Epstein-Barr

Nein, Epstein-Barr ist kein adliger preußischer Wehrmachtsgeneral aus dem Zweiten Weltkrieg, den Guido Knopp von irgendwoher ausbaggerte, es ist kein Wirtschaftsindex, um steigenden oder sinkenden Wohlstand einer Volkswirtschaft zu messen, es handelt sich nicht um eine ausgefallene Stellung beim Sex, es wird das nicht als innovativ-kreativer, neologistischer Vorname für hippe schwäbische Kinder von hippen schwäbischen Vorzeigemüttern aus dem Prenzlauer Berg, die in Cafés lästig fallen, vergeben, und es verbirgt sich dahinter auch keine SPD-Doppelnamenfrau, die in den 80er in der Politik wirkte und gegen die SPD-Politik des unseligen Helmut Schmidt ankämpfte, sondern vielmehr handelt es sich um eine Viruserkrankung, deren Symptome vielfältig sind. Dauerhafte Erschöpfung z. B. Wer sich einmal damit ansteckte, kann Glück haben und bleibt für dahin verschont, bei anderen bricht dieses Virus immer wieder mit Regelmäßigkeit aus – so bei mir. Und da ich, wie schon vor einem Jahr, mit dieser Erkrankung zu tun habe, dachte ich mir: gib sie doch einfach an Deine Leserinnen und Leser weiter, damit die auch etwas davon haben. Diese Krankheit nennt sich übrigens sinnigerweise auch Kußkrankheit. Das erste Mal, es gibt im Leben bekanntlich immer ein erstes Mal, trat diese Erkrankung 2008 auf. Ich weilte bei einer Ex-Freundin, der ich ein wenig seelischen Beistand leistete, und als ich früh morgens in ihrem Bett aufwachte, sie schlief auf ihrem riesigen Sofa, welches ich immer als Wallensteins Lager bezeichnete, überfiel mich eine ungeheure Erschöpfung und Müdigkeit. Ich fand mich zwar nicht als ein Ungeziefer wieder, in das ich mich verwandelte, aber so ganz derselbe war ich fortan nicht mehr.

Das Problem bei diesem Virus ist, daß es aufgrund der Symptome von Ärzten häufig nicht gut erkannt wird. Manche glauben einem nach zwei Wochen die dauernde Erschöpfung nicht und kaschieren ihre eigene Unfähigkeit hinter Faulheitsbehauptungen oder dubiosen Diagnosen. Ich hatte Glück, denn ich gehe zu einem sehr guten Hausarzt – das Grandhotel Abgrund hält einen vorzüglichen medizinischen Service bereit –, der mir gleich auf den Kopf zusagte: „Bersarin, Du hast Epstein-Barr-Verdacht, das testen wir gleich mal!“ Und siehe, so war es. Über drei Wochen Krankenlager.

Es verhält sich nun nicht so, daß ich beständig im Krankenbett liegen muß – ich kann spazieren, kann einkaufen gehen, kann lesen. Aber nach einer gewissen Zeit überkommt mich diese Erschöpfung und die Müdigkeit: die Augen fangen an zu brennen, die Konzentration läßt nach, im Kopf gerät es schwindelig. Und so muß ich mich dann zu Bett legen oder strecke den Kopf auf mein Sofa und dämmere oder schlafe vor mich hin. Insofern ist langes Flanieren nicht möglich. Die Tätigkeiten sind sehr eingeschränkt.

Das bedeutet: ich muß meinen Text zur ästhetischen Subjektivität, welchen ich heute bringen wollte, ein wenig aufs Wochenende verschieben (diese Schreibunfähigkeit ist auch noch ein paar anderen Dingen geschuldet) und kann den Text erst dann (frühestens) liefern, denn im Moment benötige ich wegen der vielen Pausen für alles etwas länger.

Aufgrund dieses Virus muß dann auch die Rubrik „Der Blogtinker“, in welcher ich verschiedene, mir empfohlene Weine testen wollte, auf unabsehbare Zeit verschoben werden, weil Alkohol in diesem Zustande doch eher schädlich denn nützlich ist, namentlich dann, wenn, wie bei dieser Krankheit der Fall, die Milz sich vergrößert und auch die Leber angegriffen wird. Ich bitte meine Leserinnen und Leser um Entschuldigung, daß ich bis auf weiteres diesem Vergnügen der batailleschen Verausgabung jenseits jener beschränkten Ökonomie des Verrechnens nicht nachgehen kann.

Und so liege ich auf dem Sofa, lese, lege das Buch vor Erschöpfung beiseite. Sehe aus dem Fenster und schaue den Krähen zu, die durch die Straße fliegen.

„– schlafen –
Schlafen! Vielleicht auch träumen! – Ja, da liegt’s:
Was in dem Schlaf für Träume kommen mögen,
Wenn wir den Drang des Ird’schen abgeschüttelt,
Das zwingt uns stillzustehn.“

39 Gedanken zu „Epstein-Barr

  1. Das ist ja unangenehm, ich wünsche Ihnen eine baldige Genesung. Trösten Sie sich: Sie können den Eppstein-Barr Virus (den haben wir ja alle irgendwo stecken, jedenfalls alle die auch die Knutschkrankheit hatten) nicht spüren. Sie spüren höchstens Ihre Immunreaktion. Wenn Sie sich vielleicht dem Virus voll und ganz ergeben, können Sie paradoxerweise gerade dadurch den Kampf gegen den Virus gewinnen.

  2. Ja vielen Dank für die guten Wünsche, und wie immer schätze ich Ihre scholastischen Subtilitäten, weshalb Sie mir in meinem Blog immer willkommen sind.

  3. Diesen Kommentar verstehe ich zwar nicht, aber es ist das Phänomen des Internet, daß es auch solche Wesen wie T.C. Hollmann hervorbringt. Allerdings sei vorsorglich darauf hingewiesen, daß „Aisthesis“ dem Randständigen und Verstandesfreien nur begrenzt eine Spielwiese bietet.

  4. Interessant. Muss ich meine Hausärztin auch mal drauf aufmerksam machen. Sehr fitte Frau. Als ich, wg Rücken, das letzte mal bei ihr war:
    „Haben Sie schon was gegen die Rückenschmerzen genommen?“
    „Na, ich habe mich mit Diclofenac über Wasser gehalten!“
    „Welche Diclos haben Sie genommen?“
    „Die rezeptfreien natürlich!“
    „Das ist ja nix. Da verschreibe ich Ihnen mal wirkliche Diclofenacs – fürn richtigen Kerl wie Sie!“
    Zur Müdigkeit als Phänomen, ja Grundgestimmtheit der Moderne siehe (Dr. med.) Benn.

    Gute Besserung.

  5. Vielen Dank. Ja Dr. Benn, immer ein gutes Hausmittel. Und der Ennui ist, mit Baudelaire gedacht, die Grundstimmung der (klassischen) Moderne. Gott, manchmal bin ich froh, daß wir nun doch endlich nach dreißig Jahren Verkündigung in der Postmoderne angekommen sind ;-)

    Nacht und Nebel: alles gleich.

  6. Die (ätsch!) Postmoderne gab es schon vor Sokrates, ähem… Es gäbe keinen logos, nur logoi…

  7. aber mit dem „Ankommen“ magst Du recht haben. „Gibt“ es „Ankunft“ in der PoMo. „Gibt“ es überhaupt noch was? Ich wünsche Dir einen realisten zum Arzt. Sollte der vehementeste PoMo sich wünschen…

  8. Mannmannmann EBV (die „offizielle“ Abkürzung) das ist ein Herpesvirus, macht folglich wie alle Viren dieser Gruppe teils lästige, teils auch weniger schöne Begleitmusik, da sie postmodern-digital den Menschen bearbeiten. Infektionserkrankungen als Ausdruck der jeweiligen Zeitumstände? Nun, einiges passt:

    GOTT!
    Der so gar nicht meditative Pestbacillus aus Indien über Europa kommend war keine Fakirshow sondern ein Hunnensturm. Gewissermaßen der infektiologische Scheiterhaufen, der alles niederbrannte, was sich ihm in den richtungslosen Weg stellte. Eben Gott.

    KULTUR
    Die Syphillis im Tertiärstadium griff – aus dem Unterleib kommend – das Gehirn und seine Aussagen an. In der Folge „passierten“ zwei Weltkriege. Zeitgleich machte die Tuberkulose den durchgeistigten Menschen das Atmen schwer. Der Chirurg R. Nissen postulierte, dass mit der erfolgreichen Therapie der Infektionserkrankungen jegliche geistige Anstrengung dem Menschen weggenommen wird und damit jegliche Kultur, die er (mit Nietzsche und Thomas Mann!) in der Nähe der Krankheit gedeihen sah. Er stelle sich also selbst in Frage.
    Waren die Weltkriege nun Folgen der Syphillis und der Tuberkulose? Oder Folge der immer besser werdenden Therapie?

    DIGITALE POSTMODERNE
    Die Herpesviren sind fast allen Menschen immanent, verharren aber wie der Terrorist als Schläfer. Was hast Du gemacht Bersarin, dass Du den Schläfer in Dir wecktest, der Dich nun Deinerseits müde werden lässt? Wahrlich ein High-Tech-Virus, das digital die Schaltstellen des Körpers besetzt und die immunologische Reaktion die Arbeit vollenden lässt. Das Virus gibt den Befehl und Du arbeitest Dich krank, eben postmodern. Ähnlich macht es HIV.

    So könnte man schließen. Aber da dräut noch das Ebola-Virus. Das wirkt nun so gar nicht fein-ziseliert wie die modernen Erreger, sondern es ist ein altmodischer Landstrichverwüster. Bisher nur im kleinen Rahmen beobachtet, erwarten Apokalyptiker ja den großen Ausbruch, nachdem der dritte Weltkrieg vorerst vertagt ist. Welche Erkrankungen setzen uns in Zukunft zu?

    Grüße und gute Besserung, ich hoffe mein LANGatmiger Text (Z.n. erfolgreicher Tbc-Therapie) hat Dich nicht allzu m ü d e gemacht (smile). Abschlußmotto der müden Moderne: „Ich kann es nun nicht mehr“

  9. @ hf
    Ja und nein: Die Strukturen und vereinzelte Gedankenfiguren, welche Analogien zur sogenannten postmodernen Philosophie (mal alles Heterogene in einen Begriff geschlagen) aufweisen, gibt es durch die Geschichte der Philosophie hindurch. Dies läßt sich, was das 18. bzw. 19 Jhd betrifft, an Texten von Herder, Hamann und denen der Romantiker nachweisen.

    Als Epoche jedoch, die Soziales, Gesellschaftstheoretischen, Politisches impliziert, und als spezifische Philosophie in ihren verschiedenen Entfaltungen handelt es sich um eine Erscheinungsweise, die ich mit der Nachkriegsmoderne, in verschiedensten Ausprägungen, ansetze. Ich muß wohl doch mal wieder meine Serie zur Postmoderne weiterschreiben, um hier die Klarheit zu verschaffen.

    @ summacumlaude
    Vielen Dank für die guten Wünsche und für den schönen Exkurs in Medizin und Kulturgeschichte. Was habe ich gemacht? Ach, lies den Doktor Faustus, dann weißt Du um mein Schicksal …

  10. Den Doktor Faustus las ich unlängst, aber auch ohne diesen Hinweis hatte ich doch so eine dumpfe Ahnung…

  11. Sozialhistorisch hast Du recht, Bersarin, erst nach den 50ern (in ihnen vorbereitet) hat sich das postmoderne Grundrauschen als Grunderleben durchgesetzt, aber selbst heute gilt das nur für den sotospeak Großstadtintellektuellen (also für eine Minderheit!) Lies mal, wenn noch nicht geschehen, das tolle Ding von Taureck über die Sophisten. Da waren nicht nur Fragmente vorhanden, das ist begrifflich bereits die ganze Palette der Postmoderne, Destruktion von Mythos, von Wahrheit, von Gerechtigkeit, von Subjekten. Dazu empfehle ich Hegels Einschätzung der Sophisten, mit denen eröffne die Moderne, so Hegel allen Ernstes (und m.E. zutreffender weise).

  12. „das ist begrifflich bereits die ganze Palette der Postmoderne“

    Nö. Es ist ein Unterschied, ob der Geist, aus dem Mythos – dem Vorbegrifflichen, welches den Begriff bereits als Moment enthält – kommend, seine autonome Gestalt formt und formuliert, oder ob die Widersprüche der bürgerlichen Gesellschaft jene Autonomie an- und auffressen.
    Wenn man da die historische Differenz einzieht, wird man weder die „attische Begriffsfabrik“ (Vorländer), noch die aktuelle Lage des Geistes verstehen.

  13. „seine autonome Gestalt formt und formuliert“ Genau das taten die Sophisten aber schon nicht mehr. Genau diese autonome Gestalt wird von ihnen bereits desavouiert.

  14. Die gesellschaftliche und historische Dimension philosophischer Begriffe läßt sich nicht umstandslos einziehen – Begriffe koppeln sich an ihren Zeitkern und damit an ihre Epoche, in der sie verwendet werden. Geist, Vernunft, Mythos besitzen in der Antike einen Gehalt, den sie in der Moderne nicht mehr in dieser Weise haben. Diesbezüglich verstehe ich auch Hegels Hinweis: modern mag an den Sophisten die Linie sein, welche von der Antike ins 19. Jhd verläuft: als eine Form des Traditionsstrangs abendländischer Philosophie.

    Allein über Begriffe wie Subjekt und Individuum läßt sich zeigen, daß es Unterschiede ums ganze gibt: von der Spaltung und Fragmentierung des Subjekts ist die Antike um Lichtjahre entfernt. (Und selbst der Fragmentbegriff der klassischen Moderne bleibt hinter dem Konzept einer Spaltung bei Derrida und Lacan weit zurück.) Es ergäbe zudem einen völlig undifferenzierten Gebrauch des Begriffes Postmoderne oder besser: des Poststrukturalismus (Postmoderne ist ein Begriff, der die gesellschaftliche und kulturelle Dimension mit umfaßt (grob gesagt), insofern meint er noch etwas anderes), wenn man diesen bereits in der Antike sistierte. Das Konzept von Logos und Mythos war ein völlig anderes. Hier Dinge zusammenzuschließen führt einfach nur zu Kurzschlüssen. Es wäre ebenso absurd zu behaupten, weil in der Antike des 4 Jhds v. Chr. Geldmünzen existierten, gäbe es dort bereits den Begriff des Kapitalismus.

    In bezug auf die Philosophie der Romantik (F. Schlegel und Novalis) sieht die Konzeption von Vernunft wieder anders aus: wir stehen hier an einer Schwelle zur Moderne und die Begriffe sind in dieser Epoche des Umbruches natürlich von den geschichtlichen Ereignissen durchsetzt: verweisen auf eine Erfahrung von Spaltung, die eminent mit der aufkommenden bürgerlichen Gesellschaft zu tun hat. Aber auch hier bezeichnet diese Spaltung etwas anderes als ihre poststrukturalistische Variante, zumal sie mit einer Sehnsucht nach Ganzheit durchsetzt ist, die dann das Fragmentarische doch wieder revoziert. Allenfalls kann man von Ähnlichkeiten und bestimmten Bewegungen des Rhetorischen sprechen, die ein Zusammenlesen von Romantik und Poststrukturalismus erlauben.

    Das Buch von Taureck zu den Sophisten ist mir nicht bekannt; es ist, wie ich sehe, vergriffen.

  15. Ganz kurz: Und Hegel würde, sorry, mir hier recht geben ;-) Natürlich sind postmoderne Zustände im antiken Athen überwiegend embryonal vorhanden…aber vorhanden waren sie eben. Dass ein Komödiendichter die Person Sokrates ironisch gebrochen hat auftreten lassen können in einem Theaterstück, welches der damalige Athener Bildungsbürger goutierte, zeigt, wie massiv die (ich übertreibe, um deutlich zu machen) athener Gesellschaft bereits embryonal eine RTL-Dschungel-Camp-Gesellschaft war. Mit Medienstars, mit allem. Und mit PR-Beratern (so kann man sie nennen!), die damals schon Begriffe wie Wahrheit, Sein, Gerechtigkeit, Moral destruierten…und aus dieser Destruktion eben entweder kritisches Potenzial gewannen …oder Verfügungsmasse zugunsten der Mächtigen.

    Ferner war die antike Gesellschaft auch – embryonal – eine kapitalistische Gesellschaft, auch in ihr ging es um Handel und um Gewinnmaximierung, und um Macht. Natürlich wurde der Mehrwert nicht kapitalistisch (also per Fiktion, per Arbeits“vertrag“ zwischen scheinbar/formal Gleichen), sondern überwiegend per Sklavenhaltertum angeeignet. Dennoch gab es auch in ihr schon rudimentäre Formen einer sog. Mittelschicht, die eben Komödien a la Athen goutierten. Die „Sinn“ benötigten, um ihre Teilhaberschaft als sekundäre Funktionselite innerhalb einer ausdifferenzierten Gesellschaft schmackhaft zu finden. Das Phänomen „Sokrates“ ist doch bereits als kritische Reaktion der Ding-Ontologie zu verstehen, als Versuch, das, was sich bis dato von selbst verstand, kritisch zu rehabilitieren. Ich benötige keine kritische metaphysik, solange sich die von selbst versteht. Genau das aber tat sie nicht mehr, als die Sophisten mit ihrer massiven Destruktionswut auf den Plan traten.

  16. Diese Sicht will mir denn doch ein wenig zu simpel erscheinen und schlägt die Differenzen über einen Leisten. Sicherlich kann man alles mit allem vergleichen. Aber die Kritik in aufklärerischer Absicht, welche die Sophisten übten, und die (aufklärend-skeptische) Kritik eines Derrida haben allenfalls das Wort Kritik gemeinsam – und selbst dieses hat sich im Laufe der Geschichte gewandelt. Zudem bedeutet die Destruktion oder besser: Kritik von Begriffen noch lange kein Motiv postmodernen Philosophierens. Diese Sicht beraubt sich um die spezifischen Elemente poststrukturalistischer Philosophie. Es ist das alte Thema: Dekonstruktion ist nicht gleich Dekonstruktion. Eine solche (fast muß man sagen Heideggersche) Ontologisierung und Pauschalisierung von Metaphysik, Geschichte und Kritik verfällt einer Form von Idealtypisierung, welche die Differenz der Begriffe einzieht und darum weder die Antike noch die Gegenwart zu begreifen vermag. Ja, embryonal ist alles immer und überall schon angelegt: In der Steinzeit auch schon das Automobil, was die Comics über Fred Feuerstein beweisen.

    Natürlich kann man solche Linien Antike/Poststrukturalismus schlagen und eine Adlerperspektive einnehmen, aber es muß als Pointe dann schon etwas mehr daheraus erwachsen. Wie man dies, rhetorisch sowie dialektisch ausgeklügelt, gut anfängt, haben Adorno/Horkheimer mit ihrer „Dialektik der Aufklärung“ gezeigt, indem sie das moderne Subjekt mit Odysseus ansetzen und einen Begriff von Vernunft bereits in der Antike ausmachen, der sein zweckrationales, instrumentelles Moment mehr als nur an sich bereits in sich trägt.

    Was Hegel bei den Sophisten beschreibt, ist die Inthronisierung einer Form von Subjektivität, die sich vom Objekt abkoppelt – wir befinden uns hier in einer klassischen Subjekt-Objekt-Dialektik und einer bestimmten Variante des Skeptizismus, die historisch ihren Ort besitzt. Die Gleichung Skeptizismus und/oder Relativismus = poststrukturalistische (oder auch postmoderne) Position verwischt aber die spezifischen Unterschiede. Ein Dualismus wie Subjekt/Objekt ist in den (meist) zeichentheoretisch motivierten Theorien des Poststrukturalismus ja längst aufgelöst: allein hier (und über den Begriff eines intakten Subjekts) besteht eine Differenz ums Ganze. (Ob, nebenbei, Hegels Geschichte der Philosophie die Philosophie der Antike nun adäquat beschreibt, sei dahingestellt. Vieles scheint mir vielmehr in der Optik von Hegels eigener Philosophie gesichtet. Hegel wiederholt in diesem Werk im Grunde die Geschichte der Philosophie anhand der „Phänomenologie des Geistes“. Heuristisch interessant, jedoch geht die Darstellung der Philosophie teils auf Kosten des Gehalts antiker Philosophie.)

    In Deiner Argumentation könnte man dann auch sagen, daß wir Kant eigentlich gar nicht mehr benötigen, weil es ja bereits Aristoteles gibt bzw. daß er eine Fußnote zu Aristoteles sei, der die Ausdifferenzierung der Vernunft in seiner Weise bereits betrieb, so daß wir nun die Sphären von theoretischer und praktischer Philosophie haben, samt einem Zwischending wie der Ästhetik, welche – über Aristoteles „Poetik“ – jedoch eher im Bereich des Praktischen zu verorten ist. Daß wir in Kants K.d.r.V. jedoch eine Form von Selbstbewußtsein finden, das es so in der Philosophie nicht gab, würde dabei dann freilich unterschlagen.

    Und in Hegels Lesart kann man dann genauso formulieren, daß die Sophisten die Demokratisierung des Gemeinwesens betrieben und Formen von gesellschaftlicher Kommunikation bereitstellten, die im Grunde eine Vorwegnahme von Habermas‘ „Theorie des kommunikativen Handelns“ waren. Mag embryonal alles sein und Ähnlichkeitsbeziehungen lassen sich überall nachweisen. Aber es geht zugleich am Spezifischen der Antike vorbei, nämlich dem Verhältnis von Mythos und Logos, das dort in einer Weise austariert wurde, welches dann in der Tat das abendländische Denken wesentlich bestimmen sollte. Der Schritt von Platon zu Aristoteles war ein solcher, der den Mythos transzendierte.

  17. Für Hegel = Sophisten Subjekte, die vollständig in kontingenten Welten leben und sich dadurch selber zu kontingenten Subjekten machen. Allerdings spiegelt hegel, wie Du selber ja sagst, eigene Sichtweisen in die Philosophiegeschichte, da klappert die dialektische Mühle am Bach manchmal schon recht stark. Was er über die Sophisten schreibt ist dennoch hochinteressant.

    „Ein Dualismus wie Subjekt/Objekt ist in den (meist) zeichentheoretisch motivierten Theorien des Poststrukturalismus ja längst aufgelöst: allein hier (und über den Begriff eines intakten Subjekts) besteht eine Differenz ums Ganze.“ Nun, eben diese fixierende Begrifflichkeit wird ja von den Sophisten bereits destruiert: kein Logos mehr, keine Einheit mehr, keine Wahrheit mehr. allenfalls Wahrheiten, Flüchtigkeiten, Momente. (Den Subjektbegriff hat Hegel in die Debatte eingeführt; die Sophisten selber verwenden ihn nicht) Zu meinem Vergleich Sophisten/Posmoderne vergl auch Markos, Dimitrios, Protophilosophie.

    Habe derzeit zu tun, muss mich aber noch mal um das spannende Thema kümmern.

    und auch, wenn ich amazon hasse: http://www.amazon.de/Gro%C3%9Fe-Denker-Sophisten-Eine-Einf%C3%BChrung/dp/3926642645/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1326383333&sr=1-1

  18. dort im taureck p. 141 ff dann auch einige interessante Überlegungen Sophistik-Philosophie 20. Jhdt., Spuren der Sophistik im Werk Foucaults etcetc.

  19. Ja, das Thema ist spannend, in der Tat. Daß es Verbindungen und Motive, Denkbewegungen gibt, die in Analogie zur poststrukturalistischen Philosophie stehen, bestreite ich nicht. Leicht geht nur der Eigenwert beider Positionen unter, wenn man da über einen Kamm schert. Die Postmoderne bzw. poststrukturalistische Philosophie hat es eben nicht schon immer gegeben nach der Devise: Im Westen nichts Neues.

    Auch über den Terminus „Postmoderne“ kann man gut streiten, ob das ein adäquater Begriff ist. Ich bin mit ihm z.T auch nicht glücklich. Spät- oder Nachmoderne bzw. Spätkapitalismus passen in bestimmten Sinne ebenfalls. Festzuhalten bleibt, wie auch immer man diese Epoche nennen mag, daß es sich im Hier und Jetzt um kapitalistisch organisierte Gesellschaften handelt: weltumspannend.

    _____

    Interessant, daß diese Diskussion unter einem Virus als Eintrag firmiert.

  20. Die Analogie ist doch sehr treffend; in beiden Fällen handelt es sich um Leute, die für Geld Ideologie produzieren. Wie die Sophisten sich von Herrschern oder reichen Bürgern aushalten ließen, so die Postmodernen vom demokratischen Staat, der ihnen gut bezahlte Dozentenstellen für Philosophie oder Soziologie zur Verfügung stellt, auf denen sie dann ihrem Steckenpferd nachgehen können. Als eine Art von Pausenclowns gewissermaßen.

    Weitere Analogie: Beide wenden ihren Relativismus auf alles und jedes an und nehmen sich selbst und ihre Theorien stillschweigend davon aus.

  21. Sowohl Deine Einschätzung der Sophisten als auch dessen, was sich unter dem Begriff der Postmoderne subsumiert, segelt meilenweit an der Sache vorbei. Aber ich wiederhole mich bei Dir. Vor lauter Kopfschütteln über derartigen Unsinn verliere ich mittlerweile sogar die Lust daran, Dir eine bösartige Antwort zu erteilen.

  22. Es gibt ihn, jenen Typus des Würdelosen, welcher der Selbstachtung so völlig enträt, daß er die Orte seiner Demütigung, statt angsterfüllt sie zu fliehen, immer wieder aufsucht.

  23. Bersarin, Noergler: Finde ich so jetzt nicht in Ordnung. El Mocho stellt schon wichtige Fragen.

    El Mocho: jein. Klar gibts PoMos, denen es bloß um die verbeamtete Laufbahn geht. Aber von denen, you better believe it, gibts innerhalb der Analytikerfraktion auch mehr als genug (und woher weiß ich das? Qua Empirie! ;-) qua Reidentifizierung ) Also: das kann kein Argument sein. „Das Gedicht hat Hölderlin ja nur geschrieben, weil er…eitel war…Susette beeindrucken wollte…“ Auf solche Argumentationsfiguren gibt es nur eine Antwort: Da lob ich mir Hölderlins Eitelkeit, da lob ich mir seine Liebe zu Frau Gontard…

    Zu dem, was man ein Argument nennen könnte: „Beide wenden ihren Relativismus auf alles und jedes an und nehmen sich selbst und ihre Theorien stillschweigend davon aus.“ Das ist wirklich ein schmirgelnder Punkt. ich weiß es nicht. Manchmal denke ich, Nietzsche (ich nehme den, auf halbem Wege zwischen Sophisten und PoMos, mal als pars pro toto) erfordere eine versteckte prima philosophia („alles ist Machtbegehren“), manchmal denke ich: Nein, es bleibt offen, Nietzsches Perspektivismus bleibt offen, weil er ja nirgends sagt „und mein Perspektivismus hat selber dem Perspektivismus gefälligst nicht anheim zu fallen“.

    Dein Argument war – ich erinnere mich genau – so mit 15, 16 meine erste philosophische „Arbeit“: Der Satz „Alles ist relativ“ könne ja nicht wahr sein, weil der Satz selber absoluten Anspruch habe. Was ich mit 15, 16 übersah: Dass es eben um den Begriff „wahr sein“ geht. Auch der wird mit dem inj Frage stehenden satz ja destruiert. Was heißt denn „wahr sein“. Wo ist etwas „wahr“? Für wen, wann, unter welchen Voraussetzungen? Jürgen Bartsch „war“ für den rechtsdiskurs der End-60er ein Mörder. In der zwischenzeit „wurde“ er ein psychisch Kranker (was er m.E. auch war…wirklich war?). Inzwischen im Rahmen der Rehabilitation des Rohrstocks mit postmodernen Mitteln „ist“ er wieder ein Mörder. Adolf Hitler „ist“ (und ist!) ein Mörder, damals „war“ er ein Heilsbringer….“Gibt“ es Mörder? M.E. ja und nein zugleich. Hitler war einer, ist einer, bleibt einer. Aber als was wurde, wird und wird er in Zukunft wahrgenommen? das wissen wir, was den letzten Punkt betrifft, eben nicht. Ich empfinde, ohne ihr nahe zu sein, die PoMo als so anregend, weil sie eben solche Fragen stellt. Ich persönlich, ich sage es zum gefühlten 10.000sten Mal, bin mit Hannah Arendt für die Rehabilitierung der Kategorie „Tatsache“. Die PoMo hat in meinen Augen unendlich viel an wirklich nützlichen Analysen hervorgebracht, aber an diesem einen Punkt scheitert sie. Ja, es gibt Mörder, ohne Tüttel-Tüttel. Hitler ist einer. Hinterher mag man mit dekonstruierenden Verfahren auch ihn in den Griff kriegen, zB mit tiefenpsychologischen. Aber die Kategorie Tatsache sollte man zwar immer – Arendt nannte das das Auftauen festgefrorener Begriffe – kritisch analysieren, aber nie abschaffen. Ich sehe in dieser These auch so etwas wie Abwehr gegen einen Lehrer (und Geliebten, wie wir inzwischen ja wissen – und dieses eine mal halte ich eine persönliche Liebe auch für philosophisch relevant).

    Eine persönliche Erinnerung noch: ich war damals End80er auch pro analytische Philosophie, weil sie, im Gegensatz zu Heidegger/Paul de Man, ja alle so herrrrrrlich antinazi und pro Demokratie waren. Stimmte partiell ja auch: Berliner und Wiener kreis, die mussten fast alle emigrieren. Schlick, der „weiße Jude“, wurde erschossen. Während heidegger/de Man Pack war, und Nietzsche…naja (allerdings liebte ich Nietzsche damals schon, wenn auch nur weil wg Ästhetik). Was ich damals nicht kannte: Freges Tagebuch, 1994 erschienen. Oh je! Und Oskar Becker…Puuuuh! Es gibt keinen moralischen Surplus, nicht hüben, nicht drüben.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gottlob_Frege
    http://de.wikipedia.org/wiki/Oskar_Becker_%28Philosoph%29

  24. Die Stelle zu unserem anscheinend der Selbstdestruktion und -dekonstruktion zugetanen Mocho kommentiere ich nicht weiter, weil ich dadurch einer Sache Gewicht gebe, die sie nicht besitzt. Er stellt Fragen auf dem Niveau von Plumpaquatsch. Kann er gerne machen, aber bitte nicht hier im Blog. Fragen, die auf die Sache gehen, sind hier immer willkommen, nicht jedoch Schwadronieren. Wie schrieb es Nörgler so schön: Halbbildung ist nicht halbe Bildung, sondern das Gegenteil derselben.

    @ hf99
    Der Hinweis auf Nietzsche ist richtig: es handelt sich, wie es heute so schön heißt, um die Performanz des Textes. Nietzsches Text führt das, was sein Thema ist, rhetorisch und von der Struktur her durch – wenn man denn bei Nietzsche von einem Thema schreiben mag. Er leitet die Perspektivierungen ein, weist der Wahrheit ein komplexes Moment zu. Ähnlich wie Hegel, so könnte man meinen – nur um die Stufe der Dialektik bereinigt. Ob das Nietzsches Text immer zur Stärke gereicht, sei dahingestellt. In (oder unter) der Optik der (Spät-)Moderne freilich ist, die Poetisierung samt Perspektivierung (also die Auffächerung) von Wahrheit – wie er sie etwa im „Zarathustra“ unternimmt – durchaus angemessen. Und dies bleibt ja die zentrale Frage, welche auch Adorno in seiner „Negativen Dialektik“ stellt: inwieweit sind die Syntheseleistungen in bezug auf Wahrheit überhaupt noch zu erbringen. Wahrheit sei hier verstanden jenseits bloßer Richtigkeit von Aussagen oder in einem naturwissenschaftlichen-technischen Sinne. Hier greift sicherlich noch implizt der Hegelsche Holismus, welcher ja wohl auch in der sprachanalytischen Theorie nicht ganz aus der Zeit gefallen zu sein scheint. Und daran wiederum knüpfen die verschiedenen Weisen poststrukturalistischer Philosophie an: bei Derrida als Momente des Textes samt seiner Signifikantenstruktur, bei Foucault (unter anderem) als Diskurspraktien und einer neuen Weise von Subjetivierung, bei Lyotard im Felde der Argumentationsformen und des Ästhetischen und bei Lacan im Sinne einer Hinterfragen der Selbstpräsenz und Selbstermächtigung des Subjektes – um nur vier von zahlreichen Positionen verkürzt in den Blick zu nehmen.

    Den Begriff der Tatsache (ich lasse ihn mal so allgemein und ohne weitere Bestimmungen stehen) würde Foucault kaum leugnen wollen, denn sonst wären Bücher wie „Überwachen und Strafen“, „Wahnsinn und Gesellschaft“ oder „Die Geburt der Klinik“ kaum möglich gewesen. Bei Derrida verhält es sich hierbei um einiges komplizierter.

    Allerdings ist in der Tat Vorsicht und Kritik geboten, wenn es nur noch um ein Geraune des Seins oder die Strukturalität der Struktur geht – es sind die falschen Adepten des Poststrukturalismus, der Kritischen Theorie (und sicherlich auch: der Analytischen Philosophie), welche eine Menge Scherben und Wortmüll angehäuft haben. Diese Aspekte poststrukturalistischer Philosophie sollten dann schon mit einem gewissen Inhalt gefüllt werden. Gleichzeitig kann die Tatsache aber auch kein Fetisch sein, was bereits die Kantische Unterscheidung zwischen Empirischem und Transzendentalem zeigt, auf die Nörgler zu recht immer wieder hinweist.

  25. nur eine kleine Zwischenbemerkung (muss auch jetzt weg)

    bei meiner ’schnell-und-schmutzig‘-Recherche über die „Aktualität der Sophisten“, zu der mich die Diskussion hier veranlasste (denn „die Sophisten finden in letzter Zeit vermehrt Aufmerksamkeit“ – es frage mich keiner, woher ich das hab), landete ich fast hier, nämlich hier ;-)

    Endlich Gewißheit: Die Postmoderne endet 2011!

    Zitat, Bersarin: „Nietzsche steht hier ganz in der Tradition eines Anti-Platonismus, vorgängerisch sozusagen im Bezirk des sophistischen Homo-mensura-Satzes. Der Anti-Essentialismus Nietzsches …“

  26. Vielen Dank, daß endlich auch einmal auf mich selber verwiesen wird. Dies scheint mir dringend an der Zeit, da ich meine Ausführungen zu Postmoderne und Poststrukuralismus als sehr gelungen ansehe.

  27. Was ich meine ist etwa folgendes:

    „Man möchte nicht wissen, was wahr oder falsch, begründet oder nicht begründet, wirklich oder illusorisch, wissenschaftlich oder ideologisch, legitim oder missbräuchlich ist. Man möchte wissen, welche Verbindungen, welche Verschränkungen zwischen Zwangsmechanismen
    und Erkenntniselementen aufgefunden werden können, welche Verweisungen und Stützungen sich zwischen ihnen entwickeln, wieso ein bestimmtes Erkenntniselement – sei es wahr oder wahrscheinlich oder ungewiss oder falsch – Machtwirkungen hervorbringt und wieso ein bestimmtes Zwangsverfahren rationale, kalkulierte, technisch effiziente Formen und
    Rechtfertigungen annimmt.“ (Foucault, was ist Kritik?)

    Also Wahrheit (im banalen Sinne von Richtigkeit von Aussagen oder empirischer Überprüfbarkeit) interessiert überhaupt nicht, es geht nur darum, zu wissen, was wem nützt, wer wo dahintersteckt usw. Um so was herauszufinden, um festzustellen, ob dem wirklich so ist, muss man natürlich auch über einen Begriff von Wahrheit im ganz banalen Sinne verfügen, und F. geht natürlich in seinen historischen Untersuchungen genau so vor; er nimmt bestimmte historische Dokumente als Belege für das, was wirklich passiert ist.

    Das wird aber von F. nirgendwo thematisiert, im Gegenteil. Im gleichen Text heißt es an anderer Stelle: „Nicht regiert werden wollen“ heißt schließlich auch: nicht als wahr annehmen, was eine Autorität als wahr ansagt, oder jedenfalls nicht etwas als wahr annehmen, weil eine Autorität es als wahr vorschreibt. Es heißt: etwas nur annehmen, wenn man die Gründe es anzunehmen selber für gut befindet.“

    Damit sind wir bei einem vollständigen Subjektivismus uns Relativismus angelangt; das eigene, subjektive Befinden ist letzter Richter über wahr und falsch. Dann ist es letzten Endes eine reine Geschmacksfrage, ob man wie Nietzsche sagt: „Wer fällt, den soll man auch noch stoßen“, oder sich wie Foucault auf die Seite der Abweichler und Unterdrückten stellt.

    Leute die so argumentieren nehme ich nicht ernst, jedenfalls nicht als Philosophen.

    Und was die Halbbildung betrifft: Richard Dawkins schreibt in seinem „egoistischen Gen“, dass die bisher einzige Erklärung dafür warum Menschen existieren bisher von Darwin geliefert wurde, und es erstaunlich ist, dass Philosophie und Geisteswissenschaft dies nach mehr als 100 Jahren immer noch nicht recht zur Kenntnis genommen haben.

    Genau das ist es: Ich bin immer wieder verblüfft, wie man glauben kann, wenn man sich nur gut in Philosophie und Kunst (und evtl. noch ein bisschen Soziologie) auskennt, hätten man den Schlüssel zu allen Problemen der Welt, ohne zur Kenntnis zu nehmen, dass zu den meisten Gegenständen der Geisteswissenschaften inzwischen hochinteressante empirische Forschungsergebnisse vorliegen.

    Ein paar Lektüreempfehlungen könnte ich bei Bedarf liefern.

  28. „Wer fällt, den soll man auch noch stoßen“. Das hat Nietzsche eben nicht gesagt. Es steht im „Zarathustra“: „Aber ich sage: was fällt, das soll man auch noch stoßen!
    Das Alles von heute – das fällt, das verfällt: wer wollte es halten! Aber ich – ich will es noch stoßen!“

    Ein ganz anderer Zusammenhang. Und das passiert dann, wenn man nicht richtig liest und falsch zitiert. Es ist dies Deine Spezialität El_Mocho. Und das macht die Sache so ärgerlich. Ähnlich wie bei Foucault. Du zitierst aus dem Zusammenhang gerissen und unterschlägst die Passagen, die Dir nicht genehm sind: So heißt es eine Seite vorher: „Ich sagte eben, daß ich andere mögliche Wege als die bisher am häufigsten begangenen andeuten wollte. Das heißt keineswegs, daß ich diese bezichtigen will, zu nichts zu führen oder kein brauchbares Ergebniss zu zeitigen.“ Usw. Es geht Foucault in dem von Dir genannten Zitat eben nicht darum, den Begriff der Wahrheit einfach durchzustreichen. Lediglich in jenem von Foucault konstatierten Zusammenhang geht es ihm darum, einmal nicht nach wahr und falsch zu fragen, sondern einen anderen Weg zu wählen, um zu einer anderen Weise der Kritik zu gelangen. Das vollständige Zitat findet sich, auf S. 29 ff. der Merve-Ausgabe.

    Und das ist das schlimme bei Dir, El_Mocho: Du kannst nicht sauber und korrekt am Text arbeiten, Du kannst nicht richtig lesen und Du beherrscht die elementaren Regeln des Zitierens nicht.

    Und genau darum geht es in der Kritik – auch jenseits Foucaults: Anders als Genova68 es postuliert, handelt es sich im Bereich von Philosophie und Kunst eben nicht um bloße Geschmacksfragen, sondern es lassen sich für die Kritik Gründe angeben. Das alles hat mit einem Relativismus nicht das geringste zu schaffen. Aber man muß Dir immer wieder dieselben Dinge sagen. Und an der Relevanz von Naturwissenschaft hat hier nie jemand gezweifelt. Aber wie ich es schon hundermal Dir schrieb: Über den Diskurs der Physik oder der Biologie können eben nicht die Physik oder die Biologie Auskunft geben.

  29. Was sollte mir an dem Zitat nicht genehm sein? Ist doch genau das, was ich sage: Die Folge des allgemeinen Realtivismus ist eben, dass man genauso das Recht des Stärkeren propagieren kann, wie den Sozialismus oder sonstwas.

    „Lediglich in jenem von Foucault konstatierten Zusammenhang geht es ihm darum, einmal nicht nach wahr und falsch zu fragen, sondern einen anderen Weg zu wählen, um zu einer anderen Weise der Kritik zu gelangen.“

    Eine völlig willkürliche Interpretation. F. sagt ganz eindeutig, dass es sowas wie Wahrheit unabhängig von Macht nicht gibt: „NICHTS kann als Wissenselement auftreten, wenn es nicht mit einem System spezifischer Regeln und Zwänge konform geht – etwa mit dem System eines bestimmten wissenschaftlichen Diskurses in einer bestimmten Epoche, und wenn es nicht andererseits, gerade weil es wissenschaftlich oder rational oder einfach plausibel Ist, zu Nötigungen oder Anreizungen fähig ist. Umgekehrt kann nichts als Machtmechanismus funktionieren, wenn es sich nicht in Prozeduren und Mittel-Zweck-Beziehungen entfaltet, welche in Wissenssystemen fundiert sind.“ Im gleichen Text (und dein Zitat oben zeigt, dass er sich sogar im gleichen Text widerspricht).

    Das ist natürlich Schwachsinn; wenn die Erkenntnisse der Physik nicht objektiv wahr wären, könnte man wohl kaum Flugzeuge bauen, die wirklich fliegen, unabhängig davon, wem das nun nützt oder nicht.

    „Anders als Genova68 es postuliert, handelt es sich im Bereich von Philosophie und Kunst eben nicht um bloße Geschmacksfragen, sondern es lassen sich für die Kritik Gründe angeben.“

    Na dann lass doch mal hören. Was spricht aus deiner Sicht dagegen, das Recht des Stärkeren zu postulieren? Ich wüsste schon, was ich dazu sagen würde.

    „Über den Diskurs der Physik oder der Biologie können eben nicht die Physik oder die Biologie Auskunft geben.“

    Ohne Biologie würde es keine Diskurse geben (weil es eben keine Menschen gäbe); daher kann die Biologie durchaus Auskunft über die Diskurse geben (eben über die Evolution von Kommunikation und Sprache), aber nicht umgekehrt. Menschen sind eben nicht irgendwann vor ein paar tausend Jahren von Himmel gefallen, komplett mit Sprache und sozialer Organisation, wie sich die Philosophie das denkt.

  30. „Das ist natürlich Schwachsinn“

    Erzähl das Alfred Wegener, wenn Du ihn siehst. Der wird sich freuen.

    Ansonsten gelobe ich feierlich, daß ich augenblicks zum Naturalismus konvertieren werde, sobald die Mathematik einer sauberen und nicht-zirkulären naturalistischen Erklärung zugeführt worden ist.

  31. @ David
    Jau

    @El_Mocho
    Das Recht des Stärkeren dürfte doch Deinem Biolgismus bzw. Naturalismus gut entgegenkommen. Zum Rest morgen mehr, insofern ich Gefallen finde, darauf zu antworten.

  32. „Ohne Biologie würde es keine Diskurse geben (weil es eben keine Menschen gäbe)“

    Köstlich! Wo kann man das kaufen?

    ich habe Dich immer verteidigt, aber das ist nur noch hanebüchen.

    Zur Klarstellung: Und WIE ich mich beteiligen darf etwa am atomphysikalischen Diskurs, wenn es um den Bau neuer AKWs geht. (Nicht, wenn es um Zerfallsreihen geht – d.h., dürfen schon, nur wüsste ich dort im Rahmen der Atomphysik und ihres Diskurses nichts zu sagen, was über den Höfling/Physik-LK 80er Jahre hinaus ginge…aber zB eine postmoderne Auseinandersetzung mit dem Höfling wäre nun wieder etwas anderes und könnte sehr spannend sein.) (Höfling = unser Physiklehrbuch)

    @ bersarin: oh je, der Tatsachenbegriff. Da habe ich mir was aufgehalst. Berkeleys esse est percipii und Kants Reaktion darauf (Du kennst die Passage in der prolegommena natürlich) plus Carnaps Erlebnisähnlichkeit etcetc. Also: ich glaube in der Tat, dass es so etwas wie sagenwirmal transdiskursive, transkulturelle körperliche Grunderfahrungen gibt. Dies meint nicht, diese Erfahrung (wenn ich mich stoße, tuts mir genau so weh wie X, Y, Z, genau so, wie es schon den Steinzeitmenschen weh tat) seien die „Primären“ (Carnaps und überhaupt des Empirismus Grundirrtum!!!). Denn „Erfahrung“ ist, so, wie wir leben, mit ansozialisierter, in jahrtausenden geformter, geprägter, überwucherter Sprache, eben immer bereits „theory-loaden“. Das hat inzwischen sogar die Wissenschaftsheorie eingesehen ;-) Einfaches Beispiel – bleiben wir mal bei der körperlichen Grunderfahrung Schmerz: „Nimm Dich zusammen…“, so bin ich noch aufgewachsen, mein Sohn na klar nicht mehr, und schon ist der weh tuende Stoß von 1976 schon nicht mehr der von gestern, sondern sehr different… Dennoch gibt es hier Identitäten, auf die ich hinaus will: Und ich finde Quines Metapher von dem
    a) vorhandenen
    b) sinnunterdeterminierenden
    empirischen Bezug da gar nicht falsch. Mein „Netz“, mit dem ich Tatsache p beschreibe, deute, erkläre, vielleicht wegerkläre, ist ein anderes als Dein „Netz“…aber p bleibt sich sozusagen gleich, denn p ist X geschehen. Tatsachen sind sozusagen das, was noch übrig bleibt, wenn man den kleinsten gemeinsamen Nenner aller Begriffs-Netze nimmt. „gavagai“ eben. Hasenartigkeit exemplifiziert sich jetzt! ;-) Da hoppelt dann wirklich ein Hase. Will sagen: Um unsere Redeweise, die ja eine von uns unabhängige Außenwelt zumindest unterstellt (ob die nun wirklich existiert = siehe Kants uns immer täuschender Dämon! als ob das hirn-im-tank-gedankenexperiment neu wäre…) überhaupt angemessen zu verwenden, sollten wir so tun, als ob der Realismus zutrifft. ich nenne das den to-do-as-if-realism. Und wenn wir diesen to-do-as-if-realism einfach mal mitmachen, dann gibts dahinten wirklich was – ich nenns im Rahmen meines Begriffnetzes „baum“, Du vermutlich auch – und wenn man dagegen stößt, tuts wirklich weh.

    Schiere tatsachen kann es letztlich nicht geben, weil bereits der Begriff „schiere tasache“ überformt ist. Schon Cassirer wusste (gibt es eigentlich Untersuchungen über die bezüge Cassirer – Postmoderne? Müsste es, es würde passen), dass bereits der begriff „strich“ eine Eigenleistung des Sprechenden enthält, dass man bereits dort symbolisiert, wie er sagt. Es gibt kein „Elementarerlebnis“, wie sich der klassische Empirismus das dachte. Und dann? ja dann gibts das im Rahmen der Sprach- und Symbolerwerbsstory auf einmal doch. Oder? Henne, Ei? Woher kommt unsere Fähigkeit, einzuordnen (=das aussortierte negieren), begriffliche schneisen zu schlagen? Mag ja sein, wir haben eine innate grammar a la Chomsky. Aber elementare Erlebnisse müssen uns füttern. Und auf einmal sind schiere tatsachen doch rehabilitiert? ich weiß es nicht. Hier verliert es sich im Dunkeln, sozusagen. Wenn ich Derrida richtig begroiffen habe – ich lechze nach belehrung -, geht auch er von einer urspru, einer Urschrift sozusagen aus. Dann wäre Derrida, köstlicher Witz!, diachroner Empirist.

  33. letzter Absatz, lies: „von einem Ursprung, einer Urschrift sozusagen“ gemeint: Irgendwann einmal, so lese ich Derrida, wurde die Ursprache sozusagen „von aussen“ gefüttert. Seither kreist sie immer deutlicher um sich selbst, kriegt das „Aussen“ nur noch über Umwege mit. „Schmerz“ homerisch ist etwas anderes als „Schmerz“ Finkeldeysch, weil mein „Schmerz“ jahrtausende von Schmerzen seit Homer gleichsam enthält. Die Derrida-experten mögen nicht allzu laut kichern.

  34. @El_Mocho – selbst eine naive Lesart der hier angeführten Foucault-Stellen, also von mir, ohne Ahnung von dessen Schaffen und mit Sympathie für den Reduktionismus und den Naturalismus, vermag nicht so zu schocken, wie du vorgibst, dass sie es müsste.

    „Damit sind wir bei einem vollständigen Subjektivismus uns Relativismus angelangt;“ – nicht ganz oder nicht undebingt; wir sind gewiisermaßen wieder bei der artistotelischen Logik: aus wahren Prämissen wahre Schlüsse folgern. Wenn den Prämissen der Autorität grundsätzlich zu misstrauen ist, dann auch den Schlussfolgerungen misstrauen. -Warum sollte das nicht produktiv sein?

    Ansonsten spricht F. von Wissenselemten und Machtmechanismen Überleg mal die Unterscheidung Wissen/Wahrheit bzw wahre Überzeugung. Vielleicht ist er kein Anhänger der klassischen Definition: Wissen ist ein wahrer Glaube (auch wenn wahrer Glaube etwas verkürzt formuliert ist u. sprachlich nicht korrekt. (Es müsste in etwa heißen: die Proposition, die den Gehalt der Überzeugung ausdrückt, ist wahr.)

    Foucault denkt offenbar an die Träger, Repräsentanten oder Repräsentationen von Wissen. Offenbar sollen deren Prämissen hinterfragt werden. Foucault stieß dabei, das lese ich aus den kurzen Zitaten hier heraus, notorisch auf Machtstrukturen, innerhalb derer sie und die jeweils vorgängigen Prämissen sich etablierten. Das ist doch zunächst einmal zumindest plausibel.

    Du aber scheinst wiklich zu glauben, es gäbe etwas wie „losgelöstes“ Wissen, „objektives“ Wissen. Unumstößliche erste Wahrheiten. Damit aber dein Flugzeug als Repräsentant objektiver Wahrheit zusammen mit Flughäfen und den Insassen funktioniert, brauchst du Ingeniuerswissenschaften, die sich auf z.T. statistisch erhobene Daten stützen, Biologie (wie groß ist ein Mensch, wie oft geht er auf Toilette, etc.), Psychologie, Soziologie (was, wenn Panik ausbricht? Wie das verhindern ? …)

    Dem Relativisten könntest Du möglw. immer vorhalten: „aber Dein relativiertes Wissen fußt auf den und den wissenschaftlichen Gewissheiten“. Nun, die haben sich in bestimmten Wissens-/Machtkonstellationen ergeben, „aber dieses realtivierte Wissen …“ Das Huhn und das Ei.

    Foucault denkt nun mal in Kontexten, so what. „Wissenselemte“ deutet bereits auf solche hin; ebenso „Machtmechanismen„. Schwachsinn ist das jedenfalls nicht. Genauer hinlesen.

    Wenn ich Foucault kritisch so wiedergegeben höre: Es gäbe ihm zufolge nicht soetwas wie Wahrheit, habe ich immer das Gefühl, solche Sprecher stellen sich bei „Wahrheit“ etwas wie ein Ding vor, das irgendwo rumliegt. Mancher hat dann schon verzweifelt bei irgendwelchen weltfremden „Ideen“ Zuflucht gesucht. Meinst Du die etwa? Mit Wahrheit wurde noch kein Flugzeug gebaut; eher mit als „wahr“ prädizierten Sätzen.

    Denke an die vielen interdisziplinären Versuche in nahezu allen Wissenschaften derzeit. Da kümmert sich kein Schwein um „die Wahrheit“. Am Ende haben wir ein soziales, ein biologisches, ein physikalisches Flugzeug. Keinen interessiert, welche Art Wissen insgesamt das grundlegendere ist (klar, sollen die Leute sich lieber in die Hose machen, als dass das Ding abszürzt; aber selbst das könnte gefählich werden …). Du kannst als Etnologe Wissenschaftler (oder Steinzeitmenschen) beim Wissenserwerb, das dabei und im Folgenden bei anderen Wissenschaftlern transformiert werdende Wisse beobachten. Du wirst feststellen: niemanden interresiert dabei „die“ Wahrheit. Selbstversändlich können fachfremde Diskurse über die jeweils andere Disziplin auskunft geben.

  35. @ El_Mocho
    „Menschen sind eben nicht irgendwann vor ein paar tausend Jahren von Himmel gefallen, komplett mit Sprache und sozialer Organisation, wie sich die Philosophie das denkt.“ Solche Sätze meinte ich, weshalb ich einfach keine Lust habe, eine solch fruchtlose Diskussion zu führen. Kein ernstzunehmender Philosoph seit den Vorsokratikern behauptet solchen Schwachsinn. Nein: die Philosophie ist nicht so, wie sie sich Klein-Fritzchen_Mocho vorstellt.

    @ hf99
    Derridas Urschrift ist, wie auch sein Begriff von Ursprung, darin unterscheidet er sich von Heidegger, bereits in sich gebrochen und trägt das Moment einer gleichsam ursprünglichen Spaltung schon in sich. Mal ganz grob geschrieben. Das Konzept von Einheit und Ganzheit besitzt narßistische und phantasmagorische Züge. Aufklärung im besten Sinne ist es, sich über diese Aspekte klar zu werden und das Illusionäre abzubauen. Weshalb diese Dinge dann auch – über Lacan – in der Feld der strukturalen Psychoanalyse hineinfallen, wobei diese zugleich auch nur einen Teil des Gebietes umfaßt. Und aufgrund dieser Tendenz Derridas, diese Struktur freizulegen, steht Derrida in der Tradition von Aufklärung und nicht in der des Obskurantismus, wenngleich seine Texte zuweilen sehr dunkel sich geben. Aber dies ist bei Derrida eine methodische Entscheidung, welche sich dem Moment des Ästhetischen schuldet und als Praktik des Textes wirkt.

  36. So, morgen früh geht mein Flugzeug nach Kolumbien, wo ich mich einige Wochen mit praktischer Dritte Welt- und Antirassismusarbeit beschäftigen werde. Daher nur kurz ein paar Antworten.

    1)hff99: Damit es Diskurse bzw. überhaupt Kommunikation gibt, muss es erstmal Sprecher geben, und die gibt es nur als biologische Wesen, ich habe jedenfalls noch keine anderen gefunden. Das meine ich und mehr nicht.

    2) ziggev: Es ist ja immer wieder witzig, wie die Verteidiger Foucaults ihrerseits versuchen, seinen Realitivismus zu relativieren. Dabei ist die enge Bindung von Macht und Wissen einer der Grundbestandteile seines Denkens, s. hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Macht/Wissen . Dass da ein immanenter Widerspruch vorliegt ist natürlich auch schon früher aufgefallen s. etwa hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Foucault-Habermas-Debatte

    Und weiter: Natürlich gibt es objektive Wahrheiten, oder mit Quine gesagt: The world is as science shows it. Und mit Habermas: Westliche Wissenschaft und Technik sind schließlich nicht nur in Europa erfolgreich.

    3) bersarin: Für die Philosophie (zumindest für ihren idealistischen Mainstream seit Descartes) beginnt die Menschheit mit den Vorsokratikern. Was in den 100000 Jahren, die die Menschen zur Zeit der Vorsokratiker schon existierten, geschehen ist, wird ausgeblendet. Und in dem Maße, wie man mehr und mehr herausfindet, was in dieser Zeit geschehen ist, wird Philosophie mehr und mehr uninteressant und irrelevant.

    So macht´s gut, ich lasse von mir hören.

  37. @ El_Mocho
    Für das, was davor geschah, in jenen 1000000 plus x Jahren, ist die Philosophie ebenso zuständig, sie koppelte sich freilich mit der Ethnologie, der Geschichtswissenschaft, der Archäologie, den Wissenschaften, welche sich mit Texten und Zeichen beschäftigen.

    „So macht´s gut, ich lasse von mir hören.“
    Tja, das bleibt zu befürchten. Trotzdem: juten Fluch – nee, guten Flug nach Kolumbien.

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