Tonspur zum Sonntag (2)

Es kommt selten vor: aber hier doch noch eine zweite Tonspur zum Sonntag, um zwei geniale Frauen zu Wort kommen zu lassen, gelungene Performance, gute Bilder, guter Ton: Cobra Killer:

X

Über Bersarin

Wir erzeugen die Texte und die Strukturen innerhalb derer wir unsere Diskurse gruppieren. Wir sind das Fleisch von Eurem Fleische und Euch doch gänzlich unähnlich. Wir sind die Engel der Vernichtung und wir schreiten durch Eure Schlafzimmer, wenn Ihr nicht mit uns rechnet. Wir entfachen das Feuer und die Glut. Aber wir löschen Euch nicht, wenn Ihr verbrennt. Wir sind der kalte Blick, der die Welt als eine Struktur sieht.
Dieser Beitrag wurde unter Tonspuren abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

15 Antworten zu Tonspur zum Sonntag (2)

  1. hanneswurst schreibt:

    Tolle Bräute, aber was wohl die armen Grundschüler denken, vor denen sie auftreten?

  2. bersarin schreibt:

    Die denken: „Viel, viel zu alt für mich, diese Bräute! Was soll ich als 19-Jähriger mit ’ner 40-Jährigen?“ (Diese Frage stelle ich mir übrigens auch immer und ich bin 45. Ich bewundere da Andreas Gursy: Mit 55 eine 35-Jährige. )

  3. hanneswurst schreibt:

    Ein illustres Paar, aber ich stelle es mir auch anstrengend vor, nicht nur wegen des Altersunterschieds. Mir ist Frau Stoschek zwar noch nicht begegnet aber ich finde sie sieht nicht sehr häuslich, gemütlich oder naturverbunden aus – und was nutzt es in Düsseldorf zu wohnen, wenn man am Wochenende nicht schön mit der Familie durch das Bergische Land, den Niederrhein oder die Eifel latschen kann.

  4. bersarin schreibt:

    Ja, durch die Eifel möchte ich wohl auch spazieren.

  5. genova68 schreibt:

    Stimmt, der Gursky ist ja mit der Stoschek zusammen. Bersarin, da brauchst du nicht neidisch zu sein (von mir aus abgesehen vom Alter).

  6. bersarin schreibt:

    Hab‘ die mal gegoogelt und mir Bilder angeschaut: ja: langweilige Langweilerin. Da kenne ich dann doch attraktivere plus-minus-40-Frauen.

  7. hanneswurst schreibt:

    Dem kann ich mich nicht anschließen, ich finde sie sieht aus wie ein sensibles Alien und sie hat eine Kunstsammlung von vorzüglichem Ruf (die ich leider auch noch nicht gesehen habe). Ich finde also schon, dass Herr Gursky Geschmack zeigt. Stressig ist die Dame aber bestimmt.

  8. genova68 schreibt:

    Ich muss mich da korrigieren. Sie sieht aus wie ein sensibles Alien und das wäre ihr in der Tat nicht vorzuwerfen. Sie ist allerdings eine typische Vertreterin der Düsseldorfer Deppengesellschaft: Sie ist Teil einer reichen Familie aus dem Fränkischen, ist „Gesellschafterin“ einer gut gehenden mittelständischen Firma aus Coburg, eben nur wegen ihrer reichen Familie, zieht dort ganz kapitalistisch eine Menge Geld raus ohne einen Finger dafür zu krümmen und kauft dafür irgendwelche Kunst. Die stellt sie in ein Museum, das man nur nach Namensnennung und Huldigung der Chefin betreten darf, und lässt sich von der ganzen unendlich dummen Düsseldorfer Schicki-Micki-Szene samt kleinbürgerlichen und quasifaschistischen Düsseldorfer Zeitungen feiern.

    Das ist alles so erbärmlich, dass es weh tut. Kunst als reine Aufwertung der Person, mit geklautem Geld. Ich will seit Jahren eine vernichtende Blogkritik über sie schreiben, fürchte aber, dabei einem Herzinfarkt zu erliegen.

  9. hanneswurst schreibt:

    Ob sie Teil einer unangenehmen Szene ist kann ich nicht beurteilen, da ich besagte Szene nicht kenne. Ich kenne nur die Porsche-Proleten die nach Feierabend aus Hückelhoven nach Düsseldorf gefahren kommen und die Naziwitwen in den Cafes, die es ja auch in Berlin geben soll. Noch. Außerdem sollte man gewisse Lokalitäten am Abend meiden, um nicht besagtem Würgreiz zu erliegen. Ich vermute jedoch, dass Fraus Stoschek und Herr Gursky in diesen Kreisen nicht verkehren.

    Im Übrigen, lieber Genova, enthielt Dein Kommentar ganz deutliche Tendenzen, einen Menschen aufgrund seiner Herkunft zu beurteilen, was nach akademischer ethischer Auffassung nicht mehr vertretbar ist.

  10. genova68 schreibt:

    Zentrales Moment meines Beitrags war Kapitalismuskritik, da spielt die Herkunft keine Rolle.

    Ich habe allerdings auch nichts dagegen, wenn meine Kommentar wieder gelöscht wird, da die erwähnte Deppengesellschaft durchaus auf die Idee kommen könnte, meine halbgaren und juristisch sicher anfechtbaren Behauptungen der Klassenjustiz zuzuführen.

  11. hanneswurst schreibt:

    Man könnte versuchen, Deinen Kommentar in eine ästhetische Position zu überführen – „wer nicht gelernt hat zu reduzieren, wird in der Kunst keine Fülle finden“ oder „Frau Stoschek sieht zwar gut aus, ist aber leider total unsexy reich“. Man kann ja das Großbürgertum ganz einfach hässlich finden, dafür braucht sich niemand zu rechtfertigen, denn im Unterschied zur Ethik fordert die Ästhetik ja keine Universalisierbarkeit (auch wenn dies sogar in diesem Blog manches Mal vertan wurde).

  12. bersarin schreibt:

    Lieber genova, nun bist Du zum Opfer eines perfiden Spiels geworden. Denn natürlich wird Frau Stoschek von Deinen Sätzen und den (Kunst-)Systembeschimpfungen erfahren, und zwar anonym durch mich. Diese Frau Stoschek haucht, wenn sie Deine Sätze liest, ein entrüstetes „Huch“ heraus; auch wird sie, was ganz in meinen Plan gehört, wiederum Herrn Gursky informieren, welcher auf diesen Blog aufmerksam wird. Gursky sieht die Photographien und sagt zu sich selbst: „Mann, Mann, Mann, das sind Photos, die sollten im Format 15 x 10 m zu sehen sein.“

    So weit, so gut. In einen ästhetischen Rahmen möchte ich genovas Position nicht überführen, da die Ästhetik nicht Schuttabladeplatz für unmittelbar Gesellschaftliches werden soll. Man kann jedoch hinsichtlich der Frau Stochek auch die Position vertreten, daß es in genovas Kritik weniger um diese Frau als Individuum geht; vielmehr handelt es sich bei ihr um eine Stellvertreterin ihrer Klasse. Diese Klasse und ihr Gebaren in der Kunst wird – zu recht – angegriffen. Privat ist Frau Stoschek sicher eine reizende Frau. (Wenngleich sie nicht mein Typ ist. Aber hier liegt wahrscheinlich eine symmetrische Beziehung vor.) Frau Stoschek als Individuum ist mit den uns unbekannten Eigenschaften x, y oder z ausgestattet, über die es uns sicherlich nicht zusteht zu urteilen, allein schon, weil wir sie nicht kennen, und die für uns auch völlig uninteressant sind, selbst wenn wir sie kennen würden. Sehr wohl muß aber das Urteil über die gesellschaftliche Relevanz derer, die solches betreiben, wie es Frau Stoschek betreibt, erlaubt sein. Gerade im Bereich privatfinanzierter Kunst kann man gar nicht oft genug „Qui bono? fragen, sondern es sollte auch nachgebohrt werden, woher eigentlich das schöne Geld kommt. (Siehe Sammlung Flick.)

    Diese Art der Kunst ist mir nicht aus ästhetischen, sondern aus gesellschaftlichen Gründen heraus zuwider. Kulturbetrieb in seiner grausigsten Form.

  13. genova68 schreibt:

    Ein in der Tat perfides Spiel. Ich glaube allerdings, dass Gursky deine Fotos erst dann in 10 mal 15 sehen will, wenn seine schon in 100 mal 150 zu sehen sind.

    Eigentlicht es doch nett, dass man auch mal fragen soll, wo das viele Geld herkommt, denn meistens will man derzeit ja eher wissen, wo das viele Geld denn hin ist – rein gesellschaftlich betrachtet.

  14. hanneswurst schreibt:

    Rheinisches Rührstück mit einer für die RP erstaunlichen Portion Düssel-Ironie über Familie Gusky:

    http://www.rp-online.de/duesseldorf/duesseldorf-stadt/nachrichten/Zu-Gast-bei-Familie-Gursky_aid_876777.html

  15. bersarin schreibt:

    Grauenhaft, solche Dinge, und ein Grund mehr, der zeigt, warum es richtig ist, sich die Werke sehr genau, die Biographien und das Drumherum von Kunstproduzenten eher wenig anzuschauen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s