12 Gedanken zu „Daily Diary (15)

  1. Vielen Dank. Aber mutig ist die Veröffentlichung nicht. Es sprachen mich Demonstrantinnen und Demonstranten an und sagten: Das mußt Du allen zeigen, was die mit uns machen.

    Auch rechtlich ist das mit den Bildern abgesichert, insofern gehört auch da kein Mut dazu.

    Anrührend und traurig war es allerdings, als jene Mutter auf ihren festgenommenen Sohn zustürzte, den sie blutend am Boden liegen sah.

    Ich muß sagen, daß ich sehr viel lieber auf Demos mit Kurden photographiere als bei den biederen, mauligen Berliner Autonomen, mit denen man im Grunde nicht ein Wort sprechen kann.

  2. Einen Nachtrag möchte ich noch schreiben: Ich photographierte gerne in Gorleben wegen der Polizeipferde, die über Menschen ritten. Vielleicht beim nächsten Mal. In Berlin wurden seinerzeit die Polizeipferde teils auch eingesetzt. Das gibt immer gute Bilder, wenn Polizeipferde dabei sind.

    Und nun der Abschlußwitz: Welches Tier hat sein Arschloch auf dem Rücken?

    Das Polizeipferd.

  3. Unglaubliche Bilder, unglaublich gut photographiert und auch sonst kaum zu glauben.
    Gab es keine Probleme mit den Polizisten, wenn Du die Kamera auf sie gehalten hast?

  4. @ Nörgler
    Danke für Dein Lob. Nein, ich habe eigentlich selten Probleme, was daran liegt, daß ich keine Konfrontation suche, mich jeder Äußerung enthalte und kleidungsmäßig zusehe, nicht ganz in schwarz herumzulaufen. Aufpassen muß man freilich bei den Tränengaseinsätzen und bei Wurfgeschossen. Bei einer Demo in den 80ern beim Protest gegen den Weltwirtschaftsgipfel in Bonn lief ich bei einem Ausfall der Polizeiketten mit. Als darauf die Steine, die Kartoffeln und Tomaten flogen, hatten die Poliziekräfte ihre runden oder eckigen Schilder und ihre Helme. Ich hatte nichts und machte, daß ich in die Deckung kam.

    Bei dieser Demo explodierte knapp neben mir ein Feuerwerkskörper. Der Polizist am meiner Seite brach darauf zusammen. Dann Steinflug, ich machte, daß ich wegkam, weil ich keine entsprechende Schutzkleidung hatte. Wenn man bei oder hinter einer Polizeikette steht, gibt es eigentlich nur zwei Regeln: Die Bullen nicht zu behindern, denn dann stoßen, schubsen, schlagen sie, und zu realisieren, ob mit Steinwürfen aus der Menge zu rechnen ist. In den meisten Fällen bin ich mit einem Helm ausgestattet, den ich bei ausbrechender Konfrontation aufsetze.

    @genova
    Nee, die Frau schaut noch kindlicher aus. Das Crack-Girl hat schon eine gewisse Härte, sieht verlebter aus.

  5. schließe mich den anderen Kommentaren an. Eine knappe Woche habe ich hier ja öfter mal runtergescrollt und sie mir angesehen und finde die Fotos immernoch toll. Jetzt fehlt nur noch die Film-Doku: Die Fotografien des Bersarin. Ein Fotograf zwischen den Fronten bei der Arbeit. Denn das war tatsächlich meine erste Idee, als ich die Bilder zum ersten Mal sah: Wie kommen die eigentlich zustande, frage ich mich auch. Müsste man mal abfilmen.
    Vielen Dank übrigens für die in einem extra langem Satz zusammengedrängten vielen Konjunktive neulich!

  6. Oh, vielen Dank. Ursprünglich hatte ich eine ganze Serie mit ca. 70 Bildern zeigen wollen, aber dann doch nicht gemacht.

    Ja, diese photographische Arbeit wäre einen Film wert, aber wenn ich wüßte, daß man mir dabei zusieht, gelänge womöglich kein Bild mehr. Das ist wie mit dem anmutigen Jüngling in Kleists Marionettentheater. Und schließlich will ich ja diese Demonstrationen und Proteste dokumentieren, ich selber bin dabei im Grunde nicht wichtig, sondern nur die Photographien.

    Wobei ich beim Photographieren mittlerweile zugleich sehr vorsichtig agiere, denn die Verhältnisse auf Demos, insbesondere beim Berliner Schwarzen Block sind deutlich rauer und härter geworden. Bei Nazidemos ist es sogar nur möglich, im Schutz von Polizisten Bilder zu machen. Am Bahnhof Alexanderplatz bin ich bei einem Faschistenausbruch aus der Polizeikette vor einige Zeit etwas angegangen worden.

  7. Vielen Dank für Dein Lob. Ja, diese Bilder sollen dokumentieren, dies ist in der Photographie für mich das Wesentliche, wobei ich die Kunstphotographie und überhaupt die Photographie als rein für sich seiende ästhetische Praxis nicht kleinreden möchte. Und zu aufdringliche politische Photos, die mich mit Botschaften bestürmen wollen, mag ich nicht, weil sie ästhetisch falsch, d.h. mißlungen sind, um es etwas apodiktisch zu formulieren.

  8. Ja, und ich muß gestehen, daß ich es immer noch nicht geschafft habe, ihre Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie zu sehen. Du hattest sie ja bereits in Deiner Antwort drüben bei Dir genannt. ich wollte darauf auch noch etwas schreiben, bin aber im Moment mit privaten Dingen ein wenig involviert.

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