Guttenbergs Rücktritt

Berlin. Dienstagmorgen. Stauffenbergstraße 18. Bundesverteidigungsministerium. Bendlerblock. Der Morgen ist kalt, aber auf angenehme Weise sonnig. Eigentlich ist es ein wunderbarer Tag in Berlin, der den Frühling ahnen läßt. Doch ein Mann sitzt da in tiefer Verzweiflung. Sein Ruf ist schwer beschädigt worden von einer Meute; wochenlang wurde ein Mensch mit dem Schmutz beworfen. Fragende Kinderaugen blickten bereits auf ihn. „Papa, ist das wahr?“ „Nein, meine kleine Prinzessin!“ Aber auch das herrliche gutsherrliche Spielzeug, die liebliche fränkische Landschaft mit der guten Landluft, das fröhliche Schnattern der Hühner vermag die zarten Seelen der Kinder nicht zu beruhigen. Haushofmeister Jakob Michael weiß keine Wort des Trostes für die kleinen Würmer mehr. Die blonde Gattin schaut entschlossen drein. Sie ist bereit zu kämpfen. Gerade in diesen Zeiten gilt es, für das Gute einzustehen.

Nun sitzt der Mann in Berlin, er greift zum Telefon und ruft seine Kanzlerin an. Stählern. Der Entschluß steht jetzt fest; felsenfest, wenn ein Mann mit der äußersten Willenskraft den entscheidenden Schritt tut. Mit leicht vibrierender, aber doch von Tatkraft zeugender Stimme sagt er Angela Merkel jenen Satz: daß es nun vorbei sei. Ein Mann weiß nicht mehr weiter, ein Mann kann nicht mehr, ist am Ende seiner Kräfte. Linke Kartelle und Medien schlugen ohne Erbarmen auf ihn ein.

Es gibt Kämpfe, die kann ein ehrbarer Mann nicht gewinnen. Ja, hier wurde ein Mensch gehetzt bis an seine Grenzen, von einer wilden Meute. Neid und Haß auf den Erfolg bleiben in Deutschland die Triebfedern. Alle die, welche nichts eigenes zustande bringen, neiden es den Erfolgreichen, den Machern, die gestaltend in dieses Land hineinwirken wollen. Es ist ein schwarzer Tag. Ein schwarzer Tag für Deutschland.

Berlin, Deutschland verharrt in der Starre des Schreckens. Dringend müssen wir das Verhältnis zu unseren Leistungsträgern überdenken. Aber trösten wir uns wenigstens damit: Von dem Format eines zu Guttenberg gibt es in der Riege der Führung zum Glück viele.

4 Gedanken zu „Guttenbergs Rücktritt

  1. Haha, bin ich doof, bis zum letzten Absatz habe ich gedacht dass es um Gadaffi geht xD

    Habe mich schon gewundert, warum der als erstes die Merkel anruft, wenn er abtritt, ROFL

  2. Jetzt ist der Guttenberg zurückgetreten, Respekt vor diesem Schritt, allerdings frage ich mich, wie geht es jetzt weiter, einmal für die CDU, dann für die Bundeswehr und für die Glaubwürdigkeit der Politik überhaupt. Diese Affäre hat gezeigt, dass die Politiker transparenter werden müssen, meines Erachtens gehört für dieses Amt die totale Offenheit, also sie sollten mal anfangen und alle Einkünfte veröffentlichen und alle Doktorarbeiten ins Netz stellen.

  3. […] Das Los der Verantwortung, quasi ihr Schicksal, ist ihre Verneinung: die Verantwortungslosigkeit. Die ist das Ergebnis einer systematischen Verleugnung der Verantwortung. Sie hat in unserer Gesellschaft einfach keinen Platz mehr, keinen Stellenwert, sie steht bildlich gesprochen auf dem Abstellgleis […]

  4. So, der Guttenberg ist nun Geschichte. Jetzt wollen wir mal hoffen, dass wieder etwas Ruhe in die Geschichte kommt und sein Nachfolger sich um seine eigentliche Aufgaben kümmert. Das ist vor allem der Rückbau der Bundeswehr und der Abzug der Soldaten aus Afghanistan. Die Soldaten hätten dies wirklich verdient.

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