Der Omega-Punkt

Drehen wir doch mal den vielzitierten, zu Tode bemühten Kitschsatz des Schriftstellers Hermann Hesse um und schreiben: Jedem Ende wohnt ein Zauber inne. Ja, Friedhöfe sind ganz spezielle Orte, an denen eine besondere Aura herrscht. Nicht unbedingt Orte für einen Neuanfang, weil auf dem Friedhof in der Regel Schluß ist, so zumindest steht es im postmetaphysischen Zeitalter, in der säkularisierten Welt zu vermuten, zu befürchten, zu hoffen – je nach Perspektive. Sowieso: „Den Himmel überlassen wir den Engeln und des Spatzen“. Und in Berlin den Tauben samt den Krähen gleich mit dazu. Über den Friedhof schlendert man am besten unter der Woche umher, wenn kaum jemand sich an den Gräbern aufhält. Aber auch an Wochenenden ist es ruhig, nur manchmal stehen die Verbliebenen an einem Grab und pflegen es oder verharren einfach nur davor, in ihre Gedanken versunken.

Im Dezember besuchte ich mit einer Freundin die Friedhöfe an der Bergmannstraße in Kreuzberg. Und wer die Bilder von diesem Flaniergang zwischen Steinen, Gras, Bäumen und Ruinen sehen möchte, der schaue doch bitte auf meinem, in letzter Zeit ein wenig in Vergessenheit geratenen Photographieblog „Proteus Image“ nach.

Die geneigten Leserinnen und Leser möchte ich zudem daran erinnern, daß gestern vor genau 70 Jahren in Berlin die Wannseekonferenz stattfand.

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