Am 23.6. keine Bild-„Zeitung“ in den Briefkasten!

Friede Springer, Kai Diekmann und Mathias Döpfner Schaden zuzufügen, geht nicht, ist zumeist auch justiziabel, wenn man erwischt wird. Es handelt sich sowieso nur um austauschbare Charaktermasken, die im Sinne der Verwertungslogik ihre Sache mal gut, mal schlecht machen. Daran werden sie gemessen. Da nützt auch der Kofferraum als geistig-moralische Lehranstalt wenig. Man kann es aber anders anfangen und ihnen bzw. diesem Konzern wehtun. Denn Schmerzen bereitet es diesen Masken an der Stelle, wo es sie Geld kostet.

Am 23.6.2012 möchte die Bild-„Zeitung“ ihren Dreck zum 60jährigen Geburtstag dieses Blattes als kostenlose Jubiläums-Ausgabe an jeden Haushalt der BRD als Briefkastensendung verteilen. Dagegen läßt sich opponieren, indem geneigte Leserin, geneigter Leser Widerspruch gegen eine solche Zusendung einlegen. Dies kann und sollte man an dieser Stelle, über diese Aktion machen. Die Mail an den Springer-Konzern läßt sich zudem bearbeiten/editieren: Und am besten fordern die Schreibenden in dieser Mail zugleich eine Bestätigung darüber an, daß die mitgesandten Adreßdaten nach § 6 Abs. 1 Bundesdatenschutzgesetz gelöscht werden. Macht Arbeit: ergo: kostet den Konzern Geld.

Und es bleibt dabei: Nicht nur Springer enteignen!

Über Bersarin

Wir erzeugen die Texte und die Strukturen innerhalb derer wir unsere Diskurse gruppieren. Wir sind das Fleisch von Eurem Fleische und Euch doch gänzlich unähnlich. Wir sind die Engel der Vernichtung und wir schreiten durch Eure Schlafzimmer, wenn Ihr nicht mit uns rechnet. Wir entfachen das Feuer und die Glut. Aber wir löschen Euch nicht, wenn Ihr verbrennt. Wir sind der kalte Blick, der die Welt als eine Struktur sieht.
Dieser Beitrag wurde unter Bundesrepublik Deutschland, Gesellschaft abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

94 Antworten zu Am 23.6. keine Bild-„Zeitung“ in den Briefkasten!

  1. hanneswurst schreibt:

    Wer weiß, was mit den Daten auf dieser Seite tatsächlich passiert. Vielleicht wird der Text gegen einen Liebesbrief an Friede Springer ausgetauscht. Besser einen Aufkleber auf den Briefkasten: „Keine Werbung, kein Müll, keine Fäkalien, keine Bild-Zeitung erwünscht“ So druckt der Springer-Konzern Millionen von Bild-Zeitungen die keiner abnimmt und geht an der Entsorgung zugrunde.

  2. was wird denn das? ich dachte diese art grundsatzdisskusion wäre durchgestanden. wir leben in einer demokratie und hier sollte jeder seine „wahrheiten “ verkaufen dürfen, egal ob bild nun bildet oder nicht…immerhin haben die einiges an prominenz für ihre aktuelle kampagne vor den karren spannen könnenBild

  3. Bersarin schreibt:

    Für manche reicht zunächst nachdenken aus, und wenn dieses Nachdenken erfolgte, bitte dann erst zum Denken übergehen. Eine Diskussion ist nicht durch, weil die Frau Wunder sagt, sie sei durch.

    Die Bild-„Zeitung“ verkauft ihre Lügen und ihre Manipulationen nicht, sondern sie steckt diese am 23.6. ungefragt in meinen Briefkasten. Siehst Du diesen Unterschied? Dagegen melde ich meinen Einspruch an.

    Zudem: ein Blatt, das derart massiv auf die Politik Einfluß nimmt und manipuliert, gehört verboten. Das hat nichts mit der Einschränkung von Pressefreiheit zu tun, sondern bedeutet gerade das Gegenteil, nämlich eine Qualitätssteigerung und -sicherung in der Presselandschaft. Und wenn Du noch jung bist, Friederike, und diese Bücher nicht kennst: Einfach mal die Wallraffbücher zu seinen Bild-Recherchen lesen, dann weißt Du, wie diese Zeitung arbeitete und immer noch arbeitet, und für die Jetztzeit gibt es da einen Bild-Blog: http://www.bildblog.de/

    Aha, die Aussage, daß „Bild“ Prominenz hat, die dafür wirbt, ist also der Ausweis dafür, die Blöd-Zeitung dürfe ihren Salms und ihre Propaganda ungestraft verbreiten. Wenn diverse Prominenz nun für die Ausweisung sämtlicher Ausländer aus der BRD werben würden, wäre das damit legitim, legal und in Ordnung? Und wenn ganz viele Menschen bei rot über die Straße gehen – um in Deinem Ordnungsverständnis zu verbleiben und die Struktur Deines Argumentes Dir verständlich zu machen –, dann ist das bestens und darf gemacht werden, weil es ja eine hinreichend große Anzahl von Menschen tut?

    Und ich hoffe, Dir spielt dieses Blatt irgend wann einmal derart übel mit, daß Du Dich nur noch friederikemäßig wunderst.

    PS: Das von Dir gepostete Bild zu „Bild“ läßt sich auf diese Weise nicht zeigen. Es ergibt lediglich eine Zeichen- und Buchstabenkette, die manches mit der Signifikantenkette gemeinsam hat, aber die Seite dieses Blogs überborden läßt. Insofern habe ich diese Zeichen gelöscht. Dies hat keine Zensurgründe, weil ich in meinem Blog nicht zensiere.

  4. ich weiß, ich weiß, mehr zeit hätte ich mir nehmen sollen, um dies alles zu begründen wie ich es sehe, das stimmt. bei dem wahsinn an müll, der täglich in meinem briefkasten landet ist eine einzige bildzeitung an einem tag des lebens sicherlich zu verschmerzen. natürlich kann man von werbenden personen nicht unbedingt auf die qualität eines produktes schließen. aber ehrlich gesagt find ich die bildkampagnen gar nicht mal schlecht. warum, das frage ich mich schon viele jahre, muss eigentlich immer die „bild“ herhalten für alles schlechte dieser welt. für beschissenen journalismus, für voyeurismus, für sexismus und viele weitere ismen. warum soll ein käseblatt nicht feiern dürfen, die 60 jahre provokation, aufregung und das titti-girl von seite(?) aber das soll wohl abgeschafft worden sein, hörte ich….

    mein link war wohl ein fehlversuch, gut das du ihn rausgenommen hast, danke.

  5. Partystein schreibt:

    …“warum, das frage ich mich schon viele jahre, muss eigentlich immer die “bild” herhalten für alles schlechte dieser welt. für beschissenen journalismus, für voyeurismus, für sexismus und viele weitere ismen“.

    …Ich vermute, eine sehr ähnliche Frage stellen sich Viele hierzulande – Allerdings mit „sich hergeben“ statt mit „herhalten“;-)

  6. Noergler schreibt:

    Das hier stellt uns die Figur der ältesten Quatschphrase überhaupt: „warum, das frage ich mich schon viele jahre, muss eigentlich immer die ‚b*ld‘ herhalten für alles schlechte dieser welt (…)?“ Denn Sie, FraufiederikeWunder, haben sich diese Frage noch nie gestellt, weder jetzt noch sonstwann, da nicht einmal Sie so bekloppt sind zu glauben, es habe jemals irgendwer dieses Blatt „für alles schlechte dieser welt“ verantwortlich gemacht.

    Herhalten muß die „B*ld“, welche die Gosse nicht erfunden, sie freilich zur Klimax einer orgiastischen Perfidie emporentwickelt hat, nur für das von ihr Bewirkte, wie etwa die Ermordung Benno Ohnesorgs; die Propagierung faschistoider gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (Hartz 4-Bezieher, Griechen, Ausländer, Streikende …); das Hochjazzen von Sarrazins rassenbiologischem Nazidreck; das Lob von Hans Olaf Henkels Gürtel-enger-schnallen-Ideologie; die Agitation für einen „neuen“ Nationalismus; die noch immer anhaltende Solidarität mit dem guttenbergschen Doktorendenadel, und das Ab- und Einsetzen von Bundespräsidenten wie es ihr beliebt. Gerade im letzten Fall ist die Botschaft bei Herrn Di*ckmann angekommen: Wenn wir das können, dann können wir alles.

  7. hach gott, was geht denn hier ab der ton wird rauer. legen sie sich flach auf den boden liebe leserinnen und leser hier wird scharf geschossen, auf andersdenkende, auf bagatellisierer und spaßterroristen. und das nur weil, ich in einer zeitung( ja es handelt sich hier lediglich um eine unter vielen) nicht das schreckgespenst erkennen kann, welches ich ihrer meinung nach erkennen müsste. ist ja auch gute alte deutsche tradition, gelle. nur nicht nachlassen in der ideologischen verbissenheit und um himmelswillen nur nicht lachen …. ;-)

  8. PassKreuz schreibt:

    Es ist ja jedem freigestellt, ob er die BILD haben möchte nicht. Manche zahlen sogar dafür. Nur sollte es auch erlaubt sein, sich dagegen zu wehren, wenn man keine BILD haben möchte. Denn wenn sie in meinem Briefkasten landet, muss ich mich um die ordnungsgemäße Entsorgung kümmern und dies auch bezahlehen.

    Falls also jemand seine Daten nicht an Axel Springer ausliefern will und trotzdem auf die BILD verzichten, hier gibt es einen resistenten Aufkleber – falls Axel-Springer die Aktion an Weihnachten wiederholen will oder so…
    http://almigrant.spreadshirt.de/einwurf-der-bild-zeitung-A20103403

  9. Bersarin schreibt:

    @FraufriederikeWunder
    Ja, Witzigkeit kennt bekanntlich keine Grenzen; vor allem, wenn man nicht betroffen ist, lacht es sich besonders gut. Wird einem selber aber die Lebensmöglichkeit genommen oder die eigene Biographie in den Dreck gelegt, dann ist das Geschrei immer groß und Schluß mit lustig. Diese Humorfreiheit setzt ja bereits ein, wenn man Dich und Deine intellektuellen Fähigkeiten kritisiert. Genau Typen wie Du verkörpern die Mentalität der Bild-„Zeitung“. Dieses: „Das muß doch noch mal gesagt werden dürfen …“ Nicht anders als Sarrazin. Eigenartig, wie spaßfrei aber die Leute reagieren, wenn dann plötzlich in ihre eigene Privatsphäre eingedrungen wird. Siehe Kai Diekmann, als es um seine Penisverlängerung ging, welche die taz satirisch herbeischrieb. Lachst Du auch noch, wenn die Schlagzeile lautet: „FraufriederikeWunder ist im Bett nicht das Fräuleinwunder, sondern Plunder!“ Oder wenn Du als Sozialschmarotzer gelabelt wirst?

    Diese Zeitung rechnet uns jeden Asylbewerber und jeden Florida-Rolf vor, aber als 1990 mal eben rund 17 Millionen Wirtschaftsflüchtlinge in der BRD Aufnahme fanden, da waren das plötzlich unsere Brüder und Schwestern.

    Daß Du in der Zeitung nicht das Schreckgespenst erkennst, das liegt sicherlich nicht an Deinen überragenden Fähigkeiten zur Analyse und zum Denken. Wie gesagt: beginne am besten mit dem Nachdenken, FraufriederikeWunder. Mit etwas Glück kommt dann die Einsicht. Wenn Du Dich nur ein winziges mit den Methoden dieser „Zeitung“ beschäftigt hättest, dann wüßtest Du in etwa, worum es Nörgler geht.

    Nein, die Bild-Kampagne ist nicht schlecht. Die DDR-Grenze war übrigens von ihrer Konstruktion, von der Anlage und vom Aufbau her auch nicht schlecht. Sie war sehr effizient. Es sind nur wenige Menschen geflohen und haben es geschafft.

    Und nebenbei: die Verfolgung Andersdenkender ist ein Privileg der Bild-„Zeitung“.

  10. hanneswurst schreibt:

    Ich habe gehört, dass Kai Diekmann zum „Bild“ Jubiläum außerdem 1000 zufällig ausgewählte Haushalte zum Händeschütteln besuchen will. Das finde ich ziemlich abartig. Naja, immer noch besser, als wenn Giovanni di Lorenzo vor der Türe stehen würde. (Verrückt wäre natürlich, wenn Diekmann mit einem Bild von der Zeit vor der Türe stehen würde.)

  11. was sagt man dazu, jetzt lassen sie die hunde von der kette und auf arme blonde zicken los. na gut, kann ich aushalten, kennt frau ja. übrigens was ist im bett gegen plunder einzuwenden, sind das nicht die herrlichen bäckerteilchen, die so schön kleben an mund und händen nach dem vernaschen….find ich fast besser als fräulein Wunder…tja und zu allerletzt, das find ich echt klasse das „ihr“ euch so tiefgründig und analytisch mit den themen des zeitgeistes beschäftigt. ich lass mir gerne was erzählen vom pferd oder vom wallraff, der war übrigens schon in meiner jugend nicht der taufrischestes autor so themen von ganz unten und immerhin det ist jetzt zwanzig jahre her….also wenn die analyseprofis nichts besseres zu bieten haben….gähn….dann kann ich lieber ne runde joggen oder feiern oder ficken….was frau eben so macht, wenn sie blond, blauäugig und ungeBILDet ist….
    ich glaub ich sollte mir wirklich mal so ne zeitung kaufen, so aus analytischen gründen. sind da eigentlich kochrezepte drin?

  12. Bersarin schreibt:

    @FraufriederikeWunder
    Also über blond und blau- oder grünäugig: da kommen wir dann doch wieder zusammen, und ich nehme zwar nichts zurück, bin aber gnädig gestimmt. Über Feiern und Ficken lassen sich Bezüge herstellen. Mein Beuteschema: Frau zwischen 35 und 44, blond, kreativ und unkonventionell, in der Phantasie überbordend, kunst- und philosophieaffin, unkontrolliert und mit Esprit. Bitte keine Verwaltungsangestellte. Möglichst Weintrinkerin, die nicht beim zweiten Glas aufhört, Rauchen erlaubt, obwohl ich selber nicht mehr diesem Laster nachgehe. Ich selber bin 47, mittelattraktiv, mache gute Photos und freue mich auf den 1. Mai in Berlin, wo ich photographiere. Der Rest meines Wesens läßt sich durch aufmerksame Lektüre meines Blogs erschließen..

    Was Wallraffs Reportagen betrifft, so waren diese seinerzeit maßgeblich, weil sie etwas wagten, was es im Common sense der Berichterstattung, in den medialen Obertönen und im Mainstream so nicht gab. Daß man dies auch im Heute mit anderen Mitteln fortsetzen sollte, scheint mir doch wichtig. Über Wallraffs Schreibstil kann man streiten. Ich halte ihn für eher wenig gut. Aber darum geht es in seinen Bildreportagen auch nicht.

    In der Bild sind sicher Kochrezepte. Ich esse auch gerne (bin aber nicht dick) und freue mich auf ein Gericht von Dir. Zuschrift mit ansprechender Photographie erbeten.

  13. Bersarin schreibt:

    @ Hanneswurst
    Ich bin am 23.6. wahrscheinlich nicht da. Mein Rhodesian Ridgeback ist aber wachsam. Er hat wie ich ein hungriges Herz.

  14. @blogbetreiber. mit mittelmäßigkeiten geb ich mich nicht ab, nur mit extremen. soll heißen, wenn schon dann muss das gegenüber belastbar sein; im körperlichen, im geistigen und auch im seelischen. unter anderem sollte das gegenüber es auch ertragen können, das ein alltag- geldverdientag zu extremen ausfallerscheinungen führen kann, welche dann auf dem plumeau enden und zwar OHNE noch über heidegger oder adorno philosophiert zu haben. gerne aber über die neusten trends der lustmaximierung. besonders im praktischen liegen da meine stärken. allerdings kann man es nicht jedem recht machen, manch einer steht halt nicht auf plunder. egal, ich pass eh nicht in ihr beuteschema, bin keine beute…

  15. Bersarin schreibt:

    @FraufriederikeWunder
    Na, da haben wir doch etwas gemeinsam, denn schließlich ist die Wahrheit in den Extremen angesiedelt. Schön aber, daß es die auch noch gibt: die gute alte, totgeglaubte Praxis. Mein All- und Geldverdientag führt trotz der harten Arbeit nicht zu (geistigen) Ausfallerscheinungen. Es ist alles eine Frage des Trainings. Von Zeit zu Zeit schätze ich aber auch die Zeit auf oder besser: unter dem plumeau.

    Wie schade, wie schade, daß Du nicht in mein Beuteschema paßt. Und ich dachte, Du bist blond und nicht älter als 44.

    Zur Beute kann freilich jede und jeder werden. Das liegt nicht in der eigenen Hand und Intention. Diese Erfahrung mußte auch manches Bild-Opfer machen, das sich in Sicherheit wog. Prominentestes Beispiel jüngst: Ch. Wulff.

  16. nachträgliches entsetzen packte mich gerade als ich den ollen wallraff auf wiki eingab.

    ich schreib nur STASI, das SCHWEIN denk ich nur laut. bei dem typen hatte ich schon immer ein seltsames gefühl, schon damals anfang der 90iger als diese altlinken aus westdeutschland uns diesen wallraff immer besonders ans herz legen wollten…..

    ick wes nicht investigativer journalismus sieht heutzutage irgendwie auch anders aus, oder ?

  17. Bersarin schreibt:

    Oh, wir Altlinken aus Westdeutschland wollten Euch nur unsere überalteten Autos zu exorbitanten Preisen verkaufen. Die habt ihr dann auch brav gekauft. Mehr wollten wir von Euch nicht.

    Wie interessant, daß ausgerechnet der Springer Verlag gegen Wallraff klagte. Und wäre er bei der Stasi als IM, was änderte es an seinen Texten? Sind dadurch die Methoden der Bild-„Zeitung“ plötzlich saubere?

    Ansonsten: Stasi war doch lustig. Irgendwie Gurkentruppe und dabei sich aufrecht gebend und kämpferisch. Ich sehe das alles eher spielerisch. Warum so humorfrei?

  18. …nein stasi mitgliedschaft ändert selbstredend nichts an seinen texten. moral liegt für manche eben auch im auge des betrachters und fühlt sich bei wesltlinken immer irgendwie rot an, außschließlich rot…….für ossis allerdings GAR NICHT.

    gurkentruppe verwechsel das mal nicht mit der bundeswehr, humor macht auch nur sinn wenn andere mitlachen können und wenn irgendetwas humorlos war dann ja sicher die stasi…
    außerdem kann man das nicht vergleichen stasi und bildzeitung. die bild ist kontrovers, die stasi war menschenverachtend.

  19. Bersarin schreibt:

    „gelle. nur nicht nachlassen in der ideologischen verbissenheit und um himmelswillen nur nicht lachen …. ;-)“

    Aha, ich erinnere mich.

    Nein, Humor macht keinen Sinn, wenn … Aber Humor kann Sinn haben. Machen kann man viel: Kinder, Bastelarbeiten, Ausflüge, ein leckeres Mittagessen, nur eben Sinn nicht. Das ist Englisch: Also: stop making sense!

    Und wenn nichts mehr geht und alles auf den Kopf gehauen ist: dann kommt ihr großer Auftritt: endlich: da ist sie: Vorhang auf zur Muppet Show: DIE MORAL.

    „außerdem kann man das nicht vergleichen stasi und bildzeitung. die bild ist kontrovers, die stasi war menschenverachtend.“ Ach, auch die Stasi ist kontrovers. Manche sagen so, andere so. Wie bei der Bild-„Zeitung“.

  20. Bersarin schreibt:

    Nachtrag: ich bin übrigens kein Westlinker, sondern Zaungast und ästhetizistischer Bewohner des Grandhotel Abgrund, wo ich eine feine Etage bewohne und von wo aus ich meinen bösen Blick schweifen lasse.

  21. genau so hab ich es mir gedacht; ein salon- revoluzzer, der immer schön draufschaut aus der meta- perspektive runter aufs volk und bei lifekontakten mit selbigem schnell die kamera in position bringt, aus selbstschutz sozusagen, nur nicht zu nahe ranlassen den pöbel, das lachen und weinen und schwitzen und unreflektiertsein….iiiiiiiihgitt.

    oh oh oh, det passt gar nicht in mein beuteschema….

  22. Bersarin schreibt:

    Die eingreifende Praxis wurde im Grandhotel Abgrund in die Theorie verlegt. Die Gründe hierfür sind komplexer Natur und würden einen Kommentar sprengen. Es wäre dies einen eigenen Blogbeitrag wert, vielleicht mit dem Titel „Was tun?“. Mit dem Begriff „Salon“ trafst Du intuitiv aber schon ganz richtig die Angelegenheit. Ich liebe die Salons und zuweilen auch die Saloons.

    Wie schade, daß ich nicht in Dein Beuteschema passe. Wie gerne hätte ich es, fielest Du, werte Unbekannte, über mich her und zerrissest mich wie Penthesilea den Achilles. Du weißt ja: Küsse und Bisse.

    Und nun muß ich leider der Erwerbsarbeit nachgehen, welche meine Lebenszeit mir raubt. Ab sechs bin ich dann wieder geistreich und gehaltvoll.

  23. hanneswurst schreibt:

    Das erinnert an „Microserfs“ von Douglas Coupland, zwei Menschen lernen sich im Chat kennen, chatten ein Jahr lang nur ohne zu wissen ob Männchen oder Weibchen oder gar Lebensalter, treffen sich dann mit dem festen Vorsatz ein Paar zu sein. Irgendwie total süß.

  24. flummi schreibt:

    Moin Moin

    was mich mal interessieren würde, was ist das eigentlich für eine Altersgrenze (bei Bersarin die magische Zahl 44) innerhalb derer eine Frau noch „ins männliche Beuteschema“ fällt. (abgesehen von der Haarfarbe) Kürzlich freute sich hier ja einer über hanneswursts spruch, (der mir grade leider nicht mehr einfällt, sinngemäß ging es um die Beziehung zum Wein, welche einer Liebesbezieung zu einer Frau den Vorzug gegeben werde, was ich ja mitunter sehr gut nachvollziehen kann, grade wenn man einfach nur seine Ruhe haben will) mit welchem der Kommentator sich „Mitvierzigerinnen die es nochmal wissen wollen“ vom Hals halten könne. Also ich frage mich, wieso es eine „Mitvierzigerin nochmal wissen wollen sollte“ ? noch einmal? oder gar 2 mal? bevor was passiert? bevor die Menopause eintritt? Oder sich die eine Falte zuviel offenbart? Am Hals? der Stirn, um den Mund rum, oder im Dekoltee? Gehts um den Arsch? oder die Titten? Oder wird eine Frau zur Mutti eines Pupertierenden, wenn sie die 44 überschritten hat? Und fühlt sich der Mann dann als Sohn, als pupertierender? Hängt er da viell. irgendwo fest?Also mich interessiert das wirkich. (nicht nur weil ich demnächst die 45ger Grenze erreicht habe) Bislang hatte ich nämlich noch nie das Gefühl, „es nochmal wissen zu wollen“ Also mir kam noch gar nich in den Sinn, dass es da etwas gäbe, das ich jetzt als Mitvierzigerin schnell nochmal wissen wollen sollte oder könnte. (abgesehen davon dass ich grade auf eine ganz famose Jobzusage warte! Also ja, das würde ich dann schon nochmal gerene wissen wollen, wie das dann wird, wenn ich diesen tollen Job ausübe und ich dann auch endlich wieder ein einigermaßen erträgliches Einkommen erziele, mit welchem ich meine Kinder ernähren kann und dazu auch noch Freude und Schaffenslust verspüre!) Aber Liebe und Sex „nochmal wissen wollen“ ??? Also ne, sowas passiert oder eben nicht. Rosamunde Pilchner wird doch immer wieder total überbewertet. Finde ich. Wobei Rosenzüchen ja auch etwas sehr erfüllendes sein kann. Genauso wie Wein trinken, wenns kein Fusel ist. Oder Sex, wenn die Schemie stimmt. Also, worum gehts da jetzt genau, bei dieser Altersgrenze?

  25. Bersarin schreibt:

    Tja, mit der Grenze ist das so eine Sache: die ist nämlich variabel. Die Altersgrenze ist ein subjektiver Faktor. Ich setze sie relativ willkürlich, wie es mir gerade in den Kram paßt. Eine Grenze setzen, heißt diese zu überschreiten, wußte ja bereits Hegel.

    „Mitvierzigerinnen die es nochmal wissen wollen“ Diese Formulierung stammt nicht von mir und in diesem Ton schreibe ich im Grunde auch nicht, aber irgendwann fährt für jede und jeden in bezug aufs Alter und nicht nur darauf „Le Dernier Métro“. Sei es Mann, sei es Frau. Diesen Gedanken finde ich amüsant. Und ich schaue nicht nur der Welt, sondern auch den Menschen gerne beim Verfallen zu. Cool finde ich es schon, so wie kürzlich, mit einer 36Jährigen tanzen zu gehen. Macht einfach Spaß. Momentan interessiere ich mich aber mehr für den Wein.

    Am Ende zählt bei dem Menschen, in welchen man sich verliebt, jedoch eine Vielzahl von Faktoren: Empathie, Esprit, die Art sich zu bewegen und zu sprechen, der Blick, Verspieltheit, die Stimme, der Intellekt (für mich wesentlich, ich möchte eine Frau, die mir gewachsen ist und die Adorno nicht für eine Nudelsorte, ein Mittel zur Entfernung von Tränensäcken oder für einen Weichspüler hält), Offenheit und Ehrlichkeit, Leidenschaft, das Lachen, Kreativität, der Humor sind ebenfalls entscheidend: na, und wenn genau diese Frau ausgerechnet 36 Lenze zählt: dann ist doch alles bestens. Oder? (Schlankheitsideal habe ich übrigens keines.) So: und das alles zusammenklingt nun, wie sämtliche Klischees aus den Kontaktanzeigen.

    Am Ende freilich werden alle Ideale und alles Sinnieren doch wieder von der Macht der Liebe beiseite geschoben, und es ereignet sich das, was nicht gedacht oder antizipiert werden kann. Dagegen hilft dann – leider – auch keine Altersgrenze.

  26. flummi schreibt:

    hihi, ja so in etwa hatte ich mir deine antwort vorgestellt. und das mit der „mitvierzigerin die es nochmal wissen will“ kam nicht von dir, sondern von einem komentator hier im blog. der mann tat mir irgendwie leid. hatte das gefühl er könnte da ein evtl. irgend ein trauma mit sich herumschleppen.

    aber das mit dem alter ist ja schon echt irre. ich hab da irgendwie gar keinen bezug zu. zwar fühlte ich mich selbst früher ja immer eher zu älteren männern hingezogen, fand die einfach irgendwie interessanter. (allerdings waren u. sind auch meine freundinnen immer wesentlich älter als icke) das hat sich mit dem älter werden allerdings dann eingependelt. also die herren kamen mir altersmäßig entgegen, die jahresdifferenz wurde kleiner.

    so oder so, ich fühle mich immer noch derart jung auch wenn ich oftmals das gefühl habe, eigentlich längst genug zu haben. also ich hab immer wieder das bedürfnis zu sterben. viell. hält mich das ja auch so jung? also dass ich mich immer wieder in einen sterbeprozess hinein u. dann wieder heraus bewege ?

    mein ex-gliebter wurde kürzlich 60. Glaube diese Zahl hat ihm schon etwas aufs Gemüt geschlagen. Warum wir hier die Jahre auch ständig zählem müssen u. Geburtstage u. Jubiläen zelebrieren, total vermessen dat janze.

    keine ahnung, natürlich lässt das gewebe mit der zeit an spannkraft nach. u. natürlich sind straffe oberschenkel, brpste und hinterteile wesentlich sexier als schlaffe. aber man muss ja nicht immer und ewig alles haben und halten wollen. „man muss auch mal loslassen können“ haha…

    hihi, da fällt mir grad ein, wie mir unlängst so ein junger Bursche nachstellte. Also ich fand den ganz süß u. wie ich mich dann grade auf einen kleinen Flirt mit ihm einlassen wollte, ließ der dann durchblicken, dass er es ja eigentlich gar nicht auf mich, sondern auf meine Tochter abgesehen hatte. Da fiel mir erst auf, dass der tatsächlich im selben Alter wie meine kleene war.

    nö,irgendwie ist das alles für mich kein thema. ich bin da eh nicht so besessen von diesem ganzen love and romance kram. Also wenns passiet passierts und wenn nicht ist auch schön . ich bin da recht genügsam u.hab ohnehin eine leicht autistische ader. also ich denk eigentlich nur an sex wenn ich welchen habe, oder eben wenn ich verknallt u. dann an gar nix anderes mehr denken kann, ansonsten kümmere ich mich um andere schöne dinge. man sollte sich da einfach überhaupt nicht von irgendwelchen zahlen irritieren lassen, ladies and gentlemen! wenns einen erwischt, erwischt es einen. dann gehts darum, obs den anderen auch erwischt hat und wie man mit diesem zustand dann klar kommt. da tun sich dann mitunter ja ganz andere abgründe auf, die mit dem alter herzlich wenig zu tun haben. :-0

    also ich trinke jetzt mal ein schlücken montepulciano d‘ abruzzo (ein zieml fusel aber da ich mir aktuell keinen besseren leisten kann und der so schlecht ja gar nicht schmeckt…) cheers!

    ps. und schön dass wir mal drüber gesprochen haben ;-)

  27. Bersarin schreibt:

    Ja, in der Tat: ein weites Feld, dieses Thema, insbesondere im Hinblick auf Schönheitsideale und Konditionierungen.

    Was den Wein betrifft: es ist gut, wenn man Geld hat und sich etwas Gutes kaufen kann. Wenn keines da ist, und ich kenne diesen Zustand bestens von früher her, da trinke ich, was halbwegs schmeckt. (Die Rubrik „Der Blogtrinker“ wird dann demnächst aktiviert.)

  28. flummi schreibt:

    ach herrjehmine, ich habe tatsächlich pupertät geschreiben. naja. passt scho.

    und ja es ist nicht immer leicht mit dem verzicht üben, besonders als ehemalige weinfachverkäuferin. waren das noch zeiten, als die „weinprobe“ zum täglichen pflichtprogramm meiner erwerbstätigkeit gehörte…

    aber auf den „Blogtrinker“ freue ich mich dennoch…

  29. flummi schreibt:

    sorry, aber das muss ich hier noch loswerden

    Beim Empfang in der Villa Reitzenstein hatte Kretschmann dem Staatsoberhaupt ein Buch geschenkt. Der Grüne überreichte Gauck ein antiquarisches Exemplar des Werks „Erste Liebe“ der Schweizer Philosophin Jeanne Hersch, über das sie bei ihrer letzten Begegnung diskutiert hatten. Es handelt von einer Romanze zwischen einem jungen Mädchen und einem reifen Mann.

    „Es gibt keine Freiheit ohne Verantwortung“, habe Hersch mal gesagt, erklärte der Ministerpräsident. Dieser Leitsatz verbinde die beiden Politiker. Neben anderen Büchern schenkte Kretschmann dem Bundespräsidenten und Schadt Porzellan aus der Manufaktur Ludwigsburg.

    link

    ich sachs doch, alte Männer und Rosamunde Pilcher….

    auch schön, Gauck:
    Mehr Menschen müssten sich fragen: „Könnte ich vielleicht selbst Verantwortung übernehmen?“ Er räumte ein, dass es zuweilen schwierig sei, sich etwa im Gemeinderat zu engagieren. „Nicht jeder versteht spontan den Haushaltsplan seiner Gemeinde. Nicht jede wirkt in ihrer Freizeit an einem Flächennutzungsplan mit.“

    Genial. „Flächennutzungsplan“

    „CAFFEE, trink nich so viel Kahafee, nicht für Kinder ist der Tühürkehentrank, schwächt die Nerven macht dich blass und krank, sei doch kein W u t b ü r g e r, der das nicht lassen kann, sei lieber BILDungsbürger und wirk mit am großen Flächennutzungsplan“

    – großartig!

  30. Bersarin schreibt:

    Ja, wie einer jener Filme, die ich sehr schätze, er heißt: „No Country for Old Men“. Von den großartigen Coen-Brüdern.

  31. Noergler schreibt:

    Kaum weist Bersarin auf die Ant-“B*ld“-Aktion hin, zeigt Friederike ganz persönlich deren Notwendigkeit. Friederike prolongiert nämlich die Rufmordkampagne der „B*ld“ gegen Wallraff.

    Das Blatt hatte seit „Hans Esser“ noch eine Rechnung offen, und zwar eine gewaltig große. Wallraff hatte als Redakteur angeheuert und in Buchform einen Horrorbericht abgeliefert, der selbst für biologische „B*ld“-Hasser ein echter Bloodfreezer war. Wenn Du das Buch nicht kennst, Friederike, empfehle ich die nachholende Lektüre zwecks Entharmlosung des Blattes in Deiner Vorstellungswelt.
    Es wurde aufgedeckt, was nie niemals hätte ans Tageslicht kommen dürfen: die Arbeitsweise des Blattes und die charakterliche Verfaßtheit seiner Akteure.
    Der Springer-Verlag versuchte vergeblich die Auslieferung des Buchs zu verhindern. Es folgten jahrelange Prozesse, in denen Springer an Anwälten aufbot, was für teuer Geld zu haben war. Wallraff gewann, und damit befand er sich erst recht auf der Liste der zu vernichtenden Personen.

    Als der Stasi-Vorwurf als vernichtungsoptimierter Insult sich anbot, griff man zu. Wieder Prozesse, wieder gewinnt Wallraff. Mit rechtskräftigem Endurteil ist die öffentliche Behauptung untersagt, Wallraff sei Stasi-Spitzel gewesen.

    Das jedoch ficht Friederike nicht an:

    „nachträgliches entsetzen packte mich gerade als ich den ollen wallraff auf wiki eingab.
    ich schreib nur STASI, das SCHWEIN denk ich nur laut. bei dem typen hatte ich schon immer ein seltsames gefühl, schon damals anfang der 90iger als diese altlinken aus westdeutschland uns diesen wallraff immer besonders ans herz legen wollten…..“ An anderer Stelle spricht Friederike die Forsche gar von „stasi mitgliedschaft“.

    Mal davon abgesehen, dass die „Altlinken aus Westdeutschland“ (mit Ausnahme der DKP) ein denkbar schlechtes Verhältnis zur DDR hatten, und weiter davon abgesehen, dass sowohl „nachträglich“ als auch „Entsetzen“ nur aus der Phrasendreschmaschine herausgefallenes leeres Stroh sind, ist es echt mutig von Dir, mal so eben mit altem Dreck zu schmeißen, der gerichtlich abschließend erledigt ist.

    Juristisch betrachtet kann man sich da nämlich die Übersendung einer strafbewehrten Unterlassungserklärung einhandeln, nebst einer Abmahnung, deren finanzielle Begleitumstände nicht wirklich erfreulich sind.
    Wir möchten doch nicht, dass Friederike ihre nächsten vier Urlaube auf „Balkonien“ verbringen muß, nach dem Motto Urlaubst du noch oder sparst du schon?
    Wie bewertest Du nun die aktuelle Humorlage in diesem Thread? Jetzt besser?

    „ick wes nicht investigativer journalismus sieht heutzutage irgendwie auch anders aus, oder ?“
    Nein. Die unbeschreiblichen Zustände in einer Großbäckerei aufdecken, oder als Schwarzer den Alltagsrassismus vorführen – so, genau so sieht investigativer Journalismus heutzutage aus.

    DDR und „B*ld“ ist etwas, über das ich schon immer gerne sprach. Denn einer der sehr wenigen Vorzüge der DDR bestand darin, dass es dort jenes Blatt nicht gab.
    Auch die Stasi scheint doch nicht so schlimm gewesen zu sein, wie auch ich jahrzehntelang glaubte, hat es doch eine Havemann-Überwacherin bis in eines der höchsten Staatsämter gebracht. Und wäre die Stasi sooo schlimm gewesen, dann könnte das doch garnicht sein.

  32. flummi schreibt:

    ergänzend zu @ Nörgler

    http://www.bild-studie.de/bild-studie-der-obs/interview_mit_wallraff.html

    (…)Was zeichnet den Hardliner bei „Bild“ aus?

    WALLRAFF: Sie setzen das Mittel der Verleumdung
    bedenkenlos ein. Sie differenzieren
    nicht, sondern sorgen dafür, dass die holzschnittartigen
    Weltbilder verbreitet werden.
    Das sind auch diejenigen, die dafür sorgen,
    dass bestimmte Politiker eingeschüchtert oder
    sogar abgeschossen werden. Sie lassen Politiker
    bis in die private Sphäre hinein verfolgen.
    Dort, wo ein handwerklich seriöser Journalist
    aufhört oder wo jemand wie ich aufhört, da fangen
    die überhaupt erst an. Auf deren Liste stehen
    diejenigen Politiker ganz oben, die in allen
    Fragen der Freiheit, der Toleranz eine milde
    Position haben, auch diejenigen, die beispielsweise
    dafür sind, die Macht der heute
    Mächtigen zu begrenzen. Diejenigen, die in
    diese Richtung ihren Kopf herausstrecken,
    müssen alle damit rechnen, von „Bild“ angegriffen
    und notfalls verteufelt zu werden. Und
    diese Hardliner sind nie allein. Da gibt es
    beispielsweise immer noch beste Kontakte zu
    einzelnen Mitarbeitern oder ganzen Seilschaften
    im BND, bis heute. Das sind Leute, die kommen
    im Zweifel als lockere Videoblogger und
    „taz“-Genossenschaftler daher und sind vollgestopft
    mit Elitedenken und Ideologie. Und über
    dieser Inszenierung verkennen viele Betrachter
    deren Grundhaltung.(…)

  33. Bersarin schreibt:

    So ist es.

    Von seinen Betriebs- und Industriereportagen über das Buch „Befehlsverweigerung“ bis heute hin ist das maßgeblich, was Wallraff machte, und es wäre zu wünschen, es berichteten über die Zustände in Betrieben, in der Arbeitswelt mehr Reporter. Statt dessen: die Hetze von Bild, im Grunde jede Ausgabe ein Schlag ins Gesicht ihrer eigenen Klientel, die es nicht einmal merkt. Und FraufriederikeWunder findet’s spaßig und fragt nach Kochrezepten. Klimaxhafte Erregung stellt sich erst dann ein, wenn die Stasi ins Spiel kommt. Da geht’s dann mit einem Male ums ganze.

  34. flummi schreibt:

    ach ja,man kann doch gar nich soviel fressen wie man kotzen könnte.

    „die Griechen sind faul“ und der BILDbupräsi der Herzen predigt Freiheit, Verantwortung u. das „Deutsche Demokratiewunder“, spielt sich auch schon mal gerne als Bundesverfassungsrichter auf („Er glaube nicht, dass die Karlsruher Richter die Politik der Regierung konterkarieren würden, sagte Gauck bei seinem Antrittsbesuch in Brüssel – einigen Politikern dürften diese Worte nicht gefallen. Deutschland habe mit dem Pakt zu schärferer Haushaltskontrolle in Europa ein verlässliches Vertragswerk mitgestaltet, das der Bevölkerung eine Akzeptanz des Rettungsschirms ermögliche. “Wo Verlässlichkeit und Berechenbarkeit ist, fällt es auch den Bevölkerungen leichter, finanzielle Solidarität zu leisten”, sagte er.“ aus der Sz)

    Profit, Ausbeutung und Vernichtung heisst jetzt also SOLIDARITÄT!

    http://www.who-owns-the-world.org/2012/04/20/ausverkauf-deutsche-wirtschaft-steigt-gros-in-griechenland-ein/

  35. summacumlaude schreibt:

    Wer Mielkes Normannenstraße u.a. auch als eine riesige Mobbing-Maschine begreift und zu Recht anprangert, sollte doch mit derselben Empörung die andersartige, aber gleich wirksame Mobbing-Maschine der Freiheit anschauen, denn nichts anderes ist die Bild-Zeitung. Nicht der Verfassungsschutz sondern die Bild-Zeitung ist was das operative Bearbeiten von Menschen angeht das West-Pendant zur Stasi. Genau an dieser von ihnen nicht verstandenen Schnittstelle verdienen sich die DDR-„Bürgerrechtler“ ihre dicken Anführungszeichen. Rechte sind immer nur von Mielke und seinen Adepten bedroht, so wähnen sie; gerät man in die Mühlen des Boulevards, so ist man natürlich „selbst Schuld“ oder hat gar „im Rechtsstaat alle Möglichkeiten“, sich zu wehren. Letztgenannter Einwand ist allerdings das ungeheuerlichste „Argument“, was ich einstmals hörte. Und derjenige, der es vorbrachte, meinte es ernst.

  36. hanneswurst schreibt:

    Zum Thema Wallraff empfehle ich dringend diesen Film: http://www.youtube.com/watch?v=OutkzNYjXh0

    Ich möchte seine Verdienste nicht kleinreden (weil ich sie nur vom Hörensagen kenne) und auch dieser Wallraff-Film hat seine gesellschaftskritischen Momente. Die meiste Zeit konnte ich mich jedoch vor Lachen kaum einkriegen wenn er da mit Schuhcreme im Gesicht, Afroperücke auf dem Kopf und seltsames Kauderwelsch faselnd auf die Leute zuwackelte.

  37. Bersarin schreibt:

    „Der Aufmacher“ und „Zeugen der Anklage“ sollte man ruhig lesen, auch heute noch. Und seine Reportagen aus dem Gerling-Konzern, von der Bundeswehr und aus den Fabriken der BRD: unbedingt lesen, auch heute noch. Nur so geht Journalismus. Und wie merkwürdig: es wirkt. Es fängt mit genau diesen kleinen Schritten und Stichen an. Anzusehen an jener Backfabrik im Westen der BRD:

    Es läßt sich darüber streiten, inwiefern das Schwarzschminken nun gut oder nicht gut ist, das kann ich als Weißer nicht entscheiden. Und es gab hierüber seinerzeit Diskussion, die kontrovers war. Interessant vor allem, daß es diese Diskussion bei dem Buch „Ganz unten“ in diesem Ausmaß noch nicht gab: daß sich ein Hellhäutiger als ein etwas weniger Hellhäutiger ausgibt. Worum es damals ging? Mechanismen der Ausgrenzung und der Doppelstandards aufzuzeigen. Für „Ganz unten“ gebührt Wallraff höchster Respekt.

  38. Noergler schreibt:

    Möglich, dass Du, hanneswurst, meinst, wenn einer ein schwarzes Gesicht hat, könne er nur Kauderwelsch. Wie Du dazu kommst, Wallraff habe in diesem Film „seltsames Kauderwelsch“ gesprochen, verstehe ich nicht. Das war doch das Groteske, dass er ganz genau so sprach, wie er immer spricht: akzentfreies Normaldeutsch, null Bimbosound. Aber alle sahen nur das schwarze Gesicht und nahmen den Rest nicht mehr wahr. Allen ging es so wie dem hanneswurst.
    Solche Dinge sind es, die wir meinen, wenn wir von „Alltagsrassismus“ sprechen.
    _______________________________

    „Blackface“, das Schwarzschminken, hat zunächst eine üble Tradition: Weiße malten sich schwarz an, um auf der Bühne Schwarze zu imitieren, zu karrikieren, lächerlich zu machen, vorzuführen. Allein schon die Form des Imitats versetzt hierbei den Weißen in die Superioritätsposition. Wallraff aber zeigt nicht eine Superiorität der Weißen, sondern gerade ihre (rassitische) Inferiorität. Insofern ist das etwas völlig anderes und hat mit „Blackface“ nichts zu tun. Da sind Noah Sow und Momorulez nur zu vernagelt, um den Unterschied zu erkennen. Möglichweise stinkt’s der Sow auch aweng, dass das, was sie nur erzählend darstellt, von Wallraff in Bild und Ton dokumentiert wurde.

  39. Pingback: Ich liebe Lujon « hANNES wURST, Schwellenintellektueller

  40. hanneswurst schreibt:

    Also sorry, Herr wegen der steten Realitätstreue sonst hochgeschätzter Nörgler, wenn Sie meinen er hätte Normaldeutsch spreche, dann Sie nix Film gesehe (bitte mal ab Minute 33 überprüfen).

    Aber wie gesagt, ich möchte Wallraffs Schaffen gar nicht angreifen. Der Film ist nur echt zum Gackern.

    Übrigens möchte ich hier schamlos für mein neues Mix Werbung machen, das ich mir soeben in Gedenken an FraufriederikeWunder und Bersarins romantische Konversation in diesem Blog aus dem Ärmel geschüttelt habe, um dieser wunderbaren zarten Annäherung ein Denkmal zu setzen:

    http://hanneswurst.wordpress.com/2012/04/21/ich-liebe-lujon/

  41. Bersarin schreibt:

    Oh Herr Hanneswurst, bitte keine Werbung in meinem Blog. Aber gut: hier machen wir mal eine Ausnahme.

    Nein, wenn ich etwas hasse, so ist es Nähe. Wobei ich bei blond eben und zuweilen doch wieder schwach werde. Selbst bei Bild-Verteidigerinnen, die wenig bis nichts begreifen. Es gibt kaum eine blonde Frau, der ich nicht nachblicke. Ich bin da fast schon wahl-, nein willenlos. Das geht sehr zum Leidwesen der dunkelhaarigen Frauen. Alle dunkelhaarigen Frauen taten mir in meinem Leben bisher besser als die blonden Frauen. Aber dies stellen sicherlich Erfahrungen dar, die sich so nicht ins Allgemeine übersetzen lassen.

    __________________

    Interessanter als die Art wie Wallraff sich gibt oder die Frage, ob er nun die Erfahrungen von Schwarzen oder anderen Nicht-Weißen vermitteln kann, scheinen mir immer noch die Reaktionen der Menschen auf ihn zu sein. Insbesondere das Verhalten der Polizei als Wallraff mit den den Hooligans in Kontakt trat.(Nebenbei: eine lebensgefährliche Situation, die auch den Tod hätte bedeuten können.) Eine einzige Polizistin, nämlich die im Zug, schien mir, zumindest in meiner Erinnerung, angemessen vorzugehen.

    Man hätte diesen Dokumentar-Film womöglich anders machen können, man kann den alltäglichen Rassismus sicherlich auch anders aufdecken, nur hat dies, und darin liegt das Problem, bisher keiner getan. Und zudem: Wallraff kann einen breiten Resonanzraum erzeugen, den andere nicht mitbringen. Wallraff spricht an vielen Stellen sehr reduziert, aber eben nicht das typische klischeehafte Ausländerdeutsch. Es gibt Weiße bei einer Anmeldung auf einem Campingplatz, deren Fähigkeit, in Sätzen zu sprechen, die verständlich sind, doch sehr viel reduzierter ist. Insofern scheint mir ein Vergleich von Sprache sehr unergiebig und insofern trifft Nörglers Satz durchaus zu: „Aber alle sahen nur das schwarze Gesicht und nahmen den Rest nicht mehr wahr. Allen ging es so wie dem hanneswurst.“

    Wie gesagt: ich finde die Reaktionen der Menschen sehr viel interessanter als die Sprache. Daß man Details auch hätte anders machen können: Sicherlich. Aber bisher tat das eben keiner in größerem Stil.

  42. investigativer journalismus im dritten jahrtausend wird von pickelig, bebrillten nerds vom heimischen rechner aus betrieben….aber das wissen wir doch, wiki leaks sei dank schon eine ganze weile. vom gesicht schwärzen bis zum backdoortrojaner ist es ein gewaltiger schritt in eine gänzlich andere richtung. der postmoderen mensch setzt sich selten real mit irgendwelchen aktionen auseinander; nein er organsisiert und steuert das komplette leben von A, wie alltagsgeschäft bis Z, wie zentralverband antiquarischer bücher vom homeoffice aus. das grandhotel abgrund muss nicht mehr verlassen werden und enthüllungsjournalismus findet trotzdem statt….die methoden eines herrn wallraff sind unter dem gesichtspunkt dieser entwicklung echt retro. aber gut, ich möchte hier nicht gegen nostalgiker wettern, auch die ewigen gestrigen sollten ihren platz in der gesellschaft haben….manchmal hab ich auch einen faible für traditionelles und altbebernes. letztgenanntes trifft es übrigens gut, wenn ich an herrn wallraff denke; ER verkörpert für mich die alte bundesrepublik und steht in einer reihe mit wörtern wie: Bonn, Brokdorf und Prilblumen,alles sachen die den schritt ins nach wende deutschland nicht geschafft haben, ganz im gegensatz zur bildzeitung.

    frau wunder bedankt sich fürs gespräch,
    auch wenn der grundton im bissigen straßenköter jargon eher befremdlich wirkte

  43. Bersarin schreibt:

    Das Zu-sich-nehmen alkoholischer Getränke bereits in den Vormittagsstunden kann verheerende Folgen zeitigen. Dein Beitrag, FraufriederikeWunder, verweist darauf. Drogen und kontrolliertes Schreiben erfordern eine gewisse Übung.

    Zudem bedanke ich mich bei Dir dafür, daß Du auf all die Dir entgegengebrachten Argumente so gezielt und mit argumentativer Präzision eingegangen bist.

  44. Noergler schreibt:

    Für Friederike verkörpert Wallraff „die alte bundesrepublik und steht in einer reihe mit wörtern wie: Bonn, Brokdorf und Prilblumen,alles sachen die den schritt ins nach wende deutschland nicht geschafft haben, ganz im gegensatz zur bildzeitung“, deren rechte Schreibung selbst der Friederikes noch überlegen ist.
    Woher Friederike Kenntnisse einer „alten“ Bundesrepublik hat, wissen wir nicht, denn sie hat keine: Die Prilblumen sind eine Reklameaktion der 70er, in Bonn kosten Immobilien so viel wie eh, Brokdorf steht für bis heute muntere Anti-AKW-Proteste, und die am Hochofen verbrannten Hände und Arme in Wallraffs „Industriereportagen“ der 60er sehen genauso aus, wie die am Backofen verbrannten Hände und Arme der Nullerjahre beim „Lidl“-Lieferanten. „Retro“ ist da leider gar nichts.
    Was es nicht ins Nachwendedeutschland geschafft hat, ist der erste FCKW-freie Kühlschrank (wendemäßig plattgemacht durch die westdeutsche Kühlschrankindustrie) und die globale Technologieführerschaft der DDR in der Geothermie (wendemäßig plattgemacht durch die westdeutsche Energieindustrie). Assistiert hat dabei die „B*ld“, die gerne die interessensgeleitete Mär von der Komplettrückständigkeit der maroden DDR-Wirtschaft aufgriff. Dafür haben ostdeutscher Grund und Boden es ins Nachwendewestdeutschland geschafft. Der gehört jetzt nämlich den Wessis, jedenfalls einigen von ihnen, und überwiegend dem Organisierten Verbrechen, wie der Mann vom Bundeskriminalamt dem „Spiegel“ erzählte, da man die aus Italien eingehenden Anrufe „Kauft, was ihr kriegen könnt!“ abgehört hatte.

    Ich hoffe, den Desideraten der nach differenzierter Weltsicht schreienden Friederike-Seele ein wenig abgeholfen zu haben.
    __________________________________

    Man denke nicht gering vom Leben des Straßenköters!

    Es ist abwechslungsreich wie kaum eine andere Existenz: erst Beißen und Ficken, dann Ficken und Beißen, und danach Beißen und Ficken. Dies war der Vormittag. Der Nachmittag beginnt mit Ficken, gefolgt von Beißen und Ficken. In den Abend- und Nachtstunden hingegen verlege ich mich dann ganz auf Ficken und Beißen.

    Schmutzig und stark, verwegen und düster, wild und frei – dies definiert des Straßenköters animalischen Magnetismus, dem kaum eine normalempfindende Frau je sich entzog. Oft reden sie zuerst von „befremdlichen“ Wirkungen, da der Straßenköter ungekannte, dunkle Begierden in ihnen aufruft. Doch endet es stets mit rotverheulten Augen, wenn das „Stars and Stripes“-Stirnband mit der „Born Free“-Aufschrift entschwindet – verschluckt vom Dunkel der Nacht und verschlungen von der Absenz des Sinns von Sein.

  45. summacumlaude schreibt:

    Es ist immer wieder interessant, in Köpfe hineinschauen zu können, wenn diese hier dokumentierte Demaskierung der Frau Wunder auch höchst unfreiwillig erfolgte. Aber auch für Frau Wunder gilt: Die aufgeklärteste Kontrollinstanz kann nicht einschreiten, wenn das ES ins Kraut schießt und die Assoziationsketten sich vollenden.

    Hier die vorurteilsfreie und weltläufige Nach-Wende-Gesellschaft mit der Bild-Zeitung als Sprachrohr, dort noch die in alten Vorstellungen behafteten bösen West-Linken (naklar: alles Stasi-Schweine), so will es das freiheitlich-demokratisch grundgeordnete Weltbild der Frau Wunder. Das ist schon kaum noch gesund zu nennen, da es allergisch auf die Wirklichkeit reagiert. Stören die vielen Toten der neuen Rechten dieses ideologisch zuzementierte Wunder-Weltbild des Nach-Wende-Deutschlands, so wird reagiert wie es ein Wahnkranker ebenso tu würde: Die neuen Rechten sind ja nur die alten Stalinisten, mithin: Auch hieran hat der Honecker Schuld.

  46. Noergler schreibt:

    Was man am Fall Friederike zum x-ten mal eben auch wieder sieht, ist dies:

    Die objektive historische Aufgabe der DDR bestand darin, die Idee des Sozialismus so radikal zu diskreditieren, dass kein Straßenköter mehr einen Bissen Brot von ihr nimmt.

    Wenn Ossis auf alles allergisch reagieren, was nur irgendwie nach „links“ aussieht, dann ist das beknackt, aber da hat die DDR einen guten Job gemacht.
    Dem Ost-Hirn stellt sich das dann verdreht dar, so, wie wir es von Gauck kennen. Im Resultat ergibt sich eine ulkige Freiheitsdefinition, die lautet: Freiheit ist überall dort, wo nicht DDR ist.

  47. che2001 schreibt:

    Die DDR-Grenze war übrigens von ihrer Konstruktion, von der Anlage und vom Aufbau her auch nicht schlecht. Sie war sehr effizient. Es sind nur wenige Menschen geflohen und haben es geschafft. —. Die EU-Südgrenze ist viel besser, kaum ein Afrikaner kann das schaffen, die verrecken in Thunfischnetzen, sind ja überwiegend auch nur Neger odwer Berber. Die Zahl der Opfer wird auf 10.000 geschätzt. Das ist der Sieg der westlichen Zivilisation. Hurrah!

  48. ei wei , ei wei, wat nen schöner tach. sitze icke heut in der uni kinder klinik rum, wartend, langweilend auf den zeitungskiosk starrend und entdecken „Die Welt“ und darin tatsächlich den wallraff, mein lieber herr, wie haben sie das denn gemacht so punkt und zeitgenau den finger aufs thema zu legen? jedenfalls besser noch ist es in „Welt online“ ich zitier dann mal den Herrn herzog, ex wallraff mittarbeiter, ne;
    ———————————————————————————————————-
    Welt am Sonntag: Günter Wallraff gilt wegen seines Wirkens und seiner Werke immer noch als Vorbild für viele Journalisten. Wie bewerten Sie sein Lebenswerk aus heutiger Sicht?

    Herzog: Er hat seine eigenen Ziele verraten. Ich habe mich damals von ihm abgewandt, weil seine Methoden denen seiner „Feinde“, wie er sie nennt, recht ähnlich geworden sind. Nach meinen Erfahrungen nutzt Wallraff seine Mitarbeiter ebenso aus wie seine Informanten. Aber vor allem seine Leser. Seine Geschäftsidee, mit der Not und dem Elend anderer Geld zu machen, ist offenbar von Ost-Berlin tatkräftig unterstützt worden. Die Bücher passten ja ins Bild vom „Klassenfeind BRD“.
    ———————————————————————————————————–

    zum nach und mitdenken bitte schön:

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article106211893/Wallraff-machte-glauben-das-Buch-sei-von-ihm.html

    ehm und zum thema straßenköter wir wissen doch beide;

    Hunde, die bellen, beißen nicht!!!

  49. Bersarin schreibt:

    In welchem Konzern erschien noch mal „Die Welt“??? Spranger, Sprögner, Sprötzer, Sprinkler? Oh, ich hab’s: Springer. Und wo erschien nochmal die Bild?

    Man man man, Friederike. Du glaubst auch, wenn man Dir sagt, im Himmel sei Jahrmarkt!

    Habt Ihr in Staatsbürgerkunde denn nie diese Frage gelernt: Cui bono?

    Und wenn die Wallraff-Bücher jemand anderes geschrieben hat: was ändert es an ihrem Inhalt, bitteschön? Merkwürdig, daß Wallraff nie von einer Prozeßlawine erschlagen und mundtot gemacht wurde. Aber die Industrie und die Konzerne der BRD, insbesondere Springer, sind vermutlich zu wenig mächtig, um einen solchen Prozeß durchzustehen, weil die sogenannte Linke in der BRD ja bekanntlich die Diskurshoheit hat. Das wußte schon Dumpfbacke Fleischhauer.

  50. che2001 schreibt:

    Wenn nur nicht Diskurshoheit eines dieser komischen linken Schlagwörter wäre die niemand versteht. Beim Nachdenken bekommt man auch immer so Kopfschmerzen.

  51. che2001 schreibt:

    Übrigens, die Kinder macht der Papst!

  52. flummi schreibt:

    und fräulein wunders springer welt link war so vorhersehbar wie det amen inner kürsche.

  53. auch wenns vollkommen verlorene zeit ist und es nichts bringt mit menschen zu diskutieren deren weltbid einfach, übersichtlich und bipolar gestrickt ist, ganz im sinne von vier beine gut, zwei beine schlecht. „sprich du mit der kuh französich“ hätte meine oma dazu gesagt. noch ein letztes, möglicherweise, wort zum dienstag. alltagsrassismus ist selten schöner ausgelebt und vorgeführt wurden, wie in dieser sinnfreien debatte. blonde, blauäugige frauen werden eben gerne und mit nachtretender boshaftigkeit in die bild- leserinnen ecke gedrängt und zu nicht begreifenden null- menschen deklassiert. dies gern von herren, die sich entweder für etwas besseres halten, da sie drei fremdwörte fehlerfrei aus wiki copieren können oder die prinzipiell spaß daran haben emotional weniger flache weiber so richtig aufzuziehen, um sich an der pseudo sachdisskusion sexuell ergötzen zu können. für argumentationen jenseits von verbalentgleisungen ist hier nicht der geeignete platz.
    trotzdem noch ein letzter versuch (obwohl es mir eigentlich fiehischst auf die eierstöcke geht mich mit diesem flachwichser wallraff nun schon mehr als 24 stunden beschäftigt zu haben. so viel aufmerksamkeit hat der gar nicht verdient, genau so wenig wie andere herren);

    investigativer journalismus auf kosten von randgruppen; ich will nicht hoffen der typ kommt noch auf die idee sich als blonde, großtittige tusse zu verkleiden um den alltags sexismus aufzudecken. aber wie gesagt, das machen heute schon die besonders bissigen bolgger von der heimeligen trutzburg aus.

    „Die Begeisterung bei Afrodeutschen hält sich jedenfalls in Grenzen. „Wir finden die Haltung hinter Herrn Wallraffs Film sehr problematisch“, sagt Tahir Della von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD). „Wie so oft spricht jemand für statt mit uns Schwarzen.“ Die Dozentin und Musikerin Noah Sow, die sich auch in der Media-Watch-Initiative „Der braune Mob“ engagiert, wirft Wallraff sogar vor, letztlich „auf Kosten unserer Leiden Geld zu verdienen“ – ungeachtet dessen, ob er den Rassismus „eigentlich bekämpfen will oder nicht“.

    http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,655929,00.html

    seid bereit

  54. Bersarin schreibt:

    Ach, Blondi-Mausi, Du wirst in diese Bild-Ecke nicht gedrängt, denn da stehst Du ja bereits! Die Frauen, mit denen ich sprach, sehen es übrigens ähnlich wie ich, und sie halten Dich für, na ja, ich schweige mal aus Höflichkeit: diese Dinge haben also rein gar nichts mit der Mann/Frau-Perspektive zu tun, an welche Du mit einem Male versuchst anzudocken.

    Du verteidigtest die Bild-„Zeitung“. Darauf bezog sich meine Kritik. Mehr nicht. Denn diese Zeitung ist nicht zu verteidigen. Siehe die Ausführungen von Nörgler, Stichwort Sarrazin, Hartz IV-Hetze, Migranten etc.

    „sprich du mit der kuh französich”: ja das paßt sehr gut, sehe ich in der Kommunikation mit Dir ebenso. Denn Du bist nicht auf eines der Argumente eingegangen, die ich hier brachte.

    Den Wallraff-Film kann man von zwei Seiten her sehen. Noah Sow ist eine nur mäßige Referenz. Es klaffen hier Privates und das Buch von ihr sehr auseinander. Gerade im Zusammenhang mit ihr von „investigativer journalismus auf kosten von randgruppen;“ zu sprechen, ist unfreiwillig komisch. Frag mal Schwarze, wie sie Noah Sow sehen.

  55. FrauWunder schreibt:

    ehm welche frauen? die mutti?

  56. summacumlaude schreibt:

    An das Fräuleinwunder nur noch eine Bitte: Auf die genannten Argumente eingehen, nicht mit assoziierten Behauptungen einfach um sich schlagen. Stasi-Kontakte, die darauf abzielten, Menschen dinglich zu zerstören, hat hier niemand verteidigt. Es stand zur Diskussion, dass das Bildungsblatt mit den heuitigen Randgruppen in der Konsequenz nicht anders umgeht, als die Mielke-Truppe mit den damaligen, die seinerzeit definiert waren als Feinde des real existierenden Sozialismus.
    Und Nörgler hat schon recht: Was Du hier betreibst, ist symptomatisch für viele Sozialismus-Geschädigte (beachte, dass ich ohne Anführungszeichen schreibe!): Menschenrechte werden nur von links bedroht, alles andere ist Peanuts. Hierüber solltest Du reflektieren. Ich muß nun schließen, aber noch soviel: Mit umgekehrten Vorzeichen kenne ich genau diese aussortierende Haltung gegenüber politischen Opfern von den von Dir so wenig gemochten „West-Linken“; da waren die Menschenrechte immer nur von faschistischen Regimen bedroht. Mein damaliger Streit mit bestimmten Formen des westlinken Daseins über genau diese Frage führte zum andauernden Bruch. An einer Heilung bin mitlerweile nicht mehr interressiert. Die ehemalige DDR-Opposition bereitet aber gerade mit ihrer ebenso regiden, einseitigen Haltung den nächsten Bruch vor. Naja, ich werds verkraften.

  57. Noergler schreibt:

    Ich weiß, für Friederike wird jetzt eine, ähm, Welt einstürzen, aber es muß sein:

    https://www.taz.de/Welt-Vorwuerfe-gegen-Wallraff/!92021/

    ____________________________

    “Wie so oft spricht jemand für statt mit uns Schwarzen.” Was ein Käse. „Für“ zieht den Akkusativ nach sich, „mit“ den Dativ.
    Auch inhaltlich ist es falsch. Der Film enthält kein Molekül paternalistischer Bevormundung. Entsprechend wird auch garnicht dagegen argumentiert, sondern bloß mit abstrakten Sprechblasen rumgemeckert.
    Wallraff spricht nicht für die Schwarzen, sondern zeigt, wie Weiße mit Schwarzen sprechen. Was Wallraff gemacht hat, ist ja geradezu der Film zum Buch von Noah Sows „Deutschland Schwarzweiß“.

  58. FrauWunder schreibt:

    wer vermutet hier denn eine sachdebatte?
    es handelte sich hierbei lediglich darum den absprung zu schaffen vom tempel der rosaroten überhöhung in die niederungen der entwertung. und dies wie immer mustergültig und reflexhaft, nach altbekanntem schema. es ist allemal einfacher sich von etwas zu distanzieren, was dumm, nichtswürdig, begriffsstutzig, unreflektiert und emotional überbordend ist,als von etwas, was man eigentlich ganz gern mochte.

    schwarz, weiß/ gut und böse/ angebetet und erniedrigt, manch einer bewegt sich immer nur in diesen kategorien ohne ein gefühl für nuancen und zwischentöne….schade eigentlich.

    aber wenns hilft, ich geb hier gern den blonden sündenbock ( unterschätzt zu werden ist übrigens eine verdammt vorteilhafte position ;-) )

  59. FrauWunder schreibt:

    @ nörgelnderMitleser; gut gemacht ich liebe es ; denn dies ist Pluralismus, Meinungsfreiheit, Austausch sprich Demokratie. auf nen welt artikel antwortet die taz, das war übrigens auch so klar, wie das amen in der kirche…..muß ich nicht mal lesen, ick weeß was da drinne steht….tu es aber trotzdem, wenn ich zeit hab ansonsten der wallraff isses echt nicht wert. höchstens aus historisch, nostalgischer perspektive. er ist für zeitgeistige positionen und journalsimusdebatten einfach nicht mehr relavant……

  60. Bersarin schreibt:

    Blondi-Mausi, das ist Blahfasel was Du schreibst: „tempel der rosaroten überhöhung“: Sind wir hier im Kursus für Bildfindung und Produktion schlechter Metaphern? Und wieder gehst Du auf keines der dargebrachten Argumente von mir, von den anderen ein, sondern springst von einem zum anderen, ohne Sinn und Verstand.

    __________

    Oh, Nörgler: Akkusativ: das hält Blondi-Mausi wahrscheinlich für einen sowjetischen linksradikalen Revolutionär. Aber wir überschätzen sie da vermutlich.

  61. FrauWunder schreibt:

    doch; auf das blond- argument, da mich weder die bild zeitung noch der wallraff interessiert….ich hatte lediglich am 17.04. mal beiläufigst erwähnt, dass ich es nicht weiter schlimm fände von bild am 23.06. per postboten beglückt zu werden, aber sicherlich schaffen die das nicht bis auf den zauberberg. ich kann auch nichts dafür das sonst keiner mit dir spricht darling……..dafür das mich dies thema nicht interessiert hab ich mich schon ganz schön drauf eingelassen, das alte klebstoffproblem du weißt ja. aber es wird schon besser und ich muß mir da auch die ganzen letzten monate nicht schlecht reden nur um wieder klarsichtig vorwärts blicken zu können.

  62. Bersarin schreibt:

    Und jetzt noch einmal im Klartext: FraufriederikeWunder: Es ging in diesem Threat um die Bild-„Zeitung“ und ihre Methoden. Diese wurden mehrfach als Form von Hetze, Menschenjagd und -vernichtung sowie als eine Weise der Einflußnahme auf Politik dargestellt, die für einen Staat inakzeptabel ist. Über diese Dinge gingst Du hinweg und verwiest auf die gute Werbekampagne von Bild, statt darauf einzugehen.

    Wenn Du in diesen oben genannten Punkten keine Gefahr siehst, so mag das an Deiner Sozialisation, an Deinem Verstand oder an etwas ganz anderem liegen. Bei den Methoden von Bild wurde zudem auf Wallraffs Bücher über die Bild-„Zeitung“ verwiesen, die zeigen, wie es dort zuging. Ich gehe davon aus, daß Du keines derselben gelesen hast. Ist dies anders, so korrigiere mich bitte. Weiterhin nannte ich Dir, vom Heute her geschrieben, also keine bloße Nostalgie, die Adresse des Bild-Blogs.

    Aber Du scheinst hier den Spaß daran zu haben, die Rampensau herauszulassen und brauchst das für Dein Ego, das ist auch ok, und entsprechend wurde auf Dich dann reagiert, Blondi-Mausi. Also beklag Dich hinterher nicht darüber! Auch Dein Hin- und-her-Springen schuldet sich einer gewissen Methode. Mit dieser Unstetigkeit im Kopf (ich mag es nicht denken nennen) mußt Du am Ende aber selber klarkommen – nicht ich.

  63. hanneswurst schreibt:

    Was ist hier eigentlich los

  64. Bersarin schreibt:

    Tja, das wüßte ich auch gerne, ich kenne die Frau Wunder bisher nicht, weder privat noch kommentierte sie vormals hier im Blog. Vielleicht eine neue Trendsportart? Nordic Stalking. Nordic Blog Stalking. Aber auf alle Fälle ist es sehr amüsant, und könnte gleichsam unendlich so weitergehen – ganz unnaiv gedacht.

    Und da kann ich dann zu Blondi-Mausi nur herübergerufen: „Zur Sache, Schätzchen“! (Ich hoffe es kommt dann nicht Uschi Glas mit ihrer Antifaltencreme zum Vorschein)

  65. hanneswurst schreibt:

    Erst dachte ich, es handelt sich um eine romantische Annäherung, dann sah es aus, als imitierten Sie und Herr Nörgler aus Jux den Ton der Bild-Zeitung, inzwischen riecht es nach Rosenkrieg. Sehr unterhaltsam. Düsseldorf, den 24.04.2012 _____________________________

  66. Noergler schreibt:

    Alles falsch, hanneswurst. Geistige Notwehr – nur das.

  67. che2001 schreibt:

    Die Zeiten, in denen es auf einem anderen Blog hieß „Nörgler, fass!“ sind schon lange vorbei.

  68. Bersarin schreibt:

    Auch ich denke, daß diese Sache doch eigentlich moderat und angemessen abging. Insofern trifft auch der Ausdruck „Rosenkrieg“ nicht. Zumal dieser voraussetzt, das da vorher die zarte Pflanze Beziehung und das wilde Tier Leidenschaft in eine Anordnung geraten, was nicht der Fall war. Leider oder zum Glück? Ach, dies entzieht sich unserer Kenntnis und bleibt im Nebel der Unwissenheit verborgen.

  69. FrauWunder schreibt:

    gesitige notwehr, korrekt und mit verlaub da geht es hier noch harmlos ab. möchte mal eben schnell auf die kommentare unter oben benanntem taz- artikel verweisen, irrsinn, freude, zank und spaß, wie auch immer, wen es interessiert;

    https://www.taz.de/Welt-Vorwuerfe-gegen-Wallraff/Kommentare/!c92021/

    selbes argumentatiosschema wie hier, die selbe bissigkeit und die selbe humorfreiheit…es gibt halt themen die einfach nur polarisieren.
    aber, gut dies muss dann ausgehalten werden in einer demokratie. auch die meinung ewig gestriger schönredner, die die stasie in die selbe gurkenkiste packen wollen wie die bild macher.

    es bringt nichts hier auf irgednwelche argumente einzugehen, der boden hier gleicht einer betonwüste….

  70. Bersarin schreibt:

    Du irrst! Bild ist schlimmer als das MfS. Denn bei letzterem wußte jede und jede, der recht bei Verstande ist, Stasi bedeutet Scheiße. Bei Bild ist dies nicht der Fall. Da finden manche sogar die Werbung toll. Schwierig vorstellbar, aber so etwas gibt es.

    Und den Humor, das hatten wir doch schon: Warum bei der Stasi plötzlich so humorfrei? Ich für meinen Teil kann mich über deren Methoden und die Observierungen köstlich amüsieren. Schau Dir mal deren Lehrfilme an. Großes Kino.

  71. Bersarin schreibt:

    Ach, und noch etwas Blondi-Mausi: Es nerven Deine Wiederholungen. Schreib etwas anderes, lade mich zum Essen ein, erzähl einen Schwank aus Deiner FDJ-Jugend, biete mir wilden Sex, mal mir ein Bild, schieß mir eine Photographie, mach irgend etwas Neues, betreibe einen eigenen Blog. Aber nicht immer den gleichen Mist schreiben. Ansonsten bauen wir die Mauer wieder auf. DIE PARTEI, deren Mitglied ich bin, hat diesen Punkt in ihrem Wahlprogramm und ich werde mich massiv dafür einsetzen, daß dieser Punkt auf der Agenda 2020 oder nach unserer Machtergreifung gaaaaaaz gaaaaaanz weit oben stehe.

    In diesem Sinne, schlaf schön, Süße. Big kiss

    Bersarin

  72. che2001 schreibt:

    Die endgültige Teilung Deutschlands ist unser Auftrag. Mecklenburg kommt an Schweden.

  73. Noergler schreibt:

    Als PARTEI-Mitglied mit niedriger (!) Mitgliedsnummer darf ich hinzusetzen, dass wir von „baulicher Abtrennung“ sprechen.
    _________________________________

    Ich gehöre jener Generation an, die als Kind noch die zur Weihnachtszeit hinter die Fenster gestellten Kerzen sah, welche für „unsere armen Brüder und Schwestern in der Zone“ man entzündete. Darzulegen, dass da bloß die alten Massennazis und Nazimassen ihrem tradiert treudeutschen wie biologischen Antikommunismus frönten, war eines der wenigen Verdienste der Außerparlametarischen Opposition – APO 1967-69. Feuchte Höschen kriegen, wenn der „Führer“ sprach, war nicht mehr. Wie praktisch, dass die während eines kompletten Weltkriegs gegen „links“ eingeübte Kulturnation das Trainierte bruchlos in die neue Zeit überführen konnte: Der alte Feind war die UdSSR und der neue Feind auch – ein Umstand, der Friederikes Ultra-Retroing schlaglichtartig erhellt, denn ihr Gelaber hat sie der Adenauer-Ära entnommen.
    Rudi Dutschke wußte, warum er der DDR entfloh: Lieber ließ er im Westen sich erschießen, als im Osten dem verbalisierten Vaginalpilz der Friederikes sich auszusetzen.

  74. Noergler schreibt:

    Che sagt: „Die Zeiten, in denen es auf einem anderen Blog hieß ‚Nörgler, fass!‘ sind schon lange vorbei.“

    Seit ich weniger saufe, bin ich nicht mehr so fit. Dafür entschuldige ich mich.

  75. flummi schreibt:

    @ Nörgler

    Sie gehören trotzalledem immer noch zu meinen Lieblingskommentatoren, auch wenn man Sie anderenortes schon als „internetbroder“ in Verruf bringen wollte.

    Und was das Saufen betrifft – auch da bin ich ganz bei Ihnen, mir vergeht derzeiten einfach immer mehr der Durst.

    In meiner Not schrieb ich heute einem Freund und schilderte ihm meinen Überdruss, welcher gestern in einer „talkshow“, in die ich versehentlich hineingezappt war, seinen Höhepunkt fand:

    Charlotte Roche und ein gewisser Herr Böhmermann präsentierten der ahnungslosen Zapperin ein an Peinlichkeit kaum zu überbietendes Lehrstück der totalen Verblödung. Als „Running Gag“ wurde dort ein „beep gerät“ auf dem Talktable installiert hatten, mit welchem man dann so ganz furchtbar schlimme Ausdrücke wie „Eier, Titten oder Schwanz“ per Knopfdruck wegbeepen konnte. Unter den als „Talkgäste“ deklarierten Statisten der Selbstdarstellung, bzw.-erniedrigung deRs GastgeberIn befand sich auch der Tübinger Grüne Boris Palmer, der 3 Mal mit ein u. der selben Frage, nämlich ob ihn die dämlichen Stuttgarter Protestler nicht auch mittlerweile in den Wahnsinn trieben – traktiert wurde und dessen Antwort dann entweder durch strunzdummes Geplappere oder eben durch dem bekloppten Beeper im so irre trendigen „Underground“ begraben wurde. Unter den Statisten befanden sich noch ein Rapper u. eine Frau die als die Schönste Deutschlands angekündigt wurde. Der Rapper durfte immerhin noch seine neue Scheibe promoten und die Frau ihr Engagement für den WWF – bzw. doch nicht, weil der ja so dolle gar nicht ist, aber doch wenigstens für Bäume, zum Ausdruck bringen. Und es sei doch auch o.k sich einfach so für Bäume zu engagieren. Und sogar noch einen solchen zu pflanzen!

    Der einzige der wirklich talken durfte war der so irrsinnige hippe Atheist, ein Adept der Giardano Bruno Stiftung – der uns dann wissen ließ, dass Menschenrechte u. Humanismus ja gor nix mit der Christenheit zu tun hätten – Wow, endlich mal einer der den Mut hatte, Tachels zu reden! Der war so was von irre mutig u.gäbe es nicht so mutige „Talker“ wie Roche und Böhmermann, die Aufklärung wäre bis heute ausgeblieben.

    „Wer von Feuchtgebieten sabbert bekommt zur Strafe medial vertrocknete Höschen“

    meldete mir dann mein Freund zurück.

    In diesem Sinne: Gute Nacht Deutschland!

  76. Bersarin schreibt:

    @ che
    „Die endgültige Teilung Deutschlands ist unser Auftrag. Mecklenburg kommt an Schweden.“
    So ist es. Dieses Projekt unterstütze ich sehr.
    _________

    Tja, das Trinken: also ich bin leider noch nicht bissig genug. Ich werde insofern üben und am Wochenende in die Klausur gehe. Vielleicht liegt der Fehler bei mir jedoch auch darin, daß ich den Sprung zum Single Malt noch immer nicht geschafft habe und lediglich beim Wein blieb.

    Vielleicht aber befolge ich auch den Rat Kafkas: Du mußt nur die Dosis erhöhen!

  77. Partystein schreibt:

    Hallo FrauWunder,
    wenn Sie „Ganz Unten“ nicht gelesen haben, dann haben Sie ein sehr wichtiges zeitgeschichtliches (BRD) Dokument verpasst, in dem Sie viel über den nicht zu leugnenden- und beispielsweise von Herrn Sarrazin wohlweislich komplett unterschlagenen, deutschen Part an der aktuellen Integrationsmisere lernen können (Die Bildzeitung schweigt sich hierrüber leider ebenfalls geflissentlich aus)! Als Sechzehnjährige war das extrem aufschlussreich für mich, und hat meinen Eindruck vom unterschwelligen (oder ganz offenen) Spießerrassismus nur noch bestätigt.
    Standen in den Achtzigern in der DDR beispielsweise auch Türkenwitze auf dem Nivau von
    „Ich nix verstehen, ich dumme Suleika sein und mich freuen auf Sperrmüllfeiertag mit meinem
    Plastiktütentürkenkoffer“ an der Tagesordnung?
    Wenn man weiss, vieviel Ablehung und blanker Hass Migranten damals entgegengeschlagen ist, dann muss man sich auch über die weitere Entwicklung nicht wundern und ist immun gegen Sarrazins lächerliches Rassengeschwurbel.Ich kann´s Ihnen nur wärmstens ans Herz legen – Es ist nie zu spät!

    Gestern hab´ ich übrigens eine Obdachlosenzeitungsverkäuferin in der Fressmeile meiner örtlichen Einkaufspassage gesehen, die meinen offenbar muslimischen Tischnachbarinnen Ihre Zeitung verkaufen wollte. Als eine der Damen sie etwas verständnisslos anschaute giftete die Verkäuferin gleich los mit: „Nix verstehen! Aber Hartz4 einsteichen!“
    Ich dachte, ich fass es nicht und hab daraufhin meine Tischnachbarinnen gefragt, ob sie gehört haben, dass die Dame gerade „Nix verstehen“ zu ihnen gesagt hatte, woraufhin diese
    erwiederten, sie hätten die Dame akkustisch wirklich nicht verstanden, aber dass die Bemerkung an ihnen abprallen würde, da sie „gerade gegessen hätten“…:-)

  78. che2001 schreibt:

    Ich habe gerade einen Obdachlosen erlebt, der auf dem Weg zur Nichtsesshaftenberatungsstelle vor sich hin brabbelte: „Wer nicht spurt, muss raus aus Deutschland. Ratz fatz! Bruuutal!“

  79. hllizi schreibt:

    Du mußt nur die Dosis erhöhen!

    Es heißt doch in Wahrheit „du mußt nur die Saufrichtung ändern,“ womit der Rat klar zum Single Malt oder in eher unappetitliche Gefilde weist.

  80. Bersarin schreibt:

    @ Partystein und che
    Ja, das ist eben das Perfide an diesem Dreckssystem: Das die, welche unten sind, sich welche suchen, denen es ebenso dreckig oder noch schlimmer geht, auf die dann eingeschlagen wird. Bloß nicht nach oben treten,

    Dieser Reflex – und das sind wir wieder bei jener Drecks-Zeitung, die man nur als Hetzblatt bezeichnen kann – wird den Menschen systematisch eingebläut. Wer Niedrigloharbeit hat, schimpft auf die Hartz IV-Bezieher usw., weil dieses Blatt jeden Tag vorführt um was für Schmarotzer es sich bei diesen Leuten handelt. Von diesem Wirtschaftssystem und seinen Mechanismen schweigt sich diese Zeitung wohlweislich aus: Gehört sie doch, wie die meisten anderen Medien auch, ebenfalls mit dazu.

    Aus diesem Grunde gehört die Bild-„Zeitung“ verboten, weil sie eben zu Haß und Gewalt aufstachelt. Und wenn man sie nicht verbieten kann, dann gehört sie eben bekämpft, und zwar mit allen MIttel, die zur Verfügung stehen. Wie wäre es denn am 22/23.6.2012 mal wieder mit einer bundesweiten Blockade der Auslieferungszentren von Bild?

    _________________

    @hllizi
    Diese Wendung ist ja noch besser. Da hätte eigentlich ich selber drauf kommen müssen. Aber so ist das, wenn man frühmorgens schreibt.

  81. T. Albert schreibt:

    @Bersarin, 18.13

    JA! Blockade mach ich mit.

  82. Bersarin schreibt:

    Ich weiß nicht, ob es so etwas schon gibt, es wäre wohl eine Überlegung wert, das zu organisieren. Schade, daß ich nicht bei Facebook und Twitter vertreten bin. Über so etwas läßt sich gut ein Aufruf starten. Berlin, Frankfurt, Hamburg, München, Köln, Stuttgart. Aber vielleicht wird das ja noch etwas. Ich hoffe sehr, es ist immerhin noch über ein Monat Zeit. Und selbst wenn Bild zurückzieht und seine Scheiße nicht in die Briefkästen kotet, gilt es, dieses Jubiläum als das auszuweisen, was es ist. Diese Feier sollte massiv vermiest werden.

    Ich bin ja im Grunde ein gemütlicher mittelalter, 47-jähriger Mann im Grandhotel Abgrund, Wein süffelnd, aber bei Springer und Bertelsmann bekomme ich jedesmal die Wut in den Kopf. Gut daß ich darüber nicht weiter sinniere, denn sonst würde mir noch sehr viel mehr einfallen.

  83. Bersarin schreibt:

    Ich wollte eigentlich dort hin, hatte das auf meinem Zettel, habe aber zugunsten einer ganz wunderbaren Frau samt einem schönen Nachmittag darauf verzichtet, zumal wir am Abend auch noch mit ihren Eltern verabredet waren.

  84. hanneswurst schreibt:

    Ironie des Schicksals: gestern lag eine Leseprobe der „Express“ vor meiner Tür. Darauf hat mich dieses sonst so schlaue Blog nicht vorbereitet. Es lag tatsächlich ein ganzer Stapel vor dem Haus, so dass meine Briefkastenwarnung („Nichts einwerfen!“) nicht geholfen hat. Ich habe das Einzige getan, was dem Wutbürger in dieser Situation übrig bleibt: Hundehaufen gesucht, reingetreten, Schuh auf den „Express“-Stapel gedrückt und verrieben. Ich hoffe, dass mir dies einige Punkte bei Herrn Nörgler einbringt.

  85. Bersarin schreibt:

    Ach, Mensch, das ist jetzt aber blöd gelaufen, und das hätte ich Ihnen vorher sagen müssen: Den Stapel „Express“ habe ich Ihnen zukommen lassen. Für nächste Woche habe ich Ihnen dann die „Berliner Morgenpost“ bestellt.

  86. Noergler schreibt:

    „Ich hoffe, dass mir dies einige Punkte bei Herrn Nörgler einbringt.“ Unbedingt! Zwar bin ich als Semiotizistischer Salonmarxologe in Praxisdingen kaum bewandert. Jedoch weiß ich das Setzen subversiver Akzente wohl zu schätzen.
    Beim KSV freilich, der studentischen Massenorganisation der KPD/AO, schalt man seinerzeit dergleichen „kleinbürgerliches Abenteurertum“, da nicht eingebettet in die Kämpfe der revolutionären Massen.

  87. che2001 schreibt:

    Das würden die wahrscheinlich auch über autonome Flüchtlingssoligruppen oder Cyberpunks sagen, während ich mal einen Vertreter der KP Irak kannte, dem die RAF zu bürgerlich und nicht radikal genug war. Immerhin: Ein Anruf von dem verhinderte mal einen Auftritt des Roten Halbmonds Irak in Bremen, weil die dachten, er schicke gleich Schrotflintenmänner vorbei, obwohl es eigentlich nur darum ging, gegen Pro-Saddam-Propaganda vorzugehen.

  88. T. Albert schreibt:

    Gute alte AO und ihre Massenorganisationen, voller Abenteurer mit den Schuhen im Hundehaufen beim IS-Strassenverkauf war sie. Es ist doch schade, dass junge Menschen diese besondere Erfahrung kleinbürgerlicher Praxis heutzutage kaum mehr machen können.
    Ans lackierte Glanzpapier der IS konnte man die Scheisse nur schmierig schmieren, die Rote Fahne auf flauschigem Zeitungspapier eignete sich besser, die Schuhe zu polieren. Aber wenn jemand hinsah, nahm man die reine Propagandazeitung Roter Morgen der Aust-Partei dazu. Hach!, lachten die revolutionären Massen samstagmorgens.
    Folgerichtig ging die Leitungsebene später zu Springer, um nicht aus Nachlässigkeit selber noch zu „kleinbürgerlichen Anarchisten“ zu werden.

  89. Bersarin schreibt:

    Tja, mein Gang mit den Massen endete auf einer Demo als mich die SDAJ anwerben wollte und von ihrem Pfingsttreffen in Dortmund schwärmte. Ab dieser Episode wußte ich: Bersarin, du bist und bleibst ein Solitär, die werktätigen Massen werden nicht auf mich zählen können. Und der eine Tag am Fließband im Jahre 1985 in einer Fabrik, über eine Zeitarbeitsfirma vermittelt, weil ich dringend Geld benötigte, heilte mich dann um ein weiteres.

    (Und im schwarzen Block ging ich bei Demos nur noch wegen der Musik, den Lederjacken sowie der Möglichkeit mit, daß mein abenteuerliches Herz an gute Photographien käme.)

    Und so wurde ich der, welcher ich bin.

  90. che2001 schreibt:

    Tja, das war doch bei mir ganz und gar anders. 16 Jahre lang der Agitator, Organisator und auch Theoretiker, später dann Texter und Layouter, und überwiegend libertär-autonom. Im Schwarzen Block bei einer bundesweiten Großdemo auch mal erste Reihe. Heute dann Menschenrechts-BI-ler und Lokalverordneter, in der Theorie aber kein bißchen woanders als 1993.

  91. che2001 schreibt:

    Und meine Jobs neben dem Studium waren auch alle ziemlich proletarisch: In einer Ladenbaufirma die Pfeile geschwungen, 6 Wochen Akkord bei VW am Band, Klos putzen, Pizzen ausfahren (als einziger Deutscher in einem kurdischen Imbiss, die PKK-Fahne und eine geballte Faust auf die schwarze Bomberjacke genäht). Dazu einer der geselligsten Menschen, die man in meinem Umfeld kannte.

  92. T. Albert schreibt:

    Naja, man muss ja leben: als Betonbauer nach dem Abitur, dann unter Stauden- und Baumgärtnern, Panzersoldat, in der Badeabteilung und bei den Haushandwerkern einer Klinik, im Weinberg, Zeichner im Planungsbüro, Anstreicher, studentische Zeichnernutte. „Prollig“ war es nur viel später in der Kommunikationsfirma als sogenannter Art Director. Proletarisch war da nix, dafür alles eklig. Der Panzersoldat ging sozusagen noch aufs Konto der AO-Genossen, sonst hätte ich früher verweigert und unter weniger Schwierigkeiten.

  93. Jr Hernandez schreibt:

    Liebe Bild Zeitung in meinen Briefkasten war gerade ein Bild von 41 Mio. für alle Gratis; ich bedanke mich ehrlich nicht; mit 41 Mio. / 50 % / 50 % = 10.250.000 Mio. damit konnte man Minimum 20 Firmen gründen und viele, viele Arbeitsplätze verschaffen, doch das ist eurem Geld; hoffentlich verlangt Finanzamt etwas für diese Aktion, damit Deutschland wirklich was gute davon hat!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s