Worms – Exterieure der Arbeit

Es gibt nicht nur die Innenräume, sondern auch das Außen. Und damit nicht der Eindruck entsteht, es sei jetzt und hier im Blog fürchterlich finsterlich oder, wie man es nimmt, erbaulich katholisch geworden oder der Blog-Wart geriete wie mancher Romantiker zum Konvertiten: Insofern auch ein paar Photographien der Wormser Außenwelt, die am Ende aber auch nur eine Innenwelt ist. Es gibt kein Draußen. Oder wie es bei Beckett an einer Stelle im „Endspiel“ heißt: Draußen ist tödlich.

 

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Alle Photographien: © Bersarin 2009

11 Gedanken zu „Worms – Exterieure der Arbeit

  1. Gute Fotos. Die Worms sollte dir einen Preis verleihen, da du wahrscheinlich der erste überhaupt bist, der sich mit dieser Stadt konstruktiv auseinandergesetzt hat. Wobei ich sie nicht gut kenne und die Stadt vielleicht interessanter ist als das historisch vergleichbare und seit einigen Jahren so komisch aufgehübschte und sehr banale Speyer.

  2. Ich glaube es heißt im „Endspiel“: „Darußen ist die … andere Hölle.“

    „Komisch aufgehübscht“ für Speyer stimmt leider, bzw, man wollte aufhübschen und tat schreckliche Dinge als wolle man die Vergangheit bekämpfen:
    – Der Dompark wurde ausgeräumt, ausgejätet, damit’s schön sauber und ordentlich wurde für die Gäste zur Salier-Ausstellung.
    – Eine zum gleichen Event errichtete Souvernir-Verkaufsstelle stört die Korrespondenzen zwischen Dom und Historischem Museum empfindlich.
    – Die Poller an der zum Dom hinaufführenden Straße zerstören den Raum, in dem sie ihn eng machen. Im Fußball ist „Räume eng machen“ eine Tugend; hier ist es ein Fluch.
    – Auch der sehr großzügige ehedem schöne Postplatz vor dem Altpörtel wurde seines Air beraubt durch die Errichtung des „teuersten Brezelhäuschens der Welt“, eine schwachsinnige Glas-Stahlkonstruktion, über die der Direktor der Stadtwerke Speyer öffentlich (!) sagte: „Wenn es jemand in die Luft sprengen will, zahle ich das Dynamit!“

    Doch „banal“ im bauhistorischen und auch einfach optischen Sinn ist Speyer nicht. Da hätte noch weitaus mehr geschehen müssen. In den 60ern wollte man das „Altpörtel“ – eines der höchsten und ältesten Stadttore Deutschlands – abreißen, da es den Verkehr behindere. Eine erbittert kämpfende Bürgerinitiative konnte das verhindern. Den „Weidenberg“, ein riesiges dreistöckig unterkellertes verwunschen wirkendes Gasthaus aus dem 18. Jahrhundert hat es allerdings erwischt. Schande!

    Nein, Worms ist nicht interessanter als Speyer, bei weitem nicht.

  3. @ genova68
    Danke, ein wenig Lob freut ja am Ende doch. Nun, die Stadt Worms wird für mich als Preis eher den Schandpfahl oder ähnliches parat haben.

    @Nörgler
    Anwesenheit und Abwesenheit des Bildes.
    Jetzt habe ich mal nachgeschaut bei Beckett. Die Stelle heißt „Draußen ist der Tod.“ (von Hamm gesprochen.)
    Und noch einmal Hamm: „Jenseits ist … die andere Hölle.“ (Die drei Punkte stehen im Text.)
    Besser kann man es eigentlich nicht sagen. (Das Beckett-Fieber steigt schon wieder nach so langem Beckett-Entzug. Ein großartiger Text. Ich sehe schon: es wird hier im Blog wohl demnächst auch noch die Beckett-Lektüre samt Adornos Deutung gegeben werden.)

    In Speyer war ich leider noch nicht. Worms ist im Zentrum eine gesichtslose Stadt, die ausschaut wie tausend andere Innenstädte auch. Ein paar interessante Brunnen gibt es. (Ich war allerdings nur im Zentrum. Die „Außenbezirke“ kenne ich nicht. Es scheint aber ein paar morbide Ecken zu geben, was erfreut.)

  4. Möchte mich dem Lob der Worms-Impressionen anschließen. Sehr gelungen vor allem das Arrangement, welches ahnen lässt, dass einige Wormser Stadtansichten auch aus Stockholm, Detroit, Triest oder Pjöngjang stammen könnten.

  5. Nörgler,
    bauhistorisch ist Speyer nicht banal, das stimmt. Danke für den Hinweis mit Altpörtel und Weidenberg, das war mir neu.
    Speyer hat sich für einen finanziell sicher lukrativen Weg entschieden: Eine Stadt für die ganze Familie. Genau deshalb ist sie so harmlos geworden. Als Kontrastprogramm empfehle ich das unterschätzte Ludwigshafen.

  6. Der Verweis auf Pjöngjang gefällt mir sehr, sehr gut.

    Wenn es photographisch funktionierte, sähen alle meine Bilder aus, als kämen sie von dort und wären in Pjöngjang entstanden. Und wenn es nach mir ginge, so pjöngjangisierte ich alle Dinge und alle Menschen, daß sie aussähen wie dort, dem lieben Führer gemäß. Ich würde auch Kinofilme machen.

    Aber es geht ja nicht nach mir.

  7. Einen Dokumentarfilm über Nordkorea.

    Ansonsten einen Western. (Andererseits: Alles, was ich mir an Filmen so vorstelle, das gibt es bereits.) Mein Medium ist wohl doch eher die Photographie: das stillgestellte Bild. Mein Film bestünde womöglich nur aus einer einzigen Einstellung.

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