Aufruf zum Heidegger-think-alike-look-alike-Contest

It’s not a trick, it’s not a Zonie, it‘ a Heidegger:
Ab jetzt und hier, in Bild und Schrift

Auch dieses Jahr soll es wieder einen Weihnachts- und Neujahrsspaß geben. Und so ruft dieser Blog, inspiriert durch einen Kommentar vom Nörgler, dazu auf, an einem Heidegger-Ähnlichkeitswettbewerb teilzunehmen. Einzureichen bei „Aisthesis“ ist ein Text, der 9000 Zeichen (mit Leerzeichen) nicht überschreiten soll. Erlaubt ist Prosa und Poesie, jede Form von Text. Es darf auch eine ins Kritische gewendete Fundamentalontologie sein. Die Marcuse-Schüler und, falls vorhanden,  -Schülerinnen unter meinen Lesern und Leserinnen werden hier sicherlich etwas zu schreiben wissen. Heidegger-Parodien, die mit einem direkten Zitat aus einem Heidegger Text erzeugt wurden, sind natürlich auch erlaubt, werden aber nicht prämiert, wenn ich das Abschreiben entdecken sollte. Besser ist es also, das Eigene zu produzieren und diesem eine heideggerische Wendung zu geben, die ich für tricky, witzig oder gut erachte. Wie gesagt: erlaubt ist alles. 

Als Zusatzaufgabe zu diesem eigentlich leichten Unterfangen wäre es gut, ein Bild einzureichen, das einen Bezug zu Heidegger herstellt. Es kann ein Portrait sein, auf dem der Schreiber oder die Schreiberin des Textes seine/ihre Ähnlichkeit mit Heidegger dokumentiert. Es darf aber auch etwas anderes sein. Einzige Bedingung: Es muß ein Bezug zu Heidegger vorhanden sein. (Um den Witz gleich vorwegzunehmen: Bilder von A. Hitler werde ich nicht veröffentlichen, ausgenommen, sie sind eminent kosmischer, nee komischer Natur.) Diese Bild-Aufgabe ist kein „muß“; es geht natürlich auch ohne Bild, doch wenn sie gut erfüllt wird, ergäben sich in der Wertung freilich Bonuspunkte, die ausschlaggebend sein könnten. 

Warum um alles in der Welt sollten die Leserin oder der Leser diese Arbeit auf sich nehmen? Gibt es einen Preis? Nein, eigentlich nicht. Außer daß die besten Beiträge auf meinem Blog veröffentlicht werden. Gibt es zu viele gute Heidegger-think-alike-look-alike-Einsendungen, was ich aber eher nicht glaube, muß eine Auswahl durch die Sowjetische Kommandatur Berlin-Karlshorst getroffen werden. Der Sieger dieses fröhlichen Wettbewerbs erhält zudem die Möglichkeit, über ein Thema nach seiner Wahl auf meinem bescheidenen Blog zu schreiben. (Vielleicht überlege ich es mir aber auch anders, und dann gibt es, neben der Veröffentlichung eines Textes, trotzdem einen Preis. 

Denn: Leistung muß sich wieder lohnen: Also, auf, auf!) 

Ach ja: Einsendeschluß für die Beiträge ist der 31.12.2009. Alle Beiträge sind zu senden an Bersarin11@aol.com oder schneepart71@aol.com, Bilder sind als Anhang im jpg-Format zu senden, Texte so, daß ich die Dateien öffnen und lesen kann. Alles klar? 

So wünsche ich nun viel Erfolg und gutes Gelingen.

24 Gedanken zu „Aufruf zum Heidegger-think-alike-look-alike-Contest

  1. Ohne min. 50 Seiten zum Thema „Zeit ohne Sein“ hast Du hier wohl kaum Chancen ;-)

  2. Also gut, es seien die Bedingungen gelockert. Es darf auch ein Photo ohne Text eingeschickt werden. (Auch serielle Photographien sind willkommen.)

    Ein Irrtum wäre es aber, daraus abzuleiten, daß die Dinge nun einfacher würden, weil die Sowjetische Kommandantur die Bedingungen entschärfte. Eher im Gegenteil ist diese eine Photographie, die in den lebensweltlichen Heideggerschen Umhalt eingebettet sein soll, eine große, wenn nicht sogar unüberwindliche Hürde. Ist doch das vermeintlich Einfachste oft das am Ende so schwierig zu Bewältigende. Die Bewältigung der Welt in ihrem Sein innerhalb der Form des Daseins als Photographie fordert in der Endlichkeit des Daseins existenziell heraus. Der Bewältigende jedoch als Überwältigender muß notwendig scheitern, und schnell gerät Geworfenheit zum Verworfenen.

  3. Eine fürwahr gewagte Korrektur der Konzeption! Denn weil der Geist gegenüber der Materie die höhere Instanz darstellt, gilt: Wer denkt wie Heidegger, wird bald auch wie Heidegger aussehen. Jedoch kann es umgekehrt kaum gelingen, per Heidegger-Lookaliking in der Folge zu denken wie er.

  4. Dieses Argument zu entkräften, fälllt mir tatsächlich schwer. Einerseits reut mich die Lockerung, andererseits will ich natürlich niemandem die Teilnahme verbauen und freue mich über jede(n). (Momentan bin auch ich der Materie zugeneigt: und zwar einem angenehmen Riesling.)

    Dein Text stellt zugleich allerdings eine schöne Perfidie dar: Es wird keiner mehr wie Heidegger denken wollen, weil er damit rechnen muß, eines morgens sich vielleicht nicht als Ungeziefer oder Käfer wiederzufinden, ein wenig mit den dünnen Beinchen hilflos in der Luft herumstrampelnd, aber doch aufwachend mit einem Heidegger-Gesicht: die leicht verschlagen in die Welt dreinblickenden Schweinsäuglein, verkniffen. Dies freilich wird niemand wollen. Und so fürchte ich, kaum noch Teilnehmer zu finden, die mitmachen wollen.

  5. Nur so habe ich Chancen auf einen der vorderen Plätze: indem ich möglichst vielen potentiellen Teilnehmern perhorreszierende Wahnbilder implantiere.
    Doch was, wenn eine Wirkungsumkehr des Beabsichtigten einträte, und alle jene herbeiströmen, die von solcher Verwandlung gar eine Verbesserung ihres aktuellen Aussehens sich erhoffen?

  6. Es freute mich und gäbe diesem Blog eine durchaus rosenkranzsche Ehre, wenn Roland „brutalstmöglich“ Koch an diesem Think-alike-look-alike-Contest teilnähme.

  7. Große Güte, da hat meine Anfrage ja etwas angerichtet. Ich möchte dich nicht in Reuewallungen oder gar Depressionen bringen, lieber Bersarin, und kann dahingehend versprechen, dass ich mir große Mühe geben werde mit meinem Foto. Ganz gemäß der Heideggerschen Definition des So-Achso-Seins (Sein und Heiterkeit, Braunau 1935).

  8. Es ist schon ok. Die Depression ist verheilt. (Und die Photos, die Du machst sind ja gut, weshalb ich mir sicher bin, daß die Angelegenheit gelingt.)

  9. das grenzt an einen aufruf zur selbstverstümmelung. sollte strafbar sein. andererseits kann ja jeder mit sich machen was er will. ja; sie auch.

  10. Pingback: Verschiedenes « L for Liberty

  11. Aber das tragische an Hitler-Photos ist doch, dass sie so eminent komisch sind.

  12. Ja, das ist leider so. Insbesondere diese Szene, wo Hitler vor der Kapitulationsunterzeichnung von Frankreich wie ein kliener Junge vor Freude mit dem Fuß aufstampfte, ist komisch und beklemmend zugleich.

    In der Oberschulzeit überboten ein Freund und ich uns im Hitler-speak-alike-Wettbewerb. Nicht alle Mitschülerinnen fanden es komisch.

  13. EIn Groucho-Marx-Photo? Würde ich mal als Konzept einreichen. Oder passt der Schnauzer nicht zum Bärtchen?
    Husserl hatte ja einen richtigen, wichtigen Bart, nicht so`ne arische Hasenschartencamouflage wie die anderen Herren. Andererseits, Edith Stein trug keinen Bart. Die geht nicht.

    …jetzt erwächst mir eine tryptichonale Idee. Die muss ich bedenken, ein paar Tage.

  14. Die ahmende Nachahmung sucht zunächst im Dasein des Seienden eines zeitlich vor-gängig wesenden Seins dessen Ahmung ins geahmte Sosein zu nehmen sich der Blogger nun vornimmt.

  15. Der Text ist nicht schlecht, cantueso, nur kommt er leider ein dreiviertel Jahr zu spät. So habe ich das Preisgeld in Wein und Essen investiert.

    Ich verstehe aber inhaltlich nicht, was Du mit der Frage „But don’t you have some index on this blog ?“ meinst. Du wirst es mir aber vielleicht noch mitteilen wollen.

  16. Wie finde ich etwas in diesem Blog? Gewöhnlich ist da eine Tag-Cloud oder ein Archiv, damit man sehen kann, wo man sich befindet.

    Aber ich sah nicht, dass da ein Wettbewerb war. An Heideggers Flötenspiel habe ich schon oft herumgedacht. Ich glaube, er war ein verunfallter Poet.

  17. Es stehen rechts Schlagwörter, das ist die Tag-Cloud, und zudem Kategorien, unter denen ich meine Artikel thematisch ordne. Ansonsten kann man in dem Feld „Suchen“ auch Begriffe eingeben. Es erscheinen dann die Artikel, in denen der Begriff vorkommt.

  18. Alle Gedanken dieses Blogs, Cantueso, sind gleich weit vom Mittelpunkt entfernt. Man braucht daher keine Suchfunktion; man ist immer an der richtigen Stelle.

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