Kulturindustrie

Virtuelle Fundstücke (5)

Manchmal, ganz selten erwischt man den Glücksfall, daß ein Text zugleich sein eigener Kommentar ist. Hier ist so etwas (nein, der Text ist nicht der „Titanic“ entnommen):

„Ihr Buch ‚Feuchtgebiete‘ war ein sensationeller Erfolg. Doch Charlotte Roche stand während des Rummels um ihren Bestseller nahe am Nervenzusammenbruch. (…)

‚Das Buch ist zu einem Monster geworden. Man ist zu viel in den Köpfen der Leute.‘ Nun könne sie nicht mehr, und es gebe eine Erschöpfung. ‚Ich war eine verbale Sau, aber ich bin es nicht mehr. Das ist vorbei. Ich kann einfach nicht mehr.‘ Roche: ‚Es ist ja nicht leicht auszuhalten, dass jeder denkt, die wäscht sich nicht, die ist tierisch behaart, und ganz sicher hat sie Hämorrhoiden.‘

(…)

Auf die Frage ob bei ‚3 nach 9‘ bisher das Risiko bestand, dass das Publikum einschläft, antwortet Roche: ‚Ja, manchmal, klar. Das liegt aber auch an dieser sehr, sehr schweren Ernsthaftigkeit. Ich bin dafür, dass ein Gast lieber lügt, damit es unterhaltsam wird, als eine langweilige Wahrheit zu erzählen.‘

(…)

Heidi Klum hingegen hält sie für die beste deutsche Unterhaltungskünstlerin: ‚Ich schaue die Sendung immer, und ich bin immer auf Heidis Seite und verteidige sie. Das gibt jedes Mal Krach in der Familie. Die anderen haben immer Mitleid mit den Models, weil die so jung sind, oft weinen und so weit weg sind von zu Hause. Aber wer so schwach ist, darf eben nicht Model werden wollen.‘“

Aus: Spiegel Online, in der Rubrik Kultur [sic!]

5 Gedanken zu „Kulturindustrie

  1. Also Genosse Kommandant, Parole des Tages: Stark bleiben im Dahlem des Ostens.

    Solidarische Grüße aus dem Südwesten (ich glaube Düppel wäre ziemlich korrekt).

  2. Dank und viele solidarische Grüße zurück in den vornehmen Südwesten. Die Sowjetische Kommandantur ist immer stark und allzeit breit, nee bereit.

  3. Hm, ich fand Frau Roche früher ganz toll, zumindest die Interviewführung auf MTV (oder Viva?). Is wohl nicht mehr.

  4. Na ja, man kann eine gute Journalistin sein und trotzdem in den Medien dummes Zeug dagherreden. Was Frau Roche hier betreibt, das ist einfach nur unangenehm. Wie gesagt, es kommentiert sich eigentlich selbst. Sie scheint nicht einmal zu bemerken, daß ein solcher Artikel wie auf SpOn für sie eigentlich rufschädigend ist. Trösten kann sie sich zumindest damit: der Betrieb vergißt schnell.

  5. Pingback: Stadtbild «

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