wäscheleine und gepflegt, ohne Flecken, ein – einer, aber auch nur einer – Gewebefehler o. Ä. ist erlaubt. Unterwegs in Sachen Eineurojob halte ich jetzt eine Kamera in die Gegend und drücke auf den Auslöser. Alles irgendwie Freizeit.

  23. “ Hier wird die Arbeit zum Fetisch erhoben und Angestellte/Angestellter erkaufen sich mit dem Firmennamen und der Tätigkeit eine Identität.“

    das ist zutreffend, warum eigentlich? ein west- welt- problem?

    1) nein ich denke nicht, denn es gibt sie durchaus die asta manjana mentalität da brauch ich bloß bis spanien schauen auch in teilen osteuropas geht es stellenweise ruhiger ab.
    aber wir deutschen waren schon immer einen zacken besser, schneller und ausdauernder als all die anderen. allerdings finden das mittlerweile wohl ziemlich viele junge menschen schick, das deutsch sein und die dazugehörige mentalität, erklärte jedenfalls frau sarah kuttner in einer ihrer letzten bambule sendungen , früher hieß so mal ein meinhof stück , jetzt heißen so die zeitgeist- fetzersendungen.

    2) arbeit = fetisch; oder wie der kapitalismus in die welt kam? laut max weber kam der kaptalismus in die welt durch die innerweltliche askese der calvinisten und puritaner. der geist des kapitalismus, nach weber ist von zwei dingen gekennzeichnet a) durch die idee des berufsmenschentums b) durch reinvestitionen von gewinnen als kapital in die firma.
    damit hat weber bereits 1904 nachgewiesen, das der „moderne “ mensch sich über erwerbsarbeit identifiziert und dies um so mehr wenn er sich oben benannter „innerweltlicher askese“ zuwendet. sprich aufgeht in der pflicht und dem vorauseilendem gehorsam….ich hörte da mal einen sagen. er lebe nicht, um glücklich zu sein, sondern um seine pflicht zu tun.
    genau das meint innerweltliche askese und diese grundidee kommt besonders stark im protestantismus zur ausprägung und somit auch in typisch protestantisch oder calvinsitischen gegenden.

    3) der mensch erkauft sich identität via firmenname oder berufsgruppe. und jetzt sind wir beim zeitgeist angelangt. wer weder durch die zugehörigkeit zu einer bestimmten klasse, gruppe, religion, lebensgemeinschaft, schicksalsverbindung etc das gefühl von zugehörigkeit entwickeln konnte, was bleibt dem noch? im günstigsten falle die firma , im ungünstigeren falle die gemeinschaft der hartzis. identitätsstiftung durch den beruf; eigentlich auch max weber, ich arbeite, also bin ich. ich arbeite für ein unternehmen, also bin ich unilever und die sind cool.

    für menschen, für die arbeit und leben synonyme sind, macht es keinen sinn an verhältnissen rütteln zu wollen, die ihnen im falle des wegbrechens moderner arbeitsstrukturen ja gleich den kompletten boden unter den füßen wegziehen würden. am ende ist es doch so; jede zeit hat die menschen, die sie verdient. im zeitalter der orientierungslosigkeit ist es dann eventuell doch schön wenn wenigstens die arbeit oder die firme als religions- familien und lebensersatz dienen kann.

    groooooßer konzern wir looben dich, konzern wir preisen deine stärke…

    amen

  24. übrigens unterteilt der arbeistssoziologe voß die menschen in zwei gruppen; in die die arbeiten um zu leben und in die die leben um zu arbeiten…

  25. @ ziggev
    Unbedingt möchte ich dieses Thema im Grunde wegbekommen von den individuellen, rein subjektiven Komponenten. Es werden hierdurch Probleme individualisiert und das gesellschaftliche Moment wird ausgetrieben: da ist es wie mit dem Umweltschutz: Wenn ihr schön fleißig den Müll trennt, dann seid ihr ökologisch und tut etwas für die gute Umwelt. Dann braucht man hinterher auch nicht mehr die Industrie anzusprechen.

    Es gibt natürlich Formen von Meditation, von Yoga oder Praktiken, die sich an asiatischer Philosophie oder an was auch immer orientieren, die sind für die/den, welche diese Dinge ausüben, sinnvoll. Es hängt, wie bei vielen Dingen (welch ein Gemeinplatz), davon ab, in welcher Weise und mit welchem Bewußtsein solche Praktiken betrieben werden. Und wer seine Arbeit machen muß, um das Geld zu bekommen, der wird Möglichkeiten des Ausgleichs sich suchen. Denn es gibt in dieser Gesellschaft kein Draußen. Nur wenigen ist es vergönnt, hinreichend Geld zu besitzen und ihre Arbeitskraft nicht verkaufen zu müssen. Da es mir in der Analyse und Kritik primär auf Strukturen und Funktionen ankommt, haben konkrete Individuen in einer solchen Theorie keinen Platz.

    Worum es mir im Rahmen des Denkens geht, ist, daß diese Aspekte einer verdinglichten Welt, in der sogar die Beziehungen dieser Verdinglichung unterworfen sind, wenigstens in den Blick genommen und reflektiert werden. Dies kann mitunter eine Form von unglücklichem Bewußtsein erzeugen. Dieses Bewußtsein ist notwendiges Bewußtsein und gehört zum Gang des Denkens. Der Negativität ist ins Angesicht zu schauen, und es sollte bedacht werden, daß man selber ebenfalls Bestandteil derselben ist und mit dazugehört. Das Problem oder wie Habermas et al. es formulierten, die Aporie und der performative Widerspruch liegen darin, daß es kein Draußen gibt und also die beschädigte Vernunft es unternehmen muß, auf sich selber und auf das Beschädigte mit ihren eigenen Mitteln zu reflektieren. Im Grunde ist dies, von Adorno her gedacht, das Verhältnis von „Dialektik der Aufklärung“, wo eben eine verdinglichte Welt, in der die instrumentelle Vernunft total ist, in die Darstellung gebracht wird, und der „Negativen Dialektik“, wo eine Form von Vernunft konzipiert wird, der es möglich ist, zumindest im Denken (und in der Kunst) Widerstand zu erzeugen.

    Was die Analytische Philosophie betrifft, so will ich nicht pauschal urteilen und müßte mir den entsprechenden Text ansehen. Ich bezweifle jedoch, daß durch die bloß formale Logik oder die semantische Analyse der Gehalt eines Begriffes sich öffnet. Bei Adornos Begriff des Nichtidentischen geht solches Verfahren bloß in die Irre.

    ____________

    @FraufriederikeWunder
    Na, das wird ja vielleicht doch noch der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. ;-) Ich male hier mal eigenhändig einen ansonsten von mir gehaßten Smily hier hinein: ich bin nämlich in gewissem Sinne Gustav Mahler.

    Max Webers Ausführungen zum Kapitalismus halte ich nur für bedingt tauglich, weil er über sein Vorgehen mit Idealtypen zu arbeiten, zum einen doch sehr schematisch verfährt und mittels dieser Lehre vom Idealtypus den dynamischen, mithin dialektischen Gehalt einer in der Materialität fundierten und von ihr ausgehenden Entwicklung des Kapitalismus und einer durch dieses materiale Moment organisierten Gesellschaft in seiner statischen Analyse verfehlt. Bei Weber bestimmt gewissermaßen das Bewußtsein das Sein. Begriffe wie Wert, Ware, Arbeit, Kapital, Produktion von Mehrwert kommen bei ihm nicht oder nur am Rande vor. Allenfalls sind es soziale Konstrukte. Diesen Preis muß er zahlen, wenn lediglich idealtypisch gearbeitet und dadurch das dynamische Moment verfehlt wird.

    Die Begriffe der Arbeit und der Warenwirtschaft werden bei Weber eindimensional gefaßt. Und wenn es um eine umfassendere Bestimmung und die Analyse des Seins, des Wesens und des Begriffes von kapitalistisch organisierten Wirtschaftens geht, fällt mir eine Theorie ein, die sehr viel besser die Struktur und Funktion des Kapitalismus auf den Begriff bringt.

    Das soll nicht Max Webers Arbeit als Soziologe schmälern: sein Konzept von Rationalität, von Sinn und von sozialem Handeln, das er in „Wirtschaft und Gesellschaft“ entfaltet, arbeitet für die Soziologie grundlegende Begriffe heraus. Allerdings ist diese Soziologie zugleich über sich selber und die ihr innewohnende Statik hinauszutreiben.

    Die Gleichsetzung Arbeit = Fetisch ist zu einfach. Und wer eine umfassende Bestimmung dieses Begriffes sucht, der ist in verschiedenen Texten von Marx gut aufgehoben: von seinem frühen Arbeitsbegriff in den ökonomisch-philosophischen Manuskripten, die gewissermaßen noch eine Utopie von nichtentfremdeter Arbeit enthalten, bis hin zu seinen strukturalen Bestimmungen in seiner späteren Kritik der Politischen Ökonomie, welche er im „Kapital“ vornimmt. Arbeit erhält bei Marx nicht dadurch primär ihre Bestimmung, ein Fetisch zu sein, sondern sie steht in Zusammenhang mit der Produktion von Wert. Solche verdinglichten Weisen der Arbeit sind lediglich Ableitungen. Denn daß soziale Verhältnisse und von Subjekten Hervorgebrachtes fetischisiert und also zu einer Art (zweiter) Natur verdinglicht/naturalisiert werden, ist ja nur ein Aspekt unter vielen, und in Marx „Kapital“ kulminiert das dann im 1. Kapitel des 1. Abschnitts vom 1. Buches, nachdem er Ware, Geld und die Wertform analysierte, in jener Ausführung zum Fetischcharakter der Ware und seinem Geheimnis. Was uns als Gespensterhaftes, Geistgleiches erscheint, ist etwas, das höchst subjektiv hervorgebracht wurde und zugleich über die Subjekte hinausgewachsen ist. Und mit diesen für das kapitalistische Wirtschaften grundlegenden Begriffen erst fängt der Tanz richtig an und den Verhältnissen wird ihre eigene Musik vorgespielt. Gegen diese Bestimmungen sind Max Webers Ausführungen freundliche Salonmusik.

    Das Buch von Voß kenne ich nicht, ich ahne jedoch Böses, wenn ich darüber lese. Zudem bin ich bei all den Bindestrich-Soziologen mehr als skeptisch. Um hier zu urteilen, müßte ich mich mit Voß jedoch genauer befassen.

  26. „Da es mir in der Analyse und Kritik primär auf Strukturen und Funktionen ankommt, haben konkrete Individuen in einer solchen Theorie keinen Platz. “ genauso ist es. Sonst würde sich Kritik an den genannten Phänomenen erschöpfen im „Du machst ja auch mit, weil du arbeitest und Mehrwert schaffst. Änder´dich erstmal selbst.“
    Die Individualisierung der Vorwürfe und die Freisprüche für die systematischen Verwerfungen wäre mal eine eigene Blogdiskussion wert. Bleibt dennoch die Frage: Wie Verhalten wenn man im Strom strampelt? Auch gegen den Strom bedeutet im Strom und die Resultierende zieht einen zur Mündung.

    (fernostgeschwurbelt wäre die Antwort: über die Mündung kommt man zur Quelle. Darüber dürfte man dann im Lotussitz nachdenken.).

    Übrigens kann man Mehrwert schaffen ohne entfremdete Arbeit. Die Merkantilisierung des Gesundheitssystems mit Börsengängen von Klinik-Konzernen ist hierfür ein Beispiel: Im täglichen Arbeitsleben nicht entfremdete Arbeit, die aber Gewinne für die börsennotierte Klinik generiert. Um das auszuhalten gibt es in der Tat für „Führungskräfte“ Seminare im hier beschriebenen Stil. Hochseilgartenartistik. Das Endziel – „mir geht es gut, weil es dem Konzern gut geht und dem Patientengeht es gut, weil es mir gut geht“ – kann man nur gemeinsam erreichen. Diese ständige Behauptung das Leben bestehe aus Win-Win-Situationen. Auch ein Fall für den Lotussitz.

  27. Unentfremdete Arbeit im Gesundheitswesen? Mehrwertproduzierende Arbeit im Gesundheitswesen? Jessasmaja, dieses Gesundheitswesen scheint ja völlig aus Raum, Zeit und Ökonomie zu fallen.

  28. @ T. Albert. Interessant Deine Äußerungen zu Cage. Mich selbst als Esoteriker verstehend, jedenfalls versuche ich eine solche Position, mit Auslassungen, als online-Existenz duchzuhalten; als selbiger, aber auch ich selbst, habe also ich die Causa Cage immer vor mir hergeschoben. (Habe genug mit dem Bhagwan-Erbe zu tun, aber das sei ja hier uninteressant.)

    Also: Wie verhält es ich nun mit Cage/Zen – und den von Dir angedeuteten „Verdachtsfällnen“? Zen war, meiner Quelle – nenne sie meinetwegen „Guru“ – zufolge (nicht sicher, ob wörtlich) die schönste Blüte des Buddhismus. Das Prophane mit dem Göttlichen gleichzusetzen, um in Sachen Dualismus, non-dualism klarzukommen.

    Und Cage hat mich immer fasziniert; Graphisches mit Musikalischem auf neue? Weise in Relation zu setzen. Da war ich mir aber von Anfang an zu unsicher, um da loszulegen. (Zumal ich jetzt Musikprogramme benutze, die, auf dem Stand von vor 20/25 Jahren, als Mischungen von beidem angesehen werden könnten, finde ich da einfach alles, jede Information interessant).

  29. @ziggev. Cage/Zen – naja, ich habe mich kürzlich hier mit einem Komponisten, mit dem ich ab und zu was zusammen mache, unterhalten, weil er mit Cage einiges zu tun hatte, ihm zB öfter Literatur aus Europa mitgebracht hat. Und da wurde wieder klar, dass Cages Verhältnis zu Zen in seiner Intensität überschätzt wird; ich habe das schon öfter gehört. Cage hat eigentlich nicht meditiert und einige Ansichten entwickelt, die zenmässig nicht gedeckt waren. Er fand, dass man sehr wohl verschiedene Sachen gleichzeitig machen könne, also nicht dieses „wenn ich esse, esse ich, wenn ich sitze, sitze ich“ usw., fand sogar, wir seien historisch dazu überhaupt erst in der Lage wegen der technologischen Möglichkeiten, die wir endlich haben, und wi sollten das auch tun. Diese ganze Zen-Masche von Cage war m.E. weniger sein eigenes Interesse, als das vieler Kritiker und Rezipienten. Gleichwohl waren etliche Zen-Ideen sehr wichtig für ihn, weil sie es ihm wohl ermöglicht haben in eine andere Richtung zu denken und ein nicht zu unterschätzender Aspekt ist der eines antiautoritären und antistrukturellen Denkens, den er aus Zen gezogen hat, vielleicht sogar im Gegensatz zu institutionellem Zen und diesem ja auch in Japan beliebten Unternehmenskulturzen.
    Vieles stellt sich eher als ästhetische Strategie bei C. dar, das kann man besonders gut bei seinen späten nicht musikbezogenen Zeichnungen und Graphiken, auch Malereien sehen, auf die er sich gegen Lebensende mehr konzentriert als auf Musik. Auch da finde ich seit vielen Jahren, dass ein gestalterischer Zen-Einfluss ziemlich überschätzt wird, weil es die Sachen eben westliche Kunst sind und auch so aussehen, auch wenn sie sich vielleicht mit einer gewissen Zenbezogenheit beschäftigen. Der erwähnte Komponist erklärte mir auch, dass die Idee des präparierten Klaviers selbst schon aus einer „zufälligen“ Entscheidung, der aus dem Mangel eines verstimmten Klaviers resultierte, entstand, und nicht aus einem vorgängigen besonderen Interesse an balinesischer Musik, aber da wirds ja erst richtig interessant, weil dieser Umgang mit dem Zufall als Strategie noch gar nicht in einem Zen-Zusammenhang stand, weil Cage seinen Zen-Unterricht bei Suzuki erst viel später beginnen sollte. Und dieser Unterricht war auch nicht so ungeheuer intensiv, wie zB ich mir das als junger Leser immer vorgestellt habe, der Cage hat da eher Rosinenpickerei betrieben, auf intelligente Weise. Was er von den faschistischen und kriegsreklametechnischen Verwicklungen seines Lehrers Suzuki wusste, weiss ich nicht, Suzuki hat ja auch, wie alle, die sich den Schweinen anverwandelten, nach dem Krieg eine ablenkende Sprache gepflegt, die Zen als eine rein pazifistische und das Samurai-Unwesen als ästhetische Veranstaltung erscheinen lassen, wie den ganzen Buddhismus überhaupt. Der hat ja eine ganz schlaue amoralische Position der erhabenen Erleuchtetheit, um sein faschistisches Engagement zu relativieren, eingenommen, als er irgendwo, das sage ich jetzt aus dem Gedächtnis, schrieb, dass Zen so unabhängig ist, also einfach IST, dass es sich quasi interesselos mit faschistischen, anarchistischen, monarchistischen, kapitalistischen, kommunistischen…Ideen zusammentun könne. Spannend.
    Wahrscheinlich war das in den fünfziger Jahren historisch-analytisch alles noch unklar, was eigentlich die japanischen Zen-Leute so getrieben hatten, jedenfalls erzählt Gary Snyder in „Landschaften des Bewusstseins“ interessante Sachen dazu und wie er davon als Gast-Mönch in Kyoto damals erst langsam ein Bewusstsein von den ekligen Verwicklungen zu entwickeln begann.
    Ich muss zu dem Komplex mal was raussuchen. Cage jedenfalls, je länger ich mich mit ihm beschäftige, hauptsächlich vermittelt durch Jasper Johns, Rauschenberg und andere Maler, erscheint mir immer weniger als ein mönchischer angewandter Zen-Künstler voll der unterstellten Weisheit, er hat sich auch nicht oft auf solche Themen explizit bezogen, sondern als heiterer, auch wütender, aber von der europäischen Kunstgeschichte gut vorbereiteter Künstler, der einige Konsequenzen aus dieser Kunstgeschichte gezogen hat, wie sein enger Kumpel und Mittrinker Morton Feldman ja auch: „Die Werte haben sich als wertlos erwiesen“, damit hat Feldman seine antiklassische und antiklassizistische Einstellung nach Auschwitz begründet; graphisch notiert hat der auch zeitweise, wie auch Xenakis, der Corbusier-Schüler. Von deren starkem Bezug zu Malerei und Architektur rührt vielleicht auch der rückwirkende Einfluss auf zumindest die amerikanischen Maler in den fünfziger, sechziger Jahren. Von Feldman stammt auch die enorm weittragende Vorstellung, dass man, um sich nicht mit der Werte-Kunst gemein zu machen, „ein Kunstwerk herstellten sollte, das nicht wie ein Kunstwerk aussieht“. Cage benutzte dazu ungemütliche Technologie und wünschte sich Computer wie wir sie jetzt haben, dass man davor und dem Neuen, dass da raus kommen würde, Angst haben könnte, war ihm ganz unverständlich.
    Entweder man muss von Zen richtig viel verstehen, um Cage in diese Richtung richtig zu lesen, oder seine Bestimmtheit durch Zen wird exotisierend und emotionalisierend, um mit dieser Art Kunst zurecht zu kommen, über Gebühr hervorgehoben, was ich glaube. (Als ich sehr jung und noch schüchterner als heute war, und ihn mal traf, erschien er mir so wie ich mir einen Künstler, der ich im Begriff zu werden war, vorstellte, dieses emotionalisierende Zen-Ding in der Literatur braucht der doch gar nicht.)

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