The Beckett Side (1)

Die ersten fünf der Photographien sind an einem Badort, die übrigen in der der Stadt Palma de Mallorca aufgenommen. In dieser sehr angenehmen Stadt, die das Großstädtische sowie das Mediterrane auf eine angemessene Weise vereint, verweilte seinerzeit auch Thomas Bernhard gerne. Wer sich davon – hauptsächlich als Ton – überzeugen möchte, der kann sich die großen Interviews mit Thomas Bernhard ansehen und -hören, die bei Suhrkamp als DVD erschienen sind und vor vielen Jahren in den 80ern auch im Fernsehen liefen. Darin dann enthalten: Die Herausforderung. Monologe auf Mallorca. Eine sehr empfehlenswerte DVD nebenbei, zumindest für die Freunde Thomas Bernhards.

Den Titel The Beckett Side wählte ich, weil er ganz gut zu passen schien und mir die auf den ersten Blick strukturanalog erscheinende Sentenz The Dark Side zu negativ besetzt ist und diese nur auf einen einzigen Aspekt verweist; auch trifft sie die Vielfalt nicht. Zu den Photographien selbst ist nicht viel zu sagen, weil sie das, was zu sagen sein könnte, zeigen.

Immer wieder muß ich vorab jedoch betonen, daß es sich bei diesen Bildern sozusagen um Skizzen handelt, die in Auswahl, in der Analyse und im Labor noch nicht vollkommen auskomponiert sind. Eine adäquate Präsenz würde Tage bzw. Wochen an Arbeit kosten, die ich nicht zu leisten vermag. Allein die Auswahl aus 3000 Photographien ist nicht immer einfach, und so kann es vorkommen, daß das eine oder andere Bild, das hier womöglich besser gepaßt hätte, nicht gezeigt wird. Es ist ein Skizzenbuch, das in einer Ausstellung womöglich völlig anders ausfallen könnte.

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4 Gedanken zu „The Beckett Side (1)

  1. Gefällt mir sehr gut, dass die Bilder s/w sind, obwohl ja zum Beispiel Bild 1 nach Farbe schreit. Es ist sozusagen auch in s/w noch zu farbig.

    Ein paar erstaunliche Architekturaufnahmen sind dabei, die geradezu Lust auf eine Kur in Palma machen. Einige Bildausschnitte könnten meiner Meinung nach optimiert werden. Dass alle Bilder in einer vernünftigen Auflösung anbieten, freut mich sehr.

  2. Gerade zurückgekehrt von einer Wochenendreise nur kurz soviel: Danke für die wohlwollende Kritik. Was Bild 1 betrifft: Da kann ich vollumfänglich zustimmen. Ich habe hier auch lange überlegt, wie ich mit dem Photo verfahren soll.

    Die Ausschnitte könnte man in der Tat noch einmal anders wählen. Es kam mir diesmal jedoch auf den Eindruck an, den das Ganze hervorruft.

  3. Ich habe neulich in Leipzig einen interessanten Vortrag über die Tel Aviver Bauhausfotografien des Künstlers Günther Förg gehört (www.projektkaufhausjoske.de/program.html). Dessen Arbeitsweise könnte für Sie eventuell interessant sein, falls Sie den nicht schon kennen.

    Wie der Referent erklärte, lasse sich bei seinen Arbeiten eine Art „Unbehagen im Archivarischen“ erkennen, das sich bspw. an einer gewollten Unperfektheit der Bilder zeige. So sind die Bilder teilweise verwackelt oder weisen scheinbar unprofessionelle Unschärfen auf. Bei der Bildauswahl stehen oftmals Bilder nebeneinander, die das gleiche Motiv in nur wenig verändertem Blickwinkel scheinbar nutzlos wiederholen. Das reißt die Motive ein Stück weit aus der Starrheit, mit der sie fotografisch verewigt wurden, hinaus.

    Ich bin mit den gegenwärtigen Positionen der Fotografie nicht ganz vertraut, aber die Problematik, mit der Fotografie über eine rein archivarische Weise des Fotografierens etwas hinauskommen zu müssen, leuchtete mir doch ein.

    Viele Grüße,
    JR

  4. Danke für diesen Hinweis. Günther Förg war mir bisher nicht bekannt. Ja, es ist in der Photographie bei all der Vielfalt schwierig, eine eigene Schrift, einen eigenen Zug aufzubauen; zumal die Photographie häufig zwischen dem Dokumentarisch-Journalistischen und der Kunst siedelt.

    Ich hoffe, daß ich ein wenig Zeit finde, mich mit Günther Förg zu befassen. Was Sie schreiben und was sich dort bei dem Link findet, ist interessant. Das Prinzip ist sicherlich nicht neu. Aber man kann den Nordpol natürlich nur einmal entdecken.

    Worauf es ankommt, ist, daß man jene Möglichkeiten des Ausdrucks und der Form, die vorhanden sind, in eine – winzige – veränderte Anordnung bringt, so daß dabei – womöglich – etwas Neues, Anderes entsteht.

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