Charlotte Hegemann – die Erste. Oder: Give a fuck to my popkulturelle Pastiche

Also gut, ich muß einmal wieder etwas zugeben, schweren Herzens, aber ich habe es getan; nein: nicht abgeschrieben, abgetrieben, abgerieben, sondern ich ging in die Kaufhalle und habe ein Buch erstanden, und zwar das von Charlotte Hegemann. Ja, dirty fuckin‘ fotzenkotz, 14 Euro suchmichmal packte ich im Thalia-Buchshop auf den mittelbraunen Hartholz-Tresen. Hylemorphismus, sagte ich mir, das Buch in der Hand langsam hin und her bewegend, das Buch, welches mich verwandeln und mich wieder zu einem jungen Menschen machen würde.

Nein, ich bin nicht zu meinem vertrauten Buchmenschen, zu meinen Lieblingsdealer gegangen, der gute Bücher, Ritalin und sonstwas für mich bereithält, burn out the hell, sondern zu einem gestylten, innerlich jedoch schäbigen Buchdiskaunter wo mich kein Mensch kennt, ein Mann in der Menge sozusagen, anonymisiert, der von den Waren geschluckt wird, gehüllt in meinen dunklen Mantel, das Gesicht etwas zur Erde geneigt. Hier kennt Dich keiner, sagte ich mir, hier bist du der Fremde. Am Ende der Verkaufstransaktion fand ich Thalia-Filialen gar nicht mehr so schlecht.

Nicht auszudenken jedoch, der Blick meines Buchdealers, wenn ich da gekauft und gesprochen hätte „Einmal Axolotl Roadkill, bitte!“ „Wir führen keine Splatter-Filme.“ „Nein, kein Film, den neuen Bestseller von Ullstein, den kennen sie doch, das ist überall im Gespräch, sogar die ‚Zeit‘ hat dem Plagiatsfall Hegemann zwei ganze Seiten gewidmet“ „Nein, kenne ich nicht.“ Konsequent, konsequent, dachte ich anerkennend.

Ach, ich könnte diese wunderbaren Verkaufsgespräche, die ich so sehr liebe, unendlich in die Länge ziehen und weiterführen bis zum Ausverkauf; es steckt in mir eben so eine richtige Krämer-Badoni-Seele. Doch möchte ich meine Leser nicht langweilen mit Dingen, die nicht dazugehören, sondern sogleich in die Sache selbst hineingehen.

Was soll ich sagen, was nur schreiben? Viel der Vorurteile, der Verurteilungen, der Lorbeeren sind vergeben worden, manches sprach einer aus. Was kann ein kleiner Blogger da noch hinzufügen? Die eintausendeinste Literaturkritik zu schreiben, erscheint mir langweilig; für eine literaturtheoretische Analyse, die Bezüge aufzeigt, dekonstruiert, dialektisch dechiffriert oder die Sinnhorizonte freilegt, ist meine Zeit zu knapp bemessen, der Raum nicht vorhanden und das Buch so wichtig nicht, als daß ich mich verschwendete.

Okay, sagte ich bei mir, zu ertragen ist die Angelegenheit nur, wenn du dich an dem Text entlangschreibst: du liest ein paar Seiten von Hegemann, bis es dir zu langweilig wird, dann schreibst du ein paar Zeilen, damit du vergessen kannst, was du gerade lasest. So ließe die Lektüre sich durchhalten. Aber ach, Sicherheit ist nirgends, und ich kann nicht einmal versprechen, daß ich diese Experiment wirklich durchstehe und nicht irgendwann abbreche. Baut also nicht auf mich, liebe Leser, gut kann es sein, daß ich mit Walter Benjamin weitermache, und es folgt ein Text zum dialektischen Bild und zur Ware. Da hacke ich die Hegemann dann ab, wenn es mir zu bunt wird mit dem Buch.

Ich mach das deshalb mal so, daß ich den Text lese, diesen oder jenen Aspekt aufgreife, stellenweise zitiere, mich über Passagen lustig mache oder auch lobe, wo Gelungenes steht; mich am Pubertären delektierend. Nichts schöner als die erste Periode. Und Sie, geliebte einzige Leserin, lieber Leser dürfen mir bei meiner Lesung zusehen, ja mir fast über die Schulter auf den antiken Schreibtisch schauen, wo die gerade benötigten Bücher und die kostbaren Schreibwerkzeuge liegen; diese Insignien meiner Macht.

Die Plagiatsdebatte lassen wir bei dieser Lektüre von Hegemanns Buch einmal beiseite: das eine ist mein Plagiat, das andere mein signifikantives Nicht-Ich, warum auch nicht? Sondern ich möchte mich mit dem Text beschäftigen. Ein kurzes Nachwort aber noch zu denen, die zur Erklärung beständig die guten mittelalterlichen Mönche im Munde führen: das waren Wesen ohne Namen, die schrieben und abschrieben, so wie heute unsere Kopiergeräte, die genausowenig Namen tragen, zumindest keine Eigennamen. Lediglich Warennamen führen die Maschinen. Dies im Unterschied zu Helene-Charlotte Hegemann, die sehr wohl und anders als die vielfach genannten mittelalterlichen Mönche, mit ihrem guten Namen spazieren geht.

Ein zweites noch zum Plagiat: Literatur ist keine Seminararbeit oder eine Dissertation, natürlich kann man in der Belletristik (auch ohne Nachweis) zitieren, anzitieren, herbeizitieren. Viele arbeiteten und arbeiten so. Den schalen Beigeschmack, welchen das medial aufgebrezelte Phänomen Hegemann jedoch hinterläßt, habe ich bereits an anderer Stelle kritisiert.

Ich schreibe das besser zuerst, bevor jemand schreit: Aber der Auftaktabsatz des Buches ist nicht so schlecht, wenn man einmal den letzten Satz dieses Absatzes ausnimmt. Der ist dann wieder schlecht. Und so bewegt sich die Lektüre über die ersten Seiten mit gemischten Gedanken hin und her. Klar, da ist das vielgenannte Sampling, das Anzitieren; vor allem gehört dieses Buch zu dem von mir am meisten verachteten gesellschaftlichen Phänomen namens „Pop“. Wenn ich wählen könnte zwischen dem Leben im Wilhelminischen Kaiserreich und dem Dasein in einer Popgesellschaft, dann möchte ich monarchisch leben.

Na ja, an Sätzen wie diesem (von mir erfunden) kann sich der Leser ein Bild machen, wie das Buch aufgebaut und strukturiert ist. Ich fremdele ja nicht einmal mit dieser Ironie und Lakonie. Ob‘s aber für ein Buch reicht? Stellenweise ist das Überteibungs- und Szenegerede lustig, oft jedoch nervt es gehörig.

„Ich bin wild aufgewachsen und ich will wild bleiben. Es ist drei Uhr nachts und mein kaputtgefeierter Körper sitzt zu Tode in seiner Opferrolle versunken in einem Taxi.“ (S. 23) Der Satz ist so schlecht nicht, weil er eine Geschichte in den Zusammenhang bringt, wenngleich ich die Marketingabteilung von Ullstein immerzu im Hinterkopf habe, die dabei mitwirkt. Aber: „Ich finde meine dissoziative Identitätsstörung interessanter als alles, was diese Stadt mir ununterbrochen ins Gesicht kotzt“ (S. 24) Der Slang ist zu dicke aufgetragen; Theorien nennen, Marken nennen, Bands nennen, Musikstile kennen. Und immer an den Leser denken. Schön wenn jemand seine Plattensammlung nach außen trägt: Musik ist, was den Geschmack und die Lebenskunst betrifft, ein einschneidendes und entscheidendes Distinktionsmerkmal zwischen Kack-Spack und Eingeweihtem, sozusagen das Hypokeimenon des popkulturellen Spaltungssubjektes.

„Aus Hackepeter wird Kacke später“ (Kurt Krömer)

In der Literatur kann, aber muß solches nicht immer der Fall sein. Daß alles mit allem verwurstet, alles mit allem in Verbindung gebracht werden kann, – modernes Prinzip nebenbei, man denke an den bekannten Satz von Lautréamont – daß Korrespondenzen (siehe hierzu etwa Baudelaires gleichnamiges Gedicht und natürlich Benjamin) erzeugt werden müssen, dies betont der Text ja gleich zum Anfang; mit Arnold Schwarzeneggers Werbespruch, seinerzeit für Energie, kann man da nur sagen „Mix it, baby!“:

‚Berlin is here to mix everything with everything, Alter!‘

‚Ist das von Dir?‘

‚Berlin is here to mix everything with everything, Alter? Ich bediene mich überall, wo ich Inspiration finde und beflügelt werde, Mifti. Filme, Musik, Bücher, Gemälde, Wurstlyrik, Fotos, Gespräche, Träume …‘

‚Straßenschilder, Wolken …‘

‚Licht und Schatten, genau, weil meine Arbeit und mein Diebstahl authentisch werden, sobald etwas meine Seele berührt. Es ist egal, woher ich die Dinge nehme, wichtig ist, wohin ich sie trage.‘

‚Es ist also nicht von dir?‘

‚Nein. Von so ‘nem Blogger‘ (S. 15)

Natürlich ist die Figurenrede nicht das Sprechen der Autorin, beides setzt der des Lesens Geübte nicht in eins und verwechselt das eine nicht mit dem anderen. Es deutet sich in dieser Passage zumindest ein Prinzip nicht nur von literarischer Konstruktion, sondern zugleich auch von Lebensart an, das die Protagonistin des Buches führt bzw. zwangsläufig führen muß. Diese Frau wird Beethovens späte Streichquartette nicht als Form des adäquaten Protests begreifen können; es reicht als Ausdrucksform lediglich zu L7 hin.

Nein, wir kommen bei diesem Buch am Pop nicht vorbei, eine Umgehungsstraße läßt sich nicht befahren, eine Umleitung existiert nicht. Und selbst so geschätzte Dichter wie Brinkmann partizipierten am Pop, wollten Pop in die Literatur tragen, von Rainald Goetz ganz zu schweigen, dem das Buch sicherlich einiges verdankt und dessen letzter Satz seines Buches „Rave“ in eben jenem Bekenntnis mündete: „Nein, wir hören nicht auf, so zu leben.“

Die Sowjetische Kommandantur Berlin-Karlshorst muß sich mit jenem monotonen „Yeah, Yeah, Yeah“ befassen, das die populäre Musik in Variationen darbringt, sie läßt den Pop an sich heran. Da haben wir uns jahrelang über Adorno gebeugt, gerudert mit den wachsverschlossenen Ohren im Steinbruch des Herren, während andere am Mast gefesselt dem Gesang lauschten. Und nun dieses. Aber es ist wie es ist: Am popkulturellen Wesen soll die ganze Welt genesen.

Ende der ersten Lektüre.

13 Gedanken zu „Charlotte Hegemann – die Erste. Oder: Give a fuck to my popkulturelle Pastiche

  1. ‚Licht und Schatten, genau, weil meine Arbeit und mein Diebstahl authentisch werden, sobald etwas meine Seele berührt. Es ist egal, woher ich die Dinge nehme, wichtig ist, wohin ich sie trage.‘ – Es ist also nicht von dir?‘- ‚Nein. Von so ‘nem Blogger‘ (S. 15)

    hm. nach diesen zeilen fällt es mir schwer, hegemanns „roadkill“ einfach als aufgedecktes plagiat abzutun. kommt sie dem vorwurf nicht zuvor und stubst ihm kokett an die nase?

    „Natürlich ist die Figurenrede nicht das Sprechen der Autorin“, erinnern Sie, Bersarin. aber es spricht auch nichts dagegen, das gesagte dennoch auch als h’s reflektion und seinsanschauung anzunehmen: sie ist. und was sie zum klingen und schwingen bringt ist somit teil ihres bewegten seins. als epizentrum in der welt spielts fürs beben keine rolle, wo die energetischen impulse ihren ausgangspunkt nehmen.
    ihr textuelles Ich-postulat wäre somit zwar weiterhin rechtlich heikel, aber nicht seins- und wahrnehmungstheoretisch. so gesehen wäre es sogar ausgesprochen keck, delikat unnachgiebig, und eher hop als toppopflop.

    gruß,
    lyra

  2. Anwalt: „Was, Sie haben die Selbstanzeige verpaßt, und stehen jetzt doch auf der CD? Na gut, wir werden erstmal sagen, dass Ihre Arbeit und Ihre Hinterziehung authentisch werden, sobald etwas Ihre Seele berührt, und 20 Millionen, also wenn die nicht berühren …“

    Mandantin: „Ich sehe, Herr Bravengreut, Sie verstehen mich, ich meine, dieses Klingen und Schwingen als Teil meines bewegten Seins …“

    Anwalt: „Ich wollte auch gerade vorschlagen, gnä Frau, dass wir vor der Großen Strafkammer strikt seins- und wahrnehmungstheoretisch argumentieren.“

    Mandantin: „Sehr gut, ich meine, es ist doch egal, woher ich die Dinge nehme, wichtig ist, wohin ich sie trage.“

    Anwalt: „Oh-oh, gnä Frau, bei Eigentumsdelikten eigentlich immer ein gutes Argument, jedoch nicht im Steuerstrafverfahren, denn um dieses Wohin geht es ja gerade, Sie verstehen?“

    Mandantin: „Wenn ich Sie nicht hätte! Das hätte uns der Staatsanwalt aber sowas von um die Ohren …“

    Anwalt: „Ich sage nur: Seinstheorie, Seinstheorie, Seinstheorie!

    Mandantin: „Licht und Schatten!“

    Anwalt: „Äh, das wäre die Wahrnehmungstheorie, müssen wir natürlich auch bringen, und wir müssen das verknüpfen, wir müssen das Seins- und Wahrnehmungstheoretische verküpfen.“

    Mandantin: „Verknüpfen, ja… klingen und schwingen, bewegtes Sein …“

    Anwalt: „Bewegung …hm … hin und her, rauf und runter … – Beben! Ja, Beben!“

    Mandantin: „Erdbeben!“

    Anwalt: „Erdbeben! Uuuuund … Epizentrum! Sie als Epizentrum, welten- und seinsmäßig betrachtet.“

    Mandantin: „Bin ich jetzt das Epizentrum in meiner Welt, oder ist meine Welt im Epizentrum?“

    Anwalt: „Wie auch immer. Jedenfalls, und so kriegen wir das jetzt rund, als Epizentrum in der Welt spielt’s fürs Beben keine Rolle, wo die energetischen Impulse und so weiter, und so fort. Das ist unsere Linie. Danach dürfte es der Kammer schwerfallen, Ihr Handeln einfach als aufgedeckte Hinterziehung abzutun.“

    Mandantin: „Ach, Herr Bravengreut …“

  3. “ … als Epizentrum in der Welt spielt’s fürs Beben keine Rolle, wo die energetischen Impulse und so weiter …“

    Danke: Damit, in diesem Kontext, ist alles getrommmelt, was sich ins Schlagwerk dieser Diskussion fügt.

  4. @ lyra
    Das mag sein. Aber es hat einen schalen Beigeschmack, wenn man auf David Foster Wallace hinweist, sich dort vom Verlag die Rechte einholt, bei Unbekannte wie Airen dies aber nicht erfolgt. Daß der Text von Airen möglicherweise einen Schliff durch Hegemann erhielt, ändert nichts daran.

    Die juristische Seite interessiert mich hier in der Tat eher wenig. In der Kunst müssen das Zitat und die Montage natürlich erlaubt sein. Mich stört vielmehr einerseits dieser literarische Inzest, der betrieben wird, und das mediale Gespreize.

    Das Buch selber habe ich ja in einem ersten Teil schon besprochen. Also: Binnenästhetisch ist das nicht so sehr ergibig. Es stammt vom Reißbrett der Marketingabteilung. Insofern ist es natürlich auch nicht vollständig mißlungen. Die, welche da sitzen, müssen schließlich einen geldwerten Vorteil bieten.

  5. @ Nörgler

    Für das hochstaplerisch-abmahnende Gespräch hätte ich den Herrn Dr. Bravengreut (ich hoffe sehr, in meinem Dünkel, er hat promoviert) durchaus als Gesprächspartner gerne gehabt. Ob er als Anwalt etwas taugte? Im System der Verwertungslogik und der big raushole sicherlich.

    Welten jedoch gibt es schon lange nicht mehr: ich bin mein eigener trinitätisch verfaßter Bezirk: ich und sie und Solipsi. (Ich mach jetzt auch nur noch Hegemann-Sätze. Schade, daß ich keine Haargardinen, sondern sehr, sehr kurzes Haar habe, welches ich mir partout nicht ins Gesicht fallen lassen kann. Ich sollte mein Leben ändern. Die fromme Helen sieht mich an.)

  6. Stehen wir gar vor der Ausrufung eines „Helene Hegemann-Lookalike/Writealike-Contest“?
    Mögliche Überschrift zu einem Writealike-Text: „Axolotl Brainkill“.

  7. Ich rief doch schon einen Writealike-Contest aus! Und ich habe ein wenig auf einen Satz von Dir gehofft, so als Entschädigung, weil es schon mit dem Heidegger-Wettbewerb nichts wurde. Freuen würde ich mich ja. Man könnte vielleicht sogar einen „Brainkill of the week (offroad)“ initiieren. (Ach, ich machte so viele schöne Projekte hier, wenn ich die Zeit hätte.)

    Frauen dürfen sich an einem Helenes-Hair-look-alike beteiligen. (Mit frechen Ganzkörperphotos.) Die schönste Ado-Haargardine würde dabei gekürt, die midde Joldkante, wie der Berliner gröhlt.

  8. Oh, ja, wie peinlich für mich! Ich versuche, mich mit heutiger völliger Übermüdung zu entschuldigen.

  9. Das ist nicht so schlimm, wenn ich dafür einen schönen Satz bekommen. (Soviel nur kann ich als alter Tausch- und Verwertungslogiker schreiben.) Die Gaben fließen hier nicht als Potlatch, sondern folgen einer restringierten Ökonomie.

  10. A x o l o t l R o a d g r i l l

    Ob wir bei Mario, das ist der an der Rastätte, wo dransteht: „Mario brät Ihren Liebling“, da liefern sie ihre Kanarienvögel und so bei der Fahrt in den Sommerurlaub ab, ob wir da unsren Axolotl brätern, da kann er noch so mitleidig tun; da trete ich am liebsten einer Obdachlosen die Schnapspulle aus der Hand und stecke ihr die Scherben zwischen die Beine, wenn die so mitleidig glupscht – oder ob wir der Hegemann die Titten mit dem Brotmesser absäbeln, und sie dann bäuchlings durch ihre Wohnung schleifen, um richtig Sauerei zu machen mit dem Blut dieser pseudoabgefuckten Blödvotze, und wo dann der Svenni aus der Küche brüllt „Wo sind denn jetzt die Titten von der Hegemann?“, und ich verstand nur „Hegemann“, und brülle zurück „Die Hegemann ist hier, einfach dem Blut nach!“, und Svenni brüllte „Die Hegemann, ja – aber wo sind ihre Titten?“; weil der Svenni, dieser spastophile Permanenzmasturbant, der nichtmal eine Obdachlose vergewaltigen könnte, wenn man diesen Schnapsmüll mit ’ner Scherbenflasche vorgebohrt hat; der Svenni vergißt immer alles und findet seine Brille nie, und jetzt suchte er die Titten von der Hegemann, und während ich der sich vor grauenhaftesten Schmerzen windenden Hegemann sage „Tja, das wüßtest du jetzt wohl auch gerne, wo deine Titten sind“ …

  11. Das ist bestens und natural-born-killer-mäßig geschrieben. Genau dieser Sound ist es. Ich denke, daß ich Dich als Ghostwriter für ein richtig abgefucktes Berlin-Projekt engagiere. Nach den vielen Frauen müssen wir im Betrieb nun einen sehr, sehr jungen Schriftsteller bringen. Er sollte etwa 14 Lenze sein. Gut auch, wenn sich ergibt, daß er irgend ein unehelicher Sohn von Ben Becker sei. Einige Talk-Shows sind bereits gebucht. Dekonstruktiver multiperspektivischer Flaneur-Satanismus könnte der Aufhänger sein. Die Story spielte irgendwo in Lichtenberg oder Friedrichshain. Das wird dann ein wenig die Mischung aus Baudelaire und Huysmanns, dachte ich mir, nur ins 21. Jhd transponiert: Metropolitaner Existenz-Urbanismus.

  12. Nur voran! Ich liefere Texte jeglichen Inhalts, jeglicher Tonalität und jedweder Sprachhöhe/-tiefe.

    „Dekonstruktiver multiperspektivischer Flaneur-Satanismus“ und „metropolitaner Existenz-Urbanismus“ sind vorzüglich und geben dem Feuilleton schon mal die Richtung vor.

  13. Pingback: Berliner Kindheit um 2010 « arrièregarde

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