Daily Diary (14) – Kleisttage (2)

Ein Bild, frisch von Kleists Grab dargereicht, wohin ich heute einen Ausflug unternahm. Morgen werden mehr Photographien geboten.

„Harmonie ist eine Strategie. Kratz keinen Namen in die Wand! Ritz keinen Namen in die Hand! Führ keine Hand an meinen Mund.“

 

2 Gedanken zu „Daily Diary (14) – Kleisttage (2)

  1. zu Kleist: in meiner Grammatik meine ich folgende Bemerkung gelesen zu haben: dass in Kleists erzählerischem Werk vorbildlich die Verwendung des Konjunktivs zu finden sei.

    Daraufhin „Das Erdbeben in Chili“ & „Die Marquise von O…“ gelesen (der Kohlhaas war mir einfach zu harter Stoff, abgebrochene Lektüre), die Dramen: mit dem Prinzen von Homburg hat mein Oberstudienratsvater seine Schüler „immer, und immer immer wieder“ (Charlie Brown) genervt, die ersparte ich mir also. Wundervoll: „Über das Marionettentheater“, aber das Vorwort (oder war es das Nachwort = egal), welches ich damals in der bibliophilen Ausgabe las, die ich mir besorgte, löste in meiner Wahrnehmung alles irgendwie „in Strukturen“ auf, null Erkenntnisgewinn, in einer Art und Weise die ich mit „postmodern“ assoziierte, einmal mehr etwas abschreckend; ebenso wundervoll diese Napoleon-Anekdote.

    Ich habe also versucht, mir die Schullektüre Kleist, trotz der eine solche Lektüre mitsichbringenden üblen Erinnerungen anzueignen, abgebrochene, überhuschte, dann doch begeisterte Lektüre (diese Sätze!). Wirst du also ein ein paar Worte verlieren zu seinem Stil? Darüber würde ich mich besonders freuen.

    PS.: Dass du eine erhebliche Abneigung gegen Lehramtsstudenten hast, ist mir bewusst. Bitte lass diesmal aber meinen Vater außen vor, denn das war schon ein cooler Typ, bei bedarf druckreifsprechend (ich habe Beweise, Audiodateien), ok?

  2. Ja, ziggev, das kann gut sein, daß ich da auch etwas zu seinem Stil schreibe. Ich denke, am 21.11. steht hier im Blog ein umfassender Text und eine Würdigung. Man sagt ja, daß die Sprache in „Das Erdbeben von Chili“ selber ein Erdbeben, eine einzige Erschütterung sei. Aber nicht nur die Performanz des Textes, wie es so schön neudeutsch-literaturwissenschaftlich heißt, sondern auch das Geschehen dort ist wüst und wild, aller Rationalität zum Spotte. Aber ich will nichts vorwegnehmen.

    Nein, es gibt sicherlich auch gute Lehramtstudentinnen und -studenten. Ich bin ihnen nur leider noch nicht begegnet. Die Generation von Deinem Vater: das ist ein ganz anderer Schlag. (Ich gehe mal davon aus, daß Du und ich ein ähnliches Alter haben, und insofern auch unsere Väter einer ähnlichen Generation entstammen.) Ich selber hatte ebenfalls einen ganz vorzüglichen Deutsch- und Philosophielehrer, bei dem es kein Herumreden gab. Meine erste Note in Philosophie war gleich mal eine Fünf für die erste Klausur. Dies hat meinen Ehrgeiz geweckt.

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